Mehrwertsteuer beim Honigverkauf

  • Werbung

    10,7% inclusive oder obendrauf?


    Schönen Gruss, Elk

    Das kannst du halten wie ein Dachdecker. Der Kunde zahlt den Endpreis. Dieser ist halt für einen Wiederverkäufer netto und für den Endkunden Brutto. Setz beide Preise so hoch an, dass du deinen Honig noch grade so los wirst und du hast das meiste Geld ;-)


    Gruß

    Frank


  • Ein paar offene Fragen habe ich noch

    Welche Grenzen muß ich beim Zukauf prozentual beachten?

    Reichen als Bestätigung die Kontoauszüge, wenn keine Rechnung geschrieben wurde?

    10,7% inclusive oder obendrauf?

    Die einzige Grenze, die für den Zukauf relevant wäre, ist die Kleinunternehmergrenze. Ist der Umsatz mit den zugekauften Produkten also im Vorjahr nicht höher als 17.500 Euro, muss keine Umsatzsteuer berechnet werden. Durchschnittssatzbesteuerung und Kleinunternehmerbefreiung können nebeneinander bestehen (Abschnitt 24.7, Abs. 4 UStAE).

    Ein Sonderfall wäre die Vermischung von selbst erzeugten und zugekauften Produkten (z.B. Gewürzhonig). Da kommt es auf den hauptsächlichen Bestandteil an.


    Welchen Rechnungen meinst Du denn? Eingangs- oder Ausgangsrechnungen? Für den Bereich zugekaufter Ware muss eine Gewinnermittlung nach § 4 (3) EStG (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) erfolgen. Da gilt die gute als GOB-Regel: Keine Buchung ohne Beleg! Für den Bereich der eigenen Produkte gilt bis 70 Völker die pauschale Gewinnermittlung, dann braucht man keine Belege.


    Ob Du die Umsatzsteuer bei der Durchschnittsatzbesteuerung draufschlägst oder rausrechnest, bleibt Deiner Preiskalkulation überlassen. Solange der Prozentsatz stimmt...

    Typischerweise wird man den Honigpreis brutto kalkulieren (anders macht es mangels Vorsteuerabzug und Abführung der Umsatzsteuer für die Gesamtkostenrechnung keinen Sinn) und für den Wiederverkäufer die Umsatzsteuer herausrechnen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Danke erstmal

    Ich habe diese 120kg bei einem Hobbbyimker gekauft, der gesetzlich nicht verpflichtet ist eine Rechnung zu liefern. Wird das nicht akzeptiert, ist das buchhaltungstechnisch ein Problem.

    Ansonsten ist das eigentlich ein Ausnahmefall, weil ich in normalen Jahren genug eigenen Honig habe.

    Die 10,7% habe ich bisher immer bei Rechnungen draufgesetzt, wollte nur wissen, ob das korrekt ist.

    Elk


  • Ich habe diese 120kg bei einem Hobbbyimker gekauft, der gesetzlich nicht verpflichtet ist eine Rechnung zu liefern.

    Da irrt der Imker.

    Nach § 14 Abs. 2 Nr. 2 Satz 2 UStG ist er verpflichtet, eine Rechnung auszustellen.

    Er ist nämlich Unternehmer i,S. des § 2 UStG.

    ("Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. (...) Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt...").


    Ich hatte das Problem auch schon. Leider wissen viele Imker nicht, dass sie problemlos Rechnungen ausstellen können und das steuerlich ohne Folgen bleibt. Ich benutze dann einen Trick: Ich bitte um eine "Quittung". Die kriegt man dann meist, weil die Imker wiederum nicht wissen, das das auch eine Rechnung i.S. des § 14 UStG ist.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das wurde doch eig erst letztes Jahr eindeutig Klargestellt vom Finanzamt.Urproduktiom ist die erste Verarbeitungsstufe (wobei z.B. Met je mach Auslegung strittig ist, aber spätestens am Zollamt nach pos 2206 erneut genehmigt werden müsste und damit ist die Diskussioneh hinfällig), des weiteren ist zwingend der Verkauf an der Produktionsstätte von Nöten.D.h. fallen z.B. der Verkauf auf Märkten nicht mehr darunter --> Reisegewerbekarte.Verkaufst du an einen Supermarkt ist er gezwungen den Honig bei dir abzuholen, bringst du ihn vorbei ist das ein Verkauf außerhalb der Produktionsstätte und keine Urproduktion --> Gewerbepflichtig und das Erzähl mal dem Finanzamt, nein die holen ihn ab, das funktioniert vll wenn du der direkte Nachbar bist. Genauso sieht es mit zugekauften Produkten aus keine Urproduktion --> Gewerbepflichtig da Handel. Eine 25% Regelung wie es sie mal gab (ok war nie wirklich geklärt ob es sie wirklich gab) gibt es nicht (mehr).Die aktuelle Situation sieht allerdings so aus das in diesem Bereich so gut wie keine Verfolgung stattfindet, aber wenn sie wollten könnten sie und dann wird rückwirkend gefordert und der Umsatz geschätz falls du ihn nicht Nachweisen kannst. Das ist wahrscheinlich eher Nachteilig für dich da schnell zu hoch geschätzt wird.

  • Robirot was Du da schreibst ist absoluter Stuss.

    Das Thema wurde hier ausgiebig behandelt. Und eigentlich auch richtig erklärt. Entweder hat man Ahnung von einer Sache oder nicht, wenn nicht dann sollte man sich informieren und nicht Halbwissen oder Keinwissen verbreiten. Manche glaubens noch.


    CharlyBaum

  • Robirot was Du da schreibst ist absoluter Stuss und Halbwissen oder Keinwissen. Manche glaubens noch.


    CharlyBaum

    ..so oder so ähnlich liest es sich.

    Ich habe auch nicht verstanden, was robirot sagen wollte.

    Womit er jedoch recht hat, Thema ausgiebig diskutiert!!!

    Empfehlung, geht zum Steuerberater, der auch von der Besteuerung von Landwirten ne Ahnung hat.

  • Robirot was Du da schreibst ist absoluter Stuss.

    Das Thema wurde hier ausgiebig behandelt. Und eigentlich auch richtig erklärt. Entweder hat man Ahnung von einer Sache oder nicht, wenn nicht dann sollte man sich informieren und nicht Halbwissen oder Keinwissen verbreiten. Manche glaubens noch.


    CharlyBaum

    So wurde es mir vom Steuerberater erläutert, habe jetzt aber noch mal selber die Punkte nachrecherchiert.

    Reisegewerbe ist eindeutig Quatsch, da steht ja eindeutig in der Regelung drinnen, das die Imkerei davon ausgenommen ist.


    Also ist es definitiv so das er übliches Kaufmänisches Recht mit dem Landwirtschaftlichen nicht abgetrennt hat.

    Demnach müsst das was hier steht dann richtig sein oder?
    https://www.kulschewski.biz/ap…mker+Stand+14.03.2016.pdf
    Wenn ja wäre das ja mal eine gute Zusammenfassung. Demnach der Standort der eigenen Urproduktion mehr oder minder Uninteressant da mit 10,7% versteuert wird und somit auch der Standorte bzw. z.B. Versand von Honig oder Königinnen!?
    Dazu abzugrenzen und extra zu Versteuern wären aber Produkte die bearbeitet sind (Propolistropfen da über 25% gekaufter Alkohol zugesetzt) sowie Handelsware.
    D.h habe ich den Eindruck das die Urproduktion noch aus älteren Regelungen immer mal wieder mit erwähnt wird, kann das sein?


    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von robirot ()

  • D.h habe ich den Eindruck das die Urproduktion noch aus älteren Regelungen immer mal wieder mit erwähnt wird, kann das sein?


    robirot lies doch einfach mal die Beiträge der letzten paar Monate dazu durch. Da steht doch alles drin mit dazugehörigen Paragraphen.

    Hat der Wolfgang doch schon zig mal geschrieben.

    Der hat Ahnung! Glaube ich zumindest;)

    Hab mal kurz die Suche bemüht: z.B. hier zusammengefasst.

    Das ist nur der Anfang, da gibt es noch viel mehr und im Bienenjournal stand auch schon mal was.