Honigpreise

  • BeesPal ... Das sollte doch Argument genug sein?



    das werden Dir dann schon Deine Kunden beantworten, falls es überhaupt zu einer Preisfrage kommt;)


    Die Preisfrage einfach nicht negativ auffassen, nicht jeder der nach der Preisgestaltung fragt, möchte den Preis drücken oden ähnliches, auch meine Frage an Dich war nicht negativ ausgelegt, interessiert mich einfach allgemein, wie Verkäufer einen Preisanstieg erklären wenn Sie danach gefragt werden ;)

  • Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen - bin erst auf Seite 1 - jedoch gefällt mir die Argumentation von hornet sehr sehr gut.


    Du rückst die Arbeit der Bienen und der Imker - egal ob Hobbyimker oder (Neben)Erwerbsimker in ein gutes bzw. richtiges Licht.


    Ich fange gerade mit der Imkerei an - die Frage nach einem fairen Honigpreis interessiert mich zwangsläufig natürlich auch - und hat mich schon oft überlegen lassen. Anfangs dachte ich, dass 3,50€ fair sind - ich will ja schließlich nicht auf den Gläsern sitzen bleiben.


    Aber du hast Recht, gerecht und fair sieht anders aus. Übliche Preise bei uns in der Gegend sind 4 - 5 € pro 500g Glas.


    Wenn ich nun bedenkte, was ich mir für Gedanken mache, um es den Bienen gut gehen zu lassen (wesensgerechte Haltung usw.) bzw. welche Anstrengungen ich dahin gehend unternehme, sollte dies am Ende dem Kunden kommuniziert werden - selten wird man dann Probleme mit dem Absatz haben.


    Die Erfurcht bzw. Angst einen angemenssenen Preis zu verlangen kommt meiner Meinung nach daher, dass viele Imker sicher denken: "Den Honig hat doch die Biene gemacht", "Ich habe doch nur die Rähmchen verdrahtet" usw.


    Ich danke Dir nochmal vielmals für den Beitrag!

    Viele Grüße,

    DerWiesenimker.

  • Wir haben vor jetzt dann zu unserem Honig einen Flyer dazu zugeben wo wir Honig erklären und warum unser Honig so toll ist und warum Discounterhonig (EU, nicht EU) kacke ist. Dann gehen wir mim Preis vielleicht nochmal hoch.

    Informieren ist bestimmt gut, aber von abwertenden Behauptungen über Mitbewerber halte ich grundsätzlich nix.

    Da kommen dann schnell verallgemeinerte Behauptungen ins Rennen, im schlimmsten Fall sogar im Sinne einer üblen Nachrede, vor allem aber macht es keinen guten Eindruck, wenn man das überhaupt nötig zu haben glaubt.


    Einfach selbstbewusst zu der Qualität seines Produktes stehen und glaubhaft bleiben.

    Lustig finde ich zum Beispiel Imker, die ihre Lebensmittel beim Discounter kaufen, ihren Honigkunden aber erklären wollen, dass Honig "vom Imker" kommen muss, weil der ja ein ganz besonderes und völlig unvergleichbares Produkt sei...

  • BeesPal war in auch überhaupt nicht negativ oder sonst was aufgefasst. Man muss einfach passende und glaubhafte Argumente bringen. Belügen geht mal gar nicht.

    Auf die besonders Qualität hinweisen ist schon mal ein guter Weg. Zieht aber bei schwierigen Kunden nicht immer. Vorallem dann wenn viele Imker auf einem Haufen sitzen

  • Wir haben vor jetzt dann zu unserem Honig einen Flyer dazu zugeben wo wir Honig erklären und warum unser Honig so toll ist und warum Discounterhonig (EU, nicht EU) kacke ist. Dann gehen wir mim Preis vielleicht nochmal hoch.

    Informieren ist bestimmt gut, aber von abwertenden Behauptungen über Mitbewerber halte ich grundsätzlich nix.

    olle flachzarge

    Imker_luis


    da stimme ich olle flachzarge voll zu, das ist kein guter Stil und wenn es auch noch schriftlich im flyer steht sogar sehr gefährlich für euch selbst!

    OK, wenn es stimmt und du es belegen kannst, sollte man Klartext reden und auch negative Dinge bei Mitbewerbern erwähnen können.


    Aber ich wette, du kannst es nicht belegen, zumal in der Regel die Honige anderer Leute eben NICHT schlecht sind. Eure sind im besten Falle halt nur NOCH besser!

    Ich selbst halte auch Honige aus Übersee und solche der bekannten großen Namen nicht für schlecht, im Gegenteil. Sie haben Geschmacksrichtungen, die es bei uns gar nicht gibt, sie sind oft besonders perfekt gemacht und dank hochprofessioneller Verarbeitung mit Sicherheit sogar oft hygienischer als so mancher liebevoll in der Küche abgekleckerter "Imker"-Honig!


    Viele Gerüchte und Verschwörungstheorien a la "der Honig der Firma XY wird stark erhitzt, damit er immer gleich flüssig aus der Flasche rinnt" sind genau das, nämlich Unsinn und damit will ich nicht in Verbindung gebracht werden.

    Nebenbei: Für die vermeintlich ewig flüssige Konsistenz gibt es natürliche, aber auch hochtechnische Gründe, die der Normalimker mangels Technik halt nur nicht hinbekommt. Diese Verfahren müssen nicht gut, schon gleich gar nicht natürlich sein, aber sie sind auch nicht per se schlecht. Ich sehe das in der selben Liga wie das Homogenisieren oder Pasteurisieren von Milch.


    Es gibt andere Gründe, warum ich MEINEN Honig für kaufenswerter halte, ohne dass ich diese guten Honige einiger großer Marken oder Überseehonige ungerechtfertigt schlecht machen müsste.


