Perga produzieren

  • Hallo,


    Ich imkere seit fünf Jahren und besitze mittlerweile 21 Völker. Auf die Ernte von Perga habe ich es schon lange abgesehen, erst mittels einer Stanze (da haben die Finger geblutet), nun habe ich auf youtube eine russischen (?) Imker gefunden der das Ganze àla Handmixer macht. Diese Jahr habe ich Königinnen in EWK gezogen, da blieb auch viel Perga übrig.


    Für das kommende Jahr wollte ich mich jetzt schonmal vorbereiten und weiter zum Thema einlesen (Apimondia Schriften??)


    Meine Frage bezieht sich aber tatsächlich auf die Produktion. Momentan schneide ich immer nun mal hier und da aus den Waben die ich sowieso entnehme, um sie einzuschmelzen, Perga Stücke aus. Ich hatte aber auch schon gelesen, dass in Osteuropa sehr viel mehr Perga produziert wird und dies mittels Betriebsweise auch gesteuert werden kann. Wenn ich es richtig weiß ging es darum unter den Brutraum eine Zarge + Abperrgitter zu setzen und anscheinend tragen die Damen den Pollen nur ungern hinauf und lager dann ehr unten ein (?). Nun kann ich leider keine slawische Sprache um das Internet weiter zu quälen ...

    Weiß einer von Euch wie das gemacht wird?


    Bin gespannt was es so alles gibt. Vielleicht geht es ja aber auch nicht und die Imkerkollegen aus Osteuropa entnehmen auch nur hier und da ... (?)


    Grüße,

    Nizolai

  • N'Abend


    Im Bienenjournal (vor ca. 3-4Jahren) war mal eine in Dtl. lebende lettische Imkerfamilie als Monatsbetrachter aktiv, mir fällt nur leider der Name nicht mehr ein. Kaunas oder so ähnlich. Die haben auch einmal beschrieben, wie sie Perga produzieren. Vielleicht hilft dir die Spur weiter oder jemand hier kann sich an die erinnern.


    Grüsse, Robert

  • Moin,


    die Familie Lange habe ich damals angeschrieben. Dabei ging es mir aber um die Maschine mit der das Perga sozusagen "extrahiert" wird. Herr Lange schrieb damals, dass er mir leider keine Pläne oder technische Hilfe geben könne da es wohl darum ging in naher Zukunft seine Art der Maschine zu vermarkten. Ist schon ein paar Jährchen her jetzt ...


    Zurück zum Thema:

    @ Robert: Den Artikel habe ich seinerzeit auch studiert, allerdings - soweit ich mich erinnere - wurden da nur Wabenstücke oder Waben genutzt die bei der Durchsicht anfallen, so mache ich das ja auch.


    Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen:

    Schaffe ich es (entgegen der Art des natürlichen Brutnestaufbaus) auf irgendeine Art meine Damen dazu zu bewegen, Pollenbretter anzulegen (nicht nur die beiden Äußeren) welche dann geerntet werden können?


    Hat da irgendjemand eine Idee, oder schonmal etwas beobachtet?


    Schönen Sonntag,

    Nizolai

  • N'Abend


    Ganz unten bei dem Artikel ist eine Webseite von einem lit. Händler verlinkt, da kann man sich so eine Extraktionsmaschine kaufen. Gibt auch ne dt. Variante der Seite.

    Hmmh, ob du die Bienen durch irgendeinen Trick dazu bringst, Pollenbretter zu produzieren, weiss ich leider nicht. Ich hatte dieses Jahr eher das andere Problem, nämlich Pollenbretter reduzieren, weil es einfach zu viel wurde und kaum noch Brutfläche vorhanden war. Vielleicht solltest du in der Literatur und hier die Tips zur Vermeidung von Pollenbrettern studieren und dann genau das Gegenteil probieren.


    GRüsse, Robert

  • ich habe in meinem ersten Wiedereinstiegsjahr mal eine Segeberger so betrieben, mit einer untergesetzten Zarge,1x Brutraum mit 2 ASG, 2-3 HR-Zargen.

    Im unteren Pufferraum wurden Pollenbretter angelegt und Nektar reingeschaufelt, über Nacht dann in den HR verbracht.

    Die Brutraumzarge war 100% Brut -11 Waben-DNM, 9 BW+ 2 Baurahmen, die alle 2 Wochen abwechselnd geschnitten wurden. Ich habe mindestens 2x 2 Brutwaben für Ableger entnommen. Im ersten HR waren vermutlich auch Pollen und das virtuelle Brutnest- ich habe unbewusst "angepassten Brutraum" betrieben.

    Trotzdem klemmten immer viel Drohnen im Gitter. Deshalb habe ich es auch nicht wiederholt, wenn man mal nicht rankommt, kann das Volk verbrausen.

