Ratschlag zur Abfolge Fütterung und Varroa-Behandlung (Schwammtuch)

  • Hallo,

    mein Imkerpate ist derzeit gesundheitlich außer Gefecht. Nun muss ich an meinen 4 Völkern und an einem Standort vom Paten die "Jahresendspurt" Arbeiten durchführen ohne Rücksprache halten zu können. Meine Fragestellung zielt auf die Abfolge "Fütterung/Varroa".

    In der Vergangenheit haben wir es so gemacht:

    Anfang August: 1. Fütterung und einige Tage danach Schwammtuch mit AS 60% (50ml)

    Anfang September: 2. Fütterung und einige Tage danach Schwammtuch mit AS 60% (50ml)

    Ende September: 3. Fütterung

    November/Dezember: Oxal-Säure


    NUN möchte ich es aufgrund von Informationen aus dem Forum, Youtube und der einen oder anderen Homepage (Imkerpate) wie folgt machen:

    24. Juli: 1. Fütterung (durchgeführt)

    28. Juli: 1. Varroa-Behandlung, 45ml 60% AS auf Schwammtuch (durchgeführt)

    05. August: (also 8 Tage später) 2. Varroa-Behandlung, wie oben (in Planung)

    13. August: (8 Tage später) 3. Varroa Behandlung, wie oben (in Planung)

    Ende August: 2. Fütterung

    Ende September/Anfang Oktober: 3. Fütterung

    Winter: Oxal-Säure


    Wetterbedingungen werde ich berücksichtigen. Ich imkere auf Zander, 2-zargig.


    Ich weiss, dass viele Wege nach Rom führen, möchte mich vergewissern, dass ich nicht total auf dem Holzweg bin.


    Danke für Eure Unterstützung.


    Grüße

  • Ich habe die letzten Jahre diese Behandlungsstrategie mit Erfolg durchgeführt. Du könntest in meinen Augen die Fütterung nach der Behandlungsserie schon nach mehreren Tagen durchführen und musst nicht bis Ende August warten. Dies würde ich bis zum Erreichen der Sollgewichts gleichmäßig, aber nicht zu viel auf einmal durchführen und nur im Notfall eine 3. Fütterung im Oktober durchführen.

  • Moin Revilo!

    Grundsätzlich nicht verkehrt.

    Hier mal ein Auszug von Henry, steht auch unter Varroa-Behandlung gleich ganz oben:

    Zitat:

    "Ich versuche mal eine Zusammenfassung:

    Spätsommerbehandlung - Schwammtuch mit 60% Ameisensäure im DN von oben

    - 2ml gekühlte 60%ige Ameisensäure pro Wabe (Wabenanzahl ist entscheidend, nicht die Bienenmenge)

    - Behandlung abends bei Ende Flugbetrieb

    - Anwendung zwischen Aussentemperaturen von 15°C bis 30°C

    - Drei Wochen lang je eine Behandlung pro Woche, jedoch Behandlung nicht stereotyp fortsetzen sondern jede Woche neu entscheiden
    - Schwammtuch sollte nicht fabrikneu, sondern schon benutzt sein (einfache Küchenschwammtücher)
    - mit Rauch die Bienen in die Wabengassen treiben
    - Schwammtuch einfach oben auf die Rähmchen
    - je ein Schwammtuch pro Zarge (und dennoch alle Schwammtücher obendrauf)
    - Schwammtücher nach 24h wieder entfernen.

    Die Schwammtuchmethode ist eine Schockbehandlung zur schnellen Varroareduzierung.


    Sie entfernt bei befallenen Völkern (Anwendung i.d.R. nach dem Abschleudern) einen guten Anteil der Milben und ermöglicht dem Volk die Aufzucht gesunder Winterbienen.


    Arbeitsschutz:
    - Schutzbrille
    - Handschuhe"


    Wichtig finde ich zwei Aspekte:

    -> Wie kommst du auf 45ml? Die richtige Antwort darauf kann ich nicht kennen (Wabenzahl), ich will damit auch nur erreichen, dass du über die Menge selber noch mal nachdenkst;-) 2x 11 Waben (DN) à 2ml -> 45ml sollte demnach aber passen

    -> Futter ist ein gutes Mittel, damit die Bienen einfacher mit der AS umgehen können. Demnach würde ich nach jeder Varroa-Behandlung nicht zu lange warten, bis ich den nächsten Futterschub gebe. Der Erste Futterschub am 24.07. war gut.

    AS-Behandlung am 28.07. auch (ich gehe mal davon aus, dass das komplette Futter abgenommen wurde;-)

    Nächste AS-Behandlung 8 Tage später -> 05.08. gut!

    -> 3. AS-Behandlung noch mal 8 Tage später 13.08. -> Zwischen der 2. und dritten Behandlung unbedingt noch mal darauf achten, ob eine dritte Behandlung wirklich noch was bringt (Milben-Fall überschlägig zählen), sonst schadest du dem Volk ggf. mehr als notwendig.

    -> dazwischen darfst du den Damen gerne jeweils einen weiteren Futterschub geben. Nach der letzten Behandlung die Völker quasi auffüttern (Ende August). Im September (Mitte) nur noch mal checken, ob die Völker das Sollgewicht schon haben, sonst noch mal nachfüttern.

    Ab Oktober nehmen die Völker das Futter nur noch zögerlich auf, insbesondere wenn die Temperaturen runter gehen. (War letztes Jahr anders, da habe die auch im Oktober das Futter noch gut angenommen, weil es warm war).

    Winter Oxal-Säure träufeln passt.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Danke für die Informationen - hilft mir sehr.


    Zur Frage warum 45ml. Na ja, das liegt daran, dass bisher immer 50ml genommen wurden und ich auch gelesen habe, dass 2ml/Wabe empfohlen sind. Bei Taunus-Zander sind es 9Wabenx2Zargen=36. Wollte mich aber nicht soweit von den bisherigen Werten entfernen....wie man halt so ist...


    Ich füttere 3x7kg Api-invert. Erfahrungen sind an sich gut gewesen. Werde Ratschläge befolgen und 2. Fütterung zeitnah nach Varroa-Behandlung machen. Ggf. kleinere "Pakete" - also öfter (?)

    Ich möchte dieses Jahr 3x behandeln. Momentan zähle ich die Varroa nicht, werde damit aber nächstes Jahr beginnen. Hierfür suche ich noch eine Lösung für mein Equipment (Taunus-Zander; der Boden hat keine Ausziehvorrichtung). Vielleicht kann ich ja noch einen Hinweis erhalten.


    Also: Dankeschön!

  • Hallo Revilo67,


    ich mache es genau so, wie Du es geschrieben hast! (Habe von Henry das imkern gelernt!) Allerdings mache ich keine 3. Behandlung.

    Beim Auffüttern immer das Gesamtgewicht der Beuten im Auge behalten! Dank Greening gibt es meist noch, wenigstens Läppertrachten!

    Mit freundlichen Grüßen


    Steffen Winde

  • Hallo Revilo,

    schau doch mal bei Imkereibedarf Holtermann. Der hat einen (9er)-Taunus-Boden nach 'Pfefferle' (mit Einschüben) im Programm. Vielleicht hilft Dir das weiter.
    Grüße, Andreas

    Hi.

    Das ist mir zu viel Geld (ca. 60 EUR). Holzböden meide ich wegen der Streicharbeiten - ich schaffe das zeitlich nicht. Ich werde vom Seip mal folgendes probieren: "Varroaschieber Holz für Taunus - Zander Wanderboden".

    Laut Beschreibung sollte das funktionieren - so hoffe ich.

    Grüße

    Oliver