    Gruß

    hornet

  • Ein ehrlicher Blick auf die eigenen Kosten kann nicht schaden. Viele Kollegen (zuerst in unserem Verein) staunten nicht schlecht, als man ihnen vorrechnete, daß bei 5 Völkern und durchschnittlichem Ertrag allein die jährlichen Material- und Fixkosten 7,85 EU/500g-Glas betragen; ohne Arbeitszeit, aber incl. Abschreibung. Nach einigen Jahren benötigt Imker neue Rä./Beuten/Schleuder bzw. fallen Raparaturen an. Alle Ausgangsrechengrößen wurden im Verein mit 100% Zustimmung angesetzt.

    Mein Vorschlag für die Kollegen, die es nicht wagen, ihren Preis von 3,50 EU zu erhöhen: Künftig 7,85 zur Erstattung der Materialkosten zu verlangen und die Differenz zu ihren bisherigen 3,50 EU in Münzen dem Kunden oben auf den Glasdeckel dazu zu legen. Rechnerisch ist es dasselbe wie bisher bei 3,50. Dieses Bild hat vielen die Augen geöffnet, auch wenn sie sich noch immer schwertun, die Preise wenigstens an ihre Ausgaben anzupassen.

    Dabei wird ja nur die Ausgabenseite betrachtet, nicht der Wert des Honigs.

    Und: Honig ist ein geschmackliches Spiegelbild der Landschaft des Flugkreises - wie der Wein ein Spiegelbild des Bodens, auf dem er wächst. So betrachtet, wäre "Sortenhonig" eine Engführung. Vielfalt ist in dieser Hinsicht (auch geschmacklich) mehr als die Einfalt sortenreiner Honige. Das sollte sich m.E. auch

    im Preis ausdrücken, auch wenn das bislang oft noch anders gehandhabt wird.

  • den von den Bienen zusammengesammelter "Misch"-Honig als Spiegelbild der regionalen Trachverhältnisse zu sehen und entsprechend hochwertig anbieten, das ist wirklich eine gute Sicht der Dinge!

    Aber Sortenhonige dafür etwas abwerten ("Einfalt"), finde ich weniger gut.

    So wie man keine Mitbewerber schlecht reden, sondern höchstens sich selbst besser reden sollte, so sollte man es auch bei Sorten machen - wer weiß, wann man nicht selbst doch mal auch solche Sorten anbietet und dann erklären muss, warum man die früher so wenig geschätzt hat!


    Ich sehe in Anlehnung an Whisky die natürlichen Mischhonige als "blended" und die Sortenhonige als "single". Beide haben ihre Vorzüge und Liebhaber, daher würde ich niemals eine davon schlechter darstellen.


    Gruß

    hornet

  • Wir haben gerade eine Verkaufsaktion als Verein im Rahmen eines Regionalen Festes hinter uns. Der Preis pro 500 g Glas betrug 6 €

    Der Absatz war äusserst schleppend, es sei denn, die Käufer kamen von weiter weg

    Anscheinend geht der Kunde davon aus, Honig aus der Region sei keinerlei Preisanpassung unterzogen.

    Viele Imker unterstützen diese Haltung. Ein Bekannter erwähnte, er erhalte vom Kollegen Honig aus dessen Imkerei für 3€ pro 500 g. Unter Kollegen natürlich...

    Oder vom Nachbarn geschenkt...


    Das Erscheinungsbild eines Honigs ist auch immer wieder kaufentscheidend. Aussergewöhnliches Etikett, höheres Glas und schon ist der Inhalt Nebensache.

    Allerdings wunderte ich mich sehr über die Äusserung einer Neuimkerin, die noch nicht die Verkaufsmengen hat, sie wollte wissen, wie ein Imkerkollege seinen Standardpreis von 6 € begründet.

    Wieso soll ein Imker seinen Honigpreis begründen?

    Das Produkt ist nicht wertgeschätzt genug, auch unter Imkern nicht.

  • Hallo,


    da werde ich mal unseren EDEKA aufsuchen müssen und schauen was der hier kostet.

    Ich werde dann etwas unter dem Preis bleiben. Aber die Stammkunden kaufen da sowieso nicht.

  • Mir hat im Frühjahr sogar eine Stammkundin zur Preisanpassung geraten. =O Alle anderen Imker, bei denen sie sonst auch noch kauft, haben mittlerweile die Preise erhöht und da wäre ich ja sonst jetzt günstiger...

    Da lag ich bereits bei einem Preis von mindestens 6 € für 500g (je nach Sorte auch mehr)

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Die paar Aussagen geben doch eigentlich das wieder was such jeder von uns denkt. Unser Honig wird zu billig verkauft. So wie einige hier geschrieben haben Spaß sie über 7 Euro das Glas verkaufen finde ich klasse. Aber hier bei uns am Land bei einer starken Imker dichte ist es praktisch unmöglich mehr zu verlangen. Da die alten grantler von Imkern nix neues akzeptieren. War ja schon ein Fiasko mit meinen nicht DIB Gläsern.

  • Angebot und Nachfrage ist halt immer ein Thema.

    Wenn die Kunden für hochpreisige Produkte fehlen oder die Kaufkraft kann auch 5€ schon viel sein aber das muss jeder selbst wissen oder heraus finden. Als neu Imker hat man ja meist den Luxus nicht auf so viel Honig sitzen bleibt 😀

  • Hallo,


    da werde ich mal unseren EDEKA aufsuchen müssen und schauen was der hier kostet.

    Ich werde dann etwas unter dem Preis bleiben. Aber die Stammkunden kaufen da sowieso nicht.

    Ich würde eher etwas drüber gehen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