Warré Imkerei

  • Liebe Imkerfreundinnen und -freunde,


    ein Thema, das mich nie so richtig beschäftigt hat ... aber nun komme ich dazu, wie die Jungfrau zum Kind:


    Einem Jungimker, der mit mir letztes Jahr so mitgelaufen ist, habe ich empfohlen, einen Imkerkurs zu belegen, damit er die "basics" richtig lernt bevor oder parallel zum Start mit Bienen. Das hat er im lfd. Jahr gemacht und freut sich immer noch wie bolle über Bienen. Ende letzten Jahres hatte ich ihm 2 Jungvölker mit neuer Königin angeboten - im DNM1,5 Maß / Segeberger, welches ich überwiegend nutze.


    Nun gibt es aber neben der Imkerei als Hobby noch andere Prioritäten, die auf den gleichen Geldbeutel zugreifen und dann entstehen sog. Senken. Er besann sich, nahm mein Angebot nicht an, sondern die Information auf, die ich ihm noch zukommen ließ (Bernhard H. hatte mal sehr schön eine Beschreibung der Warré-Imkerei zusammengestellt - vielen Dank dafür :p_flower01:; ich finde leider den Link gerade nicht) und baute im Frühsommer einige Warré Beuten. Als Schreiner war das für ihn ein Spaß - es zog sich halt hin, wegen dem üblichen Gedöns rundherum.


    Nun ist der Imkerkurs fast zu Ende und die Kisten mit Zubehör fertig. Vor 4 Wochen haben wir dann zwei Völkchen mit jeweils frisch in Eilage befindlicher Königin guter Herkunft aus diesem Jahr (AGT-Inselkönigin) in die Kisten transferiert in der Hoffnung, dass sich die Dinge entwickeln. Die Kisten waren wie folgt vorbereitet: Untere Zarge mit Leisten versehen, an denen unterseitig jeweils eine Wachsspur angebracht wurde. Mittig haben wir zur Unterstützung des Neubaus an drei Leisten MW-Dreiecke angebracht, damit es etwas schneller mit dem Bau geht. Auf die untere Zarge dann eine Leerzarege mit Futter, darauf das Kissen und das Dach. Ich gebe zu, es ist schon etwas spät dran, jedoch ergab es sich nicht früher...


    Wie auch immer - nachdem sich die Schwärmchen erstmal in der oberen Kiste unter dem Kissen aufhielten und dort mit Bauen anfingen, habe ich die Bagage nach unten befördert, dort ein Leintuch auf die Leisten gelegt mit einer eingeschlagenen Ecke (so wie die Folien beim Ausschlecken der Honigräume nach der Sommerernte), so dass sie sich Futter holen konnten.


    Nun, 4 Wochen später haben beide Völkchen sich unter kontinuierlicher Fütterung einen schönen Bau in der unteren Zarge errichtet. Sie tragen fleißig ein - noch wenig Pollen, was mich ein wenig stutzig macht. Der Aktivität nach sollte aber die Königin ein Brutnest aufgebaut haben. Durch eine Glasscheibe rückwärtig in der unteren Zarge lässt sich das Geschehen gut beobachten. Wir wollen aber mal prüfen, wie das Brutnest aussieht.


    Da ich keinen blassen Schimmer vom Warré Imkern habe, nun die Frage: Was tun, wenn die untere Zarge voll ausgebaut ist ? Nach oben setzen und unten eine weitere Zarge mit Leistchen nebst Wachsstreifen einsetzen oder einfach obendrauf setzen ? Wir wollen natürlich, dass die beiden Völkchen gut in und durch den Winter kommen...


    Vielen Dank schon mal für Hinweise !


    Rainer

  • Hallo Marion, bei mir sind die auch nicht nach oben gegangen.....jetzt weiß ich wieso. Habe ihnen jetzt ausgebaute Waben oben eingehangen um die Sache zu beschleunigen.

    Werde die Kiste doch untersetzen.

