Auffüttern meiner Völker und Varroabelastung

  • Hallo zusammen,

    ich hätte mal gerne ein Problem und würde euch um eure Meinung bitten.


    Folgende Situation:

    1.) Ich habe seit Mai zwei Ableger, einen mit 11 Waben und einen mit 5 Waben.


    2.) Ich habe die Rähmchen Anfang August aus dem Honigraum entnommen und die beiden Völker jeweils mit 2,5 Kg Apifonda eingefüttert. Der 11-Wabenableger hat das Futter in drei Tagen weggefressen, der 5-Wabenableger hat ca. eine Woche gebraucht. Gemäß Aussage meines Imkerpaten ist das Wegfuttern dieser Menge in 3 Tagen ein deutliches Anzeichen, dass das Volk Hunger leidet. Anschließend habe ich dem stärkeren Volk noch mal ca. 5Kg und dem schwächeren noch mal 3Kg Apifonda gegeben. Kann das schon zu viel gewesen sein? Ich mache mir Gedanken, ob ich die Völker nicht möglicherweise überfüttere.


    3.) Nach dem Einfüttern habe ich die Völker mit 100mL Ameisensäure aus dem Liebig-Dispenser behandelt. Die Säure war nach ca. einer Woche verdunstet. Hier im Forum habe ich gelesen, dass die meisten deutlich geringere Mengen verwenden. War das zu viel und habe ich hier etwas falsch gemacht. Mit welchen Folgen wäre zu rechnen?


    4.) Der Totenfall der Milben lag bei dem 11-Wabenableger bei 33 Milben, beim 5-Wabenableger bei über 120 toten Milben nach einer Woche. Somit ist das schwächere Volk deutlich stärker mit Milben belastet. Muss ich mir um die Gesundheit des schwächeren Volks Gedanken machen oder ist das stärkere Volk nur gesünder?


    5.) Am Donnerstag, 10.08.2017, habe ich den Völkern je ca. 4 Liter Apiinvert gegeben. Das stärkere Volk hat ca. 3 Liter vom Futter am heutigen Sonntag, 13.08.2017, aufgefressen. Das schwächere Volk hat noch mehr als die Hälfte vom Futter übrig. Sollte ich hier noch mal nachfüttern? Ich habe mich mal mit einem Imkerkollegen unterhalten. Der wollte seinen Bienen etwas Gutes tun und hat 20Kg eingefüttert. Nach seiner Aussage hat er das Volk damit totgefüttert, weil die Bienen keinen Platz mehr für den Nachwuchs hatten. Muss ich mir Gedanken machen, dass ich zu viel Futter gebe?


    6.) Rührt die deutlich höhere Futteraufnahme des stärkeren Volks möglicherweise nur daher, dass ich den Ableger mit 11 besetzten Waben und den anderen nur mit 5 Waben bekommen habe und das stärkere Volk daher möglicherweise einen Startvorteil hatte?


    Schon mal vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen und einen schönen Sonntag.


    Viele Grüße

    Manuel

  • Wir können ja tauschen. Zwei leichte Probleme gegen ein schweres oder so :-)


    Wenn mir jemand bei meinen Fragen helfen könnte, wäre das natürlich schön.

  • Hallo,


    manu_nr, welches Wabenmaß und welche Bienen hast Du denn? Faustformel, das 5 Wabenvolk benötigt die Hälfte des 11 Wabenvolks und das das 5 Wabenvolk nicht so schnell das Futter umarbeitet ist auch klar, das hat weniger Bienenmasse zur Verfügung.


    Du hast jetzt über 7kg bzw. 10+kg Futter in beiden Völkern, das ist genug um ihnen das Gefühl zu geben keinen Hunger zu leiden, daher sollte Dein Imkerpate beruhigt sein.

    Ob das beim 5 Wabenvolk schon zu viel ist weis ich nicht, das hängt vom Rähmchenmaß ab, aber die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch. Gib doch noch 4 Mittelwände in das 5 Wabenvolk, direkt neben das Brutnest, dann sind sie flexibler. Füttere dann das kleine Volk mit weniger weiter und das größere Volk mit mehr weiter.


