Honigpreise

  • Hallo,

    Ich komme beruflich in viele Supermärkte, und habe festgestellt, dass das DIB Glas dort oft für 5,99€ verkauft wird.

    Es gibt aber auch indivduelle Gläser mit schönen Etiketten, die dort auch für 9,49€ je 500g (Sortenhonig) im Regal stehen. gerade die Hessischen Imker machen das besonders gut.
    Wenn ich mit den Marktleitern spreche, bestätigen diese immer dass dieser regionale Honig gut gekauft wird.

    Also Mut zur Wertschöpfung!

  • Guten Morgen.

    Kann eigentlich zu den Honigpreisen sagen, dass es einfacher ist einen Honig in der Stadt zu einem höheren Preis zu verkaufen, als auf dem Land.

    Beispiel: Im Verein nehmen fast alle 4€ und rechtfertigen sich für den "hohen" Preis. Ich nehme für 500g 6€ und 3,50€ Für 250g. Letztens kam Besuch aus Berlin hat mich bei den 6€ fragend angesehen und gefragt ob das mein Ernst ist weil er so günstig ist.

    Die Kunden die unschlüssig sind werden mit einer Teelöffel-Kostprobe zum Kauf animiert.

    Letztlich ist es auch eine Frage wie sehr stehe ich hinter dem Produkt was ich herstelle. Wenn ich mich für den Preis oder das Produkt rechtfertigen muss bekommen die Kunden 100% Leidenschaft entgegen geworfen und wem das noch nicht reicht wird mit zu den Produzenten genommen, guckt sich die Tiere an und erkennt dann dass Honig nicht in Gläsern auf Bäumen wächst. Wer dann noch unschlüssig ist kann nicht "gerettet" werden und muss Honig aus EU und nicht EU kaufen.

  • Hallo,


    bin gerade auf dem Markt gewesen. Da steht doch ein Imker aus meinem Verein und verschleudert das 500g-Glas Sortenhonig für 3.-€ !!!


    Für den Preis füttere ich den Honig lieber an die Bienen...


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Moin zusammen,


    ich wohne ja auch auf dem platten Land und kämpfe mühevoll für bessere Honigpreise...


    Wahrscheinlich hatte ich das schon mal geschrieben, so gehe ich da vor, wenn bei mir hier jemand Honig für 3€ oder so anbietet.

    Ich: Ah, so preiswert?

    Er: Ja, nur Hobby, Keller steht voll, Leute haben kein Geld, Sozialschwache nicht benachteiligen, Technik vom Opa geerbt... blabla.

    Ich: Ist der Honigt irgendwie minderwertig? Schlecht geworden?

    Er: Nein! Alles gut!

    Ich: Und warum verkaufst du den dann billiger als im Billig-Supermarkt?


    Prinzipiell versuche ich meinen Honig für angemessene Preise zu verkaufen und verschenke lieber mal ab und zu ein Glas an Vielkäufer, Nachbarn oder nette Leute...


    Gruß Jörg

  • Prinzipiell versuche ich meinen Honig für angemessene Preise zu verkaufen und verschenke lieber mal ab und zu ein Glas an Vielkäufer, Nachbarn oder nette Leute...

    :thumbup:


    Das habe ich auch von Anfang an so gemacht. Entweder voller Preis oder geschenkt. Kritisch finde ich, wenn man mit Sonderpreisen für Freunde oder ähnlichem anfängt.

    Bei mir zahlen alle gleich, nur bei Rückgabe eines Glases beim nächsten Kauf gebe ich 50 ct Nachlass. Die Stammkunden freuts und ich bekomme meine Gläser wieder :)


    Ich hatte hier auch das Glück, dass es nur noch wenig Imker gibt, die seit 20 Jahren den gleichen Preis verlangen und alle anderen liegen zumindest bei 5,50 € aufwärts.


    Bin gerade auch am Überlegen, ob ich für die Gläser mit den neuen Etiketten nochmal um 50 ct erhöhe, denn damit sehen sie doch viel edler aus, wenn man sie verschenkt oder auf dem Frühstückstisch hat.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Thema Gläserrückgabe: Jemand schrieb weiter oben schon über Glaspfand. Das finde ich eigentlich eine gute Praxis. Macht ihr das so?

