Honigpreise

  • Habe dieses Jahr von meinen drei Wirtschaftsvölkern insgesamt 75 kg Feld- Wald- und Wiesenhonig (kein Rapshonig) geerntet. Nach Abzug von 25 kg für den Eigenverbrauch, wird der größte Teil an Freunde, Bekannte und Mitarbeiter verschenkt. Wenn ein Fremder mich um Honig fragt, verkaufe ich diesem das 500 gr. Glas für 7,50 EUR. Wem das zu teuer ist, den verweise ich an die gemeinnützige Tafel, an die ich im Dezember die Überschussmenge verschenke.

  • Und wieso verschenkst du an Freunde, Bekannte und Kollegen?!


    Es wurde hier doch relativ oft schon klargestellt, dass du damit den Imkern in deiner Gegend stark schadest!!!


    Schlagwort Preisdumping oder 'ach, ich brauch keinen Honig, den bekomm ich immer von nem Freund, nem Bekannten, nem Kollegen geschenkt...'

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • AdamL

    musst Du nicht, aber gibt ja nette Leuts die während eines Gesprächs sich mit Dir über den Preis unterhalten ( nicht diskutieren ) wollen oder antwortest dann "weils so ist" ?

    "Weil es so ist" müsste reichen, denn:

    "Wir stoßen auf mehr Verständnis und Entgegenkommen, wenn wir für unser Verhalten einen Grund angeben. Was überrascht: Oft spielt es keine Rolle, ob der Grund sinnvoll ist oder nicht. Das ist die Begründung durch das Wörtchen ,weil'. Ein Schild, das verkündet: ,Wir sanieren die Autobahn für Sie', ist komplett überflüssig, denn was sonst wird wohl auf einer Autobahnbaustelle vor sich gehen? Spätestens bei einem Blick aus dem Fenster wissen wir, was los ist. Und doch beruhigt uns die Angabe des Grundes (...) Fazit: Das ,weil' muss sein. Dieses unscheinbare Wörtchen ist der Schmierstoff des Zwischenmenschlichen. Verwenden Sie es inflationär." (Dobelli Rolf, Die Kunst des klugen Handelns, 6f)

    Übrigens: Bei mir wundern sich eher die Kunden, dass das Glas nur 5 Eur kostet. Über Preiserhöhung denken wir auch nach- indem wir die kleineren Gläser bei gleichem Preis verkaufen ;)

  • Und wieso verschenkst du an Freunde, Bekannte und Kollegen?!

    Wie? Jetzt soll ich meine Freunde nicht mal mehr mit meinem Edelhonig beglücken dürfen? Ein hochwertiges, edeles ja gar einzigartiges Geschenk? Darauf soll ich jetzt auch verzichten?

    Soll ich zum verschenken Discounterhonig kaufen?

  • So meinte ich das Natürlich nicht Berggeist !


    Im Beitrag hat sich das so angehört als würde Bienenlude duch Verwandschaft/Arbeit/Freundeskreis stolzieren und jeden fragen ob er ein Glas Honig geschenkt haben möchte!

    Und das finde ich bei ca. 50 kg wirklich nicht gut!

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Und das finde ich bei ca. 50 kg wirklich nicht gut!

    voll egal. Das sind uiuiui 100 Gläser. Verschenken, die Leute damit anzuckern und wenn sie dann süchtig sind nach dem guten, echten Stoff sind, - kann ich liefern. Das ganze Jahr. Jeder, der mir anständigem Honig Werbung macht für echten Honig ist mir Recht. Besonders, wenn der dann mittendrin nicht mehr liefern kann. Großartig.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Freunde... Der wirtschaftlich süchtige Imker hat für sowas doch eh keine Zeit mehr...

    Ein Arbeitskollege fragt mich immer ob ich heut wieder meine Millionen Freundinnen besuche... Hm :/

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Ich Verkauf meinen Honig für 6€ und fahr damit ganz gut. Frühtracht, Sommertracht immer 6€.

    Es gibt Regionen in Deutschland, da geht deutlich mehr, aber auch Regionen das ist der Imker mit 4,50€ für die Frühtracht glücklich. 2018 gehe ich zum erstenmal auf einen Weihnachtsmarkt, da wird dann auch an der Preisschraube gedreht.

    Als Argument gebe ich immer das für ein Pfund heimischen Spargel ohne mit der Wimper zu zucken 6-8€ Gezahlt werden. Aber der einzige Unterschied zwischen deutschen und polnischen Spargel lässt sich nur mit einem Gaschromatographen ermitteln und zwar in welchen Boden er gewachsen ist.

    Regionales Honig ist der 100% Fingerabdruck der Landschaft, mehr regionalität gibt es nicht.

    Daher schleudere ich auch alle meine Honig Standortrein ohne zu mischen, was mich manchmal extrem nervt, aber immer den Effekt hat, das alle Honige im 20Km umkreis anders aussehen und schmecken.

  • Es gibt Imker an jeder Ecke. Da staunt man immer wieder,wenn man in seiner Umgebung von Leuten hört, oh mein Nachbar hat jetzt Bienen wegen der Bestäubung. Ich hoffe dann immer inständig, dass diese, wenn nicht im Verein, dann wenigstens beim Veterinäramt gemeldet sind. Und was machen diese Imker mit ihrem überschüssigen Honig wenn sie ihn nicht selbst verbrauchen? Verschenken natürlich!

    Weil diese Kategorie Bienenhalter als Trend kontinuierlich steigt und steigt,wird die Konkurrenz natürlich auch in der jeweiligen Region wo man selbst imkert und vermarktet immer stärker. Bekommt man Honig von überall geschenkt braucht man keinen kaufen. Das ist Fakt!!! ( ich verschenke auch mal Honig ;), welcher Imker macht das nicht)

    Also mit 6, 7 Euro brauche ich bei den Kunden hier auf den Land nicht kommen. In diversen Bio Cafés, Ökolaeden, die es hier zu hauf gibt, ist das Preisniveau gehoben und somit wird auch der Honig schon teurer verkauft und wird auch gekauft.Fazit, wenn man seinen Honig dort verkauft wo der Geldbeutel lockerer sitzt, kann man ihn auch teurer vermarkten. Ich verkaufe ihn für 5.50 Euro, egal ob Linde oder Raps.Die Berliner können ihren Honig z. B auf deren Märkten teurer am Mann bringen, weil das Preislevel dort eh von Anfang ziemlich hoch angesetzt war und die Kundschaft vielschichtiger ist. Auf dem Land wo die Imker noch vor paar Jahren ihren Honig für 3,50 verkauften ist das etwas schwieriger. Man muss die Preise langsam erhöhen, die Leute dran gewöhnen, versuchen wie so oft geschrieben, von der guten Qualitat und Regionalitat zu überzeugen. Und vorallem, alle Imker müssen an einem Strang ziehen und nicht versuchen ihren Honig für Lau zu verramschen.