    Mehr kann ich schlecht sagen ohne zu wissen welches Wabenmaß und welche Bienen Du hast. Beispiel, bei mir im mod. Dadant hat in einer Wabe ca. 2,5 - 3kg Futter Platz, dort passen also 10kg Futter in 3-4 Waben und 7kg in 2-3 Waben, da hätte das 5 Wabenvolk gerade noch 2+ Waben für Brut, das wäre gerade noch OK, aber damit würdest Du die Königin evtl. schon einschränken und das würde ich nicht wollen. Bei kleinerem Wabenmaß wären im kleinen Volk evtl. schon zu viel Futter drin ==> daher der Tip mit den Mittelwänden und leicht mit wenig weiterfüttern...

    Anderes Beispiel, mit den bei uns üblichen Bienen z.B. Carnica/Landrasse weis man das ein Vollvolk ca. 15kg zum Überwintern benötigt, die Buckfast braucht evtl. etwas mehr (da packe ich gerne 18kg rein) aber eine Ligustica braucht viel mehr, daher ist es wichtig die Bienenherkunft zu wissen. Bei Ablegern musst Du natürlich runter-rechnen im Verhältnis der Ablegergröße zu einem Vollvolk... (und Ableger unter einer bestimmten Größe sind nicht überwinterungsfähig.)


    ==>Übrigens, kann Dir da Dein Imkerpate nicht zu Rate stehen? Der sollte Deinen Verhältnisse kennen und dich im Schlafe zu Rat stehen können, der müsste diese Überlegungen doch schon hunderte male gemacht haben (oder zumindest schon dutzende male)...


    Gruß

    Franz

  • Wabenmaß und Beutengröße sind doch vollkommen egal.

    Na, das interessiert schon wenn ICH abschätzen soll ob zu viel drin ist und um abzuschätzen zu können, ob das 11 Wabenvolk schon ein Vollvolk ist oder nur ein halbes. :-)


    Ansonsten hast Du recht ;-)... (reinschauen ist besser als abschätzen...)

  • Hallo,


    vielen Dank erstmal für die Antworten.


    Hallo,


    manu_nr, welches Wabenmaß und welche Bienen hast Du denn?

    Deutsch Normalmaß mit Carnica.

    ==>Übrigens, kann Dir da Dein Imkerpate nicht zu Rate stehen? Der sollte Deinen Verhältnisse kennen und dich im Schlafe zu Rat stehen können, der müsste diese Überlegungen doch schon hunderte male gemacht haben (oder zumindest schon dutzende male)...


    Gruß

    Franz

    Sowohl mein Imkerpate als auch mein Nachbar, der Imker ist, liegen gerade beide im Krankenhaus. Die Herren im fortgeschrittenen Lebensalter eben.


    Noch eine wichtige Info, die ich vergessen habe: Beim Auffüttern Anfang August war mir aufgefallen, dass beim 5-Wabenableger drei Mittelwände nicht ausgebaut waren. Das ist laut Aussage meines Imkerpaten nicht normal. Er sagte, ich könnte eine Brutwabe aus dem stärkeren Volk umhängen. Das habe ich auch getan.


    Bzgl. einer Durchsicht im Volk würde ich jetzt noch warten, bis das Apiinvert weggefuttert wurde. Beim stärkeren Volk sollte das morgen bis spätestens übermorgen soweit sein. Beim schwächeren Volk wird es wohl bis Ende der Woche dauern. Ist das OK, wenn ich solange warte oder ist es so dringend, dass ich jetzt direkt nachsehen sollte?

  • Hallo,


    OK, DNM und Carnica - das heißt Dein 11 Wabenableger ist ein halbes Vollvolk und überwinterungsfähig wenn die Waben besetzt sind. Da fast 11kg Futter drin sind, kannst Du gerne diesen am nächsten Wochenende aufmachen und kontrollieren. Achte darauf wie viele Waben mit Futter voll sind (auch Anteile zusammenzählen) und auf wie vielen Waben Brut ist (auch Anteile zusammenzählen).


