Honigpreise

  • Wenn die Honigernte dieses Jahr ergiebiger ist, dann werde ich auch in zwei kleine Geschäften verkaufen.

    Wie tätigt Ihr da die Preisgestaltung?

    Gleicher Preis und der Geschäftsinhaber schlägt seinen Profit drauf oder gebt Ihr den Honig günstiger ab, weil Ihr so eine größer Kundschaft bekommt?

    Gruß,

    Kathrin

    Hast du den Thread schon mal komplett gelesen?

    z.B. hier , gar nicht so weit zurück:)

  • Das ist Verhandlungssache.

    Auch kann man als Imker einen Mindestverkaufspreis versuchen auszuhandeln, der von keinem der Wiederverkäufer unterschritten werden soll (um den eigenen Haustürverkauf abzusichern). Und nicht vergessen: Ab 1.1.19 genügt die bloße Bemerkung: "Mehrwegglas. Bitte zurück zum Imker!" nicht mehr, sondern es bedarf zusätzlich eines Anreizsystems für die Rücknahme (z.B. Pfand) und selbstverständlich die reale Rückgabemöglichkeit von Pfandgläsern in der Verkaufseinrichtung.

  • Denn was du und andere immer wieder nicht berücksichtigen ist, dass wir eine ganz andere Kundengruppe ansprechen

    Das berücksichtige ich sehr wohl. Nur das immer wieder vorgebrachte Argument von den riesigen Honigimportmengen die die heimischen Imker gar nicht produzieren können, stört mich. Selbst wenn die heimischen Imker diese Mengen produzieren könnten (also die Bienen in erster Linie) würden wir nicht diese Mengen für 6.- Euro plus das Pfund absetzen können. Die Gruppe an Käufern, die "hoch"preisigen Wein und Honig kaufen, ist relativ klein. Nichts anderes habe ich geschrieben. Durch Verkostungen oder ähnliche Maßnahmen kann man die Gruppe vergrößern, aber es bleibt eine Minderheit. Da auch einige heimische Imker an große Abfüller verkaufen, zu Dumpingpreisen im Eimer, scheint der Bedarf an "Hochpreis"-honig gedeckt zu sein.

  • Da auch einige heimische Imker an große Abfüller verkaufen, zu Dumpingpreisen im Eimer, scheint der Bedarf an "Hochpreis"-honig gedeckt zu sein.

    Was ist eine Minderheit?

    Der Durchschnittsdeutsche isst etwa 1,4 kg Honig pro Jahr. Wenn eine "Minderheit" davon 5% wären, sind das immer noch rund 11 Mio Gläser Honig. Das wäre viel Marktpotential!


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Berggeist :

    ja, so wie du jetzt formuliert hast, stimme ich dir natürlich voll zu, das sehe ich auch so.


    Um so weniger verstehe ich eben, warum nach wie vor, trotz Imkerschwemme immer noch von Imkerseite her nach noch mehr Imkern geschrieen wird. An wen sollen die alle ihren Honig noch verkaufen? Das ist den werbenden Verbänden, Vereinen und Zeitschriften natürlich egal, die wollen nur möglichst viele Mitglieder und Abonnenten haben.


    Ich glaube, dass das momentan nur deswegen noch funktioniert, weil die neuen Imker meistenteils (noch) weniger Völker halten als die "Alten". Und weil eine gewisse gesteigerte Bereitschaft in der Bevölkerung zu erkennen ist, mehr für gute Lebensmittel zu bezahlen.

    Das ist aber eine wackelige Geschichte und darf nicht linear fortgeschrieben werden.

    Ich glaube daher, dass die von dir beschriebene Marktsättigung schneller eintritt als die heimische Honigproduktion absinkt, zumal sie momentan ja wieder stark ansteigt wegen immer neuer Imker. Muss man nur die DIB-Statistiken anschauen.


    Wie gesagt, Bauern und Milch, da kann man sehen was passieren kann.

  • Schöne Diskussion. Ich liege ebenfalls bei 6 Euro für 500 Gramm. Mit der Kalkulation habe ich so meine Probleme. Ein Hobby ist ein Hobby, und Investitionen in das Hobby sind gelaufen. Bleibt also eine Rechnung über Deckungsbeiträge, sprich das Mehr an Preis gegenüber laufenden Kosten. Da stehen wir sicher gut da. Und diese Angst vor den neuen Imkern hat was Pathologisches. Es kommen Neue, andere geben auf, bei Honig sind wir Importland... das Bewusstsein gegenüber Regionalität und Qualität nimmt zu... wir werden alle unseren Honig los,jeder in seinem Segment.

    Liebe Grüße leomilena

  • Ich habe im letzten Jahr 6€ (davon 1€ für den Blumenladen, der den Honig verkauft hat) für 400g verlangt. Das ging in der Stadt weg wie warme Semmeln, ich hätte problemlos das doppelte verkaufen können. Dazu muss man aber sagen, dass das in einem ziemlich gentrifizierten Viertel in Dresden war, da gibt es genug Leute, die für regionale und Bioprodukte gerne viel ausgeben wollen.

    In diesem Jahr wohne ich in einer neuen Stadt, ich denke eher an 7€ für die 400g hier...

  • sebDD

    Lass mich raten - DDNeustadt? Da kommt mir 6,-/400g fast schon wieder günstig vor. In der VG (Verbrauchergemeinschaft) kostet ein Honig ca. 7,- - 8,- Euro - obwohl ich finde, dass es dort sehr viele, fast schon zu viele, Sorten gibt.


    VG,

    DerWiesenimker.

    Yep, Neustadt. Und stimmt, ich bin sogar vergleichsweise günstig...dabei gibts bei mir echten Neustädter Dachhonig, das hat die VG nicht.

  • Yep, Neustadt. Und stimmt, ich bin sogar vergleichsweise günstig...dabei gibts bei mir echten Neustädter Dachhonig, das hat die VG nicht.

    was erntest du da ? Elbhang rot ;-) ?

    Schön wärs, das muss man dazu kaufen ;)

    Im Frühjahr vor allem Robinie (Alaunpark), im Sommer Linde + Wald von der Dresdner Heide. Beides echt lecker, mein Favorit ist aber die Frühtracht.

  • Für Honig gilt im Prinzip das gleiche wie für andere Produkte auch. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Wenn der Produzent aber von Haus aus unter Wert, quasi zum Selbstkostenpreis verkauft, steckt diese Marge wer anders ein. In diesem Fall der Händler. Die Händler sind auf Produzenten angewiesen, also wäre etwas mehr Mut bei der Preisbildung angebracht.

    Gleiches gilt für Direktvermarktung.

    Gruß,

    Christian