Mini Plus zur Völkervermehrung

  • Hallo!


    Da ich hier in Norwegen erst mal wieder komplett bei Null anfange, steht bei mir erst mal starke Völkervermehrung auf dem Programm.

    Mein Ziel ist erst mal nur, überwinterungsfähige Einheiten aufzubauen, auf die ich im Folgejahr aufbauen kann.


    Nun frage ich mich, ob ich dazu nicht massiv auf Mini Plus setzten sollte!?!


    Der Gedanke dahinter wäre, meine Ausgangsvölker nicht unnötig durch frühzeitige Brutentnahme für Begattungsableger zu schwächen, sondern eine "anständige" Königinnenvermehrung zu betreiben und die Prinzessinnen alle in Minis schlüpfen zu lassen.

    Ableger und Kunstschwärme würde ich dann ausschließlich mit Weiseln, die schon "auf Betriebtemperatur" gekommen sind, bilden.

    Bienenüberschüsse aus den Minis könnten weitere Kunstschwärme bilden, während die übrigen Königinnen als stille Reserve überwintern,

    Die überwinterten Völkchen könnte ich dann, je nach Bedarf, zu Vollvölkern aufbauen, oder für die klassische Mini Plus Betriebsweise behalten.



    Vorteile wären m.M., daß

    -Verluste durch missglückte Begattungsableger wegfallen


    -die Bienen nicht wochenlang unproduktiv Däumchen drehen müssen

    (bei meinen Betreuungsvölkern war eine Jungkönigin (witterungsbedingt???) erst nach ü6 Wochen nach Schlupf in Eilage...)


    -ich die Vollvölker lange Zeit "normal" führen kann

    (IMuss ja auch erst mal lernen, wie in Norwegen "die Biene fliegt"...

    Wenn ich nur auf Vermehrung gehe verliere ich (Honig und) ein Jahr um Erfahrungen zu sammeln)


    -nur vorgeprüfte Königinnen zum Einsatz kommen


    -ich Erfahrungen mit der Mini Plus Betriebsweise sammeln kann


    Weiterer positiver Nebeneffekt wäre die höhere Völkerzahl:

    Ab 25 Völkern bekomme ich einen Zuschuss von 425NOK (ca.40€) je Volk (plus Teilerstattung der Zuckerkosten).

    (Als Volk gilt, was am 1.10. eine Königin hat und 7 Waben besetzt. Denke ein Mini Plus, das mit 3-4 Zargen eingewintert wird, kann man da schon durchgehen lassen...:evil:)
    Da, bei dem was ich vorhabe, eh erst mal 6stellige Kosten (in € sind´s nur 58o) auf mich zukommen, würde ich auf dieses zusätzliche Betriebskapital nur ungern verzichten...



    Ach ja:

    Die Mini Plus wären natürlich nicht nur zur kurzfristigen Nutzung gedacht.

    Neben der Königinnenvermehrung zum Eigenbedarf plane ich mittelfristig, auch "echte Zucht" zu betreiben.

    Haupstsächlich Interesse, aber auch als Betriebszweig.

    Da ich mir letzte Woche vergeblich die Finger wund telefoniert habe, um wenigstens irgend eine begattete Königin aufzutreiben, scheint ein Markt da zu sein...


    Da die Königinnenzucht ja ohnehin eine "Imkerei in der Imkerei" ist, würde ich diesen Schritt also nur etwas vorziehen und den Aufbau der Wirtschaftsvölker etwas "schaumgebremst" laufen lassen.



    So, jetzt würde ich von Euch gerne den Bauch gestreichelt bekommen und lesen, daß meine Überlegungen alle richtig sind! :)


    Noch lieber mir wäre aber, wenn Ihr mir erklären könnt, wo ich falsch denke, welche Fehler ich unbedingt vermeiden muss, oder warum das ganze sowieso eine Schnapsidee ist...

    Und nicht an Ratschlägen spart, wie ich es trotzdem halbwegs richtig machen könnte...


    Viele Grüße,

    Fjordimker

  • So, jetzt würde ich von Euch gerne den Bauch gestreichelt bekommen und lesen, daß meine Überlegungen alle richtig sind!

    Hau rein! Ob alles richtig ist wirst und kannst du nur selbst für deine Betriebsweise und Standort feststellen/erkennen.


    Überleg dir für die StammMinis, ob du die nicht auf 12er Zargen führen willst. Sonst hast da schnell mal Türme mit 8-12 Zargen stehen und auch für den Winter sitzen die dann kompakter, da es bei dir sicher kälter sein dürfte und die Winter auch länger sind.

    Zudem schaut sich so eine Zarge einfacher durch wie wenn man zig 6er Zargen abnehmen und stapeln muss.

    Wenn du 159mm Honigräume hast, kannst dir die 12er sogar sparen und unterteilst die einfach, damit kann man dann auch 1a Völker verstärken, umweiseln und vereinigen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Herzlichen Dank für Deine Antwort!

    Sehr schön, wenn meine Überlegungen richtig waren.

    Überleg dir für die StammMinis, ob du die nicht auf 12er Zargen führen willst. Sonst hast da schnell mal Türme mit 8-12 Zargen stehen und auch für den Winter sitzen die dann kompakter, da es bei dir sicher kälter sein dürfte und die Winter auch länger sind.

    Das mit den 12er Zargen wäre eine interessante Überlegung.

    Nur stell ich mir das bei so einem "Schlauch" mit der Wintertraube problematisch vor.

    Zehren dürften sie ja eigentlich nur nach oben.

    Gibt das kein Problem mit schimmelnden Randwaben?

    Aber Du meinst ja, sie würden dort kompakter sitzen!?!:/


    Die Winter sind hier zwar ein kleines bisschen länger, aber nicht kälter als in D.

    Bin ja noch recht weit südlich (Hardangerfjord)

    Wenn du 159mm Honigräume hast, kannst dir die 12er sogar sparen und unterteilst die einfach, damit kann man dann auch 1a Völker verstärken, umweiseln und vereinigen.

    Das steh ich jetzt leider auf der Leitung...

    Meinst Du, die Zarge mittig teilen und beidseitig Mini-Rähmchen rein?

    Das würde bei mir nicht klappen, weil ich hier auf das norwegische Maß festgelegt bin.

    Das ist nur 36,6cm breit.

    Halbzargen mit 16cm gibt es aber dafür.

    Mit einem entsprechenden Adapter könnte ich die Minis da also schon einhängen.


    Grüße,

    Fjordimker

  • Bei den Fragen und den Überlegungen würde ich blitzschnell von einer fünfstelligen Investition Abstand nehmen. Probier das erstmal eine Zehnerpotenz drunter aus. Sonst geht es Dir wie dem armen Kerl dem ich im Frühjahr recht günstig die Trümmer seiner Imkerei abkaufen könnte.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • rase : Danke für die gut gemeinte Warnung!

    Jetzt würde mich natürlich schon interessieren, was Du genau damit meinst.

    Die ganze Überlegungen mit dem Mini Plus?

    Denkst Du also die sind völlig daneben???=O


    Die Fragen an Mc Fly?
    :/Da geht´s um Kombination verschiedener Rähmchen- und Zargenmaße.

    Und um die Frage, wie sich eine Warmbauzarge, die Pi mal Daumen doppelt so tief , wie breit ist sich mit der eher kugelförmigen Wintertraube verträgt.


    Beides war ja eigentlich nicht meine Idee...



    Zu den Investitionen:

    In D hatte ich, auch wenn´s ein paar Jahre her ist, bis zu 20 Völker, mit denen ich recht gut klar gekommen bin.

    Auch keine Winterverluste.

    Diese Größenordnung strebe ich für´s übernächste Frühjahr wieder an.

    (Wenn das läuft, sehen wir weiter...)


    Denke also, ich kann halbwegs abschätzen, was grundsätzlich auf mich zu kommt.

    Und v.a. ob die Imkerei etwas ist, das ich langfristig machen werde...



    Norwegen ist kein billiges Land:

    Ein Volk bekomme hier ich nicht unter 200€. (Fünf sind als "Starterpaket" geplant)

    Fertige Komplettbeute liegt bei ca. 200€.

