Varroa-Behandlung bei Ablegern

  • Seit wenigen Wochen bin ich Imkerin. Besser gesagt eine Azu-Biene ;-) Anders gesagt Anfängerin. Das heißt, ich habe immer wieder neue Fragen. Jetzt im Moment bin ich besonders unsicher.

    Ich lerne bei einer Imkerin, die seit mehreren Jahrzehnten Bienen hält und junge Imker ausbildet.

    Ich habe von Ihr einen Ableger auf 5 Rähmchen bekommen, aktuell sind fast alle Rähmchen besetzt. Dann habe ich noch einen großen Ableger gekauft (11 Rähmchen). Der hat sich auf fast zwei Zargen entwickelt.

    Ich habe bereits ordentlich eingefüttert und sollte dann eine Varroa-Behandlung machen. Meine Mitschüler sind bereits fertig oder kurz davor. So habe ich gestern den Nassenheimer-Verdunster auf Rähmchen reingehängt. Jeweils an den letzten Platz hinten reingehängt.

    Jetzt aber höre ich von überall, dass ich es gar nicht machen müsste/dürfte.

    Meine Frage, soll ich die Behandlung abbrechen oder fortsetzten?

    Für jede Hilfe wäre ich dankbar.

  • Huhu,


    Du hast eine Ausbilderin, hast Du die Dame vor der Behandlung gefragt? Was hat man Dir in der Ausbildung für Tips und Ratschläge bzgl. der Behandlung gegeben?

    Was bedeutet fünf Rähmchen fast Alle besetzt? Drei oder Vier sind besetzt? Sollte es sich da um Freudensteinrähmchen handeln, wäre das etwas Anderes als würde es sich da um Dadantrahmen handeln - erst recht zu dieser Jahreszeit. Aus der Frage und mangels ausgefülltem Profil ist das nicht erkennbar.

    Die Zahl "Elf" lässt DN vermuten.

    Der schwächere Ableger stammt offenbar von einer erfahrenen Imkerin . Vermutlich wurde der bei der Erstellung behandelt. Dann wäre eine Behandlung zum jetzigen Zeitpunkt idR nicht nur unnötig sondern schädlich.

    Der andere Ableger sitzt offenbar auf zwei Zargen. Bei allen gebräuchlichen Rähmchenmaßen werden hierfür zwei Verdunster empfohlen.

    Hast Du vor der Behandlung den Milbenfall kontrolliert? Wieviele sind gefallen?


    Mein dringender Rat: Verdunster raus und nochmal die Ausbilderin fragen.


    Grüße aus dem Sauerland

  • Mehr Angaben zum Sachstand würden eine Empfehlung besser machen... (Profil).

    Was ich verstehe:

    Kleiner Ableger - ohne Vorgeschichte (wann gebildet? Im brutfreien Zustand schon behandelt ?), Milbenfall unbekannt.

    Jungvolk auf 2 Zaren (DNM ?) - auch ohne Vorgeschichte s.o., Milbenfall unbekannt.


    Wie sieht der Milbenfall unter Behandlung aus ? Windel voll mit Milben oder nur vereinzelte ?


    Leider nur Fragen


    Rainer

  • Hallo,

    hier fehlende Angaben:

    benutze Segeberger Beuten.

    1. Kleinere Ableger: fasst voll besetzt heißt alle Gassen bis auf die Hinterste voll Bienen.

    Ableger im Mai-Juni gebildet. Genaueres weiss ich nicht. Behandelt nur mit Milchsäure, nicht brutfrei.

    2. Großer Ableger (2 Zargen): Behandlung unbekannt. Ich habe sie mit Milchsäure behandelt. Entwickelt sich sehr stark.

    Beide Volker bereits eingefüttert.


    Befallsdiagnose habe ich gemacht, aber egal was ich gemacht habe, war es falsch. Die Windel reingeschoben, Milben vereinzelt. Dann wurde mir gesagt, die Probe war unzuverlässig, die Ameisen hätten die Milden gefressen.

    Dann mit Ölwindel, wenige Milben, wieder gesagt bekommen, Probe unzuverlässig, weil die Milben in Brut nicht ermittelt werden können. Egal was man macht, alles falsch.


    Was Behandlung angeht, habe paar Leute gefragt, die Meinungen gehen weit auseinander.

  • Was Behandlung angeht, habe paar Leute gefragt, die Meinungen gehen weit auseinander.

    Hallo Kleingärtnerin,


    willkommen hier!

    Ja, schwierig. Die Behandlung der Ableger im brutfreien Zustand ist eigentlich das Optimum und gut fachliche Praxis. Wenn ich sowas mache, dann erspare ich anschließend den jungen Völkern damit eine Sommerbehandlung.

