Wer blüht hier so hübsch?

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    Moin,


    obwohl ich nun seit über 6 Jahren im gleichen Büro sitze und auch den gleichen Ausblick habe, ist es mir bisher nie aufgefallen, aber "die Bienen machen eben was mit einem". ^^ Am Grundstücksrand wächst und blüht massenhaft die Pflanze auf den Bildern. Von weitem dachte ich erst an Phacelia, von dichtem sieht sie aber anders aus. Ich habe es mal beobachtet, sie wird gelegentlich von Bienen angeflogen, auch Schmetterlinge und Schwebfliegen habe ich gesehen. Es wäre mir ein Leichtes, einen Schwung davon auszugraben und zu Hause an den Zaun zu pflanzen. Kennt ihr das Gewächs, würde sich das lohnen?


  • Das ist Luzerne, ein Klee. Früher für Grünfutter und Heu, heute fast nur noch als Biogasanlagen-Futter und zur Bodenverbesserung.


    Für Imker und Bienen ist die Pflanze in der heutigen Zeit extrem zweischneidig:


    Sie bietet zwar nach wie vor exzellenten Nektarertrag.

    Aber im Gegensatzu zu früher wird sie heute eben für Biogasanlagen gemäht. Und das bedeutet, die Fläche wird meist komplett in einem Zug gemäht. Heute mit Kreiselmähwerken nicht mehr mit Balkenmessern.


    Beim Mähen mit diesen Geräten gehen aber in der Regel ALLE Bienen hops, die zum Zeitpunkt des Mähens auf der Fläche sind, da die Maschinen zu schnell sind und beim Durchgang das Material und alle Insekten mindestens verletzt.

    Und das sind bei Luzerne gerne mal 5 und mehr Bienen pro Quadratmeter.


    Bedeutet pro Hektar (nur 100x100m!) sind das 5kg Bienen.


    Ist mir heuer schon mal passiert, dass auf so einer kleinen Fläche von 2 ha in der Nähe meines Standes gut 100.000 Bienen, also 10kg niedergemacht wurden, weil natürlich immer bei bestem Wetter und Vollblüte geschnitten wird.


    Da ich dort 10 Völker stehen hatte, war das sehr deutlich zu merken, wenn im Schnitt quasi 5-Kunstschwärme ungeplant abgezogen werden.

    Die Folgeschäden in der Brut, weil plötzlich so viele Bienen fehlen und plötzlich die Pollen- und Nektarversorgung ausfällt, sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

    Man könnte auch sagen, der Bauer hat mir mal eben rechnerisch 3 Vollvölker ode 30% meines Standes abgenommen.


    Gruß

    hornet

  • Und um RoWa Bielitz Frage zurückzukommen - ausgraben lohnt nicht, die Samen findest Du in fast jeder Gartenabteilung bei den Gründüngungspflanzen! Luzerne ist mehrjährig, wurzelt sehr tief und breit und kann bei passendem Boden schon mal etwas zum Wuchern neigen.


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Danke hornet für die Bestimmung! Hier wächst sie übrigens nur in einem schmalen Streifen am Zaun entlang, der 2x im Jahr mit der Motorsense "gepflegt" wird.

    beenutzerin Meine Idee des Ausgrabens war halt, dass sie hoffentlich zu Hause anwächst und die Bienen noch in diesem Jahr etwas davon haben. Außerdem sieht's auch noch schön aus. :)

  • Nach dem Ausgraben vermutlich nicht mehr .... Tiefwurzler und viele dünne, Triebe, das geht nicht gut. Aber Du kannst die jetzt noch säen - Boden sehr tiefgründig vorbereiten, flach säen und leicht feucht halten bis die gut aufgelaufen sind. Und falls die Witterung nicht mtspielt sparst Du Dir etwas Samen auf ud kannst im Frühjahr nachsäen.

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Heute mit Kreiselmähwerken nicht mehr mit Balkenmessern.

    Beim Mähen mit diesen Geräten gehen aber in der Regel ALLE Bienen hops, ...

    Und Du meinst nicht, dass man da zwischen Kreiselmähwerken mit und ohne Aufbereiter unterscheiden sollte, wenn Du sowas hier verbreitest...?


    Aber grundsätzlich natürlich schon richtig. Sehe das auch bei z.B. Wickroggen oder der "hochgelobten" Silphi etwas kritisch. Im Häcksler gehts schon ziemlich "rund"...:roll:

  • Beekloppter : Ich bin kein Landmaschinentechniker - wie die Dinger genau heißen ist mir egal, für mich zählt, was ich auf dem Acker sehe und danach auf der Fläche liegen oder verletzt herumhopsen sehe.


    Solange die Bauern keine Bienenklinik bauen, in der sie meine toten und verletzten Bienen (und alle Wildinsekten) wiederauferwecken und gesundpflegen bleiben alle erfassten Bienen ein Totalverlust.


