Honigpreise

  • für die Fahrt zum nächsten Laden einrechnest,

    Läuft der Honig selber zur Post?

    Den Versand bekommt man weder ökonomisch noch ökölogisch schön gerechnet im Vergleich zum Direktverkauf oder im naheliegenden Laden. Aber es ist heutzutage durchaus eine gute und übliche Absatzmöglichkeit. Ich glaube, hier bei uns kommen die meisten schneller zum nächsten Imker als zum nächsten Laden.

  • Läuft der Honig selber zur Post?

    Den Versand bekommt man weder ökonomisch noch ökölogisch schön gerechnet im Vergleich zum Direktverkauf oder im naheliegenden Laden.

    Sowohl die Post, als auch sämtliche Packerldienste holen Pakete auch ab.

    Das ist bei Firmenkunden eigentlich selbstverständlich.


    Der Lieferwagen fährt sowieso die Tour und macht deswegen i.d.R., wenn überhaupt, nur einen minimalen Umweg.

    Gleiches gilt für die Auslieferung.

    Die Wegestrecke pro Kunden ist daher extrem gering.


    Auch bei kurzen Wegen ist die direkte Fahrt zum nächsten Direktverkäufer um ein vielfaches länger.


    Dazu kommt, daß die Motoren der Lieferfahrzeuge warm sind, wogegen sie bei den kurzen Einkeinfsfahrten gar nicht erst auf Betriebstemperatur kommen und daher so richtig Dreck rausblasen.

    Kurzstrecken sind teuer!

    Die wenigsten haben sich mal ausgerechnet, wie viel ein gefahrener Kilometer mit dem eigenen Fahrzeug wirklich(!) kostet...


    Es wird also genau umgekehrt ein Schuh draus:

    Den Honig selber abzuholen läßt sich weder ökomomisch noch ökologisch schön rechnen!


    Was anderes ist es natürlich, wenn man ihn sowieso nebenbei mitnehmen kann.

    Den Honig ausschließlich auf diesem Weg loszuwerden, wird aber nur sehr wenig (kleinen) Imkereien gelingen.


  • Was anderes ist es natürlich, wenn man ihn sowieso nebenbei mitnehmen kann.

    Das ist wohl der wichtigste Satz in der Stellungnahme. Die wenigsten werden zum Honig kaufen extra losfahren.

    Die Packstationen der meisten Paketdienste sind bei uns ca. 1,5 Autostunden entfernt. Die Fahrer sind von morgens sehr früh, bis abends sehr spät unterwegs. Überlege mal, oder beobachte, wie groß die Abstände zwischen den einzelnen Auslieferungspunkten sind. In deinem Fall eher: Erinnere dich mal. In der Großstadt mag das anders sein. Da ist aber der Weg zum Laden auch kürzer.

    Fürs Abholen ist bei vielen (ich weiß nicht, ob bei allen) wieder ein anderer Fahrer mit einer anderen, teilweise parallelen, Tour zuständig. Kostenlos ist das auch nicht.

    Die warmen Motoren tun dem Motor zwar was gutes, all zu groß dürfte der tatsächliche Spritverbrauch aber nicht vom kalten Motor abweichen. Ausgeglichen wird das dann wahrscheinlich durch das laufen lassen der Motoren im Stand, bei der Paketabgabe.

    Ganz zu schweigen von dem Ärger, den man bei Reklamationen hat.

  • Die Packstationen der meisten Paketdienste sind bei uns ca. 1,5 Autostunden entfernt. Die Fahrer sind von morgens sehr früh, bis abends sehr spät unterwegs. Überlege mal, oder beobachte, wie groß die Abstände zwischen den einzelnen Auslieferungspunkten sind. In deinem Fall eher: Erinnere dich mal. In der Großstadt mag das anders sein. Da ist aber der Weg zum Laden auch kürzer.

    Ich bin einige Zeit selbst mit dem Lieferwagen unterwegs gewesen und hab Ökogemüse verteilt, daher kann ich das recht gut beurteilen...

    Großstadt und Landtouren.

    Im Gegensatz zu den Packerldiensten waren das immer recht großräumige Touren mit "nur" 50-100 Stops.

    In der Stadt war es, bei normaler Tourengröße, unter einem Km pro Kunde.

    Bei den Überlandtouren ca. 1,5 (obwohl einzelne Anfahrten mit ü10km dabei waren).

    Großteils (30-50%) der Strecke fiel jeweils auf An- und Abfahrt.

