Sommerdepression?

  • Ich hatte schon ausdauernd bauende Völker im Oktober! Das hängt m.E. mit der Volksentwicklung (junge Königin, aufstrebende EInheit o.ä.) und dem gleichmäßigen Futterstrom zusammen. Und mit dünnem Zuckerwasser bauen die Völker deutlich besser und ohne große Speicherzellen.


    Gruß Jörg

    Imkerforumstreffen 2019 am 8.-10. März 2019 in Kleinlüder

  • Das sehe ich auch so. Oft ist man erst bang, ob das noch gut geht und dann machen die unter portionsweisem, angepassten Füttern hübsch ihr Ding und werden noch groß, wo andere bereits den Popo im eingerichteten Winterquartier breit machen :lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich komme gerne mit einer Anschlussfrage auf Eure letzten Antworten zurück, Ralph, Jörg und Marion. Das mit der "Spur" hat sich bewährt. Mittlerweile verschwindet das dünne Futter auch im kleinsten Volk ziemlich schnell. So weit, so gut. Das meiste wird aber einfach eingelagert. Ein gewisser Bautrieb (unterschiedlich stark) ist überall zu erkennen, aber ich kann nicht sagen, dass die Post abgeht. Nur die Brutaktivität ist wieder richtig stark in die Gänge gekommen. Eigentlich wollte ich in zwei Wochen mit der Einfütterung (3:2) beginnen, damit ich dann zum Bettag hin etwa fertig bin. Bis dahin sollten sie noch weiter bauen, wenn möglich. Wie soll ich nun vorgehen?


    In alken betroffenen Einheiten ist offenes und verdeckeltes Futter vorhanden. Ich kann es mangels Erfahrung noch nicht so gut beurteilen, aber so langsam könnte sich trachtmässig auch wieder was zusammenläppern. Soll ich jetzt nochmals je 2,5kg Zucker (1:1) und in einer Woche gleich nochmals dasselbe und anschliessend dann dick (3:2) füttern? Oder jetzt nichts und in einer Woche nochmals dünn? Oder jetzt und in einer Woche je 1kg 1:1? Kann ich gar ein Hinausschieben der Einfütterung (3:2) riskieren?


    Mit bestem Dank,

    Tobias

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Kuckuck! ;)


    Ich habe den Völkern zwischenzeitlich nochmals etwas 1:1 gefüttert. Alle haben nun ordentliche Brutflächen (soweit ich das beurteilen kann) und den Rest der verfügbaren Fläche voll mit offenem und teils mit verdeckeltem Futter. Kaum Bautrieb. Ich fände den Wechsel auf 3:2 momentan falsch, aber spätestens in einem Monat sollte die Einfütterung weitgehend abgeschlossen sein. Soll ich einfach weiter 1:1 füttern?


    Danke!

    Tobias

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Kurz, knapp und trotzdem (selbst für mich) plausibel begründet. Perfekt, danke!

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Hallo Tobias,

    bei 1:1 brüten sie wie verrückt weiter und verbrauchen einen guten Teil des Futters wieder. Wenn Du jetzt wenig Varroa und 5 Brutwaben im Volk hast, reicht das schon dicke für den Winter, da sie sowieso noch bis Oktober weiterbrüten. Du kannst also ruhig den Rest des Futters auf einmal geben, bzw. gleich Sirup. Das mache ich oft erst Mitte September, da sonst wieder so stark verbrütet wird.

    Gruss, Jan

  • Danke, Jan. Sind aber nur Zanderwaben. Hm, ich füttere mal noch etwas 1:1, da mir der Platz insgesamt schon etwas knapp scheint. In den letzten Jahren hatten wir oft noch ziemlich milde Oktober- und teils auch Novembertage. Da auch schon einiges Futter in den Völkern ist, werde ich den Wechsel auf 3:2 um ein, zwei Wochen hinauszögern und dann auch erst gegen Ende September, Anfang Oktober fertig einfüttern. Ich denke, das liegt drin.


    Beste Grüsse

    Tobias

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Immer die vollen Waben an den Beutenrand schieben und die Mittelwände/Anfangsstreifen direkt ans Brutnest.

    Dann bauen gerade auch noch schwächere Einheiten auch bei kalten nächten.

    Zudem bauen sie so eher kleine statt große Zellen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo Tobias,

    ja, ich habe auch von DM/Zanderwaben gesprochen. Die Bienen `wissen`, wie stark sie in den Winter gehen wollen und erbrüten die entsprechende Menge Winterbienen, wenn genug Platz und Futter da ist. Das lässt sich nur begrenzt durch Zuckerwasser reizen, da dadurch immer wieder viel Brut und kurzlebige Bienen erzeugt werden und das Volk nicht zur Ruhe kommt.

    Grüsse, Jan

  • Jetzt mit Sirup einfüttern und Großportion führt zu schnellem verdeckeltem Ablagern.

    Mit "guter Trachtlage" fördert man das Brüten, und den Ausbau ebenso besser, also mit 1:1 oder dünner und in kleinen Portionen öfter.

    Junge Vokseinheiten kommen schon noch "zur Ruhe" aber später als große, etablierte Wirtschaftsvölker, denen es weder an Bau noch an Bienenmasse gefehlt hat. Die jungen Einheiten wissen eher, dass sie noch einiges an Aufzuchtbienen bzw dann zu erbrütenden Winterbienen brauchen, sie sind länger in der Wachstumsphase,

    lehnen sich was später entspannt zurück nach dem Motto "habe fertig".

    Ich denke, das soll und muss so sein.

    Und ein bisschen tricksen und tüddeln bringt da schon was.


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper