Schimmel in Golzbeute

  • Hallo, bin neu hier und ein absoluter Frischling in Sachen Bienen. Habe seit dem 18. August zwei Völker in Golzbeuten einquartiert. Leider imkert niemand aus meinem Verein mit Golz, und mein Imkerpate ist im Urlaub, so dass ich nicht nachfragen kann. Hab aber ein echtes Problem, glaub ich: Schimmel! Er ist sichtbar auf der Innenseite der Beute, und zwar dort, wo ich den Brutraum mit Trennschied abgeteilt habe, damit er für den Anfang nicht zu groß ist. Ob er auch auf den Waben ist - keine Ahnung. Sind kleine, graue Punkte, wie Stockflecke. Unter der Folie, am entgegengesetzten Rand war Schwitzwasser. Brauche dringend euren Rat, ob richtig war, was ich gemacht habe, oder was ich sonst tun kann: Flecke so gut es ging abgewischt (wegen Sporen), den Schieber unter dem Varoa-Gitterboden geöffnet (nicht zu KALT?!), trotzdem Zuckersirup (3:2) ersetzt (lieber weglassen - wegen Wassergehalt?). Bin mir auch nicht im Klaren, wie viel ich überhaupt einfüttern muss. Die Völker haben jetzt beide jeweils fünf Waben besetzt (Brut? Oder Vorrat?) und nehmen täglich ca. 700ml Sirup an, dazu etwas Futterteig. Bin ich dabei, sie zu überfüttern? Und wann muss ich überhaupt aufhören zu füttern?! Kann die Golzbeute ja nicht anheben... Und sollte ich nicht mit größeren Behältnissen füttern, damit ich sie nicht jeden Tag stören muss? VIELEN DANK FÜR EURE HILFE!

  • Hallo Minimax,


    willkommen hier!

    So ein paar Stockflecken oder kleine Schimmelecken sind eigentlich kein Problem und treten schon mal auf. Das ist ein Zeichen für eine zu große Beute, zu geringer Isolierung oder zu dichter Beute.

    Wenn der Gitterboden offen ist, dann fällt der letzte Punkt schon mal weg. Wenn du jetzt viel fütterst, dann kann soetwas schon mal vorkommen. Kannst du die Beute noch irgendwie verkleinern? Bienendichtes Schied? Ist dein Standort sehr (boden-) feucht?

    Kannst in etwa abschätzen wie breit/dick der Futterkranz auf den Brutwaben ist? Wahrscheinlich ist eine kleine Futterpause schon die Lösung deines Problems. Ein knapper Liter täglich für einen 5W-Ableger klingt schon recht viel.

    WIrkliche Gewissheit bringt aber eigentlich nur eine Kontrolle des Brutnestes.


    Gruß Jörg

  • Hallo Minimax,

    ich habe noch nicht mit Golzbeuten gearbeitet, aber 5 Waben Kuntzsch ist maximal ein Ableger, der muß sich noch entwickeln - deshalb nicht mit 3:2 vollstopfen, sondern nur 1:1 damit Nektarfluß den Bau- und Brutbetrieb stimuliert. Sonst wird nur die vorhandene Lagerkapzität verdeckelt, es bleibt zuwenig Raum für Brut bzw Luft für Wintertraube und Ende Oktober ist alles tot. Das ist dann kein Varroaschaden.

    Deshalb Kontrolle. EINE Mittelwand bereithalten, wenn erwartungsweise kaum Leerzellen vorhanden sind. Evt eine volle Futterwabe raus, damit Bienen enger sitzen. Mittenrein, weil außen bauen sie bei den Temperaturen schlecht.


    Boden würde ich schließen, die müssen noch brüten und die Nächte sind schon bei 10°C. Das Feuchtigkeitsproblem erledigt sich bei Trennschiede können isoliert sein - ich fülle abgeschiedeten Raum winters bei Segeberger Styropor mit geknüllter Zeitung- wirkt klimatisierend und bei Raumbedarf im Frühjahr wandert es geschreddert durchs Flugloch.

    Ganze Beute mit Inhalt wiegen ist zwar schön (schwer)- eine Kofferwaage( ca 10€) und links/rechts einseitig wiegen- zeigt die Tendenz ganz gut.

    Bitte Ort im Profil ergänzen;)


    Gruß Fred

  • Das Volk ist/die Völker sind zu klein für diese Jahreszeit. Wahrscheinlich hättest du mehr Freude daran, wenn du aus den zwei Völkern eines machst. Und wahrscheinlich überfütterst Du es wirklich. Andere Imker sollten auch in der Lage sein, bei einer Durchsicht bessere Ratschläge zu geben, auch wenn sie nicht mit Golz arbeiten. Sieh mit jemand erfahrenem das Volk durch. Schnell.

  • Berggeists´s Rat würde ich annehmen und aus 2 eins machen.