    Da die Touren sowieso gefahren werden fällt also ein Extrakunde kaum ins Gewicht.


    Ich hab auf dem Land gewohnt.

    Einmal einkaufen nicht unter 10 kim...


    Zumindest bei DHL und UPS (für beide ist ein Freund in den Semesterferien gefahren) macht die Abhohlung der selbe Fahrer (teilweise halt erst am Ende, wenn wieder Platz im Auto ist).



    Versteh mich bitte nicht falsch:

    Wenn Du Deinen Honig ausschließlich im Direktverkauf los wirst ist das Klasse!

    Sollten Deine Verkaufsstellen auch noch so verteilt sein, daß Deinen Kunden dort sowiso hinkommen und ihren Honig nur nebenbei mitnehmen ist das natürlich immer der Königsweg!


    Mir geht es nur darum, daß der Versand oft meistens fast immer wesentlich energiesparender ist, als selber fahren.


    Versandkosten brauchen den Verkäufer nicht interessieren, da sie, entweder direkt von Kunden bezahlt werden, oder eingepreist sind.


    Der zeitliche Aufwand, eine Bestellung fertig zu machen ist i.d.R. auch wesentlich geringer, als sich regelmäßig das Ohr abkauen zu lassen...;)

    Wann das passiert, bestimmt man selbst, nicht der Tagesplan des Kunden.

    (Daß direkter Kundenkontakt auch viel Spaß machen kann und sehr positive Aspekte hat, mal außen vor.

    Geht mir nur um die aufgewendete Zeit)



    Wie man seine Produkte an den Mann bringt, ist letzendlich immer die eigene Entscheidung.

    Die Vertriebsform muss vor allem zu einem passen.

    Dabei spielt neben persönlichen Vorlieben/Abneigungen auch die Absatzmenge eine entscheidende Rolle!

    Den Honig von 50 Völkern wird man nicht mehr ebenso im eigenen Dorf los...


    Der Versand ist da eine sehr gute Möglichkeit, die bei genauerer Betrachtung auch öklologisch oft sogar sehr gut abschneidet!

  • Schon früher schrieb ich, dass ich vom "Biligen Jakob" nichts halte. Guter Honig ist sein Geld wert. Als ich begann verkauften viele Imker den hochwertigen und auch seltenen Heidehonig für 6 bis 7 Euro. Ich bot meien gleich für9 oder 10 Euro an und verkaufte ihn auch. Eine Frau verkauft ihn auf ihrem Stand mit Heidekörben und Heidkränzen mit. Als sie bemerkte, dass in kurzer Entfernung der Verkäufer auf 11 € nach- und angezogen hatte, machte sie es auch. Bereits Mitte August war ich in diesem ganz ausverkauft. Und in diesem Jahr haben die meisten Imker bei uns eine ganz schlechte Ernte gehabt. So das ein Berufsimker bereits von 14€ spricht. OB ich mich dem ganz anpassen kann, weil Angebot und Nachfrage auch den Preis bestimmen, weiß ich noch nicht, aber unter 12€ werde ich nicht bleiben. Für die "ärmeren" Touris gibt es dann die 250g-Gläser für 8€. Mein Angebot muß sich nicht an einem Anbieter mit rückseitig "Honig aus EU- und nicht EU-Ländern" vergleichen. Diesen Heidehonig gab es in diesem Jahr für 7,50€, nachdem Kunden nachfragten wieso meiner jedoch 11€ kostet und ihnen erklärt, bzw. gezeigt wurde, dass der billige Heidehonig irgenwoher kommt und meiner aber aus der Lüneburger Heide, in der sie gerade Urlaub machten und ihn als Erinnerung mitnehmen wollten. Gaben sie den billigen zurück und und holten sich meinen, jedoch 3,50€ teureren Honig.

    Auf Bestellung versende ich auch Honig, dafür habe ich Kartins für 6 Gläser. Über Hermes geht dies preisgünstig, da dort das Gewicht kein Maßstab ist, sondern die Größe der Verpackung. Jedoch die EMail-Anschrift auf meinem Etikett hat noch zu keinen Nachbestellungen der Zufallskunden geführt.

    Ich weiß, dass im Urlubsort Undeloh bereits seit Jahren in einem Lokal, dass 500g-Glas Heidehonig für 14€ verkauft wird. Ich were noch darüber nachdenken. Reicht der Honig, weil zu teuer, länger, dann muß ich zur eideblütenzeit nicht so oft mit nein "verkaufen".