    Ohne Rähmchen und Mittelwände...


    Honig wird im ersten Jahr nicht viel rausspringen.

    Futterkosten bleiben trotzdem.


    Was bleibt denn da dann noch für Schleuder (& Co.)?


    Um diese Kosten komme ich also nicht herum, wenn ich wieder in der Größenordnung imkern will, die ich schon mal hatte.

    Alles andere wäre unrealistisch.


    Das Mini Plus-Projekt würde dagegen relativ kostenarm mitlaufen:

    Die kann ich hier eh nicht kaufen, also bleibt nur selber bauen.

    Da mich das Holz nix kostet, investiere ich da also in erster Linie Zeit an langen Winterabenden...


    Versteh mich bitte nicht falsch:

    Ich hab nach ehrlicher Kritik gefragt.

    Wenn die kommt, kann ich damit umgehen.

    Auch mit einer harten Wortwahl (ich komm aus Niederbayern...)


    Aber Dein Post kommt schon ganz schön vernichtend rüber!

    (Oder, war es nur so gemeint, daß ich so eine Summe nicht in das Mini Plus stecken soll?)


    Grüße,

    Fjordimker

  • Nur stell ich mir das bei so einem "Schlauch" mit der Wintertraube problematisch vor.

    Zehren dürften sie ja eigentlich nur nach oben.

    Gibt das kein Problem mit schimmelnden Randwaben?

    Aber Du meinst ja, sie würden dort kompakter sitzen!?!

    Da machst dich mal nochmal schlau und beobachtest nächsten Winter wie und wo sie zehren und ob dabei der Bienensitz großartig verändert wird.

    Schimmelnde Randwaben kann es immer und überall geben.

    Die Wintertraube kann größer gebildet werden, also mit mehr Bienen. Verhältnisse Oberfläche zu Volumen wird dir da sicher was sagen. Je nördlicher und kühler, desto größer sind z.B. die meisten Vögel -die in wärmeren Gebieten messbar kleiner sind.

    Das steh ich jetzt leider auf der Leitung...

    Meinst Du, die Zarge mittig teilen und beidseitig Mini-Rähmchen rein?

    Das würde bei mir nicht klappen, weil ich hier auf das norwegische Maß festgelegt bin.

    Das ist nur 36,6cm breit.

    Halbzargen mit 16cm gibt es aber dafür.

    Mittig klappt es nur bei wenigen, aber du kannst sie unterteilen damit du eine Reihe Rähmchen rein bekommst, der Rest bleibt dann leer.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Danke für die Antwort!

    Da machst dich mal nochmal schlau und beobachtest nächsten Winter wie und wo sie zehren und ob dabei der Bienensitz großartig verändert wird.

    Schimmelnde Randwaben kann es immer und überall geben.

    Die Wintertraube kann größer gebildet werden, also mit mehr Bienen. Verhältnisse Oberfläche zu Volumen wird dir da sicher was sagen. Je nördlicher und kühler, desto größer sind z.B. die meisten Vögel -die in wärmeren Gebieten messbar kleiner sind.

    Bergmannsche Regel ist mir bekannt.

    Der Vorteil einer größeren Wintertraube ist auch klar...


    Bei meinen Zandervölkern (Kaltbau) hatte die Wintertraube aber immer in alle Richtungen Platz.

    Kann mich nicht erinnern, daß da mal eine an die Wand gedrückt hatte...

    Zehrrichtung nach oben, daß die Wabengassen gewechselt werden, wäre mir neu!

    Allerdings hab ich die nur zur Varroaubehandlung aufgemacht.


    Die Wintertraube will ja (von oben betrachtet) so rund wie möglich sein.

    Das passt, von meinem bildlichen Vorstellungsvermögen, halt nicht ganz mir der 12er Zarge zusammen.

    Da müsste sie ja theoretisch bis zur Zargenwand gehen und trotzdem blieben immer mehrere Waben unbesetzt!?!

    Und in solchen Fällen gab´s bei mir, auf Zander schon mal etwas Schimmel.


