Wabenhygiene

  • Hallo ihr Lieben,



    ich imkere im Zanderformat. Nun stet ja auch die Wabenhygiene an. Bisweilen sitzen die Wirtschaftsvölker auf 2 Zargen.

    Problem: viel Brut in der 1. Zarge, etwas Futter in der 2. Zarge. Ich wollte vor dem Einfüttern die Wabenhygiene ausführen und die erste Zarge entnehmen und den ehemaligen Honigraum als neue 2. Zarge, auf die ehemalige 2. Zarge setzen.

    Soll ich das einfach machen, in der Hoffnung, dass die Königin selbst hoch wandert und ich die 1. Zarge in einiger Zeit wegnehmen kann?

    Oder soll ich die Königin abfangen, ein Absperrgitter zwischen 1. und 2. Zarge legen und die Königin in die 2. Zarge setzen?





    Lieben Dank für eure Tipps

  • Hallo,


    lass die Zargen wie sie sind. Im Frühjahr ist die untere Zarge in jedem Fall leer und Du kannst sie entfernen. Dann die Zarge des ehemaligen HR aufsetzen.


    Oder Du setzt die HR-Zarge jetzt auf und überwinterst 3-zargig. Das habe ich immer gemacht, bis ich zu Zadant gewechselt bin.


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Sehe ich wie Tom B. : lass sie jetzt sitzen.

    Den HR kannst Du prima kühl über den Winter einbunkern (wenn er nicht bebrütet war).

    Jetzt ist eher die Zeit zum Füttern und zur Varroa-Behandlung. Im Frühjahr dann Wabenhygiene.


    Gruß, iJörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Wabenhygenie?

    Bekommt ganz neuen Touch bei dem Wachsskandal!

    Wäre es nicht besser altes funktionierendes Material dort zu lassen wo es ist?

    Im Bienenvolk?

    Oder?

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Sonnenblume44,


    altes Material im Volk lassen bringt mehr Schaden als Nutzen. Zumindest bei bebrüteten Waben.


    Alte Waben sind anfälliger für Krankheiten. Weiterhin bleiben die Larvenhäutchen in den Zellen und verkleinern so den Platz.

    In der Natur bebrüten die Völker ihre Waben ein paar Jahre und ziehen dann weiter. Die Wachsmotte kommt und zerlegt die bebrüteten Altwaben. Dadurch wird wieder Platz und ein neues Volk kann einziehen.


    Der Ausstausch alter Waben ist also ein natürlicher und notwendiger Vorgang.


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hallo Tom,


    Du redest von ein paar Jahren.

    Mangels ausgefülltem Profil bleibt mir nur Vermutung, oder Frage.

    Imkert SaFlor schon so lange?


    Gruss

    Ulrich

  • Ich weiß nicht, ob das weiterhilft, weil die Frage eher die Zargenrotation beschreibt.

    Was ich als "Wabenhygiene" praktiziere, sieht folgendermaßen aus:

    Alte, bzw. angedunkelte Waben ziehe ich regelmäßig zur Rückseite, also vom Flugloch weg nach hinten zu mir, die neuen/frischen/sauberen (ex-HW) kommen nach vorn.


    Ist wenn man so möchte, eine "horizontale" Rotation in der Zarge. Nur regelmäßig, anstatt ein- oder zweimal mal im Jahr. Alle alten Waben sind dann immer an der Rückwand und können, wenn richtig dunkel/nach Bedarf bequem entnommen werden. Das Brutnest und die Waben drumherum werden als Block verschoben, es wird also nicht auseinandergerissen, wenn keine Kontrolle ansteht.


    Gruß Andreas

  • ... Nun stet ja auch die Wabenhygiene an. Bisweilen sitzen die Wirtschaftsvölker auf 2 Zargen.

    Problem: viel Brut in der 1. Zarge, etwas Futter in der 2. Zarge. Ich wollte vor dem Einfüttern die Wabenhygiene ausführen und die erste Zarge entnehmen und den ehemaligen Honigraum als neue 2. Zarge, auf die ehemalige 2. Zarge setzen....

    Ich denke Du machst folgenden Fehler. Zwischen Aufsetzen des Honigraums und Entnahme des ersten Brutraums sollten schon 3-4 Wochen verstreichen. Du kommst mit Deiner Wabenhygiene also ca. 4 Wochen zu spät.