    Und so bald als möglich reinschauen !

    Ich habe 3 Jahre mit Golzbeuten geimkert und 5 Waben zur Überwinterung scheinen mir sehr wenig. Unsere saßen gut zur Einwinterung mindestens in 10-12 Wabengassen.

    Beim Wiegen geb ich Dir Recht, das war Geeier ohnegleichen und nur ein Schätzen.

    Ich kann Dir ein Buch empfehlen: von J.E. Bremer, da ist alles sehr gut erklärt : "Erfolgreiche Bienenhaltung".

  • Danke euch für eure schnellen Antworten! Also, meine Beuten stehen unter großen Bäumen, Westseite, etwas versteckt. Das mit der Bodennähe dürfte eigentlich kein Problem sein - sie stehen auf einem Balkengestell ca. 40cm überm Boden. Aber bei uns hat's VIIIEEEEL geregnet (Harz), keine Sonne zwischendurch. Vielleicht war das das Problem? Hoffe, das gibt sich noch, gestern war's ja besser.


    Hab in die Beuten reingeschaut. Bei einem Volk ist der Futterkranz um die Brut ca. 8cm oben und 6cm an den Seiten. Verdeckelt ist nichts. Besetzte Wabengassen: 7 und einige Pfadfinderinnen auch auf den übrigen drei Rähmchen, die noch drin sind. Beim anderen Volk ist ein Teil schon verdeckelt (Brut? Futter?), der Futterkranz ist auch deutlich größer. Hier scheint kaum mehr Platz in der Mitte zu sein. Hänge hier also noch eine MW rein.


    Werde mit dem Füttern zurückhaltender sein und nur 1:1 füttern (warum ist das eigentlich besser?)


    Habe auch die Böden wieder verschlossen (wegen der Wärme) und jeweils Küchenpapier draufgelegt, damit ich öfter mal den Krümelkram wegnehmen kann.


    Beste Grüße!

  • Hab in die Beuten reingeschaut.

    Warum machst du das alleine???

    Du siehst doch gar nicht was Sache ist.

    Und wir wissen es auch nicht. Es ist noch viel zu viel unklar für einen brauchbaren Rat aus der Ferne. Wenn ich deiner Beschreibung glauben schenken darf, ist das Volk innerhalb eines Tages um 3 Waben gewachsen. Da bin ich etwas skeptisch. Was hast Du denn in die Golzbeute gesteckt? Einen Ableger auf Golzrähmchen? Wie stark? Einen Kunstschwarm? Wie stark? Einen Naturschwarm? Wie stark? Was für eine Königin, wie alt? ...

    Komisch, was man so alles wissen muss, um einen Ratschlag zur Schimmelbildung geben zu können, nich wahr?

    Wahrscheinlich stehen die Beuten (abgesehen vom zu kleinen Volk) auch zu feucht oder zu schattig (oder beides); zumindest für den herannahenden Winter.

    Golz in Holz?

  • Du hast recht, Berggeist, kann das nicht beurteilen. Habe bei der Anzahl die Gassen gezählt, nicht die Rähmchen. Kann das mit der "Übergabe" auch nur so beschreiben: Imkerpate kam mit Kunstschwarm? Ableger? Volk? und hat das in die Golzbeute geschüttet. Nur eins weiß ich genau: Königin von einem Volk ist aus diesem Jahr (hat einen gelben Fleck), beim anderen Volk hat er die Königin nicht gefunden und ihn so in die Beute geschüttet. Drin waren Kuntzsch hoch.

    Golz in Holz, ja. Aber bei dem Dauerregen sind weiße Schlieren aus den Fugen gelaufen (wasserlöslicher Holzleim????), war am Verzweifeln.

    Zu schattig? Kann wohl sein, hab mich aber auf meinen Imkerpaten verlassen, der mir gesagt hat, dass die Bienen Waldbewohner sind, und der Standort unter den Bäumen okay ist... Sorry, muss halt den "alten Hasen" Glauben schenken... Versuche, irgendeinen Imker in der Nähe zu finden, der mal einen Blick auf meine "Völker" wirft, aber es ist schwierig.

  • Ableger ist Bienen mit Rähmchen, Deine Version ist also in jedem Fall ein Schwarm. Um diese Jahreszeit wahrscheinlich ein Kunstschwarm, zumal mit gelb gezeichneter Königin. Das ist gut.


    Ein Schwarm kann bezüglich Ausbau schon eine ordentliche Performance hinlegen. Das kann also auch einzeln noch was werden. Zu Beginn sitzt ein Schwarm recht eng.

