Sorge um einen Ableger

  • Hallo zusammen,


    ich muss mich nochmal an Euch wenden mit der Sorge um einen Ableger. Kurzer Hintergrund: Ich habe im späten Mai zwei Ableger erhalten. Unterschiedliche Quellen. Diese hatten sich soweit ganz gut enwickelt. Sie kamen auf 5 Rähmchen und waren recht klein. Es gab Brut und alles war gut. Ich habe nach und nach 1:1 gefüttert (immer in kleinen Portionen) und nach und nach erweitert. In beiden Beuten (Zander) bin ich jetzt auf 10 Rähmchen wobei so vor 10 Tagen in Volk A ca 8,5 ausgebaut waren und in Volk B 8 Rähmchen. Wobei Volk B von Anfang an etwas schwächer war und auch mit geringerer Volkgröße zu mir kam. Nun habe ich Reisebdingt mal 14 Tage "in Ruhe gelassen" und da die Witterung ganz i.O. war und es ordentlich Flugbetrieb gab (vor 2 Wochen...) auch nicht weiter gefüttert. Ich hatte Ende Juli mal die Windel rein und hatte bei Volk A 1 Milbe und bei Volk B 2 Milben. Alles im Lot dachte ich..

    Gestern Abend (ca. 19:30, nahezu kein Flugbetrieb mehr) habe ich reingeschaut um wieder ein wenig zu füttern (zumal ich jetzt zeitnah die AS Behandlung mit Nassenheider Pro 60% machen wollte) und habe festgestellt dass Volk B einen sehr schwachen Eindruck macht. Es sah aus als würden sie nur noch in 3-4 Gassen sitzen und wirkten auch eher lethargisch. Ich hab jetzt die Windel reingeschoben und werde heute Abend (also nach 24h) mal zählen. Aber ich ahne schlimmes, zumal ich jetzt auf Nachfrage erfahren habe, dass der Ableger aus dem Volk B hervorgeht nicht mit MS behandelt wurde... :rolleyes:

    Jetzt frage ich mich ob ich den Ableger noch fit für den Winter bekomme. Wie würder ihr vorgehen? Sollte sich mein Verdacht mit erhöhtem Varroa-Befall erhärten, was könnte ich noch tun? Direkt behandeln? Oder soll ich noch nach etwas ganz anderem schauen?

    Volk A sah ganz zufrieden und agil aus...


    Kurze Ergänzung noch: Ich gehe davon aus, dass die Königin noch da ist, bzw. noch lebt. Zumindest war das vor 2 Wochen noch so als ich das letzte Mal reingeschaut hatte und ich kann ausschließen, das ich sie bei der Kontrolle vor 2 Wochen verletzt habe. Ich verifiziere das aber heute Abend.


    Danke für Eure Ideen dazu.

  • ich hab gestern weil es schon dunkel wurde nicht mehr ausführlich reingeschaut, aber wenn ich das richtig gesehen habe gab es mindestens ein Rähmchen was ordentlich Honig hatte. Und vor 2 Wochen gab es deinfitiv noch ordentlich Honig. Eher unwahrscheinlich dass in 2 Wochen das Futter so stark ausgegangen ist dass es direkt die Volkstärke dezimiert hat. Vllt wurde das nicht ganz klar: Es macht den Eindruck als wäre das Volk spürbar geschrumpft. Ich hab allerdings keine toten Bienen um die Beute herum finden können.

    Und zumindest gab es vergangene Woche an den warmen Tagen scheinbar auch ganz ordentlichen Flugbetrieb.

  • aber wenn ich das richtig gesehen habe gab es mindestens ein Rähmchen was ordentlich Honig hatte.

    Wie gesehen? Von oben? Beute angehoben zur Gewichtskontrolle?

    Schreib mal deine Region, in der du imkerst ins Profil.


    Ich tippe auch auf Futtermangel.

    Wenn jemand etwas vorgekaut serviert haben möchte, muss auch immer jemand da sein, der es ausspuckt oder -k...

  • Hallo zusammen,

    Wie gesehen? Von oben? Beute angehoben zur Gewichtskontrolle?

    Schreib mal deine Region, in der du imkerst ins Profil.


    Ich tippe auch auf Futtermangel.


    Also ich weiß es nicht mehr exakt aber ich hatte den Rahmen vor Wochen defintiv auch in der Hand und er war schwer und voll. Aber seither hab ich halt nicht gefüttert :rolleyes:

    Geimkert wird an der Grenze zwischen Leverkusen und Langenfeld.


    also ich war um 19:00 an der Beute zum nachfüttern und hab auch die Windeln rausgeholt


    Volk A: wie erwartet. Futter leer, Reger Betrieb in der oberen Zarge (die ist leer, da steht nur das Futter drin).

