Honigpreise

  • Also mit dem Preis rudere ich nicht mehr zurück, denn ich finde mein Honig ist der Wert!


    Aber an meiner Argumentaion werde ich noch feilen müssen!


    Warum muss ich überhaupt argumentieren, es wird ja auch nicht diskutiert, warum die Milch oder das Brot teuerer wird!

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Was sich aus meiner Erfahrung bewährt hat, ist eine Preisdiversifierung nach Gebindegrößen, Sorten und Verkaufswegen.

    An Bekannte gebe ich den Honig für 5 - 6 Euro ab. Im Webshop kostet das billigste 500-Gramm-Glas 6 Euro.

    Honig nach Sorten oder zumindest Jahreszeiten zu unterscheiden, ist in der Vermarktung sehr nützlich. Das erlaubt auch eine Preisdiffenzierung (Kornblume darf schon mal 9 Euro kosten).

    Gut ging z.B. ein Sortenmix (3 mal 175 Gramm mit den Abfüllungen des Jahres).

    Presshonig läuft fast nur über den Webshop. Da kostet aber ein Glas bis zu 12 Euro.

    Man kann also Billigheimer und Gourmets ganz unterschiedlich bedienen. Die einen kriegen die Massenware (bei mir Frühtracht als Schleuderhonig). Die anderen die Sortenhonige und den Presshonig.


    Im Schnitt (ich führe eine genaue Statistik) liege ich dieses Jahr bei 14,31 Euro das Kilo. Da ist auch die Abgabe an Wiederverkäufer dabei, die rund ein Viertel der Menge ausmachte.


    Das Kundenverhalten ist nicht immer sehr rational. Ich nehme beim Versand eine Versandkostenpauschale von 3 Euro. Viele kaufen aber nur ein Glas. Was den Preis dann teilweise um 50% erhöht.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Zu den bisherigen Beiträgen möchte ich noch zu folgender Betrachtungsweise anregen,wie sie mir in Marketing- Seminaren für die Direktvermarktung im kontrolliert ökologischen Landbau begegnet ist.


    Der hier oft genannte " Mecker- Kunde " hat mit mich als Verkäufer schon angesprochen, wenn auch mit Gemecker, ist also schon auf halbem Weg zu mir, um mein Kunde / Stammkunde zu werden.

    Ich brauche kein üppig ausgestattetes Werbe Budget, um ihn an mein Produkt, den Honig, heran

    zu locken.

    Der " Mecker- Kunde " hat den Kontakt zu mir bereits hergestellt , d.h. die Kaufentscheidung für meinen Honig ist schon halb gefallen, denn sonst wäre er ja wortlos vorübergezogen. Wenn ich als Verkäufer diesen Moment zu nutzen verstehe, mit einer Situations gemäßen, pfiffigen Reaktion,


    habe ich tatsächlich Geld verdient :


    1- meinen Honig verkauft

    2- einen Kunden gewonnen, der wieder kommt ( Stammkunde )

    3- eine kostenlose Marketing Kampagne gestartet, denn an 1 gewonnenen Kunden hängen

    mindestens 10 weitere : Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Nachbarn.Faktisch

    ist die Mundpropaganda unbezahlbar !


    Mecker- Kunden sind eine Herausforderung- keine Frage . Ich kann sie jedoch als reelle Chance begreifen, meinen Honig immer besser zu positionieren. Mit Möglichkeiten , die die Großen, wer immer

    das auch sei, überhaupt nicht haben .


    Ein wichtiger Aspekt ist auch, welche Haltung ich Kunden gegenüber einnehme. Gehe ich

    mit dem Bild "Billigheimer " , "Geizkrägen ", ins Verkaufsgespräch, brauche ich mich über mangelnde

    Wertschätzung meines Produktes nicht wundern . Verwechsle ich dann auch noch mangelnde Wertschätzung meines Produktes mit mangelnder Wertschätzung meiner Person, wie das hier zuweilen anklingt, wird daraus schnell ein schier unlösbarer Knoten.

  • Ich habe letzte Woche ein paar Gläser für 5,80 € an unser Dorflädchen abgegeben. Die werden dort für 7,29 € angeboten und gekauft. Ich bin begeistert.

    Mit bisher 6,- € inkl. 50 ct Pfand im normalen Verkauf bin ich eindeutig viel zu billig.


    Beste Grüße Dirk

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Solange bio-veganer Honigersatz mehr, ja sogar wesentlich mehr kostet als echter Honig, solange gibt es ein Informationsdefizit bei der Kundschaft, an dem wir Imker selbst schuld sind.

    oHnig - Der vegane Honigersatz

    Wenn die Honigpreise anziehen, wird der Zuckerpanscher seine Preise grinsend ebenfalls anheben. Seine Kundschaft ist doch bereit einen Aufpreis zu zahlen, um Tiere zu "schützen". So ein Nischenmarkt kann nicht für eine objektive Preisbildung herhalten. Das Informationsdefizit sehe ich auf der Seite der Veganer, die mit Billigstzutaten über den Tisch gezogen werden.