    Schwierig ist es, wenn sie nicht richtig brutfrei waren o.ä. Dann ist es von der Varroalast abhängig, ob man behandeln muss. Das ist als Anfänger wahrscheinlich schwer zu beurteilen.

    Eigentlich sollten Ableger ohne (Sommer-) Behandlung klarkommen.


    Gruß Jörg

  • o.k. - nichts genaues weiß man nicht.


    Wenn die beiden Ableger so stark sind, ist die geplante Behandlung zur Sicherheiter m.E. völlig o.k. Es können dann immer noch ausreichend Winterbienen entstehen und die paar verlustig gehenden Jungbienen kompensieren die Völker.


    Per se gilt, je früher man behandelt, um so besser hemmt man die Milbenentwicklung. Am besten ist es halt bei Brutfreiheit; geht jetzt aber nicht mehr ohne großen Aufwand.


    Ich würde behandeln und beobachten.



    Beste Grüße


    Rainer

  • Danke!

    Wäre jetzt sinnvoller die AS Behandlung abzubrechen und warten bis es keine Brut mehr gibt?

    Sehr gut ist es wenn du erstmal dein Provil ergänzt, dann kann man dir auch besser helfen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Danke!

    Wäre jetzt sinnvoller die AS Behandlung abzubrechen und warten bis es keine Brut mehr gibt?

    Naja, kommt halt darauf an...

    Ich würde mir das Brutbild ansehen und eine CO2-Schüttelbecherprobe nehmen. Aber aus der Ferne ist es schwer zu entscheiden.

    Die AS mag ich generell nicht, aber andere Imker (siehe Beeg) kommen offenbar gut damit zurecht.

    Ich würde das von jemandem vor Ort ansehen lassen. Die Verkäuferin sollte doch Intertesse am Überleben ihrer Völker bei dir haben. Oder?


    Gruß Jörg

  • ich würde es jetzt drin lassen, da man nichts genaueres weiß, ein ständiges Hin&Her produziert nur weitere Fehler. Beobachten und Windeln einfetten, das nicht die toten Milben geklaut werden.

    Brutfreiheit ist wünschenswert und erlaubt es mit einer Behandlung den Varroabestand mehr als zu dezimieren- deshalb sollten diese Chancen auch genutzt werden.

    Wenn das nicht (mehr) möglich ist, erreicht man mit MS/OS-Blockbehandlungen oder Thymolbasierenden Mitteln zumindestens eine Reduzierung, das Schadschwellen nicht erreicht werden. Dto für die As-Schwammtuch und Langzeitverdunster, wobei Brutschäden mit in Kauf zu nehmen sind, deshalb nehme ich es für Ableger nicht.

    Gruß Fred

  • Der andere Ableger sitzt offenbar auf zwei Zargen. Bei allen gebräuchlichen Rähmchenmaßen werden hierfür zwei Verdunster empfohlen.

    Wer empfiehlt denn so was???

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • In habe lt. Gebrauchsanweisung einen Verdunster mit großem Docht für die 2-Zargen Beute und kleineren Docht für 1-zargen Beute. Verdunstung nach drei Tagen: empfohlene Menge. Milben habe ich gezählt; klein: 8 , in großen 17. Ich kann nicht einschätzen ob es viel ist oder wenig. Aber es scheint zu funktionieren.

    Die Bienen verhalten sich wie sonst auch, keine haben auf der Beute gesessen, oder waren laut o.ä.

    Ich werde weiter berichten.


    Als Anfängerin bin ich für jede sachliche Hilfe dankbar!

    Schöne Grüße

    Kleingärtnern

  • Hallo,meine Ableger werden aus ganzen (!) Zargen der Warre-Beute gebildet. Sie haben von Anfang an 4 Waben Brut und reichlich Flugbienen. Eine Behandlung mit MS habe ich "verpasst". Jetzt sitzen sie auf 3 Zargen. Auf der Windel hatte ich zwischen 0 und 1 Milbe / Tag. Ich habe trotzdem behandelt (Nassenheider prof, 150ml, großen Docht). Am 3. Tag nach Beginn der Verdunstung hatte ich 100 Milben auf der Windel. Sie sind wieder auf 0 bis 1 Milbe / Tag. Heute hat der erste Ableger die zweite Behandlung angesetzt bekommen. Ich denke, dass bei nicht so heißem Wetter und hoher Luftfeuchte die Verdunstung nicht zu stark sein wird. Die Verdunstung wird täglich kontrolliert, auch das Verhalten der Bienen.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?