Flugling kontra Brutling

  • Guten Abend.

    Ich habe vor einer Woche erstmalig TBE gemacht. Bislang habe ich gegen die Varroa immer AS genommen, weil mir das Thema irgendwie zu kompliziert erschien. Beim Brutling habe ich in den letzten Tagen hektischen Flugbetrieb gesehen und bei der Kontrolle festgestellt, dass er von seinen eigenen Flugbienen beräubert wurde. Und das obwohl die selber noch genug Sirup haben. Auch trachtmäßig sieht es hier gut aus, da sehr viele Blumen blühen wie Bienenweide, Springkraut, Buddleja, Indianernessel, Sonnenhut usw.Wir haben hierzu in den letzten Jahren viel angepflanzt um vorzusorgen. Die Bienenbäume blühen wahrscheinlich erst nächstes Jahr. Warum also räubern die? Heute spät am Abend werde ich dem Brutling etwas Futter geben. Ist Sirup besser oder lieber Apiforte? Das Flugloch habe ich schon bis auf zwei Bienenbreiten eingeengt. Im Brutling sind überraschenderweise sehr viele Bienen (ohne Kö) geblieben,trotzdem ist aber auch der Flugling (mit Kö) gut aufgestellt. Das war ein sehr starkes Volk. Ich werde es aber im Oktober wohl vereinen, da ich bezweifle, dass der Brutling noch ein gutes Volk vor dem Winter wird.

    Was meint Ihr, wegen dem Füttern? Oder habe ich woanders vielleicht etwas falsch gemacht?


    Liebe Grüße

    Darena

  • Mir ist jetzt das gleiche passiert. Beim Brutling herrscht hektischer Flugbetrieb. Offensichtlich räubern die zum Flugling zurückgekehrten Flugbienen. Ich weiß als Anfänger jetzt auch nicht, was ich machen soll.

  • Das Problem mit dem Räubern ist schon gewaltig, die besten Erfahrungen habe ich mit dem Absperrgitter vor dem Flugloch gemacht, einfach schräg an die Beute vor das Flugloch stellen, funktioniert prima. Die dort wohnenden Bienen klettern durch, dier Räuber geben auf. Einfach mal probieren.

  • Hallo.

    Hab gestern Abend kurz vor dem Dunkelwerden ca. 1kg Sirup gefüttert. Überraschenderweise ist heute ganz normaler Flugbetrieb gewesen, keine Räuberei. Wahrscheinlich hatte ich vorher zu früh gefüttert, meist am späten Nachmittag.

  • Wenn Du fütterst, kommen immer viele Bienen vors Flugloch. Das sind die eigenen. Räuberei hört nicht auf. Das sind dann die anderen.


    :)


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo.

    Hab gestern Abend kurz vor dem Dunkelwerden ca. 1kg Sirup gefüttert. Überraschenderweise ist heute ganz normaler Flugbetrieb gewesen, keine Räuberei. Wahrscheinlich hatte ich vorher zu früh gefüttert, meist am späten Nachmittag.

    Hallo Darena.

    Du solltest bevor du mit Bienen anfängst schon einiges an Grundwissen besitzen. dazu gehört auch das Mann /Frau Bienen erst füttert kurz vor Einstellung des Bienenflugs; also grundsätzlich Abends !

    Die Bienen beruhigen sich denn über Nacht und deshalb hast du auch ganz normalen Flugbetrieb

    festgestellt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Um die Räubereigefahr zu meiden, setze ich Brutspenderwaben immer bienenfrei einem weiselrichtigen Volk auf. So ein Volk hat etablierte Wachen am Flugloch und wenn man Waben bienenfrei aufsetzt, können auch keine Bienen zurück fliegen und Räuberei auslösen.

    Jetzt weisellose Brutsammler aus Brutwaben mit einer Bienenbesetzung am gleichen Stand zu bilden ist meines Erachtens ein Kardinalfehler. Solche Brutsammler haben keine Wachen, dafür von vornherein viele Räuber.

    Gruß Ralph

  • Ich kann da Ralph nur beipflichten:


    Hier hat man wohl doch Glück gehabt, da es sich um hektisches Suchfliegen nach Fütterung handelte.


    Aber:

    Brutwaben mit Futterkränzen,

    weisellos,

    besetzt mit zuerst wenigen Jungbienen, später schlüpfen weitere.

    Das ist wie Sommerschlussverkauf bzw eine Einladung.


    Weisellose Völker sind nochmals deutlich viel schlechter hinsichtlich Abwehr


    Am gleichen Stand besteht dann nochmal die Gefahr wegen mitgenommenen Flugbienen, die direkt eine Pipeline zur Futterquelle mit Navi-Info zum Standort bilden können. Verwandschaftliche Verhältnisse erleichtern das Ganze dann nochmals.


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion und Ralph.

    Danke für Eure Tipps.

    Ihr meint ich hätte dem Brutling die Kö zugeben sollen und dem Flugling eine neue Kö? Denn sonst wären die doch weisellos. Mein Plan war, wenn alle Brut ausgelaufen ist, die Bienen dann wieder zu vereinen. Bei Liebig hab ich letztens gelesen, dass man den Brutling auch mit evtl. Nachschaffungskönigin aufsetzen kann. Das Volk würde sich dann die stärkste selbst aussuchen. Kann ich meinen Brutling aber bis zum Auslaufen der letzten Brut in ca. 2 Wochen noch am Standort lassen? Am Freitag will ich mal kontrollieren, ob die nachgeschafft haben und ob die Kö im Flugling wieder gestiftet hat. Notfalls könnte ich bereits da wieder aufsetzen, aber mein Ziel war ja, alle neu geschlüpften Bienen erst einmal zu behandeln.

  • Hallo Darena!

    Wenn nicht geräubert wird gibt es keinen Anlass jetzt was zu verändern. Ich würde warten, wie Liebig es beschreibt, bis die neue Königin im Brutling stiftet. Dann kannst Du behandeln und immer noch überlegen, ob Du zurück vereinigst oder beide Teile getrennt überwinterst.

    Viele Grüße

    Alex