Sorge um einen Ableger

  • Durch die Phase, alles zu retten was möglich ist, muß jeder Imker durch. Wie soll man sonst wissen was geht und was nicht? Da können die Silberrücken noch so abfällig grunzen :)


    Mehr Honig gibt das mit Sicherheit nicht, aber man lernt hinzuschauen und lernt 'ne Menge dazu. Mir hat die erste abgedrückte Stockmutter schier das Herz gebrochen. Heute geht es vielleicht zu einfach von der Hand. Bienen haben einen erstaunlichen Überlebenswillen, wenn man nur immer wüßte, wie man richtig helfen kann?!


    Ich drücke die Daumen. Wenn es nicht diesem Völkchen hilft, dann dem nächsten.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Lass Dich nicht beirren herry,


    mach ein dickes Kreuz -

    aber in den Kalender für nächste Woche!


    Denn da hat der Berggeist vollkommen recht. Da schlüpft ein Großteil oder ggf fast alles der jetzt verdeckelten Brut, je nachdem wie umfangreich und lange die Brutpause war, gleichzeitig sind die neuen Stifte noch nicht so weit und noch nicht verdeckelt.

    Das führt nun mal dazu, dass Du an diesem Zeitpunkt die maximale Anzahl an Varroa NICHT unter den Deckeln und in der Brut, sondern erreichbar auf den Bienen hast.

    Also spühen!!:daumen:


    Und weiter betüddeln, Futterstrom liefern. Die wissen schon, dass sie noch was zulegen sollten und das tun sie dann auch. Zum Überwintern wird das wohl klappen.


    Sollten sie sich gar nicht machen oder auch mickrig aus dem Winter kommen, dann kannst Du immer noch überlegen, sie mit dem zweiten Volk zu vereinigen. Das geht im Oktober und auch im zwitigen Frühjahr noch prima.


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Was Ralf sagt, hat schon Hand und Fuß.

    Ich glaube, kein Anfänger ist so gestrickt, dass er so einen Kandidaten auflöst und auf den Altimker hört bei Vereinigungsratschlägen.

    Man muss wohl vieles einfach selber sehen und einsehen.

    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und vielleicht wird`s ja doch ganz anders als prophezeit, weil....:wink:


    So schwarz wie Wasgau seh ich das nicht.

    Mach mal

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Aloa, na da sind ja überwiegend ermutigende Antworten. Anbei mal ein paar Bilder


    Rähmchen 1 - Futterwabe ganz am Rand (wie gesagt: ein Hauch von frischem Honig schimmerte da und ein wenig Pollen):


     


    Rähmchen 2 (auf dem zweiten Bild sieht man oben sogar die Königin:


     


    Rähmchen 3 - ist ein Rähmchen auf dem der Ableger kam. Ist ein "halbes" Rähmchen, wo sie unten angebaut haben. Habe versucht den an den Rand zu schieben um den los zu werden, aber da war immer massiv Brut drin gewesen:


     


    Rähmchen 4 (da fehlt mir irgendwie das Bild der anderen Seite...):




    Die Brut ist leider schlecht zu sehen auf den Bildern, weil die Bienen so dicht sitzen. Aber man bekommt hoffentlich eine Idee.


    Wie man sehen kann habe ich am Ende auch mal die Handschuhe angelegt, weil die Damen doch spürbar ungehalten wurden. Ich werte das mal als positives Zeichen für Agilität ;) Vor 2 Tagen hätte ich vermutlich Tango neben der offenen Beute tanzen können und es hätte nicht eine einzige Biene interessiert.


    LG

  • Ich würde noch etwas zu den Futtertaschen sagen:

    Die sind genrell gut, aber die doppeledicken können bei kleinen Ablegern etwas groß sein. Ich habe normale und dicke. In den normalen steht das Futter (Flüssigkeitsspiegel) weiter oben, das ist gut und sie kühlen vielleicht nicht so sehr aus.

    Ansonsten ist direkt von oben füttern natürlich toll, Adamfütterer, Spundloch-Eimer usw.