    Wie hieß es in der Tabakwerbung? "Es war schon immer etwas teurer, einen beonderen Geschmack zu haben." Und Qualität kostet nun mal etwas mehr. Siehe Mercedes und Miele. Und die werden ihre Produkte auch los. Also nicht verramschen, sondern angemessen eingruppieren.

    So sieht es Wolfgang, der Heidjer.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Moin zusammen!


    Wenngleich heute der Tag der Einheit ist, so wird es sicherlich / hoffentlich immer so sein, dass Preise ebendies, aus meiner Sicht idealerweise, nicht sind.

    Und Konkurrenz / Mitbewerberschaft belebt meines Erachtens den Markt.

    Wobei ich mir in keinster Weise anmaßen möchte, irgendeinen globalen Plan oder auch sonst weiterführend Ahnung von dieser Materie zu haben.


    Die Überzeugung allerdings, die ich nach mittlerweile doch einigen Jahren des Einblicks in den Honigmarkt habe, die ist ganz klar, dass "teuer", so denn qualitativ berechtigt, nicht schlecht ist. Warum auch?

    Wem`s nicht passt, der kaufe an anderer Stelle zu einem niedrigeren Preis. Aus meiner Sicht völlig legitim und ohne das ich persönlich da Unmut hege. Fairerweise muss ich aber auch erwähnen, dass ich natürlich von den geringen Mengen nicht leben muss oder irgendwelche relevanten Kosten aufzufangen habe.


    Ob und falls ja, ein individuell als berechtigt wahrgenommenes Verhältnis zwischen Preis und Leistung / Produkt besteht wird sicherlich ebenso schwer auf einen Nenner zu bringen sein wie jegliche sonstige Sicht auf`s Thema.


    Ich rechtfertige mir selber gegenüber (!) meine meist deutlich über dem hiesigen Schnitt liegenden Preise mit

    - Regionalität,

    - individuellem Etikett bzw. entsprechendem Wiedererkennungswert des eben nicht einheitlich daherkommenden Verkaufsgebindes,

    - meinen persönlichen Qualitätsansprüchen in allen Honiggewinnungs- / bearbeitungsschritten und nicht zuletzt

    - dem Wissen um den im Prinzip einen noch deutlich höheren Preis nötigmachenden Zeitaufwand, derartige Mindermengen auf meine Art zu gewinnen.

    Das reicht mir.


    die Frage ist doch ob man mit Gewalt durch Honigverkauf "reich" werden will,

    Die Frage ist meines Erachtens ... nicht unbedingt eine Frage mit Bezug zur Realität, zumindest kommt sie mir so nicht vor. Oder zielst du ab in Richtung "Masse statt Klasse"?!

    Hallo, prima wenn Du einen , für mich übertrieben Preis verkaufen kannst,

    Stimmt. Ich find`s prima und nicht übertrieben. Keinesfalls. Denn den Honig kriegste eben nur dort von dort. Lokal stark begrenzt und saisonal ggf. auch noch entsprechend limitiert.


    wie gut das Du ein 250 Gr. Glas für ärmere "Touris" anbietest.

    Stimmt. Cleveres Marketing. So kann man auch kleinere Gebinde zu entsprechend geringerem Gebindepreis erwerben und hat dennoch etwas Regionales, wie gewünscht.


    Sonnige Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich freue mich über jeden Imker, der seinen Honig zu einem vernünftigen Preis verkauft.

    Hier gehen die Preise auch leicht hoch. Selbst bin ich nun bei € 7 für das 500g Glas.

    Mehr ist bei der Konkurrenz leider nicht drin.

    Elk

  • Hallo, prima wenn Du einen , für mich übertrieben Preis verkaufen kannst, die Frage ist doch ob man mit Gewalt durch Honigverkauf "reich" werden will,

    wie gut das Du ein 250 Gr. Glas für ärmere "Touris" anbietest.

    Toni

    der Maintalimker

    Schade, gibt es hier keinen «Daumen runter». Dein Beitrag hätte es verdient.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • ... für mich übertrieben Preis verkaufen kannst, die Frage ist doch ob man mit Gewalt durch Honigverkauf "reich" werden will,

    wie gut das Du ein 250 Gr. Glas für ärmere "Touris" anbietest.