    Danke für den Hinweis

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • iWei: Danke, genau das meinte ich.


    beetic: vielen Dank für den Hinweis - würde bedeuten, das weitere Futter wird unten eingelagert.


    Werden die beiden Zargen dann getauscht, damit sich das Futter über den Winter oberhalb des BN befindet oder einfach nur lassen, wie die Bienen sich das einrichten ?

    Sind die dann nach dem Überwintern i.d.R. oben mit ihrem BN, so wie bei der zwei-Zargenimkerei ?


    Danke für die Unterstützung


    Rainer

  • Hallo,


    nein, das Futter wird nicht unten eingelagert.


    Futter immer Fluglochfern und überkopf.


    Sie bauen aber in Naturbau unten an, der Futterkranz/ die Futterkappe wird oben vergrößert und das Volk wächst nach unten. Neubau, darauf folgt das Brutnest und Futter kommt oben drüber.


    Wenn das ein junges Volk ist mit junger Königin, dann machen die das bei stetiger flüssiger Fütterung noch ein Weilchen so weiter.

    Etablierte Völker, die jetzt zu wenig Futter haben, kann man dazu nicht unbedingt bewegen bzw laufen die Gefahr, dass bei zu wenig vorhandenem Wabenbau die aus der Brut gefüttert werden.


    So denn vorhanden könnte man da Leerwaben über Kopf setzen und diese befüllen lassen, das ist dann aber schon wieder Betriebsweise nach Beuten-Rähmchen-Zargen-Brut-und-Honig-Trennung

    Nicht mehr im Warré-Sinne.


    Gruß


    Marion


    schon länger keine Warré mehr (ja, ich hab einen Kontrollfimmel, alles hört auf mein Kommando:cool:)

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Vielen Dank, Marion, so habe ich das auch erhofft; ist ja nicht viel anders als bei der Zwei-Zargenimkerei...


    Ich habe verstanden: nächste Zarge zum Ausbau untersetzen - dort wird Neubau errichtet und BN wächst nach unten in diese neuen Waben hinein bei entsprechendem Futterkranz. Die leer werdenden Zellen oben werden mit Futter befüllt, so dass für die Einwinterung das BN in der unteren Zarge sitzt und das Futter wie üblich oben, fluglochfern.

    Wenn das ein junges Volk ist mit junger Königin, dann machen die das bei stetiger flüssiger Fütterung noch ein Weilchen so weiter.

    Ja, die Kö ist im Juli geschlüpft und begattet worden. Ich hoffe, die haben noch ausreichend Zeit zur Verfügung - es wäre schade um die ganze Energie, die sie reingesteckt haben.


    Ich berichte, wie's ausgeht...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hier mal eine Aktualisierung (Bilder leider verkehrt herum):


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    Die Völkchen bauen fleißig - Brut ist auch angelegt. Futter wird abgenommen, Pollen eingetragen.


    Wenn es tagsüber noch 4 bis 6 Wochen spätsommerlich bleibt, wachsen sie hoffentlich ausreichend. Ansonsten muss ich mit Bienenmasse verstärken.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Noch eine Aktualisierung zu den beiden Völkern:


    Jetzt merkt man, dass neue Bienen schlüpfen. Das etwas stärkere Volk hat den Wabenbau bis an die Wand vergrößert (sieht man durch die Glasscheibe), dort angebaut und baut jetzt die 5. Wabe vollständig aus. Das schwächere Volk hinkt etwas hinterher, ist aber sehr fidel.


    Futterstrom erfolgt kontinuierlich mit 1:1 Zuckerwasser. Ich denke, man kann ihnen ab übernächster Woche die nächste Zarge mit gewachsten Leisten untersetzen, so dass dort weiter gebaut wird. Die Bienenmasse sollte ja jetzt wachsen....


    Ab Ende September erhalten sie dann Invertsirup, womit das Füttern abgeschlossen werden soll. Ich hoffe, bis dahin ist noch warmes Wetter.


    Beste Grüße


    Rainer