    Mein Imkerpate, von dem ich auch manchmal Honig beziehe, hat auf dem Etikett "Bitte Gläser zurückgeben" zu stehen, allerdings ohne Pfand. Die Statistik, wie oft das wirklich passiert, kenne ich nicht, aber ich behaupte mal mit 50 Cent Pfand wäre der Rücklauf bestimmt größer als ohne. UND man bindet gleich den Kunden...

  • Vorsicht vor dem Wort "Pfand" auf dem Etikett! Es gab hier schon Fälle bei Kontrollen durch das Gesundheitsamt. Da wurde eine Gewerbespülmaschine für die Reinigung der Pfandgläser gefordert. Ob das korrekt war oder nicht weiß ich nicht...


  • Genau so wie Jörg K. mache ich das auch.


    Dass Honig in Ballungsräumen einen ETWAS besseren Preis erzielen kann, ist normal. Dass der Preis dort aber oft VIEL besser ist, liegt an der oft extrem konservativ-beratungsresistenten Haltung vieler Landimker.


    Dass dem nicht so sein muss, beweisen alle anderen Produkte des täglichen Bedarfs, die sowohl auf dem Land wie auch in der Stadt zu annähernd gleichen Preisen gekauft werden. Oder zahlt ihr auf dem Land für eine Standard-Jeans, einen Hammer, [Tausende weiterer Produkte] etc. wirklich 50-100% weniger als in der Stadt? Ich glaube nicht!


    Und wer Sozialschwachen helfen will, sollte einfach Geld spenden, denn Honig ist gut und nett, aber nichts, was ein Mensch mit knapper Kasse jetzt am dringendsten braucht.

    Und es wäre immer noch besser, so einem Menschen ab und zu ein Glas zu schenken oder günstiger zu geben und ansonsten aber angemessene Preise zu verlangen, als generell den Honig zu unangemessen niedrigen Preisen anzubieten.


    Und im Hinblick auf das, was ich in #24 geschrieben habe liegt die Betonung auf "ab und zu"...


    Gruß

    hornet

  • Oder zahlt ihr auf dem Land für eine Standard-Jeans, einen Hammer,

    Ich denke dein/unser Honig ist kein Standard.?

    Wenn Du so vergleichst, musst Du gegen Discounterpreise antreten.

    Der Markt für besonderes ist begrenzt. Man kann ihn zwar erweitern, aber nur in geringem Maße, denke ich.

    Geh mal auf der Kö Klamotten kaufen. Ich habe bei Kleidung schon einen drei mal so hohen Preis gesehen. Je nach dem, wo das Produkt im Regal liegt.

  • Berggeist :

    Guter Punkt, dann streiche das Wort "Standard" - ich wollte mit dem Wort nur klarmachen, dass zwar einige Dinge auf dem Land deutlich günstiger sind (z.B. Immobilien), aber "Standard"-Dinge des mehr oder weniger täglichen Bedarfs auf dem Land nunmal meistens genau so viel kosten oder nur unwesentlich billiger sind.


    Standard war also im Gegensatz zu sehr selten oder einmalig gekauften Produkten gemeint, da es jene meistens nur in der Stadt gibt, weil nur dort eine nennenswerte Zahl von Käufern zusammenkommt, damit sich das trotzdem rentiert.

  • Ich dann so: wieviel Kilo hast Du denn noch so im Keller?


    Er so: X Kg.


    Ich so: nehm ich. Alles. Glaspreis = Kilopreis.


    Alle zufrieden.

    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Da meine Honigvermarktung noch in Kinderschuhen steckt, hab ich mich mal in den Regalen der umliegenden Supermärkte umgesehen. Da der Preis zwischen 6,99€ und 9,99€ für Arkazienhonig und 7€ für Blütenhonig liegt, habe ich mich für einen Preis von 8€ für 500g festgelegt.


    Bei einem Gespräch, auf der Arbeit, beim Fruhstück ergab sich folgendes Gespräch:

    Was kostet bei dir der Honig? - 8€ 500g - Was? So viel! Meiner hat 3,65€ gekostet! - Wo kommt er denn her? - nach einem kurzen Blick: Brasilien, Chile, Mexiko und Nicaragua. - Das ist bestimmt kein schlechter Honig! Meiner kommt aber aus meinem Garten. - Das nächste mal kaufe ich deutschen Honig. - Weist ja wo du welchen bekommst! 8€ das Glas.


    Ein treuer Kunde bis jetzt.


    Gruß


    Christian

    Nur wenn Du weißt was Du willst, kannst Du tun was Du willst. (Moshe Feldenkrais)