Mini Plus zur Völkervermehrung

  • Bis Anfang Mai sind dick überwinterte Einheiten mühsam, weil sie plötzlich schon fünfzargig darstehen oder passend zur Zucht selber schon im Baum hängen, bis Juli isses super (teilen, teilen, teilen - wehe man hört damit auf!) Und danach isses megamühsam, weil die halt nicht zufrieden sind, wenn sie Ende Juli ihre vier Zargen haben. Aber mehr ist halt doof im Winter. Also schröpfen und KS bilden. Da braucht man für einen soliden KS im Standmaß aber zu der Zeit schon wieder richtig viele Bienen. Dazu isses dann oft wieder nicht genug.

    Darum führe ich meine Minis in Überwinterungszargen. Und beim Großteil wird eine Ablegerzarge im Dadantmaß aufgesetzt um auf das Standmaß zu kommen. Im Frühjahr wird die Überwinterungszarge, die jetzt unten leer ist, einfach entfernt. Umgeweiselt wird auch mit den Dadantwaben aus der Ablegerzarge.

    Minis werden dann wieder mittels Kunstschwarm aus Sammelbrutablegern erstellt.

  • Hier fragt sich, wie man das am Besten angeht, also einen guten Übergang zu schaffen mit dem Umsetzen der Einheiten via Kunstschwärme und dem nachfolgenden Zuchtbeginn, wobei ich auch das anfallende Wabenmaterial optimal einsetzen möchte.

    Da hast mehrere Optionen.

    Entweder 2 Zargen Brut mit Bienen klauen und Völker im Standrähmchen aufbauen, oder Bienen zur Verstärkung der Völker entnehmen oder früh teilen wie jörg schreibt.

    Ohne eine Form des Schröpfens sind die Minitürme bis Mitte Mai locker auf 6-8 Zargen und damit will man nicht mehr arbeiten.


    Im Herbst hab ich den Eindruck, dass die Völker recht früh eine Art Brutreduzierung vornehmen. Gerade jetzt hatte ich schon den Eindruck. Besonders bei den 6er Minis. Bei den 12ern ist es nicht ganz so schlimm. Man muss da vor der Behandlung und dem Einfüttern meist überall den Bienensitz richten, Brutwaben nach unten und dann wieder Futter nach oben + einfüttern. Einfüttern... nicht kleckern sondern klotzen. Man kann fast nie zuviel Futterwaben haben. Daher überwinter ich auch gern mit 1-2 Zargen Brut und 2-3 mit Futter. Die starken dürfen mehr einlagern und die Waben kommen dann in die später zusammen geworfenen Begattungseinheiten. Im Frühjahr freut man sich dann wenn man die Begattungseinheiten mit einer Futterwabe versorgen kann.


    Aufgeteilt werden die bei mir mit 1 stark bienenbesetzten BW bzw. 2 mit 50% Brut und Futterkranz sowie einer Futterwabe und einem Anfangsstreifen + Futtertasche und Futterteig.

    Hab 12er Minis die sich in 3 teilen lassen und da kann man dann nach der Belegstelle noch ein wenig warten bis man was macht. Normal kann man die Königin nach 6 Wochen entnehmen und eine neue Zelle/Jungfer geben, dann bleibt die Einheit immer voll mit Bienen. Wer zu lang wartet produziert Schwärme ^^.

    6er Minis kann man genau so erstellen oder eben mit 2 Brutwaben. Je mehr Startmaterial umso schneller muss man dann wieder erweitern.

    Der Unterschied von 1 zu 2 Brutwaben im 6er Mini sind aktuell 1 volle zu 2 vollen Zargen die im gleichen Zeitraum erstellt wurden.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Minis werden dann wieder mittels Kunstschwarm aus Sammelbrutablegern erstellt.

    Also baust du dir deine Ableger über Minis auf und im Folgejahr zerlegst wieder Völker um Königinnen zu ziehen und mit den Bienen die Minis neu zu besiedeln?

    Da fütter ich dann doch lieber meine Minis ein und hab damit noch unzählige Reserveköniginnen bereit stehen. Zudem lässt sich mit Minis auch die Königinnenzucht 1a umsetzen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Nickerlbien,


    das mit den extra Überwinterungszargen habe ich mir bewusst erspart - noch eine spezielle Kiste, die 9 Monate im Schuppen steht möchte ich nicht haben.

    Aber gibt es wirklich Betriebsweisen/Empfehlungen die Minis quasi im Frühjahr mit einem KS erstzubesiedeln?

    Meiner Meinung nach ist das doch gerade der entscheidende Vorteil, dass ich einer entweiselten Mini-Zarge eine WZ reinstecken kann. Ganz sicher (Wärme) und ohne viel Handling usw.


    Gruß Jörg

  • Also baust du dir deine Ableger über Minis auf und im Folgejahr zerlegst wieder Völker um Königinnen zu ziehen und mit den Bienen die Minis neu zu besiedeln?

    Nein ich zerlege keine Völker für die Minis.

    Ich erstelle ca. 3mal so viele Minis als ich zum Umweiseln brauche. Die restlichen werden als Ableger entweder als reine 12er Minis oder als Ableger 12er Kombination überwintert.

    Ein Teil wird verkauft, ein Teil ist Reserve für Winterausfälle, ein Teil wird verwendet um Doppelvölker zu erstellen (Versuch) und dem schwächste Teil wird die komplette Brut entnommen um daraus Sammelbrutableger zu erstellen. Beim Schlupf der Königinnen werden sie dann komplett aufgelöst.

    Meine Wirtschaftsvölker werden nicht angetastet. Ich habe also eine Imkerei in der Imkerei.

  • Fjordimker ich hab eher das Gefühl das du noch nicht genau weißt, wo du hin willst, nachdem du viele Bienen in M+ hast.


    Willst du in den ersten Winter mit vielen M+ gehen, um dann im Frühjahr mit den M+ die "normalen" Beuten zu befüllen oder dann mit den M+ die Vermehrung/Zucht starten?


    Ich würde schauen das du keine Materialschlacht hast, vor allem wenn du selber bauen willst. Ich würde mir an deiner Stelle die "Überwinterungs-M+" modifizieren. So, dass du daraus 2 Königinnen in 1er Beute machen kannst und das du eine Zarge aufsetzen kannst die ganze Norwegerrahmen aufnehmen kann. Dann hättest du faktisch Ablegerkästen, die kannst du schnell umsetzen in Beuten oder Verkaufen, ohne dass du extrem erweitern (wie bei reinen M+ mit dann 4-6 Zargen) musst und ohne maximale Schwarmgefahr usw.


    Wenn du Königinnen ziehen willst, würde ich mir überlegen wie viele Königinnen kannst du auf einmal ziehen lassen? Bei 2in1 bräuchtest du nur noch die Hälfte der Kisten. Von der letzten Serie Königinnen, verkaufst/verwendest du die Hälfte und ziehst dann den Schied und kannst dir dann überlegen, Norwegerrahmenzarge drauf und Reservevölker gleich zum umsetzen im Frühjahr (oder verkaufen) oder m+ Zarge drauf und für Königinnenzucht vorbereiten. Im Frühjahr wird bequem etwas umsortiert und mit dem Schied in 2in1 geteilt bevor du die Königinnen dazusetzt.


    Würde aber erst mal mit einem Kasten schauen, ob dir das taugt.

  • Habt ihr neben Standmaß und M+ auch noch Apideas?

    Ich bin am Überlegen, ob ich auch noch Apideas brauche.

    Ja, aber eher nur für Belegstellen. Soweit möglich alles in MiniPlus.

    Apideas sind halt praktischer und kleiner, dafür aber mehr Aufwand beim Erstellen und Pflegen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • OK, jetzt glaube ich Deine Lücke verstanden zu haben. Anscheinend gehst Du davon aus das die Minis wieder aufgelöst werden, bzw. deren Bienen vollständig in ein Vollvolk übergeht. Das ist NICHT so, bei der klassischen "MP - Mini-Plus & Co" Vermehrungsbetriebsweise bleiben die Minis immer besetzt und man überwintert darin Königinnen - das hatte ich auch mit meinem Begriff "eine Imkerei in einer Imkerei" gemeint. Es wurde in der Zwischenzeit schon geschrieben wie das geht, man kann es aber auch in verschiedenen Veröffentlichungen nachlesen.


    Kurz (eine Variante von mehreren):

    • Man zieht mehr Königinnen in mehr Mini-Plus als für die Wirtschaftsvölker benötigt
    • Man beurteilt die Königinnen kurz im Zuchtjahr und die Besten werden in Wirtschaftsvölker eingeweiselt
    • Die Minis ohne Königin werden mit den Minis mit dem Rest der Königinnen vereint und überwintert
    • In Frühjahr werden die Minitürme wieder zerlegt in Begattungsableger, schlupfreife Zellen zugesetzt und der Begattung- und Vermehrungzyklus beginnt von vorne.
    • Alle Ableger werden auch aus den Mini-Plus & Co gemacht und daher ist es praktisch "zweier Minis" oder Überwinterungsminis zu haben in die auch das Standrähmchenmaß passt.
    • Wirtschaftsvölker werden weder für Ableger noch für die Vermehrung angetastet


    ==> Du müsstest im nächsten Jahr die Masse für alle Minis und die Masse von 25 Wirtschaftsvölkern aus jetzt 4 Vollvölkern machen.

    ==> Und DAS hatte ich gemeint mit "..Du brauchst mehr Masse..." mit Mini-Plus & Co.


    Das ganze kannst Du in vielen Publikationen nachlesen, oder hier im Thread aufmerksam lesen, es wurde schon vielfach angedeutet...

    Beim Ableger im Standmaß hätte ich mehr Bienen, die 2-3 Wochen nur Däumchen drehen.

    So zögen sie mir derweil aber in einen weiselrichtigen Volk Brut auf.

    Nein, nicht wenn du dem Ableger eine schlupfreife Zelle, nach dem erstellen, gibst. - Da ist kein Unterschied zum Mini-Plus & Co.


    Gruß

    Franz

  • Erst mal herzlichen Dank allen, die sich hier eingebracht haben!

    Bin leider die letzte Zeit nicht dazu gekommen, hier zu antworten.


    Das Argument mit dem erheblichen Arbeitaufwand leuchtet mir natürlich ein!


    Im meiner speziellen Situation sehe ich das aber sogar als ein dickes Plus:

    Schließlich will ich ja (wieder) wesentlich mehr Zeit mit Imkern verbringen als die wenigen Völker im nächsten Jahr benötigen weden...;)


    Ab dem nächsten Jahr sollen die Minis dann nur noch ganz klassisch zur Königinnenvermehrung dienen.

    Alle übrigen Völkchen sollen also schnellstmöglich auf Standmaß gebracht werden!



    Aktueller Schlachtplan wäre, erst mal einen Schwung Material vorzubereiten:

    Wohl hauptsächlich 12er Zargen, die in 2/3er Einheiten abgeteilt werden können.

    Dazu Schiede, die es ermöglichen in diese Zargen so zu begrenzen, daß sie mit meinem Standmaß kompatibel sind.

    Wenn ich das richtig sehe wären das 6NM(Flach) über 10MP.

    Mit einer zusätzlichen Zargenerhöhung könnte ich dann auch Ganzrähmchen unterbringen.


    Damit könnte ich mit den nötigen Erweiterungen, egal ob gleich im ersten Jahr, oder erst im Frühjahr sofort und ohne Umweg(KS) auf Standmaß kommen.


    Ergänzen würde ich das ganze event. durch einen Schwung 6erZargen die primär nur zur Begattung eingesetzt würden.



    Nächstes Jahr würde ich, zeitlich an die Drohnenentwicklung angepasst, eine Königin über KS in MP übersiedeln, wo sie drei Wochen Zeit hätten die ersten Waben auszubauen.

    Wenn die WZ schlufreif sind, würde im MP gerade die erste Brut auflaufen.


    BW dieses Volk würde ich als Grundstock für einen Sammelbrutableger für eine erste FR/Mühzuchtserie verwenden.

    Die schlupfreifen WZ würden zur Bildung der ersten Serie "normaler" Ableger verwendet und die überzähligen werden auf Minis verteilt.

    Die nächsten Ableger können dann sofort mit legender Königin (in der Mitte ihrer eigenen Nachkommen) starten.


    Soweit so gut.

    Bis dahin sollte ja eigentlich alles problemlos durchführbar sein!?!

    Oder findet da schon jemand Schwachpunkte?


    Viele Grüße,

    Fjordimker

  • Hallo,


    na das ließt sich nun als hättest Du nun einen Plan ;-)...


    Da ich nicht weis wie groß in Norwegen das "Normalmaß" ist kann ich Deine Zargenzusammenstellung nicht ganz nachvollziehen, aber es ließt sich so als hättest Du unsere Hinweise verstanden und eingearbeitet. :-)


    Du möchtest Königinnen oder WZs im Sammelbrutableger ziehen lassen, hier ein Link auf eine Seite wo Reiner Schwarz eine sparsamere Methode über HRs beschrieben hat, die aber für bis zu 20/30 Zellen durchaus sehr gut machbar ist http://blog.apis-mellifera.de/?p=2320 vielleicht möchtest Du das einmal nachlesen. Auch hat er 2014 die Monatsbetrachtungen in "Biene und Natur" geschrieben und in der Junibetrachtung diese Methode mit Bildern beschrieben - hier der Link auf das dazugehörige PDF http://www.bienenundnatur.de/w…2/Reiner-Schwarz-2014.pdf


    Was mich am meisten freut ist, das ich nicht mehr die Zahl "25 Vollvölker bis Ende nächsten Jahres" gelesen habe - das machte mir am meisten Bauchschmerzen...


    Aber wie gesagt das ließt sich nun als hättest du einen Plan :-) ;-)...


    Gruß

    Franz

  • na das ließt sich nun als hättest Du nun einen Plan ;-)...

    Danke, das tut ja schon mal gut! :)


    Du möchtest Königinnen oder WZs im Sammelbrutableger ziehen lassen, hier ein Link auf eine Seite wo Reiner Schwarz eine sparsamere Methode über HRs beschrieben hat,

    Zucht im weiselrichtigen wäre natürlich auch eine Option.

    Grad gesehen, das ich das oben gar nicht geschrieben hatte:

    BW dieses Volk würde ich als Grundstock für einen Sammelbrutableger für eine erste FR/Mühzuchtserie verwenden,

    oder um damit ein anderes Volk zu verstärken und im weiselrichtigen <volk die Zellen pflegen zu lassen.


    So war das gedacht.


    Welche Methode ich auch nehme:

    In beiden Fällen sollte das Pflegevolk ja vor Bienen überquellen!

    Daher denke ich daß ich dazu wohl mehr als ein Volk brauchen werde.


    Den 9 Tage weisellosen Sammelbrutableger präferiere ich aber im Moment, da die ins MP

    umgezogene Königin dann schon drei Wochen Vorsprung hätte, in der MW ausgebaut und Brut angelegt werden kann.

    Davon erhoffe ich mir bessere Startbedingungen in den Begattungseinheiten, die ich sonst ja nur über KS in die MP setzten kann.



    Was mich am meisten freut ist, das ich nicht mehr die Zahl "25 Vollvölker bis Ende nächsten Jahres" gelesen habe - das machte mir am meisten Bauchschmerzen...

    Das mit den Bauchschmerzen tut mir Leid!

    Vor allem, weil sie völlig unnötig waren...


    Mir ging es um die überwinterungsfähigen Einheiten.

    Also z.B. 5 Vollvölker, 8 Ableger und 12 MP.


    Die 25 auch nur, deswegen, weil das eben die Grenze wäre, ab der ich den Zuschuss bekäme.

    Wenn das klappt wäre schön, wenn nicht ist´s auch nicht schlimm.


    Grüße

    Fjordimker

  • Hallo Fjordimker,

    Die 25 auch nur, deswegen, weil das eben die Grenze wäre, ab der ich den Zuschuss bekäme.

    OK, das war mein Denkfehler, ich dachte 25 Vollvölker, da man oft nur Zuschüsse für Wirtschaftsvölker (Vollvölker) bekommt und nicht für Begattungseinheiten.


    Wenn das klappt wäre schön, wenn nicht ist´s auch nicht schlimm.

    Das ist der richtige Ansatz, nicht stur auf eine Zahl hin arbeiten, sondern sehen was geht und flexibel sein... - einer meiner ersten Beiträge hatte ja eine Rechnung aufgemacht wie Du 25 Völker in 2 Jahren schaffen kannst ;-) ... - damals stieß diese Idee nicht auf Zustimmung :-)


    Gruß

    Franz