kontinuierlich "in kleinen Portionen" füttern?

  • Sagt mal,


    immer wieder lese ich hier den Tipp

    " ... und dann immer schön kontinuierlich in kleinen Portionen 1:1 füttern ...",

    gerade wenn es um Ableger oder eingeschlagene Schwärme geht und noch gebaut werden soll.


    Mal ehrlich: was soll das eigentlich heißen? Wie genau macht Ihr das eigentlich?


    Zum Beispiel: 1 Liter geben, warten bis es weg ist, dann den nächsten Liter (hm, wer will schon ständig da reingucken?)

    oder: 2 Liter geben, nach 2 Tagen gucken, und wenn sie deutlich was abgenommen haben, die nächsten 2 Liter geben, auch wenn es noch nicht ganz weg ist.


    Umgekehrt gefragt:

    worauf kommt es eigentlich an? Dass kontinuierlich gefüttert wird, also auf den nicht abreißenden Futterstrom?

    Was soll dann "in kleinen Portionen" heißen? Damit das Zuckerwasser nicht vergärt?


    Gruß, iJörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Zuviel Futter zum Einlagern, müssen sie bauen. Wird eingedickt, Zellen die frei werden werden bestiftet. Neues Futter, zu wenig Platz, sie bauen, eindicken, stiften, Futter.


    Deshalb auch dünn.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nun, der Sinn ist das Futter reinkommt (Trachtsimulation) damit sie bauen und stiften, aber nicht so viel das die neuen Zellen schneller mit Futter vollgefüllt werden als die Königin stiften kann.


    Der Futterstrom darf schon mal kurz abreißen - bei 1:1 nicht über einen Liter auf einmal füttern, evtl. nur 0,5 Liter - wenn Du am Anfang einmal häufiger nachsiehst, dann kannst Du schnell feststellen wie schnell die das Futter abnehmen - und dann Deine Nachschaufequenz darauf abstimmen. Für 0,5 bis 1 Liter sollte ein Ableger schon 2-4 Tage benötigen.

    Mir ist das zu umständlich und zu gefährlich. Für eine Ableger, Kunstschwarm oder Flugling nehme ich lieber Futterteig in den ersten 30 Tagen und gebe so 600-800 Gramm auf einmal - diesen abzunehmen dauert zwischen 5 und 10 Tage und erfüllt auch den Zweck - auch ist dabei die Aufnahme des Futters gleichmäßiger. Nach 30 Tagen kann sich der Ableger schon gut wehren und je nachdem wie stark er dann ist, gebe ich evtl. Flüssigfutter oder mach mit Futterteig noch einmal 10 Tage weiter. Alles bei minimalst geöffneten Flugloch...


    Ich hoffe das hilft...


    Gruß

    Franz

  • Kürzer als Ralf oben zusammenfasst, geht es eigentlich gar nicht.:daumen:


    Das ist das Prinzip.

    Und eigentlich konträr zur Aussage Nr. 2, denn es geht um das Volumen. Nicht um den Bedarf an Zucker/Energie. Denn den kann man auch theoretisch viel trockener servieren. Dann haben sie zwar was,
    jedoch bei schubweise dünn, brauchen sie eben erstmal den Platz, um das irgendwohin zu lagern. Sie möchten dann den vorhandenen Brutraum schonen und bauen für das viele Sammelgut aus.

    Später wird "reduziert" im Sinne vom kulinarischen Reduzieren.


    Dabei kann es ggf auch der Liter oder mehr sein, das kommt halt drauf an, um was es geht.

    Einen Schwarm oder KS kann man mit einigen Litern starten, das ist garantiert am nächsten Tag weggeputzt und schreit nach Nachschub.

    Die bauen kräftig ca 10 bis 14 Tage, da sollte man nach einigen Tagen mal gucken, wo sie sind, wieviel sie eingelagert haben und wie die Brutnestanlage ausschaut.

    Dann kommt es natürlich auf zusätzliche Tracht an. Wenn es gerade honigt wie sau, dann sollte man vielleicht nicht Literweise dazu geben. Sie nehmen alles und dann wird es halt auch mal eng bzgl. Brutnestanlage.


    Quintessenz ist mal wieder: Gucken und den godenen Mittelweg finden. Letzlich ist es Erfahrung und im Vofreld Abschätzung der Trachtlage plus Volksstärke oder Alter und Art und Größe der Einheit, ebenso auch Jahreszeit.

