Kö mit EWK erfolgreich von Begattungsstelle zurück - und nu?

  • Hallo Kollegen!

    Ich hab jetzt schon einige Male meine eigenen Königinnen von der Belegstelle begattet zurück und diese auch irgendwie eingeweiselt bekommen.

    Das "irgendwie" reicht mir aber nicht, sondern ich möchte meine Kö's sicher aus dem EWK herausbekommen und sicher einweiseln, ohne Verletzungen, ohne Einknäulen, ohne Abstechen.

    Spätestens seid diesem Jahr, im dem bei meiner Zucht irgendwie der Wurm drin war/ist, tut jeder Verlust einer Kö doppelt weh.

    Daher meine Frage:

    Was macht ihr mit einem EWK, das frisch von der Belegstelle kommt? 1-3 Tage ins Schutzhäuschen zum akklimatisieren oder direkt öffnen und einweiseln?

    In der Vergangenheit bin ich der Meinung, haben wir nicht sofort eingeweiselt und haben dann nach wenigen Tagen in Ruhe die Kö per Abfang-Clip aus dem EWK von der Wabe gefischt. Es sind zwar einige Bienen aufgeflogen, aber die Kö blieb auf der Wabe, hat sich nur immer auf die andere Seite der Wabe verkrümelt oder im Aufstiegsdom, aber das ist ok. Kö abgefangen und entweder unter Futterteigverschluss eingehängt oder sogar einfach einlaufen lassen.

    Dieses Jahr habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Bienen und die Kö nach der Reise (Sylt) sehr unruhig waren und direkt nach dem Öffnen des EWK's herausgeschossen sind.

    Eine unbegattete Kö ist direkt nach dem Einsetzen des EWK's ins Schutzhaus ausgeflogen und wart nicht mehr gesehen.

    Eine Begattete Kö, die ich einweiseln wollte, ist mit diversen Bienen sofort nach Öffnen des EWK's aufgeflogen, kam aber (zum Glück) fast direkt wieder zurück geflogen und konnte per Abfangclip eingesammelt werden.

    Gibt es eine Regel für das Einsetzen eines EWK's in ein Schutzhäuschen bei unbegatteten Kö's, sodass die Kö nicht mit den anderen Bienen sofort beim Öffnen rausgeschossen kommt? Z.B. erst abends das EWK ins Schutzhäuschen einsetzen oder zunächst nur den Bienenschlitz aufmachen?

    Sollte eine begattete Kö zunächst einige/mehrere Tage in Eilage sein, bevor sie eingeweiselt wird? Ist sie dann einfacher aus dem EWK zu fischen, da sie nicht mehr so einfach auffliegt? Und wird sie dann besser von dem Volk, in das sie eingeweiselt werden soll, angenommen, wenn sie schon mehrere Tage legt?

    Hier im Forum habe ich gelesen (ich glaube von Bernhard kam das), dass die beste Zeit und das beste Vorgehen, um eine Kö sicher einzuweiseln abends ist. Späten Nachmittag/frühen Abend (18.00Uhr?!?) alte Kö raus, ca. 2-3h warten, bis Weiselunruhe eingesetzt hat, dann die neue Kö unter Futterteigverschluss zuhängen. Hab ich noch nicht gemacht, hört sich aber solide an.

    Wie geht ihr vor? Worauf muss oder sollte ich achten? Wie nehmt ihr eine Kö aus dem EWK (MWK ist keine Alternative;-)? Und vor allem wann?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Andreas,


    nach Rückkehr der EWK lasse ich diese ersteinmal fliegen, dass sie sich beruhigen können. (Fluglochrosette auf Arbeiterinnenflugloch einstellen, nicht komplett öffnen - dann kann auch die Kö nicht raus). Dann stelle ich sicher, dass die Kö auch wirklich in Eilage ist. Erst dann wird zugesetzt.


    Zum Zusetzen hat sich bewährt, auf das Brutnest (des weisellosen Volks) ein Blatt Zeitungspapier (mit einigen Rissen, Löchern) zu legen. Eine Scheibe wird aus dem EWK herausgenommen und dann das komplette EWK flach auf die Zeitung gelegt. Evtl. muss eine Leerzarge aufgesetzt werden, um Platz zu geben. Du gehst praktisch vor, als würdest du zwei Völker vereinigen. Nur dass das eine doch wirklich nur ein Völkchen ist.


    Gruß

    Ludger

  • hi.

    Ich habe dieses Jahr einige Nachzuchten im ewk gemacht.

    Nach dem diese stiften habe ich dennoch weiter gewartet bis die erste brut verdeckelt ist.

    Dann hab ich das komplette Rähmchen in eine MiniPlus Beute mit Kabelbinder in rin Rähmchen gesetzt. Nun haben die schon eine solide Größe für die überwinterung erreicht.


    Natürlich kann man das Rähmchen auch in ein anderes Rähmchenmaß bringen. Mit einem Schied kann man super arbeiten.


    Mfg

  • Hallo Ralf, hallo Ludger!

    Vielen dank für die Hinweise! Genau das sind die Info's, die mir fehlten, um eine eventuelle Harvarie mit den EWK's und dem Volk zu vermeiden.

    Werde ich ausprobieren.

    Danke Siegener. Leider habe ich auch ein paar EWK's, die haben gar kein Rähmchen sondern eine Leiste, in die dar Anfangsstreifen eingelötet wird.

    Wie geht ihr dabei mit dem entweiseln vor? Reicht es beim Aufsetzen des EWK's, die Kö abends aus dem neu zu beweiselnden Volk rauszunehmen und dann das EWK über Nacht durch Zeitung getrennt aufzusetzen, ohne dass das ursprüngliche Volk selber anfängt nachzuziehen? Das Volk dann ein paar Tage in Ruhe lassen?

    Ralf : Warum sind die Mist? Nur 1 Wabe?

    Welche Alternative gibt es zum EWK? -> MWK? Was ist an den MWK's besser? Mehr Waben?

    Ja, MWK's finde ich grundsätzlich auch schöner, werden aber z.B. auf Sylt nicht angenommen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Andreas,


    Du magst es zwar bedauern, dass deine EWK "nur" eine Leiste mit Anfangsstreifen haben, aber letztlich ist das schon eine Verbesserung gegenüber der (alten) Version mit Rähmchen, da die zur Verfügung stehende Wabenfläche effektiv größer ist, als mit dem Rähmchen. Damit sind wir auch schon beim Problem der EWK. Sie sind einfach zu klein! Der Futtervorrat (bei Trachtmangel) reicht knapp für 14 Tage. Die zur Verfügung stehende Brutfläche ist so klein, dass die Königin gar nicht richtig anfangen kann Eier zu legen. (Macht das Einweiseln schwieriger, s.o.)


    Außerdem gibts hier im Forum die stehende Wendung: Bienen leben in Wabengassen, nicht auf Waben. Temperaturmanagement, Futterwege, alles verbessert sich, sobald die Bienen mehr als nur ein Wäbchen zur Verfügung haben.


    Unschlagbar sind EWK dafür beim Transport. Auf den Inselbelegstellen spielt dies aus organisatorischen Gründen eine wichtige Rolle. Außerdem hat die einheitliche Form den Vorteil, dass auf diesen Belegstellen nur ein System für die Unterbringung der Begattungseinheiten vorgehalten werden muss. (Schutzhäuschen) Ich selbst nutze EWK deshalb nur noch, wenn ich aus organisatorischen Gründen dazu gezwungen bin. Ansonsten nutze ich Mini Plus (oder noch größere Begattungseinheiten)


    Gruß

    Ludger

  • Hallo,


    wenn eine Belegstelle nur EWKs annimmt und Du dort beschicken möchtest, hast Du nicht viele Alternativen. EWKs haben den Nachteil das sie den natürlichen Bedürfnissen der Bienen nicht nachkommen, sie erlauben nicht wirklich das aus der "Bienenmasse" ein Volk wird. Die Reduzierung auf eine Rähmchen oder eine Wabe, bedeutet auch das Du die Königin nicht zu lange drin lassen kannst, da musst Du dich an einen Zeitplan halten der keinen Spielraum lässt - oder Du riskierst das sie abschwärmen wenn Du die Königin zu lange drin lässt.

    Di kannst aber EWKs benutzen die ein Rähmchenmaß haben, das zu Deinen Beuten kompatibel ist, dann kannst Du dieses Rähmchen in eine normale Beute oder Ablegerkasten packen mit dem ganzen Anhang, direkt nach der Rückkehr von der Belegstelle. Dann hast Du wieder die Flexibilität und eine natürlichere Umgebung für die Bienen - daraus kann dann ein Volk werden.