    Kein Milbe in der Windel, aber dafür jede Menge orangener Pollen. Davon liegt auch ein kleiner "Teppich" schon seit Wochen unter der Beute da wo die Gassen dicht besetzt sind (also in der Hälfte zum Eingang hin). Da bei Flugbetrieb da schon sehr viel los ist hab ich mir das immer so erklärt, dass die das beim Reinkrabbeln und Gedränge am Eingang (sehr stark verengtes Flugloch aktuell) verlieren, bzw. abstreifen. Bei genauem Hinsehen habe ich so sehr winzige (vllt 1/10 einer Pollenkugel) weiße Tierchen gesehen. Die habe ich vorher noch nie gesehen, oder aber immer übersehen, weil auf dem hell-gelben Teller schlecht zu sehen. Deutlich kleiner als eine Varroa.


    Volk B: Futter komplett unangetastet, nicht eine einzige Biene in der oberen Zarge, Volk wirkt schwer lethargisch, viel weniger Bewegung, keine auffliegenden Bienen. Es gab aber Flugbetrieb heute tagsüber.

    Habe 6 Milben gezählt :huh: Das ist zwar viel, aber können die in der Konzentration schon so schnell für den Zustand des Volkes verantwortlich sein? Ich habe jetzt mal eine Spur zum Futter gelegt (das musste ich vorher nie..) und schaue ob sie es morgen dort hin geschafft haben.

    Ich habe mal ein Foto angehängt. Das Futter steht da jetzt so wie gesagt seit 24h drin :(

    Ach und es lagen noch 4 Bienenköpfe in der Windel?! Und ein paar Beine..


    Wie soll ich weiter vorgehen? Ist da noch was zu retten?



  • Ich gebe mal meine Gedanken zum Besten, andere mit mehr Erfahrung moegen das anders sehen oder noch bessere Ideen haben:


    6 Milben / 24h ist m.W. fuer die paar Bienchen (die kennt man ja schon fast alle mit Namen) um die Jahreszeit schon allerhand. Da kann man von rd. 1000 Milben im Volk ausgehen. Ich wuerde deshalb als allererste Massnahme Bayvarolstreifen nach Anleitung einhaengen und dann den Milbenfall beobachten. Falls die Vorfahren der Milben nur Bekanntschaft mit Saeuren gemacht haben, sollte Bayvarol hervorragend funktionieren. Da sollte dann einiges an Milben herausfallen.


    Im Gegensatz zur Ameisensaeure kann man beim Einsatz von Bayvarol zeitgleich fuettern, was mir hier geboten erscheint, aber kontrolliere ruhig mal, was wirklich noch an Futter im Volk ist.


    Weiterhin kannst Du mal etwas Futterteig (einen etwa handteller grossen Fladen) auf die Oebertraeger ueber das Brutnest geben. Der Nachteil Deiner "Futtereinrichtung" ist der grosse Leerraum, in dem die Schuesseln stehen. Damit ist die Waermehaltung in der Beute schwierig. Ich selbst imkere mit Dadant und habe Adam-Fuetterer. Die werden eigentlich immer gut angenommen, wobei mir die Ausfuehrung von Weber mit dem einseitigen Aufstieg bei Ablegern am besten gefaellt, weil man den in so einem Fall direkt ueber das Brutnest setzen kann.


    Sobald Du den Milben den Garaus gemacht hast, musst Du halt ueberlegen, wie es weiter gehen soll. Entweder mit dem anderen Volk vereinen oder alternativ - weil Du dann noch eine Koenigin auf Reserve hast, was nie falsch ist, - auf Minplus umsiedeln, obwohl es dafuer doch schon reichlich spaet im Jahr (fuer den Ausbau) ist. Nur funktioniert die Waermehaltung in einer Miniplus bei solche einem Kleinvolk deutlich besser, allerdings sollte auch die Miniplus auf moeglichst 3 Zargen eingewindert werden. Es wird also knapp...


    Zum Schluss muss ich noch was zum boesen Bayvarol los werden: Das ist fuer mich kein Standardmittel. Aber es steht fuert solche Notfaelle und Kleinvoelker immer bereit. Das Wachs, welches damit in Beruehrung kommt, muss natuerlich ausrangiert werden und gehoert keinesfalls in den normalen Wachkreislauf hinein. Aber das sollte sich von selbst verstehen.

  • Volk B muss vor allem durchgesehen werden. Wie ist der Brutstatus? ist das Volk weiselrichtig? Ohne diese Informationen wüsste ich nichts dazu zu schreiben. Gut wäre auch eine Abschätzung der Volksstärke nach der Liebefelder Methode. 4 Gassen oder 8 Gassen, das hängt von der Außentemperatur ab und ist deshalb viel zu ungenau.

    Dass das Futter nicht angerührt wird, kann daran liegen, dass es in der oberen Zarge einfach zu kalt ist.

    Gruß Ralph

  • Volk B muss vor allem durchgesehen werden. Wie ist der Brutstatus? ist das Volk weiselrichtig? Ohne diese Informationen wüsste ich nichts dazu zu schreiben. Gut wäre auch eine Abschätzung der Volksstärke nach der Liebefelder Methode. 4 Gassen oder 8 Gassen, das hängt von der Außentemperatur ab und ist deshalb viel zu ungenau.

    Dass das Futter nicht angerührt wird, kann daran liegen, dass es in der oberen Zarge einfach zu kalt ist.