    Gruß Jörg

    Zu den Futtertaschen muss ich sagen, dass ich als ich im Juni mit den Bienen angefangen habe, mir diese in Videos und Beschreibungen auch zugesagt haben. Hatte mir dann die breiten (2 Wabenstärken) zugelegt und damit meine Ableger gefüttert. Mittlerweile habe ich auch zu Adamfütterern gewechselt - die Gründe dafür wurden ja hier auch schon genannt: Man muss nicht dauernd die Beute komplett öffnen und die Bienen stören; gerade wenn die hier jetzt so zahlenmäßig gebeutelt sind und man abends (Fütterzeit!) bei vielleicht schon lauen Temperaturen aufmacht, ist das wärmetechnisch wohl nicht so prickelnd. Mit ertrinkenden Bienen in den Taschen hatte ich dank gut konzeptionierter Aufstiegshilfe von der Bergwiesenimkerei keine Probleme - wohl aber mit Schimmel! Wenn man die 1:1 Lösung, die hier ja erstmal ratsam ist, in zu großer Menge gibt, fängt die irgendwann an zu schimmeln. Ergo kleinere Mengen und dadurch wieder öfter die Beute aufreißen... Die Fütterung von oben finde ich mittlerweile wesentlich eleganter und schonender für die Mädels.

  • Und weiter betüddeln, Futterstrom liefern.

    Sieht doch nicht so schlecht aus - füttern, füttern, füttern und machen lassen.

    Ich würde das sofort dünnes Futter draustellen und nach einer Woche die volle Wintermenge mit Sirup.

    Es ist ja noch kein Winter - im Bergischen Land bestimmt nicht...


    Viel Erfolg


    Rainer

  • Muss mich mal outen:


    In meinem ersten Jahr habe ich so einen späten Ableger gehabt, den ich auf 6-7 Waben Zander dann überwintert habe. Die Frühtracht war in diesem Jahr völlig indiskutabel. Aber auch bei den starken Völkern vom vorherigen Herbst. Die gingen da auf 2 Zargen Zander in den Winter.


    Dieses kleine Dingens mit einer 6 bis 7 Waben Auswinterungsstärke - also gleich geblieben - brachte mir in diesem Jahr den meisten Honig. Frühtracht war ein Ausfall - insgesamt. Sommertracht war sowas von ergiebig. Es honigte beinahe jeder Zaunpfahl. Während andere Völker im Schwarmdusel versunken waren...


    So kann es auch gehen.


    Heutzutage schließe ich mich dem Wasgau an. Bei 20+ Völkern muss man nicht jedem Kummerpatienten nachweinen. Bei 1,5 Völkern macht man das gerne. Ich empfehle dir 30 Völker mindestens und du fängst spätestens da an, umzudenken...

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Durch die Phase, alles zu retten was möglich ist, muß jeder Imker durch. Wie soll man sonst wissen was geht und was nicht? Da können die Silberrücken noch so abfällig grunzen

    Hallo,


    ich würde mich auch als "Silberrücken" bezeichnen und trotzdem würde ich dieses Volk nicht aufgeben ;-) :-) - oder hatte da jemand einen anderen Eindruck?


    Herry, die Bilder sehen doch ganz gut aus, wenn die jetzt schnell wieder Futter bekommen und weiter stiften, hast Du in Deiner Gegend doch offensichtlich noch alle Möglichkeiten, also weitermachen - die dazu notwendige Hilfe wurde hier ja schon ausführlich geschildert. Vor allem Beitrag #59 von Marion und auch die Beiträge von Jörg sind doch genau das was Du brauchst...


    Übrigens in meinem letzten Beitrag habe ich mit "Winteranfang" nicht das aktuelle Wetter gemeint sondern "Winteranfang in Bezug auf das Bienenjahr" - ich glaube das musste ich ergänzen - sorry, habe nicht daran gedacht das ich das evtl. erklären muss.



    Gruß

    Franz

  • Also das Futter nehmen sie zwischenzeitlich gut an. Ich füttere 1L (also 1:1 auf Basis 1L Wasser). Am ersten Tag nicht angerührt, am zweiten Tag zu 75% angenommen und was ich vorgestern Abend verfüttert hatte war gestern Abend komplett weg. Habe also direkt wieder 1L nachgefüttert.


    Für mich kristallisiert sich ein wenig heraus, dass die Behandlung mit OS scheinbar der beste Weg ist. Ist verdampfen so viel effektiver? Denn einfacher zu realisieren für mich und vor allem auch erlaubt ;) ware die Variante mit Besprühen. Mit Oxuvar 5,7 nehme ich an?


    Angenommen die aktuelle Brut wäre Mitte kommender Woche komplett ausgelaufen, die Königen hätte allerdings bereits schon gestiftet - beschädige ich mit der Oxal-Sprüh Variante dann die noch unverdeckelte Brut?


    Danek und Gruß

  • Bei Sprühen kann das schon sein, daß das Brutbild nach dem Verdeckeln aussieht wie bei Schadwachs. Ist nicht schön, aber egal. Deswegen wurde ja Bayvarol vorgeschlagen.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife