TuB - eine Nachfrage

  • Hiho,


    habe mich entschlossen diese Jahr meine Völker durch "Teilen und Behandeln" und ein paar die Milben und alt Waben zu erleichtern. Das Konzept scheint schlüssig und ich glaube ich weis was zu tun ist... mit Ausnahme eines kleinen Details. Die Zarge mit der der Flugling gebildet wird, soll eine "ausgeschleuderter Honigraum sein ", so weit so gut. Aber ist das nicht eine Einladung zu räubern? 11 Waben mit Honigresten direkt vor dem Flugloch? Oder besser ein paar Tage über einer Leerzarge putzen lassen?

  • Ganz richtig. Honigfeuchte Waben in einem schwachen Volk sind die perfekte Voraussetzung für Räuberei. Die Waben unbedingt vorher ausschlecken lassen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Man liest Mitte Juli - Anfang August. Manchmal auch Anfang Juli. Die Völker stehen in einer Kleingartenanlage, noch tragen sie ein.


    Ich schleudere am Freitag die Sommertracht. Dann Samstag teilen. Dann Samstag zum ausschlecken die HR über Leerzarge wieder auf die Völker und ein paar Tage später teilen.

    Wollte erst diese WE starten, dann wäre x+21 jedoch in eine Zeit gefallen, in der ich nicht zum Stand kann.


    Wie lange brauchen sie wohl um die Zargen zu reinigen?

  • Hallo Jan,

    Du kannst natürlich auch MW dafür verwenden. Der Flugling wird bei ordentlicher Ausgangssituation alles andere als schwach sein.

    Der Ralf sitzt bei Köln, quasi Norditalien. Ich habe gestern die ersten Völker TBEsiert. Komplett mit Anfangsstreifen - geht alles! Tausend mal besser als die AS-Tortur.

    Gruß Jörg

  • Man liest Mitte Juli - Anfang August. Manchmal auch Anfang Juli. Die Völker stehen in einer Kleingartenanlage, noch tragen sie ein.



    Wie lange brauchen sie wohl um die Zargen zu reinigen?

    Hallo,


    ich habe Samtag geschleudert, danach die HR wieder aufgesetzt. Heute trocken aufgefunden und abgeräumt.

  • Das große Problem an TBE und TuB und auch an den ganzen konventionellen Behandlungsmethoden mit AS und OS und so weiter, ist das schwächen der Völker. Sie gehen - wenn man es zu "sparsam" macht - als zu kleine Völker in den Winter. Dann ist das Sammeln der Frühtracht mühselig.

    Nur starke Völker bringen auch Honig. Und nur stark und gesund eingewinterte Völker wintern auch stark und gesund aus.

    Das ist wichtig jetzt zu beachten.

    JETZT werden die Wirtschaftsvölker für 2018 vorbereitet. Und die Kümmerer und Schwächlinge von heute, das sind die ausgeräuberten Völker und Winterverluste von morgen.

    Das heißt lieber weniger und starke Völker zu erzeugen, als viele kleine Völker. Volksstärke und Vitalität korrespondieren erheblich mit Honigertrag.

    Wer natürlich keinen Honig will, der kann auch kleine Wirtschaftsvölker erstellen, die eine Frühtracht und den Raps zur Entwicklung brauchen und dann zur Sommertracht erst richtig fit sind. Und was ist dann, wenn der Wald, die Linde, die Robinie und die Wiesen sowieso nicht mehr honigen?

    Dann wundert sich der Imker, dass er keinen Honig hat. Solche schwierigen Trachtjahre gibt es sicherlich zukünftig immer häufiger.

    Durch den Klimawandel geänderte Trachtbedingungen erfordern dann Anpassung auch beim Imker. Der Bien würde das genauso hinkriegen, wenn man ihn lassen würde. Der Imker ist in den meisten Fällen unflexibler als sein Haustier...

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Wer natürlich keinen Honig will, der kann auch kleine Wirtschaftsvölker erstellen, die eine Frühtracht und den Raps zur Entwicklung brauchen und dann zur Sommertracht erst richtig fit sind. Und was ist dann, wenn der Wald, die Linde, die Robinie und die Wiesen sowieso nicht mehr honigen?

    luffi du meinst so Jahre wie 2017 oder auch zum Teil 2015? Ich hab bei mir das Gefühl, es honigt fast nix mehr außer dem Wald.

    Da blühen kurz die Kirschen und Apfelbäume und bevor man sich versieht kommt Blatthonig vom Laubwald. Wander ich in den Raps bringen sie kurz etwas hellen Honig und schwupps nur noch dunkel.

    Also Früh-/Blütentracht kenn ich fast schon nicht mehr und finde immer mehr gefallen an etwas schwächeren Völkern ^^

    Hoffen wir der Wald bleibt uns noch lange erhalten und es kommt keiner auf die Idee hier die extrem schnellwüchsigen Bäume anzubauen die man dann alle paar Jahre zu Hackschnitzel verarbeitet.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Das große Problem an TBE und TuB und auch an den ganzen konventionellen Behandlungsmethoden mit AS und OS und so weiter, ist das schwächen der Völker. Sie gehen - wenn man es zu "sparsam" macht - als zu kleine Völker in den Winter.

    Zu diesen Konzepten gehört aber auch das Wiedervereinigen. Ich entscheide meist vor der endgültigen Einfütterung Anfang September, welche Völker stark genug sind für den Winter, dann liefern die über die Brutscheunen gebildeten Ableger oder Kunstschwärme die Bienenmasse. Außerdem ist das der Zeitpunkt, wo schwache Königinnen aussortiert werden. Die erkennt man daran, dass sie nach der TBE nicht mehr richtig durchstarten.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ja, Luffi hat recht.

    Aaaaber... (ich mach das mal, die anderen Nörgler scheinen ja gerade im Urlaub zu sein...)


    Die Völker nicht zu schwach bilden und maximal fördern (kontinuierlich füttern, Raum geben vs. eng halten usw.) ist klar.


    Mir fällt auf, dass so ein großer Eingriff im Sommer die Völker noch einmal, spät in der Saison, zu Höchstleistungen antreibt und man schon im Herbst die Qualität der Königin bzgl. Brutleistung erkennen kann. (Bei gleichen Voraussetzungen...) Dann weisele ich gern um und hatte in diesem Frühjahr wieder ein paar sehr gute Völker, die im Oktober '16 eigentlich schwach aussahen.


    Mein Fazit:

    Die Königin "macht" den Unterschied, ob das Volk zur nächsten Frühtracht stark oder schwächlich ist!


    Der Luffi hat ja offenbar schon besonders gutes Zuchtmaterial, aber mehr als voll können seine Kisten ja auch nicht sein... gelle?


    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg!


    Sicherlich war ich heute morgen etwas provokant. Aber das muss man auch Mal sein, wenn es an der Zeit ist. Und ich dachte mir die Zeit ist reif. Wie der Markus schon schrieb, kann man sich auch an kleine Völker schnell gewöhnen. Sie machen wenig Arbeit. Kaum Schwarmtrieb, kaum Honig. Aber das sollte nicht das Ziel der Bienenzucht sein. Vielmehr möchte man doch gesunde, ertragstarke und sanfte Bienen. Es gibt immer auf h wieder Völker, die bei geringerer Volksstärke mehr Honig bringen, weil sie langlebiger sind.


    Bienen die von der Varroamilbe geschädigt sind, die sind nicht langlebig. Darum TBE und TuB! Völlig richtig! Eine einzige Behandlung, wenn nur offene Brut da ist, ist einfach sehr viel effektiver und schonender für unsere Bienen.


    Aber ist das alles der richtige Weg?


    Wir verätzen unsere Bienen und vermindern deren Lebenskraft und verkürzen die Lebenszeit. Ich denke auch, wir müssen so weit kommen, dass wir unsere Bienen - wenn überhaupt - nur noch im Sommer anständig und wirkungsvoll behandeln.


    Jegliche Behandlung macht unsere Bienen kurzlebiger. Ich stelle mal folgende These auf:


    Zukünftig sollten wir ganz auf die Winterbehandlung verzichten und viel mehr Augenmerk auf eine effektivere Sommerbehandlung richten!


    Und noch was Jörg: Auch meine Kisten sind nicht voller mit Bienen als bei anderen. Viele Bienen und wenig Ertrag das darf nicht sein. Wir brauchen vitale Bienen mit ordentlichen Erträgen. Wenn es geht sollen diese sich dann auch gegen die Varroamilben selbst helfen können.


    Aber das ist eine andere Baustelle...

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Zur Ergänzung: ich plane die Wiedervereinigung fest ein. Ich hoffe das durch den Umstand das zwei Königinnen nach der Varroabehandlung parallel von 0 an Stiften, zur Vereinigung beide Volksteile stark sind und nach der Vereinigung ein stattliches Volk bilden, welches dann auch gut auswintert.

    Ich werde die Brutlinge mit Edelzellen bestücken. Für eine gezielte Umweiselung fehlen mir die Kö. Wenn das alles klappt kann man sich für nächste Jahr überlegen ob man im Frühsommer ein Satz Kös vorbereiten.


    Nach http://www.bienenundnatur.de/w…0/05_11Binder-Ableger.pdf klingt das so als würden (künstliche) Weiselnäpfe der Nachschaffung bevorzugt. Vielleicht lässt sich das auch auf die Brutlinge übertragen.

  • Ja bestimmt - aber um 'ne klasse Königin aufzuziehen, fehlt es an Bienen, an Schwarmlaune und am Frühling. So bleibt es Nachschaffung im Notprogramm, nur halt im Plastebecherchen. Der Natur ein Schnippchen schlagen und dabei tüchtig zu sparen funktioniert ....eher nicht.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ums sparen geht es mir gar nicht. Meine Kö sind allesamt aus dem Jahre 2016 oder 2017 mit Ausnahme einer, jedoch von unbekannter Abstammung, jedoch keine dabei die jetzt einen schlechten Dienst leisteten würde. Mir steht eine Zucht-Mutti zur Verfügung, von der würde ich Umlarven. Um jetzt einen Satz Königinnen zu bestellen fehlt mir die Not. Zum einen habe ich kein Vertriebsnetz, welches mir ein mehr an Honig danken würde, zum anderen ist die Zucht, mit der sich dann vornehmlich meine Frau beschäftigen wird, fest fürs nächste Jahr eingeplant. Ich bin aktuell zufrieden, wenn der Status Quo gehalten würden. Die Messlatte wird stets nach oben korrigiert, jedoch in kleinen Schritten.


    Letztendlich bedarf es, glaube ich, keiner Verjüngung. Dennoch stehe ich bei der Wiedervereinigung vor der Wahl, welcher der Kö ich den Vorzug gebe, oder die das vielleicht unter sich aus machen lassen, laut Liebig gewinnt wohl meistens die Brutraum-Kö.

    Das darf bei der Zucht-Mutti natürlich nicht passieren.