    Ich mache das so:

    Direkt nach dem Abschleudern setze ich den Honigraum ohne Abpsperrgitter wieder auf. Nach 3-4 Wochen (also jetzt) kann ich die untere Zarge quasi brutfrei entnehmen. Sollte es doch noch vorkommen auf einer Wabe viel Brut zu haben, setze ich diese an den Brutnestrand des ehemaligen 2. und jetzt ersten Brutraums.


    Da jetzt bei mir die AS-Behandlung und Fütterung ansteht, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr mit der Wabenhygiene beginnen, sondern sie auf das nächste Jahr verschieben.


    Grüße Dirk

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Meist kaufen die Neuimker einen Ableger oder ein Volk, welches schon auf älteren Waben sitzt ;-) , das müsste man dann auf die "ich imkere seit 2 Jahren" mit drauf rechnen :-)

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Ich wollte vor dem Einfüttern die Wabenhygiene ausführen und die erste Zarge entnehmen

    altes Material im Volk lassen bringt mehr Schaden als Nutzen. Zumindest bei bebrüteten Waben.

    Die Theorie ist interessant und geht worauf zurück ?


    Wer mal eine neue MW (mit sauberem Bienenwachs !!) ins Brutnest gesetzt hat und verfolgt, wann die ausgebaut ist und bestiftet wird, kann es beobachten: Das Bauen geht recht schnell, aber nachdem die Wabenstruktur fertig ist, wird nix bestiftet. Es muss erst einmal propolisiert werden, um für die Larven maximale Keimfreiheit zu gewährleisten.


    Wieviel Propolis ist in einer alten, dunklen Wabe im Vergleich zu den schönen hellen, die Imkers so lieben (und Bienen gar nicht) ?


    Insofern - Wabenhygiene ist eher was für Imker, denn für Bienen....


    Rainer

  • Wer mal eine neue MW (mit sauberem Bienenwachs !!) ins Brutnest gesetzt hat und verfolgt, wann die ausgebaut ist und bestiftet wird, kann es beobachten: Das Bauen geht recht schnell, aber nachdem die Wabenstruktur fertig ist, wird nix bestiftet.

    Es werden keine neuen Mittelwände aufgesetzt sondern der fertig ausgebaute ehemalige Honigraum.

    In diesen fertig ausgebauten Waben sollen auch in diesem Jahr gar keine Bienen mehr ausgebrütet, sondern lediglich Winterfutter eingelagert werden.

    Insofern - Wabenhygiene ist eher was für Imker, denn für Bienen....

    Und ich dachte immer Bienen würden sich nach einer gewissen Zeit ein neues Zuhause suchen und den alten Stock und damit auch die alten Waben verlassen...


    Beste Grüße Dirk

    Wenn Du tot bist, weißt Du nicht, daß Du tot bist. Aber für Dein Umfeld ist es hart.

    Genauso ist es, wenn Du blöd bist.


    Ich halte die Erkenntnis für einleuchtend, dass alle Menschen frei geboren sind und nicht alle das überhaupt wollen.

  • Ja, lieber Dirk, das ist schon alles klar bei der Zweizargenbetriebsweise. Das habe ich auch so gemacht, als ich noch mit 2 Zargen DNM gearbeitet habe.


    Darum geht es aber nicht. Das Thema lautet Wabenhygiene und die wird bisweilen auch zur Manie, je nach Perfektion und Kontrollwut des Imkers. Was bringt der jährliche Wabentausch ? Bisher habe ich immer nur die Antwort erhalten - wird so gemacht, ist gut !


    Meine, zugegeben nur kurze, Erfahrung mit komplettem BW-Austausch alle 2 - 3 Jahre (TBE bei 1/3 - 1/2 der Völker jedes Jahr) ist sehr positiv. Ich tendiere zu eher alle 3 Jahre tauschen, als kürzere Zeiträume anzunehmen.


    Und ein Ableger erhält bei mir immer mind. eine sehr dunkle Wabe, die bevorzugt von den Bienen angenommen und direkt bebrütet wird. Was schließt man daraus ? Das was Imkers als "schmutzig" empfinden, ist für die Bienen eine ideale Basis.


    Müsste man doch mal ernsthaft bedenken.... - insbesondere bei der aktuellen Wachsverunreinigung.


    Rainer

  • Und ich dachte immer Bienen würden sich nach einer gewissen Zeit ein neues Zuhause suchen und den alten Stock und damit auch die alten Waben verlassen...

    Das dürfte prinzipiell richtig sein - nur, kennt man zuverlässig die Zeiträume ? Das wäre doch mal interessant zu wissen, wie oft ein Bienenvolk unter "natürlichen Verhältnissen" seine Wohnung wechselt.