    Toni

    der Maintalimker

    Ich kenne keinen Berufsimker, der mit Honigproduktion und -Verkauf reich geworden ist. Ich kenne überhaupt keinen Produzenten von landwirtschaftlichen Produkten, der reich damit geworden ist. Das geht mit Handarbeit m.E. nicht - schon gar nicht im Nebenerwerb oder als Hobby. Ein bisschen mehr Differenzierung wäre hier doch angebracht.


    Darf man fragen, für welchen Preis Du Deinen Maintal Honig verkaufst ?


    Meinen Kunden sage ich immer, dass für das 500 g-Glas 5 Mio. Blütenbesuche notwendig sind. Da staunen sie dann und fragen sich, wo denn all' die Blüten sein sollen. Meine Standardantwort lautet, "u.a. in Ihrem Garten". Das (!) ist Regionalität und im übrigen Handarbeit - neudeutsch Manufaktur.


    Ich möchte die Meinung von Wolfgang #132 unterstreichen. Für mich als Hobby Imker ist es schon eine Menge Arbeit am Wochenende oder in der Freizeit und das nebenbei, wo die, welche meinen Honig erwerben, ganz nett mal irgendwohin fahren....


    Heidehonig ist für mich das "hohe C" und die damit verbundene Arbeit - nicht nur die Ernte, sondern vielmehr die Vorbereitung der Völker auf eine sehr späte Tracht im August - ist vergleichsweise viel Arbeit. Beachtet man dann noch die Belastung der Völker durch die Milbe, welche in diesem Zeitraum sozusagen der demographischen Entwicklung folgt, und die damit verbundenen Risiken von Verlusten, ist der genannte Preis mehr als gerechtfertigt. Vielleicht sagt uns Wolfgang mal, welche Verluste er im Schnitt hat mit seinen Völkern in der Heide bzw. wieviele er zusammenpackt, wenn die Ernte vorbei ist.

    Die suggerierte Kritik am Begriff der "ärmeren Touris" ist völlig fehl am Platze: Es gibt nun mal Ungleichheiten und wer es sich nicht leisten kann, kauft dann eben etwas kleiner. Aber keinesfalls billig; denn das ist meistens qualitativ schlechter.


    - dem Wissen um den im Prinzip einen noch deutlich höheren Preis nötigmachenden Zeitaufwand, derartige Mindermengen auf meine Art zu gewinnen.

    Das reicht mir.

    Da möchte ich Dir auch noch zustimmen. Das ist immerhin unser Prinzip als Hobby Imker und das kann man sich ja auch bezahlen lassen, wenn es die lokale Konkurrenz möglich macht.


    Ich möchte auf keinen Fall mit Aldi & Co. konkurrieren - das beleidigt mein Verständnis von Honigqualität.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo, prima wenn Du einen , für mich übertrieben Preis verkaufen kannst, die Frage ist doch ob man mit Gewalt durch Honigverkauf "reich" werden will,

    wie gut das Du ein 250 Gr. Glas für ärmere "Touris" anbietest.

    Toni

    der Maintalimker

    Eine bemerkenswerte, aber auch nicht untypische Auffassung:

    Übertrieben ist nur ein Preis: der, denn man nicht bezahlt bekommt oder der, den man bezahlen muss, wei es keine Alternativanbieter gibt.

    Mit Gewalt hat hoffentlich hier noch niemand versucht, Honig zu verkaufen (räuberische Erpressung?).


    Was hast Du eigentlich für ein Problem damit, dass jemand den Honig teurer verkauft als Du. Wenn Du es selbst nicht kannst oder willst, solltest Du jedem dankbar sein, der es schafft. Das hebt das Preisniveau und fördert damit gerade auch Deinen Umsatz, wenn Du dich preislich nach unten absetzen kannst.


    Wer jetzt mit sozialen Argumenten kommt ("Die armen Menschen, die sich meinen Honig nicht leisten können"), dem rate ich Folgendes: Verkaufe den einen Teil Deines Honigs zu einem angemessen hohen Preis und trag den Rest zur Tafel. Davon habe alles was, nicht zuletzt die Imker, denen Du nicht die Preise ruinierst.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo, prima wenn Du einen , für mich übertrieben Preis verkaufen kannst, die Frage ist doch ob man mit Gewalt durch Honigverkauf "reich" werden will,

    wie gut das Du ein 250 Gr. Glas für ärmere "Touris" anbietest.

    Toni

    der Maintalimker

    Vermutlich hast du vor allem überlesen, dass der heidjer hier von Heidehonig spricht.

    Der liegt preislich ganz woanders als "normale" Honige.

  • "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)