    Ich habe es heuer nachgezählt. Sollte jeder Imker mal tun, wenn wieder bei Vollblüte gemäht wird.


    Luzerne, Phazelia oder der schnöde Weißklee sind besonders bienengefährlich. Letzterer wird aber vom Laien oft gar nicht wahrgenommen, weil er vom etwas höher stehenden Gras versteckt ist und er meint, dass es eh nur eine grüne Wiese ohne Blüten ist.


  • Beekloppter : Ich bin kein Landmaschinentechniker - wie die Dinger genau heißen ist mir egal, für mich zählt, was ich auf dem Acker sehe und danach auf der Fläche liegen oder verletzt herumhopsen sehe.

    Du beschuldigst aber explizit das Kreiselmähwerk. Das ist so aber schlicht und ergreifend falsch!

    Ein bisschen informieren sollte man sich schon, bevor man Dinge verbreitet, die von Betroffenen als pauschale Hetze verstanden werden könnten. Gäbe es hier im Forum vergleichbare Anschuldigungen gegen z.B. bestimmte MW-Produzenten, würde das der Amdmin - zu recht - löschen...


    hier lesen nicht nur Landwirte mit, sondern das kommt auch bei denen an, die z.B. ihre Fläche mähen, dabei auf den Aufbereiter verzichten und trotzdem Fre... ähää Gesichter am Feldrand sehen, als hätte er gerade Weihnachten abgeschafft. Das ganze gipfelt dann in Mordversuchen auf Maishäckslerfahrer...!


    Gestern war erst ein Landwirt hier aus dem Dorf bei mir und hat mich gefragt was er auf die Stillegungsfläche neben einen meiner Bienenstände säen soll. Da steht im kommenden Jahr nun Phacelia mit Klee, statt dass einfach die Stoppel ein Jahr lang liegen gelassen wird.

    Meinst Du der würde das machen wenn ich ihn vorher vorwerfe meinen Bienen todtzumähen, obwohl er garkeinen Aufbereiter hat? Ihm Stahlstangen im Mais verstecke? Ihn auf einer Demo mit nem "Wir haben's Satt-Schild" ankotze...?


    Man ist sicher einiges gewohnt wenn man seinen Lebensunterhalt damit verdient Spinner zu ernähren die meinen man wolle Sie vergiften, aber irgendwo ist dann auch eine Grenze erreicht, wo eine entsprechende Gegenreaktion kommt...

  • Beekloppter: Ich bin kein Landmaschinentechniker - wie die Dinger genau heißen ist mir egal, für mich zählt, was ich auf dem Acker sehe und danach auf der Fläche liegen oder verletzt herumhopsen sehe.

    Wenn man eine starke Meinung hat und diese laut kund tut ist es aber kein Fehler, sich vorher mal ein bisschen zu informieren...


    Ich nehm Dir das jetzt mal ab:

    Moderne Mähwerke sind i.d.R. mit einem Aufbereiter ausgestattet.

    Dies ist normalereweise eine rotierende Messerwalze (wie bei einem Schlegelmulcher), duch den das Mähgut läuft, wodurch die Stengel angeschlagen werden, um ein besseres antrocknen zu ermöglichen.

    Da kommt wirklich kaum was lebend durch...


    Diesen Aufbereiter kann man mitlaufen lassen, muss man aber nicht.

    Wenn er nicht mitläuft, abeitet auch die modernen Scheibenmähwerke nicht viel anders als die veralteten Messerbalken:

    Sie schneiden einfach nur bodennah ab.


    Speziell für Klee oder Luzerne gibt es auch Aufbereiter aus zwei Kunststoffwalzen, zwischen denen das Mähgut gequetscht wird.

    Hat den Vorteil, daß die herkömmlichen Aufbereiter erhebliche Verluste an der wertvollen Blattmasse verursachen können.



    Dieses Wissen könnte durchaus einen Vorteil im Gespräch mit Bauern oder Lohnunternehmern haben:

    Auch wenn sie bei den Mähzeitpunkten vielleicht keine Rücksicht auf die Flugzeiten nehmen können, ist Bienenvernichtung meistens nicht ihr Primärziel.

    Der eine oder andere ließe sich daher möglicherweise durchaus dazu bewegen, besonders stark beflogene Schläge ohne Aufbereiter zu mähen.


    Das Argument der geringeren Blattverluste könnte dabei helfen.

    Pauschalverurteilungen mangels Fachkenntnissen eher nicht...


    Grüße,

    Fjordimker

  • Hallo beekloppter,

    statt Dich so aufzuregen, könntest Du uns interessierten Laien lieber mal erklären, was ein Aufbereiter am Kreiselmäher ist.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.