    Hab auch schon gelesen, daß die 6er Einheiten oft etwas besser aus dem Winter kommen, als die 12er und diese eher im Sommer Vorteile hätten (auch wenn sie als Überwinterungsmagazin verkauft werden).

    Drum hab ich halt lieber noch mal nachgefragt...


    Wenn es sich bei Dir bewährt hat ist ja gut und Dir glaube ich auch jederzeit, daß Du weißt, von was Du schreibst!


    Hast Du die 12er einzeln stehen?

    Die 6er sollten ja m.W. möglichst immer im 4er Block überwintern.


    Denke, wie überall, werden beide Systeme funktionieren und jedes hat seine Vor-und Nachteile.

    Womit man besser klar kommt, findet man nur heraus, wenn man es ausprobiert...

    Werde also, neben den klassischen 6ern auf jeden Fall auch 12er Magazine bauen.

    Mittig klappt es nur bei wenigen, aber du kannst sie unterteilen damit du eine Reihe Rähmchen rein bekommst, der Rest bleibt dann leer.


    Danke!

    Jetzt hab ich verstanden!


    Viele Grüße,

    Fjordimker

  • Wenn du nicht auf eine Belegstelle fahren willst würde ich gleich mit Überwinterungsminis anfangen.

    Ich habe selbst 30 SelbstbauMinis und neheme sie nur bis die Königin begattet ist. Anschließend werden sie in Überwinterungsminis übersiedelt.

    Die Übersiedelung kannst du dir sparen wenn du gleich im Überwinterungsmini anfängst und eventuell mit einem Trennschied einengst.

    Auf das Überwinterungsmini kannst du einen Ablegerkasten im Standmaß setzen und hast dann gleich ein Volk im Standmaß.

    Da du ja selber bauen möchtest, kannst du die Länge (Rähmchenzahl) der ÜberwinterungsMinis an deine Länge der Standmaßbeuten anpassen.

  • Gibt es beim Ivan Curic!

    Geile Teile!😘

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • nickerlbien &

    wasgau immen

    Gegen Ablegerkästen hab ich zwar eine Abneigung, aber die Idee mit dem Aufsatz im Standmaß gefällt mir!

    Das wäre eine sehr elegante Methode zur Ablegerstellung...


    Auch das mit dem Schieden gefällt mir.

    Denke aber, zwei 6er je Zarge sollten genug sein.

    Dafür braucht es nur ein Flugloch vorne und hinten und man ist mit wenig Aufwand schon recht flexibel.

    Zum Herbst eine KG aus einer 6er, Schied ziehen und als 12er einwintern.


    Frage mich ob es Sinn machen würde, mehrere in Reihe aufzustellen, die abwechselnd nach vorne und hinten ausfliegen könnten.

    So könnten sie sich gegenseitig etwas warm halten.

    Hatte die meisten meiner Zandervölker zu fünft in Reihenaufstellung.

    (nicht optimal, aber hatte das so von meinem Imkerpaten, einem alten Berufsimker so übernommen und beibehalten)

    Die Völker saßen fast immer "paarweise kuschelnd" nebeneinander.

    Das in der Mitte war halt meist der Depp...


    Ist nur fraglich, wie´s da mit dem Verflug aussieht!?!

    In dem Punkt sind die 6er als 4er Block natürlich klar im Vorteil...

    Vielleicht würde ein kleines Trennbrettchen zwischen den Beuten helfen.


    Apropos Verflug:

    Wenn ich die Begattungsvölkchen als Kleinstableger (also nicht KS mit Kellerhaft) brauche ich wohl auf jeden Fall einen zweiten Standort ausserhalb des Flugkreises!?!

    Oder gibt es da Tricks?

    Belegstelle ist erstmal noch kein Thema.


    Grüße,

    Fjordimker

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  • Ich halte die ganze Diskussion für falschrum aufgezogen. Das 'wie' mit MiniPlus ist doch erstmal egal: wichtiger ist doch das 'ob', also ob das für das angestrebte Ziel eine gute Lösung ist. Ich denke eher nein.


    Wo sind denn die Zielparameter?

    - wieviel Völker sollen es werden;

    - in welchem Zeitraum;


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife