Mehrwertsteuer beim Honigverkauf

  • Hallo Imkergemeinde,


    ich frage hier nochmal da ich aus meiner Frage nicht so ganz schlau werde und es im Netz und auch hier im Forum viele verschiedene Antworten auf meine Frage gibt. Ich verkaufe meinen Honig bei uns im Dorf in einem Kleinen EDEKA Laden. Ich selber habe in der Vergangeheit beim verkauf des Honigs, bei dem Besitzer des Dorfladens die Rechnung mit 10,7% MwSt deklariert . Jetzt hat mich der Besitzer darauf angesprochen, da der Steuerberater des Ladens aufgefallen sei, das ich den Honig mit 10,7% auf meinen Rechnungen ausweise und nicht mit 7%. Meine Recherche im Internet hat aber eigentlich ergeben das ich den Steuersatz von 10,7% auf den Rechnungen ausweisen muss. Allerdings kursieren im Internet und auch hier im Forum verschiedene Antworten auf meine Frage. Was ist nun richtig? 7% oder 10,7% ?

    Ich selber besitze 8 Völker und bleibe weit unter des Steuerfreibetrags von 17500€ jährlich. Für eure Hilfe bin ich euch sehr dankbar

  • Hallo Stivi,


    ich bin kein Steuerexperte, aber das ist m.E. recht simpel...

    Imker weisen 10,7% MwSt aus und muss davon nix ans FA abführen. Das gilt für landwirtschaftliche Urpoduktion, weil du der Erzeuger bist.

    Jemand der Honig nur weiterverkauft (Edeka) weist 7% aus. Damit bekommt er quasi 3,7% von dir geschenkt.


    Gruß Jörg

  • Ich habe dieses Jahr 120kg Akazienhonig zugekauft, um maine Akazienkunden nicht zu verlieren.

    Da meine Imkerei beim Finanzamt angemeldet ist, wundere ich mich, ob ich evtl. einen Fehler gemacht habe.

    Weiß jemand Näheres?

    Elk

  • Moinsen,


    Es gibt leider nur sehr weniger Steuerberater, die sich mit Landwirtschaft auskennen. Ich würde so einen kennen. Wer also Interesse hat, pm an mich.


    Nur soviel, Jörg hat recht - wenn der Honig selber produziert wird. Wer Zukauft, muss meiner Meinung nach Grenzen beachten. Ansonsten muss ein Gewerbe angemeldet werden und das volle Programm mit Vorsteuer / Umsatzsteuer usw. - dann aber 7% MwSt.


    Schönen Gruß

    Frank

  • Frage einfach einmal deinen Steuerberater, wie er den §24 des Umsatzsteuergesetzes interpretieren würde. Frage ihn speziell nach Absatz 2 Punkt 1., ob da vielleicht "Imkerei" steht und im Absatz 1 Punkt 3 10,7%. Dann frage ihn, ob Text nach Absatz 1 Punkt 3 nicht den Vorsteuersatz für Imker auf 10,7% festlegt. Schließlich frage ihn, falls du als Imker beim Honigverkauf eine Umsatzsteuer von 10,7% aufweist, ob dann durch die festgesetzte Vorsteuer von 10,7% der an die Finanzverwaltung abzuführende Betrag = 10,7% - 10,7% = 0 ist.

    Ich gebe auf meinen Rechnungen beim Ausweisen der Umsatzsteuer immer folgenden Satz an:

    "Anzuwendende Umsatzsteuer nach §24 UStG Abs. (1) Ziffer 3".

    Da gab es bisher noch nie Fragen.

    Gruß Ralph

  • Als Imker bist Du per se Landwirt, da du Urproduktion betreibst, da muss kein Gewerbe angemeldet werden. Es sei denn du handelst lediglich mit Imkerprodukten.


    Bei Urproduktion kann die Imker/in die 10,7% MwSt ausweisen, damit auch Weiterverkäufer vom Direktproduzent kaufen, die MwSt, wie oben bereits angeführt wurde, schenkt der Staat/Finanzamt dem Imker als kleines Bonbon.


    Wenn man Lebensmittel (Honig) kauft um mit ihnen zu handeln, zieht das 7% Vorsteuerguthaben aus den erhaltenen Rechnungen ab und beim Verkauf berechnet er dann 7%.


    Hat mit Anmeldung eines Gewerbes überhaupt nichts zu tun.

    Ich habe dieses Jahr 120kg Akazienhonig zugekauft, um maine Akazienkunden nicht zu verlieren.

    Da meine Imkerei beim Finanzamt angemeldet ist, wundere ich mich, ob ich evtl. einen Fehler gemacht habe.