    Gruß

    Franz

  • Hallo Ludger!

    Danke für deine Ausführungen!

    Um EWK's komme ich leider nicht herum.

    Das leider bezog sich auch nur auf die Ausführung, das 1/3-Rähmchen samt Kö an ein anderes Rähmchen zu setzen und in eine Beute zu packen.

    Das geht mit diesen EWK's nur mit viel gefrickelt, da hier kein Rähmchen vorhanden ist. Vorteil, wie du schon sagst (womit auch geworden wird) ist das mehr an Platz.

    Kannst du hierzu noch mal was sagen:

    Reicht es beim Aufsetzen des EWK's, die Kö abends aus dem neu zu beweiselnden Volk rauszunehmen und dann das EWK über Nacht durch Zeitung getrennt aufzusetzen, ohne dass das ursprüngliche Volk selber anfängt nachzuziehen? Das Volk dann ein paar Tage in Ruhe lassen?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Je kleiner der weisellose Ableger, desto sicherer die Annahme. Ein Vollvolk und im Sommer und eine seit drei Tagen legende Königin ist eher.... ungünstig.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn ich keine Verwendung für die Königin habe und der erste Bienensatz geschlüpft ist, stecke ich das offene EWK +2-3 Waben(Fu, LW) in einen Ablegerkasten(geschlossen, nur 2cm Flugloch in Wabenmitte) die ziehen dann schnell auf die größeren Waben um, ausgeschnittene EWK-Brutwabe nach Wechsel mit Gummi in Baurahmen. Dann hat die Weisel erstmal mind. 4 Waben zur Verfügung zum Üben bis zur nächsten Honigschleuderung.


    Warum soll das nach Bernhards Methode- nach 18uhr- 2-3h Weiselunruhe abwarten- EWK aufgeklappt über Zeitung aufsetzen nicht gehen? Wenn das EWK bzw Kieler schon die ersten geschlüpften Bienen hatte, setze ich sie mit gezogenem Schieber über Gaze(mit Flugloch in Zarge) oder ASG auch auf Buckelbrütige und warte bis keine neuen Stifte im BR kommen.


  • Hallo Hamburger-Jung ,

    wir haben es heujahr so gemacht:

    - Königin in EWK suchen

    - Königin Abfangen

    - Bienen in 2-Waben-Kasten (normale Zarge mit Schieden) abstoßen

    -Wabe aus dem EWK rausschneiden

    -Ausgeschnittenes Waben-Stück dann in eine Leerwabe gelötet, bei der ich zuvor ein Stück rausgeschnitten hatte.

    Annahme war 1a, sie verbinden schnell das eigelötete stück aus dem EWK mit der Leerwabe und weiten das Brutnest von dort aus aus.

    Hab ich mir davor aber alles viel auwändiger vorgestellt, als es dann eigentlich war.

    Nächstes Jahr mit Apidea wird das leichter.
    Da kann man die 3 Rähmchen dann einfach an einen Oberträger mit Kabelbindern befestigen.
    Alternativ diese Teile verweden:
    http://www.bienenzuchtbedarf-s…-Raehmchen---DN-3491.html

    Mikrowellen-Essen aus biologischem Anbau lässt uns nur so leise aufstoßen, dass sich niemand belästigt fühlt.


  • Wenn das EWK (...) schon die ersten geschlüpften Bienen hatte, setze ich sie...


    Dann isses schon 18 Tage zu spät. Erst einen wahnsinns Aufwand betreiben mit Belegstelle & Co und dann brutal einbremsen 21 Tage auf einer Pseudowabe und dann wieder Galopp im Vollvolk. Völliger Quatsch.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Deiner Meinung nach also 3 (als Zeitspanne 2-5?) Tage warten und dann rein ins Volk?

    Wäre schön, wenn du auf Fehler aufmerksam machst, aber auch gleich konkret die richtige Antwort dazu schreibst, dann ist es für unwissende, die diesen Faden durchlesen einfacher und klarer.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Das Einweiseln in ein Vollvolk unter Last, also legende Königin gegen legende Königin tauschen mitten in der Saison geht nur (wenn überhaupt), wenn diese mindestens gleichwertig sind - im März ist es eine andere Baustelle. Eine Königin braucht aber Zeit, um auf Leistung zu kommen. Aber nicht auf einer handgroßen Wabe ohne Möglichkeit zu stiften.


    Also besser kleiner KS.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife