Wachssparen durch halbe oder kleinere MW

  • honigmayerhofer schrieb:

    Der Vorschlag von Hartmut " Also bitte jetzt hier nicht wieder ein weiteres Thema zerreden, sondern mal paar Lösungsvorschläge aufzeigen...gefällt mir.

    Ich denke eine Möglichkeit wäre es, nur die Hälfte einer MW zu verwenden, ich mache das so, d.h.

    nur 50 % Risiko. Bei Verwendung von Anfangsstreifen könnte man je nach Grösse, das Minimum aúf 10 - 20 % drücken die Völker mit verpfuschten Wachs zu schädigen.


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    Ich hoffe, es interessiert noch mehr, sich zu den Erfahrungen mit "Wachssparen" auszutauschen:

    Sehe ich das richtig, dass Du die Halb-MW alle nebeneinander und nicht versetzt einhängst? Kannst Du schon Erfahrungen mitteilen, wie das dann ausgebaut wird?

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Kannst Du schon Erfahrungen mitteilen, wie das dann ausgebaut wird?

    Auch wenn ich nicht der Franz Xaver bin, so möchte ich doch meinen "Senf" dazu geben:

    Nach meinen Erfahrungen werden solche Waben in der Schwarmzeit mit Drohnenzellen ausgebaut, wenn man Rähmchen mit Anfangsstreifen bei der TBE (also im Juli/August) einhängt, so wird auch Arbeiterinnenzellen gebaut, aber auch kleiner und größere Flächen mit Drohnenbrut. Es sei denn, in dem Volk ist eine diesjährige Königin, dann werden wirklich schöne Arbeiterinnenzellen gebaut.

  • ein Kollege von mir hat das ausprobiert ( die "Dreiecksanfangsstreifen" wie oben im Bild zu sehen)

    Das sah dann so aus wie bei Simon Hummel, hier am Anfang des Videos zu sehen >

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  • Wachssparen, hoher Wachsdurchsatz, mit Anfangsstreifen, halben Mittelwänden etc. ist grundsätzlich eine gute Idee. Aber wenn ich die Aussagen von Bernhard im Hinterkopf habe, dass auch Anfangsstreifen mit schlechtem Wachs, schlecht ausgebaut werden und sich der schädigende Einfluss, durch Wachsumtragen, nicht nur auf diese Wabe, sondern sogar auf Nebenwaben auswirkt, dann multipliziert man mit einer schlechten Wabe in Anfangsstreifen geschnitten, das Problem nur.


    Wenn du eine gute Wachscharge hast, die dir sonst nicht über die Saison reicht, dann kannst du mit solchen Techniken, deinen Wachsvorrat strecken und die Bautätigkeit in deinen Völkern erhöhen. Es wäre schön, wenn Imker mit Naturbauerfahrung hier zusammenfassen könnten, wie man Probleme mit Drohnenzellen etc. umgehen kann.

    Wenn das dann alles klappt, kannst du mit diesem Wachs, deine Vorräte auffüllen und einen sauberen Wachskreislauf, evtl. sogar eine Wachsstrecke aufbauen. Oder du bleibst gleich bei Naturbau, wenn du diese Art zu imkern, erfolgreich beherrschst.


    Wenn du hingegen nicht sicher bist, ob dein Wachs gut ist. (Im Sinne von Risiko reduzieren) Gewinnst du mit diesen Techniken nichts. Im Gegenteil, statt einer schlechten Mittelwand, hast du dann halt 2, oder bei Anfangsstreifen auch 4 oder 5. Und vermutlich sind auch immer ganze Chargen betroffen. D.h. du hast gleich ganze Pakete, oder auch mehrere, die das Problem aufweisen.


    Für größere Imkereien wird unter Umständen umgekehrt ein Schuh daraus: Eine Reihe von Völkern wird gezielt mit Mittelwänden aus verschiedenen Chargen ausgestattet. Das Risiko diese Völker zu verlieren steigt natürlich, aber umgekehrt können Wachspartien, die sich für die Imkerei eignen erkannt und gezielt in anderen Völkern eingesetzt werden, ungeeignete Chargen können hingegen ausgeschieden werden. Mit einem Labortest steht man aber vermutlich insgesamt sicherer dar. Zumindest wenn der immer noch geisternde Faktor 'X' - schlechte Mittelwand, aber es ist kein Stearin, zugeordnet und damit im Labor testfähig wird.


    Gruß

    Ludger

  • das Minimum aúf 10 - 20 % drücken die Völker mit verpfuschten Wachs zu schädigen.

    Nur als kurze Anmerkung und bitte als abschließenden Hinweis bertachten,

    für Paraffingestrecktes Wachs eine Option,

    für Rückstände eine Option,

    für Stearin keine Option da selbst geringste Mengen weiter ausgezogen und auch umgetragen werden. Zudem reicht die pure Anwesenheit im Volk ohne bebrüten von solchem Wachs zur Schädigung -nach meinen eigenen Beobachtungen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Also grundsätzlich eine Option, wenn man "sicheres" Wachs hat.