    Beim 5 Wabenableger habe ich starke Bedenken, wenn der Anfang August noch 3 MW nicht ausgebaut hatte und der Ableger im Mai gemacht wurde. Was für eine Brutwabe hattest Du eingehängt, eine frisch bestiftete oder eine auslaufende Brutwabe? War zu diesem Zeitpunkt noch andere Brut in Volk, bzw. Stifte zu sehen und auf wie vielen Waben war Futter drin?



    Gruß

    Franz

  • Was für eine Brutwabe hattest Du eingehängt, eine frisch bestiftete oder eine auslaufende Brutwabe? War zu diesem Zeitpunkt noch andere Brut in Volk, bzw. Stifte zu sehen und auf wie vielen Waben war Futter drin?

    Hallo Franz,


    vielen Dank nochmal für die Hilfe.


    Das war verdeckelte Brut drin. Bzgl. der Futterwaben bin ich mir nicht mehr sicher. Ich werde nächstes Wochenende nochmal gucken.


    Es passen 11 Rähmchen in die Zarge.


    Grüße

    Manuel

  • Hallo Manu,


    OK; Du erinnerst Dich nicht mehr... -auch gut ...


    Wenn Du nächstes Wochenende den 5 Wabenableger kontrollierst, bereite 4 Mittelwandwaben vor.

    Ich habe Dich doch richtig verstanden, Du hattest eine verdeckelte Brutwabe eingehängt und das vor ca. 10 Tagen ==> diese sollte geschlüpft sein, schau nach ob Du auch frische Stifte findest.


    Beim öffnen, merke Dir wie viele Wabengassen mit Bienen besetzt sind. Dann ziehe eine Waben nach der anderen und verschaffe Dir einen Überblick, versuch abzuschätzen wie viele Waben Brut sind, wie viele Waben(-fläche) frei ist und wie viele Waben mit Futter voll sind. Nun, Du wirst wahrscheinlich eine von zwei mögliche Situationen vorfinden:


    1.: Es ist keine Brut vorhanden, außer evtl. Reste auf der zuletzt zugehängten Brutwabe, es ist noch Platz für Brut vorhanden, aber keine Brut und auch keine Stifte ==> dann wäre Dein Ableger wahrscheinlich weisellos - dann würde ich eine frisch bestiftete Brutwabe zuhängen, als Weiselprobe. 3-5 Tage später kontrollieren ob Weiselzellen angelegt wurden. Dann begattete Königin besorgen, Weiselzellen brechen und Königin zusetzen.


    2.: Es ist reichlich Brut vorhanden und auch frische Stifte, nicht nur auf der zuletzt zugehängten Brutwabe / oder alle Rähmchen sind voll Futter sodass keine Brut angelegt werden kann, außer auf der zuletzt zugehängten Brutwabe.

    ==> Die 4 Mittelwandwaben jeweils 2 links und rechts neben das Brutnest einhängen und 2kg Futter draufpacken, 10 Tage später noch einmal kontrollieren - dann sollte Brut in allen Stadien vorhanden sein, 2 der 4 Mittelwände sollten fast ausgebaut sein...


    Wenn Du nach dem nächsten kontrollieren noch einmal Hilfe benötigen solltest lass es mich wissen...


    Gruß

    Franz

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  • Das schwächere Volk hat nun das Apiinvert weggefressen und ich konnte heute nachsehen.


    Vier Waben waren zu ca. 10 bis 20 Prozent mit verdeckelter Brut besetzt. Dann ist ja auf jeden Fall schon mal eine Königin vorhanden. Die zwei Waben, die Anfang August noch blank waren sind jetzt auch im Bau und jeweils ca. zur Hälfte ausgebaut. Futter war in den anderen Waben auch ordentlich eingelagert, in den Waben hat es gut geglänzt.


    Möglicherweise habe ich mir nur zu viele Sorgen gemacht. Ich schaue am Wochenende nochmal mit meinem Nachbarn in die Völker und werde hier seine Meinung posten.


    Vielen Dank nochmal für die Hilfe. Das Forum ist klasse!