  • Aktuelle Erfahrung:

    - kleiner Weihnachtsmarkt, regionale Besucher,

    - Angebot: 500 g für 5,-- €, 250g für 3,--€,

    - überwiegend 250 g Gläser verkauft,

    auch ok;)

    Dieses WE,

    DIB Rapshonig 500g 7€, an zwei Tagen etwa 5 Leute die ne Miene verzogen haben und denen es zu Teuer war. Größtes Problem nach dem ersten Tag waren der Honig fast leer. Zweiter Tag, extra mehr mitgenommen, war auch gut so.


    345 g Glas 5€, kein Problem, mit Kindern Rapshonig sonst zu 70% Sommer.


    Die 5€ sind aber ein sehr guter Preis, denn 5€ fällt den meisten sehr einfach auszugeben. Nur das DIB Glas bekommt mehr.


    Von einem Stand hatten wir noch Sommer mit recht viel Götterbaum - war sehr beliebt, aber leider im Neutralglas, da ungeplannte Tracht, verkaufte sich nur an die denen der zugesagt hat, aber da wäre mehr drinnen gewesen mit DIB oder aber 345g Glas.


    345g Buchweizen 8€, die hälfte der Kunden hat gleich zwei Gläser mitgenommen (war am Ende alle, so beliebt war der noch nie).

  • Moin Moin,


    man kann schon höhere Preise erzielen, dass ist kein Problem. Was mich eher nervt sind " Kollegen " die meinen die Preise kaputt machen zu müßen.


    2 Beispiele:

    1. Im Herbst auf einer 3 tägigien Gewerbeschau gewesen mit unserem Honig. Wir nehmen für die 250 Gramm Gläser 3,50 Euro und die 500 Gramm 6 Euro ( Raps, bzw. Frühtracht ). Am ersten Tag sehr gut verkauft, wir waren alleiniger Honigverkäufer auf dem Markt. Was uns ein wenig gewundert hatte war, dass ein ortsansääsiger Imker sehr neugerig bezüglich unseres Angebotes war, hatten uns aber nicht gewundert. Am nächsten Tag, mitmal fast kein Umsatz. Also sind wir auf Ursachenforschung gegangen und durften feststellen, dass der ortsansässige Imker vor dem Gewerbezelt auf seinem Grundstück ein Zelt aufgebaut hatte und seinen Honig für 2,50 Euro dass 250 Gramm Glas, bzw. 4 Euro fürs 500 Gramm Glas angeboten hatte...... Proteste beim Marktmeister schlugen fehl, da er auf seinem Grundstück verkaufte..... Auch unsere Bitte, jedenfalls unseren Preis zu nehmen wurden ignoriert. Er meinte nur frech, wäre doch unser Problem, wenn wir so teuer sein. Wenn wir die Preise senken würden, würde er es auch machen. Der Markt war gelaufen....


    2. Auf einem Weihnachtsmarkt hier in der Nähe. Wir wußten im Vorfeld, dass ein anderer Imker dort auch verkauft. Naja was solls hatten wir uns gedacht, so ein A........ wie im Herbst wird es ja nicht sein, sondern er wird bestimmt vernünftige Preise haben. Als wir angekommen sind, sind wir eines besserem belehrt worden. Für das DIB 500 Gramm Glas Raps nahm er 3 Euro. Auf unsere Frage, warum er so billig sei, meinte er stumpf. Er verkauft seit Jahrzehnten für den Preis und er hat Angst dass er seinen Honig nicht los wird - die Kunden würden bei höheren Preisen in den Supermarkt rennen. Wir haben argumentiert, er solle doch nicht seinen guten Honig verschenken, er würde unter Wert Qualität verkaufen ( Supermarkthonig ist nicht vergleichbar ), das wäre doch nicht kostendeckend usw. trotzdem blieb er bei seinen Preisen ( und er hat sehr gut verkauft - wir hatten einen sehr ruhigen Nachmittag ). Es war überrings ein "Altimker".


    Unser Imkerverein plädiert für gute und höhere Preise, die "Alteingesessenen" scheuen aber davor und verkaufen zum teil noch zu Preisen wie vor 15-20 Jahren.


    Also es kann auch anders laufen wie man sich es denkt.


    LG


    Northlight

  • Northlight das ist echt schade.

    Ich würde aber auch nicht auf einen Markt fahren wo ein anderer unbekannter Imker steht.

    Aber solche Preise sind schon sehr brutal.


    Bei dem zweitem Imker wäre ich aber direkt hingegangen und hätte 8hm gesagt 2,80€ und er kann sofort alles in mein Auto laden am besten ohne Ettikett, wenn der Honig ok ist. Da zahlt ja sogar der Supermarkt wesentlich besser. Das hätte man sogar beim ersten machen können.

    Warum macht er sich denn überhaupt die Arbeit, selbst im Hobbock bekommt er mehr.