    Bei der Futtermenge braucht man ein gewisses Händchen um nicht zu viel und nicht zu wenig zu füttern. Das ist anfangs schwer. Um dieses Gefühl zu bekommen solltest du die Beute (auch die Golzbeute) mit der Hand leicht anheben, an der Seite und Stelle, an der das Volk sitzt. Du wirst schnell feststellen, dass das Gewicht stark und schnell schwankt so lange noch viel gebaut und gebrütet wird, was bei deinen Schwärmen noch der Fall sein dürfte. Deine Futtermenge sollte daran angepasst sein. Kiste schwer-wenig füttern, Kiste leicht-relativ viel füttern. Bei einer Durchsicht das Bild ins Verhältnis setzen zum gefühlten Gewicht.


    Frag deinen Paten, ob er die Schwärme schon gegen Varroamilben behandelt hat, wenn er wieder da ist.


    Man füttert dünnflüssig 1:1 um den Bienen eine Tracht vorzutäuschen. Sie erwarten dann noch weitere gute Bedingungen zur Brutaufzucht. Bei dickflüssigem Futter wird das oft als fertig eingestuft und sofort eingelagert.


    Bei Deinen verdeckelten Zellen tippe ich auf Brutzellen, da sie wahrscheinlich jetzt relativ mittig bis unten an der Wabe angeordnet sind???

    Futter wird normalerweise vom Oberträger an nach unten verdeckelt.


    und speziell zum Schimmel:

    Da der Harz mit der hiesigen Gegend vergleichbar ist, sollte man die Waldbewohnertheorie nicht überbewerten. Ich versuche die Bienen sonnig und möglichst windstill aufzustellen. Damit fahre ich gut. Vielleicht sollte man zur Waldrandbewohnertheorie wechseln. Das könnte bei Deinen, eventuell einzeln stehenden Bäumen, sogar zutreffen. Der Deckel der Beute sollte gut isolierend sein. Bei Holzbeuten ist das dann oft eine Holzfaserdämmplatte. Diese darf nicht nass werden, so dass der Außendeckel wasserdicht sein muss. Ich arbeite auch mit einer Folie zwischen Bienen und Dämmplatte. Aber darüber streiten sich die Geister. Diese verhindert aber zumindest ein feucht werden der Deckelplatte von unten.

  • Ach so: Mittelwand ans Brutnest hängen. Wo die Brut aufhört, eine Mittelwand rein. Bei beiden Völkern. Außen, am Rand des Bienensitzes wird entweder gar nicht gebaut oder für Futtereinlagerung. Du brauchst aber noch Brut. Das gilt für jetzt, Spätsommer/Herbst. Nicht unbedingt für das ganze Jahr.

    Allerdings sollte auch nicht jeden Tag im Volk rumgewühlt werden. Also Panik ist keinesfalls angesagt.

    Aber versuch trotzdem mal mit einem neuen Vereinskollegen nachzusehen.

    Wird schon.

  • Danke, Berggeist! Mache dann mal ein Foto, damit man sich ein Bild über den Standort machen kann, hoffe, es gelingt mir, das hier reinzustellen.


    Was die Varroas betrifft: Habe von meinem Imkerpaten ein Mittel und die Mengenangabe bekommen und es vier Tage nach Einquartierung (wie von ihm empfohlen) in die Trassen geträufelt (Oxalsäure in Zuckerwasser) (30ml/Volk).


    Werde auf jeden Fall deinen Rat beherzigen und auf 1:1 umstellen.

    Die verdeckelten Waben sind tatsächlich eher mittig angeordnet - puuhh, dann wohl doch Brut.


    Deckel meiner Beuten sind auch okay, denke ich: unmittelbar über den Waben eine Folie, darüber eine ca. 2cm dicke Kunststoffplatte, darüber eine Holzfaserplatte und zum Abschluss ein Blechdeckel (leider ohne Überstand, so dass das Niederschlagswasser direkt an der Beute herunterläuft).


    P.S.: Foto hochladen klappt irgendwie nicht. Versuche es morgen noch mal anders. Grüße und Dank an alle Ratgeber hier!

  • Schimmel ist kein Problem des Standortes, sondern des Klimas in der Beute. Da machen die Bienen schon. NUR bei Dir ist wohl einfach zu wenig Personal da. JETZT 5 Waben Kuntzsch - oh oh. Ich würde o.a. Rat beherzigen, wenn Du im Frühjahr weiter imkern möchtest ...


    Gruß
    Reiner

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.

  • Schimmel ist kein Problem des Standortes

    Das ist aber etwas zu ausschließlich. Feuchte, kalte oder schattige Standorte machen es den Bienen sehr wohl um einiges schwerer das Klima in der Beute zu halten. Bei solch kleinen Völkern entscheidet das schnell mal über Leben und Tot des Volkes. Man kann ja auch den Bienen ein wenig mit der Standortwahl unter die Arme greifen. Bei isoliertem Deckel gibt es hier und sicher auch im Harz, nur sehr wenige Tage im Jahr, an denen die Bienen kühlen müssen, auch wenn sie in der direkten Sonne stehen.