Imker/-innen für Wachserzeugergemeinschaft gesucht

  • Wenn ich eine Analyse bekomme habe ich eine zugesicherte und definierte Qualität. Das läst sich doch einklagen...

    'Das Wachs ist nicht bei uns gekauft. Hier ist unsere Analyse.'


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ganz so einfach ist das nicht. Das läßt sich schon belegen, bzw. bezeugen.

    Habe zwar auch die Erfahrung gemacht dass bei so (ähnlichen) Geschichten die Gerichte Jahre brauchen, aber ob da der Händler Lußt drauf hat, oder man sich doch "einig" wird...?


    Ich persönlich würde dann auch eher Strafanzeige stellen, statt einen Zivilprozess anzustreben.

  • Naja, spekulieren, wie es der Butsche machen will brauchen wir nicht.

    Da kann er ja selber was dazu schreiben.

    Am Ende wird ja der Lieferant für jede Charge eine Rückstellprobe haben, mit der man ja die vermeintlich beanstandete schlechte Lieferung im Bedarfsfall vergleichen kann. Das liegt ja schon im Interesse des Lieferanten.

  • In einem anderen Faden zur Wachsproblematik hab ich schon mal geschrieben:


    • 2 Proben von jeder Anlieferung, eine als Rückstellprobe, eine wird mit n anderen zu einer Chargenprobe vermischt und eingeschickt, mit dem Labor absprechen wie und wieviel man da mischt, damit Verunreinigungen noch sicher erkannt werden.
    • Danach weiß man, ob alles sauber ist oder min. eine Anlieferung "versaut" war und kann dann immer noch einzeln beproben
    • Evtl. in den Regeln eine (teilweise?) Regressnahme vereinbaren, wenn unsauberes Wachs angeliefert wurde

    Mit den Rückstellproben kann man vermutlich auch gerichtsfest belegen, was Sache war. Ich gehe aber davon aus, dass eine Wachsgemeinschaft, wie Butsche sie anstrebt, eher nicht in solche Kalamitäten kommt. Ziel ist es ja nicht, Wachs/MW an irgendwen zu verkaufen, sondern für Mitglieder eine nachvollziehbare und sichere Möglichkeit zum Umarbeiten zu schaffen. Da sollte man davon ausgehen, dass zumindest das bewusste Bescheißen rausfällt und jeder bestrebt ist, möglichst nachvollziehbar sauberes Wachs anzuliefern. Regressandrohung dürfte das wirksam unterstützen ...


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Wir haben hier eine kleine Wachs Eg.

    Läuft folgendermaßen ab. Bei Anlieferung werden 2 Rückstellproben genommen und im Siegelbeutel aufbewahrt. Bei postalischer Anlieferung muss der Anlieferer selbst eine Rückstelprobe behalten und von uns wird eine Rückstellprobe genommen und eingelagert.

    Dann werden die angelieferten Mengen die nicht in sofort in die Eigenwachsumarbeitung gehen zusammengeschmolzen und Analysiert.

    Nach der Analyse erfolgt die Umarbeitung.

    Sollte bei der Analyse eine Verfälschung auffallen werden einzelproben gezogen und der verursacher tritt für den entstandenen Schaden ein.

    Angeliefert darf nur von uns umgearbeitetes oder Naturbauwachs/ Entdeckelungswachs werden.

    Funktioniert soweit ganz gut.

  • Ich möchte es nochmal aufgreifen:

    Wir haben hier eine kleine Wachs Eg.

    Läuft folgendermaßen ab.....

    Das ist ein ähnliches Verfahren, welches Martin (butsche) beschreibt. Und zu den Kosten, die das Wachs "erheblich teurer machen", würde ich erst einmal eine möglichst realistische Kalkulation anstellen. Mit Mindestmenge ist ja nicht die Routinemenge gemeint, sondern die kleinste zu liefernde Einheit (siehe das "+"):


    Um einigermaßen rentabel zu arbeiten, ist es erforderlich die Mindestmenge an angelieferten Wachs auf 10+kg zu setzen.

