Einwinterung in Dadant - wieviele Rähmchen?

  • Hallo zusammen,


    wieviele Rähmchen gebt Ihr Euren Völkern denn zur Einwinterung - 10? 11? Geht mir um die Futtermenge, dass genug eingelagert werden kann.


    Danke :)

    Lg, Sebastian

  • Hallo,


    ich habe Dadant mod. 12er - Ich habe bis zum Einfüttern die Beuten voll mit Rähmchen und kein Schied mehr drin, dann wird eingefüttert bis das Gewicht stimmt... - das gibt den Damen meist genug Platz und Flexibilität damit sie sich ohne Behinderung auf den Winter vorbereiten können.



    Gruß

    Franz

  • Hi Sebastian,

    Futtermenge und Rähmchenanzahl ist abhängig von der Volksstärke (Altvolk, später/früher Ableger) und der Witterung bzw. der Region.

    Dazu gibt es bereits die ein oder andere Diskussion. Z.B. Futtermenge in Dadant

    Und immer schön aufpassen... 1:1, 3:2, kg, Liter, Trockenmasse, Leergewicht, Sirup, Zuckerwasser, verdünntes Sirup... Oben kommen Äpfel rein und unten kommen Birnen in der Kiste an.

    An zu viel Futter im Frühjahr ist noch kein Volk gestorben, aber ein eingeschnürtes Brutnest im Spätsommer/Herbst bringt es vielleicht schon vorher ins Nirvana. Manchmal lohnt es sich also die Planung und Rechnerei gegen eine freundliche Auskunft einiger Damen in der Kiste zu ersetzen und maßvoll am Futtergeschirr zu arbeiten.


    Gruß

    Flo

  • Das Gewicht muss stimmen, nicht die Wabenzahl.

    Und 10er-Dadandtler können gar keine 12 Waben reinhängen...

    Ich habe 12er, aber erfahrungsgemäß reichen auch bei stärksten Völkern 9-10 Waben vollkommen aus. Mehr habe ich daher auch nie drin.

    Allerdings wohne ich halt auch im Süden, wo die Winter kälter sind (Futterverbrauch geringer!), dafür das Frühjahr schneller kommt und meistens schon ab März, spätestens Anfang April Tracht da ist.


    Ich muss jedenfalls im Schnitt trotzdem noch 2 Futterwaben rausnehmen beim Auswintern.

  • Hi,


    hornet, Dir stimme ich voll zu! Hätte ich eine 10er Dadant würde ich auch nur 10 Rähmchen reinsetzen ;) - Übrigens ich habe nicht gesagt das ich 12 Rähmchen in meine 12er rein mache, sondern das ich "die Kiste voll mache und das Schied raus" - das war mein Punkt, den ich versucht habe zu machen!

    Egal wie viele Rähmchen Du drin hast, das Gewicht muss am Ende stimmen und das ist von jedem SEINEN Verhältnissen abhängig - da muss man Erfahrung sammeln. Im Zweifelsfall lieber etwas zu viel rein...


    Gruß

    Franz

  • Auf 12 Rähmchen auffüttern. Im Herbst dann vier Waben (2 Waben mit Futter und 2 Waben mit verdeckelter Brut) wieder rausnehmen.


    Aus zwei Völkern kann man so ein neues Volk machen.


    Alle Völker überwintern auf 8 Waben.


    Vorteile:


    1. Aus neueren Studien weiß man, daß wenn keine Bienen mehr nachschlüpfen, sofort Dauerbienen = Winterbienen entstehen. Fehlt die nachschlüpfende Brut aus den verdeckelten Brutwaben, werden die Bienen älter. In Zeiten des Klimawandels mit warmem Herbst und Winter, mit Trachtflug bis in den November (Gründüngung mit Senf und Co.), muss man den Bienen erklären, dass es Winter ist. Vor allem hier am Niederrhein.


    2. Mit der verdeckelten Brut werden die Varroen aus dem Volk gespült. Ist keine andere verdeckelten Brut mehr im Volk vorhanden, ist die dann durchgeführte Varroabehandlung hochwirksam. Bitte nicht mit Oxalsäure so früh träufeln. Die Bienen werden kurzlebig dadurch und von Oktober bis Frühjahr ist es zu lang. Besser dampfen oder andere bienenschonende Mittel wählen. Durch die frühe "brutfreie" Behandlung muss die Winterruhe nicht mehr gestört werden. Der "Ableger" wird hingegen intensiv behandelt.


    3. Alle späten Reserveköniginnen aus Begattungseinheiten (Apideas und Co.) finden eine sinnvolle Verwendung und der Überschuss an Völkern bietet Sicherheit gegen Ausfälle im Winter.


    4. Das leichte Einengen auf 8 Waben erleichtert das Schieden im Winter.


    Wegen Futter muss man sich keine Sorgen machen. Auf vier Futterwaben Dadant passen 4 x 4 kg Futter = 16 kg. Ohne Brut liegt der Verbrauch bei 1 kg Futter im Monat. In der Regel November bis Januar = 3 kg. Von Februar bis März mit Brut liegt der Verbrauch bei 4 kg im Monat. 3 x 4 kg Futter = 12 kg. Gesamtbedarf im Winter: 15 kg.


    Im Februar wird schon geschiedet, von da an ist man eh an den Völkern. Im März werden die Völker (Methode nach Bruder Adam) ausgeglichen.


    Also auf 12 Waben auffüttern, auf 8 Waben in den Winter. So mache ich es.

  • Bernhard: Profimethode, klingt alles plausibel. :thumbup:


    Für Kleinstimker wahrscheinlich eher nicht so ohne weiteres machbar. Soll ich dann nur auf 8 auffüttern? oder lieber 9, weil die länger brüten?


    Grüße

    Roland

  • Wenn man von solchen Koriphähen lernt und versteht, was sie einem vermitteln wollen, dann ist man auf einem guten Weg.

    :p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Auf 12 Rähmchen auffüttern. Im Herbst dann vier Waben (2 Waben mit Futter und 2 Waben mit verdeckelter Brut) wieder rausnehmen.


    Aus zwei Völkern kann man so ein neues Volk machen.


    ...

    Könntest du @BernhardHeuvel noch etwas zum Zeitpunkt der Methode sagen?


    Ich würde dies jetzt Mitte Oktober durchführen. Liege ich damit richtig?


    Ich habe zwar 10er Dadant, könnte mir aber eine Abwandlung „aus 4 mach 1“ vorstellen.


    Grüße vom Apidät

  • Hallo allerseits,

    danke für die vielen Tips - darauf, dass 10 Rähmchen auf jeden Fall ausreichen müssten, da sonst 10er Beuten nicht überwinterungsfähig wären, hätte ich natürlich auch selbst kommen können... :P

    Danke auch BernhardHeuvel für die schöne Erklärung!

    Grüße,

    Sebastian