    Ich habe solche MW dieses Jahr ebenfalls im HR gegeben. Ergebnis: Sehr viele großen Zellen sind entstanden (siehe Bee Green), sicher als Drohnenzellen gedacht. Für die Honigeinlagerung sollte das aber kein Problem sein?

    Hat das Volk diesen HR nicht voll eingetragen, wurden auch die MW nicht vollständig ausgebaut, was m.E. stimmig erscheint.


    Das Stearin-Szenario (Markus) klingt ziemlich düster.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • die MW-Dreiecke sollten immer auf der Spitze stehen!!! Wer setzt MW-Streifen unten an???

    Bienen bauen zwar auch Steighilfen,/Stabilisierungsprofile von unten, Waben aber immer von oben nach unten.

    Auf dem ersten Foto von Honigmayerhofer wies er auch auf die gedrehten hoffmann-Rähmchen im Stapel hin!


    Honigraumwaben sehen anders aus als Brutwaben- der Unterschied ist beim angepasstem Brutraum deutlich im 1.HR zu sehen, wo diese als "Erwartungsbrutflächen" gebaut werden. Neben der entsprechenden Zellgröße werden auch an der Unterkante der anliegenden MW Zellen entfernt, wenn man ganze MW aufliegend einlötet.


    Gruß Fred

  • Die im Naturbau im Honigraum "größeren" Zellen, sind nicht unbedingt als Drohnenzellen zu deuten. Es sind eher Vorratszellen.


    Drohnenzellen finden sich in Brutnestern im Naturhaben v.a. am Rand und unten. Beim angepassten Brutraum bildet sich im 1. HR auch im Naturbau ein virtuelles Brutnest mit typischer Arbeiterinnenzellengröße. Je weiter nach oben (also weg vom eigentlichen Brutnest) desto mehr werden die Zellen größer - zur Futtereinlagerung => Vorrats- oder Speicherzellen.


    So jedenfalls mein Eindruck. Gruß, iJörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Diese halben MW hänge ich grundsätzlich in den Honigraum zum ausbauen, ob die Zellen dann groß oder klein gebaut werden ist mir ziemlich egal.

    2 oder 3 Leerwaben und den Rest mit diesen halben MW so verfahre ich generell, da ich ein Verfechter von Honig aus neuen Leerwaben bin.

  • Ich verwende 5 cm Anfangsstreifen in Dadant bei der TBE. Dünn Füttern ist dann natürlich noch wichtiger muss ja viel mehr gebaut werden und das Risiko sich das Brutnest zu verhonigen(verzuckern) ist größer weil langsamer ausgebaut wird als eine komplette MW. Wenn ich die Fangwabe raus nehme sehe ich ja dann ob genug gebaut wurde und kann ggfs. reagieren.

    Wenn ich Waben wieder verwende schneide ich den Drohnenbau großzügig raus und lasse die das weiter ausbauen. Für Drohnenschnitt nicht optimal es sei denn man verwendet zum Erweitern während der Saison die alten ausgebauten Waben.

    Für mich war Naturbau im Magazin eine schöne alternative und weniger Kosten für Wachs kommt bei der Partnerin oder dem Partner der kein Imker ist sicher immer gut an.

    Ich habe allerdings nur 10-15 Völker da ist das auch noch Zeittechnisch machbar.

    Gruß


    Sascha

  • Warum muss das ein Dreieck sein? Bei Zandant nutze ich breite Anfangsstreifen bis ca. 1/3 Höhe. Diese werden im Laufe der Saison gut ausgebaut.

    Je nach Lust und Laune entstehen mal mehr Drohnenzellen, mal mehr Arbeiterinnenzellen. Der Bien wird sich das bauen, was er braucht.


    Nebeneffekte:

    + Schwarmtrieb wird deutlich gedämpft

    + es entsteht einwandfreies Eigenwachs

    - je ausgebauter Wabe wird 1/2kg Honig verbraucht

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Ich fertige meine Anfangsstreifen indem ich heißes Wachs auf die Rähmchen tropfe. Ich. d. R. reicht das aus. Meine Bienen bauen dann fleißig. Allerdings kann es sein, dass die Bienen bei der Umstellung auf Naturbau einige Zeit brauchen zur Umgewöhnung. Und es geht auch zu Lasten des Honigertrages.


    Zum Video von Bernhard hätte ich noch die Idee, das dem Selbstversorger die Königin bei seiner Ameisensäurebehandlung verstorben ist. Da gab es im Juli 2011 ein Video dazu, wo ihm der Liebig Disp. ausgelaufen ist . :eek:


    LG

    Karin

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.