    Die Umarbeitung des Wachses würde im eigenen Hause erfolgen.

    Jeder, der in Ausrüstung investiert, mit der er Gewinn machen möchte, muss u.a. die Auslastung kalkulieren. Die hat den größten Einfluss auf die Stückkosten. Somit sind natürlich mehr Kunden besser - alles Binsenweisheiten. Dazu noch eine: Kleinmengen sind teurer als große Mengen.


    Somit steht man genau da wo man jetzt auch steht, nur das es mehr kostet und man ggf. ein besseres Bauchgefühl hat.

    Nein, steht man nicht; denn die Interessen einer Wachserzeugergemeinschaft sind durchaus andere als die von herkömmlichen Wachsumarbeitern:


    - die Qualität steht im Vordergrund und damit die Beschaffenheit von eingesetztem Rohmaterial (wird beprobt und gemessen, ggf. aussortiert)

    - der Prozess ist definiert (Chargen umfassen nur "gut gemessene" Einsatzmaterialien, die Umarbeitung beinhaltet keinen Fremdzusatz)

    - das Produkt wird analysiert und das Ergebnis transparent für den Erwerber gemacht.


    Bis hierhin reicht die "Pflicht".


    - eine Überwachung unabhängiger Dritter wird ggf. eingeschaltet; damit erhält man ein Urteil eines nicht Beteiligten (das wäre die "Kür").


    Diese Lösung würde den Wachspreis auf jeden Fall nach oben treiben.


    Auch das ist eine Binsenweisheit: Ohne Moos nix los. Leistung kostet mehr - entscheidend ist, wieviel mehr.

    Ich möchte nicht wissen, welche Kosten die Betroffenen investiert haben bzw. gerade investieren, um die Sache in den Griff zu bekommen. Den eigenen Einsatz nicht gerechnet...


    Vielleicht gibt uns butsche noch eine Idee, mit welchem Aufwand zu rechnen ist.


    Noch einen völlig anderen Aspekt, der immer wieder unter den Tisch gekehrt wird:


    Bienenwachs war mal etwas sehr Besonderes. Es ist durch die Art und Weise aller Beteiligten (!) - auch der Imker - zu einer "commodity" verkommen. Eine EG kann bestimmen, wer teilnehmen darf und wer nicht. Das ist schon eine Selektion auf solche, die Qualität wollen und dafür auch mehr bezahlen. Das macht übrigens die Industrie auch, die Bienenwachs von den Umarbeitern kauft.... ich wiederhole mich.


    Sorry, ist schon wieder zu lang geworden.


    Herzliche Grüße


    Rainer

  • Nein, steht man nicht; denn die Interessen einer Wachserzeugergemeinschaft sind durchaus andere als die von herkömmlichen Wachsumarbeitern:

    Hi,


    das bezog sich von mir nur auf ein Zertifikat, nicht auf eine Erzeugergemeinschaft.


    Das kam vielleicht nicht deutlich genug rüber.


    Aber ein Zertifikat bzw. ein QM ist für mich immer so vertrauenswürdig wie die Person, die dahinter steht.


    Wenn ich dieser ohne Zertifikat nicht traue, würde ich es mit Zertifikat auch nicht machen.


    Bei einer Erzeugergemeinschaft kann es anders aussehen.


    Gruss Joachim

  • Lieber Joachim,


    genau das ist es... Vertrauen gegen Transparenz schafft Vertrauen. Nicht das Stück Papier - völlig klar, das schafft es nicht! Es ist ohne Vertrauen nur ein Stück Papier.


    Frage ich meinen Imkerbedarfshändler nach dem Problem "Wachs", sagt der: "Wieso, wir haben doch das Siegel!" Das kann er sich schenken, wurde mehrfach kopiert und der Urheber ärgert sich genauso wie wir.


    Offensichtlich sind viele gar nicht daran interessiert, das bestehende System zu verändern. Haben einflussreiche Menschen Nachteile davon - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.


    Einen schönen Abend


    Rainer