    Gruß Ralph

    Ja, das werde ich morgen tun, Heute habe ich das zeitlich leider nicht machen können. Ich werde morgen am späten Nachmittag nochmal kontrollieren ob sie zum Futter gefunden haben und dann auch versuchen die Volkstärke und den Brutstatus zu bestimmen. Es war heute eigentlich relativ warm. So 24°C und überwiegend sonnig.


    Mit Bayvarol hab' ich mich nie beschäftigt weil das alle in meiner Umgebung ablehnen. Ich bin da aber nicht so dogmatisch und werde mir mal mein eigenes Urteil bilden bzw. mich morgen mal informieren. Ich will jetzt nur die richtigen Schritte unternehmen um ggf. das Volk doch noch als eigenständige Volk zu retten. Zumal A & B ganz unterschiedlich sind (A ist überwiegend Buckfast und B überwiegend Carnica). Und die würde ich gerne getrennt voneinander "erhalten".


    [...]


    Weiterhin kannst Du mal etwas Futterteig (einen etwa handteller grossen Fladen) auf die Oebertraeger ueber das Brutnest geben. Der Nachteil Deiner "Futtereinrichtung" ist der grosse Leerraum, in dem die Schuesseln stehen. Damit ist die Waermehaltung in der Beute schwierig. Ich selbst imkere mit Dadant und habe Adam-Fuetterer. Die werden eigentlich immer gut angenommen, wobei mir die Ausfuehrung von Weber mit dem einseitigen Aufstieg bei Ablegern am besten gefaellt, weil man den in so einem Fall direkt ueber das Brutnest setzen kann.


    [...]


    Du würdest die obere Zarge dann entfernen und den Fladen im umgedrehten Deckel unterbringen?


    Schon mal vielen Dank für Eure Antworten. Weitere sind natürlich sehr willkommen.

  • Erste Handlung: "Profil ändern" anklicken und beim ersten Wohnortfeld "Langenfeld oder Leverkusen", wegen mir auch beides, eintragen.


    Volk durchsehen ist gut und wichtig. Bild für uns wäre interessant.

    Es ist kälter geworden, darum finden die Bienen den Weg zum Futter schlechter. Das Personal wird zur Bruterwärmung benötigt, sitzt enger und geht weniger spazieren. Es fehlt aber unten an Futter. Besser gesagt an neuem Futtereintrag zur Trachtvorgaukelei. Da ist die Carnica aus der Brut gegangen bzw. hat diese stark eingeschränkt. Ein, zu dieser Jahreszeit häufiger, Zustand den viele bei schlechter Überwinterung und Völkersterben wenig betrachten.

    6 Milben pro Tag sind recht viel bei der Volksgröße. Es relativiert sich aber, wenn man bedenkt, dass die Menge an verdeckelter Brut abgenommen hat und jetzt mehr freie Milben im Volk sind. Mein Mittel der Wahl wäre jetzt erst mal Milchsäure eventuell Oxalsäure sprühen um die Milbenzahl zu reduzieren. Das Volk brütet dabei aber schnell weiter bzw. durch. Mehrere andere Verfahren bringen einen zu langen Brutstopp für diese kleine Einheit.


    So meine Vermutung. Schätz heute abend erst mal die Volksstärke möglichst genau ab, wie Ralph schon riet.

    Wenn jemand etwas vorgekaut serviert haben möchte, muss auch immer jemand da sein, der es ausspuckt oder -k...

  • Noch was:

    Stell die Futtereimer so, dass sie den Beutenrand berühren. An der Zargenwand können die Bienen wesentlich besser hochklettern als an den glatten Eimerwänden, die zudem noch oben größer als unten sind. Etwas (wenige Tropfen, die so eben die Oberträger erreichen) Futter an der Zargenwand runterfließen lassen.

    Wenn jemand etwas vorgekaut serviert haben möchte, muss auch immer jemand da sein, der es ausspuckt oder -k...

  • Die synthetischen Mittel Bayvarol oder Apitraz würden vermutlich relativ bienenschonend funktionieren. Ich persönlich setze sie wegen der Rückstandsproblematik (Verschleppung / langfristige Speicherung über das Wachs; Wirkstoffe bzw. Abbauprodukte wurden auch schon im Honig gefunden) grundsätzlich nie ein. Vergangenem Herbst habe ich bei Völkern mit etwas zu hohem Varroafall eine Milchsäure-Blockbehandlung (3- bis 4mal im Abstand von 3 bis 4 Tagen) durchgeführt. Allerdings ist der Wirkungsgrad von MS wohl nicht so hoch wie bei anderen Mitteln. Die neue Oxuvar-Variante mag etwas besser wirken. Gut wirksam und bienenschonend wäre wohl eine mehrmalige Bedampfung mit Oxalsäure, die allerdings - wohl aus Arbeitsschutzgründen (Gefahr für die Lunge, wenn man sich zu dumm anstellt) - in Deutschland im Gegensatz z. B. zu Österreich nicht zugelassen ist. Trotzdem besitzen manche Imkerkollegen die entsprechenden Apparaturen.

    Karl

    Etwa 10 Völker auf Dadant an etwa 3 Standorten. "Bienenrasse":roll:: was sich bei Nachbarimkern so bewährt hat.