    Honig gibts reichlich, wenn Tracht da ist- war der Spitzenreiter am Stand, aber im darauffolgenden Frühjahr haben sie die Königin still umgeweiselt, die Nachfolgerin war nicht ganz so brutfreudig.

    Die Drohnen könnten über ein zusätzliches Flugloch im Brutraum raus, aber bei solchen Pollenbretter und der hohen Bienendichte, steigt auch die Neigung zum Schwärmen. Und dann könnte auch die Königin raus.


    Gruß Fred

  • Was mir noch in Bezug auf eingelagerten Pollen einfällt. Aus der letzten Zeit habe ich einige Artikel aus Imkerfachzeitschriften und/oder hier aus dem Forum im Hinterkopf, die sich um die Problematik der Spritzmittelrückstände in eingelagertem Pollen drehen. Hatte es damals nicht sooo genau gelesen, aber wirklich lecker klang das nicht. Vielleicht sind deshalb einige wieder davon abgekommen. U.a. sieht man ja auf der Seite der Langes nicht wirklich viel zum Thema und damals hiess es, das sie selbst eine Maschine rausbringen wollen.

  • das ist auch eines meiner Argumente für angepasstem Brutraum- wird vergifteter Pollen reingeholt, wird er schnell verbraucht, und schädigt nicht über längere Zeit, da immer wieder frisch geholt wird. Erst bei der Reduktion der Brut nach der Sonnenwende oder Schwarmvorbereitung werden konservierte Pollenbretter angelegt.

  • Hallo,

    und danke Euch schonmal für die Beiträge, ein bisschen was ist ja zusammengekommen. Die Gefahr, dass PSM im Perga enthalten ist, ist mir bewusst. Allerdings wollte ich diesbezüglich keine Diskussion über PSM in Perga aufwerfen sondern die Möglichkeiten zur Steigerung der Ausbeute bzgl. Perga ausloten.


    [Ich habe das große Glück als Mitarbeiter im Forst den größten Teil meiner Bienenstöcke im Wald stehen zu haben und die nächste Landwirtschaft ist da relativ weit entfernt von (>5km)].


    Nächstes Jahr werde ich einmal meine Völker genauer betrachten im Sinne von Pergabevorratung, manche von Euch haben ja geschrieben, dass eher das andere Problem auftrat, zuviel Perga und damit zuwenig Platz für das Brutnest. Womöglich ist ja auch daraufhin eine Selektion des Bien möglich, genügend Angebot an Pollen natürlich vorausgesetzt.

    Auch eine (halbe) Zarge untersetzen und darauf ein ASG werde ich einmal ausprobieren.


    Es würde mich freuen wenn noch mehr Erfahrungen / Beobachtungen hinzukommen würden, evtl hat ja jemand aus der Community hier auch Kontakte zu osteuropäischen Imkern oder kommt von dort und kann berichten?


    Grüße,

    Nizolai

  • Hallo Nizolai,

    Ich bin über ein Buch gestolpert es ist antiquarisch vielleicht hast du es oder kommst du dran ?

    Vielleicht dein Imker Verein oder ein Mitglied hat es und du kannst reinschauen ?

    Aber die Maschinelle Gewinnung des Bienenbrotes wird da nicht beschrieben. Ich habe diesen Film auch gesehen , ich denke das die Wabe tief schock gefroren war ,dann bricht das Waben Wachs besser,must du mal testen ob das so geht gefroren mit dem Mixer brechen?!!

    Autor Dany schreibt Bienenbrot sammeln das er unterste Zarge mit leeren Honigwaben bestückt hat und oben auf den Waben ein absperrgitter verhindert das die Königin unten stiften kann.

    In dem Buch wird die Pollen und Bienenbrot Gewinnung beschrieben.mit Bildern und Skizzen.

    Titel: Pollen sammeln heute Autor: Bernd Dany Verlag: Ehrenwirth ISBN 3-431-02556-0

    Wenn du es nicht bekommst dann

    schau mal bei booklooker.de,ebay ,bücher.de dort sind Gebrauchte Bücher aber Achtung dort sind auch Händler die Preise sind dann auch gepfeffert!!

    Gruß Georg L.

  • Die BienenBrotErnteMaschine (BBM) gibt es bei der litauischen Fa. Wilara. Versand der BBM mini nach D ca. 1 Woche für 25,-.

    Funktioniert gut und ist viel, viel schneller als das Auspulen mit der Hand. In diesem Video wird es gezeigt (zuerst BBM profi, ab Min. 1.40: BBM mini). Zur BBM mini gibt es noch einen Edelstahlschacht mit Schräggitter, der das Sieben mit der Hand überflüssig macht.

    Funktioniert auch zur Gewinnung von tiefgefrorener Drohnenbrut (persönlich getestet).