    Weiß jemand Näheres?

    Elk

    ....was denn nun?


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    Darüberhinaus hat/kann man sich als sogenannter Kleinunternehmer bis € 17.500,-- keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, kann im Gegenzug aber auch keine aus erhaltenen Rechnungen abziehen. Wenn man aber den ganzen Verwaltungsapparat mit der mit der Umsatz-/Vorsteuer meiden will, so kann man auf die Kleinunternehmerschaft ausweichen.

    Muss man eben abwägen.

  • Huhu,

    .... unter des Steuerfreibetrags von 17500€ jährlich. Für eure Hilfe bin ich euch sehr dankbar

    die Umsatzsteuergrenze von 17500 € spielt in der Urproduktion keine Rolle- im Grunde ist sie nicht Umsatzsteuerbefreit.

    die MwSt, wie oben bereits angeführt wurde, schenkt der Staat/Finanzamt dem Imker als kleines Bonbon.

    Die Finanzverwaltung schenkt so ganz einfach niemandem etwas. Der theoretische Hintergrund für die Zahl 10,7% ist folgender: Würde die Pflicht zur Umsatzsteuervoranmeldung bestehen, würde der Imker 7% Umsatzsteuer für seine Produkte erhalten. Sein Einkauf wird in der Regel mit 19% beaufschlagt (Maschinen, Geräte, Beuten, Fahrzeuge etc. ) Diese 19% würde er erstattet bekommen und müsste dafür die erhaltenen 7% abführen. Die Finzverwaltung sieht den daraus " ermittelten Saldo " bei 10,7%. Das Finanzamt verschenkt also kein Geld, erspart sich und den Steuerpflichtigen aber Einiges an Verwaltungsaufwand. Auf Antrag kann man die Umsatzsteuer auch mit dem FA abrechnen, ist dann aber fünf Jahre hieran gebunden. Das machen wachsende Betriebe mit großen Investitionen. Sie erhalten u.U. mehr Umsatzsteuer erstattet als sie ihrerseits abführen müssen

    Wer Zukauft, muss meiner Meinung nach Grenzen beachten. Ansonsten muss ein Gewerbe angemeldet werden und

    Richtig, die Grenze des Zukaufs ist meines Wissens bei 25% des Umsatzes. Aber Achtung, hier werden alle Zukäufe zum Zwecke des Verkaufes berücksichtigt. Beim Imker werden das z.B. regelmäßig die Gläser und Verpackungen sein.


    Grüße aus dem Sauerland

  • Als Imker bist Du per se Landwirt, da du Urproduktion betreibst, da muss kein Gewerbe angemeldet werden. Es sei denn du handelst lediglich mit Imkerprodukten.


    Bei Urproduktion kann die Imker/in die 10,7% MwSt ausweisen, damit auch Weiterverkäufer vom Direktproduzent kaufen, die MwSt, wie oben bereits angeführt wurde, schenkt der Staat/Finanzamt dem Imker als kleines Bonbon.


    Meine Aussage mit Gewerbeanmeldung bezog sich auf den Zukauf. Damit wird er faktisch ein Wiederverkäufer - also Händler. Hierfür müssen andere Grenzen beachtet werden. Meines Wissens muss man aber sofort ein (Klein)Gewerbe anmelden, sobald man 7 % Steuer ausweißt, da diese ja auch abgeführt werden muss. Bei 10,7% gibt es dagegen keine Umsatzgrenzen. Mein Steuerberaterbekannter betreut z. B. einen großen Landwirt, der mehrere Millionen Umsatz macht - ganz ohne die Abfuhr von Umsatzsteuer.


    Dagegen muss jede Pommesbude sofort ihre 7% abführen. - War auch ein Zitat vom Steuerberater...


    Gruß

    Frank

  • Steuerberaterbekannter betreut z. B. einen großen Landwirt, der mehrere Millionen Umsatz macht - ganz ohne die Abfuhr von Umsatzsteuer.

    Dann hat er aber keinen großen Trecker, der Landwirt nicht der Steuerberater. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas wirtschaftlich ist. Muss ein sehr spezieller Bereich Landwirtschaft sein, ohne große Betriebsausgaben.

  • ...bei 10,7% gibt es dagegen keine Umsatzgrenzen. Mein Steuerberaterbekannter betreut z. B. einen großen Landwirt, der mehrere Millionen Umsatz macht - ganz ohne die Abfuhr von Umsatzsteuer.


    Dagegen muss jede Pommesbude sofort ihre 7% abführen.

    Der Landwirt bekommt die seinerseits gezahlte Umsatzsteuer ja auch nicht erstattet, der Pommesbudenbesitzer schon..