Honiganalyse machen lassen und meine Fragen dazu!

  • Hallo,


    ich habe meinen Honig analysieren lassen!


    Das Ergebnis war doch etwas überraschend: Waldhonig in Stuttgart!!!


    OK, dunkel ist er, aber so richtig einen Waldgeschmack hat er nicht!


    Aber irgendwie verstehe ich die Auswertung nicht:confused::

    Wieso habe ich Algen, Rostsporen und Pilzelemente in meinem Honig?

    Woher kommt das?

    Es sind relativ wenige Pollen vorhanden?!

    Sind das Kriterien für einen Waldhonig?



    imkerforum.de/attachment/8741/imkerforum.de/attachment/8742/


    Kann mir das bitte jemand von den Wissenden erklären?


    Vielen Dank!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Heilge Susanna

    Ruf doch einfach in dem Labor an, welches Dir die Auswertung gemacht hat. Zumindest die entsprechenden Grenzwerte sollten im Ergebnis sowieso schriftlich angegeben sein. Und den Rest würde ich erst mal dort erfragen. Dort sitzen die Fachleute. Wir hier sind nämlich nur die Möchtegerns.;)

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Wieso habe ich Algen, Rostsporen und Pilzelemente in meinem Honig?

    Woher kommt das?

    Es sind relativ wenige Pollen vorhanden?!

    Sind das Kriterien für einen Waldhonig?

    Auf den Blättern/Nadeln der Bäume gibt es natürlich Pilze und der Honigtau ist für sie eine gute Nahrungsgrundlage. Die dunkle Farbe des Waldhonig wird teilweise übrigens von solchen Pilzen verursacht.

    Dass wenig Pollen im Honig ist klar und ist in der Tat ein Hinweis auf Waldhonig. Schließlich kommt der Honigtauhonig nicht aus Blüten. Der Blütennektar dagegen hat Kontakt zu Pollen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,


    in Ba-Wü wurde heuer viel Lecanienhonig geerntet. Lt. Imkermeister Dr. Dr. Horn von der Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim stammten rund zwei Drittel der zur Analyse eingesandten Honige aus der Lecanientracht. Nachzulesen zusammen mit einem weiteren Artikel von Armin Spürgin, Obmann für Waldtrachtbeobachtung des LV Baden in "bienen&natur", Heft 9/2017 Seiten 8-11.


    Viele Grüße, Bienen-Freund

  • in Ba-Wü wurde heuer viel Lecanienhonig

    Ja ne is klar, das ist so wie wenn du in Saarbrücken Lecanien an den Akazien sitzen hättest. Fichten-/Nadelholz ist in und um Stuttgart nicht ganz so stark vertreten und damit fallen auch die genannten Lecanien flach.

    In Stuttgart gibts dafür reichlich Laubbäume aller Art und da sitzen eben andere Läuse die Honigtau produzieren.

    Ansonsten haben bei uns fast schon die Zaunpfosten gehonigt, also ganz übel war es zumindest ab Mitte/Ende Mai nicht mehr. Dafür hatten wir davor und danach keine wirkliche Tracht.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Danke Wolgfgang für die Antwort, woher die Pilzeelemente kommen!


    Interessant finde ich auch den Wert der Eichenpollen mit 24%!

    Meine Völker stehen nahe am Waldrand und Tanne/Fichte gibt es sehr selten. Dafür aber viele Eichen.

    Zitat von "die Honigmacher.de":

    "Die Stiel-Eiche spendet gelegentlich Honigtau, v.a. durch die Eichennapfschildlaus."

    Das könnte dieses Jahr so gewesen!


    Und Läuse gab es wirklich überall. Unsere Pflaumenbäume haben zeitweise so stark gebrummt, dass man meinen konnte ein Schwarm ist unterwegs!

    Die Lindeblüte ist dafür fast vollständig ausgefallen, aber Läuse hatten die auch wie wild. Der Asphalt darunter war richtig dunkel als wäre er nass!


    Weiß noch jemand was zu den Algen und den Rostsporen?

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Hallo,


    LINKs funktionieren nicht.


    Wissen ist erhältlich z.B.:


    - Das große Hongbuch (Horn/Lüllmann)

    sehr zu empfehlen


    - Honig Entstehung - Gewinnung - Verwertung (v.d.Ohe)


    - Der schweizer Bienenvater - Bienenprodukte


    - bee-hexagon

    Schweizer Sortenhonige, eine gute Einführung in das Thema von Dr.Bogdanov


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo,


    so nun habe ich mit der Landesanstalt für Bienenkunde an der Uni Hohenheim telefoniert!:u_idea_bulb02:


    Pilzelemente, Rostsporen und Algen sind Indizien für einen Honigtauhonig. Die Bienen nehmen das beim sammeln im Wald/bei den Läusen mit auf!

    Definitiv kommen Rostsporen nicht von rostigen Teilen in der Beute wie z.B.Schrauben oder Polsternägel.


    Interessant war auch, dass man ab einer elektrischen Leitfähigkeit von über 0,8mS/cm von einem Honigtauhonig/Waldhonig sprechen kann!

    Allerdings müssen Geschmack, Farbe und Inhalt dem auch entsprechen, was nicht immer der Fall ist.

    Das heißt bei meiner 2. Honiganalyse von einer früheren Schleuderung liegt die elektrische Leitfähigkeit bei 0,9mS/cm. Der Honig ist aber hellbraun und schmeckt eher nach Blüte. Deshalb bekam ich da die Empfehlung Sommertracht, da es weder eindeutig ein Blütenhonig noch ein Honigtauhonig ist!


    Ab einer Leitfähigkeit von 1,2mS/cm spricht man dann von einem Tannen/Fichtenhonig.


    Hallo Bienenknecht,

    der Link ist super, vielen Dank!


    Leider blicke ich das mit den Bilder einfügen oder hochladen einfach nicht! Sorry, wenn es nicht funktioniert!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Hallo,


    - Das große Hongbuch (Horn/Lüllmann)

    sehr zu empfehlen

    Leider nur noch antiquarisch zu horrenden Preisen erhältlich. Die Reste gingen wohl für 20-30€ bei Weltbild übern Tresen und nun gibt es bei Online-Angebote für gebrauchte Bücher ab 150€ bis zu 300€.


    Ach deshalb habe ich so viel Geld für unsere Großes Honigbuchschnäppchen bekommen ;-) ....



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.