    Gucken, Geben, Ergebnis abschätzen, weiter machen. :wink::daumen:

    Rezepte zum Abwiegen und Gelingen gibt es bei Chefkoch oder angeblich beim Thermomix :lol:


    Viel Spaß mit den Fingerspitzen wünscht


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Danke, Leute, ja, das hilft ... also kann ich weitermachen wie bisher, und schauen, wie spitz meine Finger mittlerweile sind :wink:


    Gruß, iJörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Hab da auch Mal ne Frage:

    Es heißt man soll Sirup mit nix mischen und nicht verdünnen. Wenn ich jetzt, wie oben beschrieben, reizfüttern will aber die eig. Auffütterung mit Sirup vornehme, wird es dann Probleme geben?

    Hat da jemand Erfahrung?


    MfG

    André

  • Nö, geht.


    Sirup kann man ganz prima mit Wasser verdünnen, riecht dann praktischerweise immer noch nicht wie Zuckerplörre und gammelt auch nicht wie die. Zwar sicher früher als normal konzentriertes Sirup.

    Aber Zuckerwasser macht schnell mal schon durch normale Reste im Fütterer Schimmel und Schleimpilze. Bäh!


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Zum Fingerspitzen ist es hilfreich, bei einer Durchsicht, das gesehene Bild ins Verhältnis zu setzen zum ermittelten Gewicht. Das geht mit einer Waage, gleich welcher Art, geht aber auch durch einseitiges (am Binensitz), leichtes anheben von Hand. Irgendwann kann man fühlen, wie es drinnen mit dem Futter aussieht.

  • Füttern in kleinen Dosen war zu Hinterladerzeiten und Bienenhaus beim Wohnhaus machbar. Man muss auch unterscheiden Wirtschaftsvolk und Ableger. Wirtschaftsvolk dreimal sieben Liter Sirup - fertig. Ableger im Moment noch über Futtertasche im Dreilitertakt.

    Wie gesagt Fingerspitzengefühl ist wichtig, dann sollte man wissen, welche Beute und Betriebsweise. Wer mit Zander gleichzeitig nach Liebig die Bauerneuerung durchzieht, der kann klotzen. Bei Dadant leidet man immer an fehlenden Bruträumen um unten eine Sommerbauerneurung durchzuführen.


    Es geht da das Gerücht um, dass bei Sirup die Bienen nicht gerne bauen. Wer hat da Erfahrung. Totale Bauerneuerung mit Sirup. Wie gesagt Erfahrung nicht Meinung oder gehörtes.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • TBE mit Sirup. Super. Stichwort: totale.


    Bei paar ausgebaute, paar MW hab (ich) nicht so gute Erfahrungen. Waben vollgeknallt bis 5cm Dicke ohne die MW anzublasen. Da stand aber auch der Mond ungünstig.


    Benutze Zuckersirup, keine Stärke. Für Ableger auch verdünnt, wobei mir da oft die Zeit zu fehlt, dann bekommen sie unverdünnt. Verdünnt ist viel besser, aber auch ein ganzer Arbeitsschritt mehr (hab keinen Schlauch da wo der IBC wohnt). Nächstes Jahr dann.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Füttern in kleinen Dosen war zu Hinterladerzeiten und Bienenhaus beim Wohnhaus machbar.


    Wie gesagt Fingerspitzengefühl ist wichtig, dann sollte man wissen, welche Beute und Betriebsweise. Wer mit Zander gleichzeitig nach Liebig die Bauerneuerung durchzieht, der kann klotzen.

    Ich denke auch, dass das ziemlich von der Beute und der Betriebsweise abhängt.

    Meine Völker bekommen nach dem Abschleudern im Zuge der Bauerneuerung (im Frühjahr fliegt die unterste Zarge raus) einen ausgeschleuderten ehemaligen Honigraum aufgesetzt und werden direkt zügig mit 2 x 10Litern Zuckerwasser 3:2 aufgefüttert.

    Die meisten Völker exen die Tröge in 24 Stunden leer.

    Platz haben sie ja genug, um einzudicken, ausgebaut werden muss nichts mehr und reizen will ich sie garnicht.

    Mitte August bin ich dann komplett durch mit dem Füttern.

    Die Völker an meinem Heimstand bekommen nochmal 10Liter extra, so dass ich da Wutterwaben entnehmen kann, wenn im Winter oder eher im Frühjahr irgendwo das Futter knapp werden sollte.


    Grüße,


    Thomas