Welche Dochtgröße beim Nassenheider Verdunster bei Dadant Ableger?

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    Hallo,


    ich bin bzgl. Varroabehandlung unsicher und schwanke im Moment zwischen den Alternativen. Im Moment bin ich - nach langem hin und her - wieder bei Ameisensäure via Nassenheider Professional angelangt. Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist die Dosierung in Bezug auf meine beiden Völker.


    Die Völker sind noch recht jung, die Königin ist am Ende der Woche gerade mal eine Woche in dem einen bzw. 2 Wochen in dem anderen Volk. Die Völker dürften bis dahin auf knapp 6 Dadantwaben sitzen.


    In der Anleitung vom Nassenheider steht bei Dadant soll man den großen Docht nehmen, bei einem Ableger mit 6 - 9 Waben den kleinen Docht. Auch die Menge an Ameisensäure unterscheidet sich. Was nehme ich da jetzt? Den kleinen Docht um auf Nr. Sicher zu gehen und ggf. ein zweites Mal behandeln?


    Besten Dank im Voraus für Antworten!


    Gruß

    Ben

  • Mir ist eben unklar in welche Kategorie meine Völker fallen.


    Gehe ich nach Beutengröße (Dadant) wäre es der große Docht, 25ml pro Tag und 250ml insgesamt.


    Gehe ich danach das es sich ja um einen Ableger handelt der mit Ach und Krach auf 6 Waben sitzt wäre es kleiner Docht, 15ml pro Tag und 150ml insgesamt.


    Welches ist die richtige Angabe?

  • Hallo Ben,

    lass die Finger von der AS.

    Das Funktioniert nur wenn der Kasten von Bienen überquillt, denn der Wärmehaushalt des Volkes in der Beute muss stimmen,

    bei einer 12 wer, oder 10 ner, Dadant ist das schwer hinzubekommen. Zu viel Leerraum der nicht durch die Bienen gewärmt wird,

    es müssen ja so zwischen 25 bis 30 ml. pro Tag verdunstet sein, sonst hat es keinen Erfolg.

    Versuche es doch einmal mit Oxalsäure zum Spühen.

    Ein neues Mittel soll ab ende Juli über die Apotheken zu beziehen sein, es heißt Varromed und wird im DETSCHES Bienen JURNAL

    Ausgabe 7/ 2017 Vorgestellt und die Anwendung beschrieben.

    Alles Andere halte ich in deinen Fall für nicht angebracht,

    Außer natürlich Milchsäure,Thymol , und, und, und.

    Deine Völker sind Jung,und die Kös. sind in diesem Alter noch recht anfällig, gegen härtere Eingriffe durch den Imker.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Ben,

    lass die Finger von der AS.

    Das Funktioniert nur wenn der Kasten von Bienen überquillt, denn der Wärmehaushalt des Volkes in der Beute muss stimmen,

    bei einer 12 wer, oder 10 ner, Dadant ist das schwer hinzubekommen. Zu viel Leerraum der nicht durch die Bienen

    es müssen ja so zwischen 25 bis 30 ml. pro Tag verdunstet sein, sonst hat es keinen Erfolg.

    Versuche es doch einmal mit Oxalsäure zum Spühen.

    Ein neues Mittel soll ab ende Juli über die Apotheken zu beziehen sein, es heißt Varromed und wird im DETSCHES Bienen JURNAL

    Ausgabe 7/ 2017 Vorgestellt und die Anwendung beschrieben.

    Alles Andere halte ich in deinen Fall für nicht angebracht,

    Außer natürlich Milchsäure,Thymol , und, und, und.

    Deine Völker sind Jung,und die Kös. sind in diesem Alter noch recht anfällig, gegen härtere Eingriffe durch den Imker.


    Gruß Jürgen

  • Warum hast du Zweifel, steht doch alles in der Anleitung. Dazu ist doch eine Anleitung geschrieben worden, damit man damit Erfolg hat

    Bandwurm, nimm s mir nicht Übel,

    aber das ist einfach Schwachsinn,und Zeugt von einer nicht Ausgereifter Erfahrung, die hier aber gefragt wurde.

    Papier ist eben geduldig, es lässt sich viel drauf schreiben, und es lässt sich in der Realität aber oft kaum so umsetzen wie beschrieben.


    Gruß Jürgen

  • Warum hast du Zweifel, steht doch alles in der Anleitung. Dazu ist doch eine Anleitung geschrieben worden, damit man damit Erfolg hat

    Bandwurm, nimm s mir nicht Übel,

    aber das ist einfach Schwachsinn,und Zeugt von einer nicht Ausgereifter Erfahrung, die hier aber gefragt wurde.

    Papier ist eben geduldig, es lässt sich viel drauf schreiben, und es lässt sich in der Realität aber oft kaum so umsetzen wie beschrieben.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Jürgie,


    danke für die Antwort.

    Versuche es doch einmal mit Oxalsäure zum Spühen.

    Oxalsäure kenne ich nur als Mittel zur Restentmilbung im Winter, da es nicht in die Brut geht. Funktioniert dass denn auch im Sommer? Da müsste man sicherlich mehrmals behandeln.

    Ein neues Mittel soll ab ende Juli über die Apotheken zu beziehen sein, es heißt Varromed und wird im DETSCHES Bienen JURNAL

    Varromed ist laut der Packungsbeilage (https://myhealthbox.eu/de/view…1724808690430557b/leaflet) wohl eine Mischung aus Oxalsäure und Ameisensäure zum träufeln - hätte ich da nicht das gleiche Problem wie mit reiner Ameisensäure, sprich dass es der Königin zuviel wird?

    Außer natürlich Milchsäure,Thymol , und, und, und.

    Thymol-basierte Stoffe war das andere was ich überlegt hatte. Apilife Var um genau zu sein. Hier scheint mir die lange notwendige Behandlung von 6 - 8 Wochen wie z.B. die Uni Hohenheim (https://bienenkunde.uni-hohenh…rroa/Thymolpraeparate.pdf) empfiehlt Problematisch zu sein. Wenn's nicht klappt kann man es nicht wiederholen.


    Milchsäure hätte doch das gleiche Problem wie auch Oxalsäure (und letztlich auch Thymol) - geht nicht in die Brut, muss also mehrmals angewendet werden und kann dann nicht wiederholt werden wenn's nicht klappt, oder?


    Schwieriges Thema.

  • Wichtig bei der Verwendung von Ameisensäure ist, dass die Konzentration von Säuredampf in der Stockluft stimmt - also genug, um zu wirken und nicht zu hoch, um die Bienen nicht mehr als nötig zu belasten.

    Die Dochtgröße bestimmt vor allem die Menge an AS, die aus der Flasche auf die Verdunsterfläche gelangt, die benetzte Fläche auf dem Flies und die Temperatur wie viel auch wirklich verdunstet.

    Bei mir war die Beutengröße daher meist passender für die Wahl der Dochtgröße als deren Belegung. Trotzdem würde ich bei Unsicherheit immer mit der kleineren Alternative anfangen. Im Zweifelsfall verlierst du beim Ändern dann einen Tag Behandlungsdauer, weil die Säure einen Tag nicht wirkt und kannst auf den größeren Docht wechseln und ggf. sogar Säure nachfüllen, um den Tag wieder anzuhängen. Hast du den Docht zu groß gewählt und stark überdosiert, gibt es danach nix mehr zu behandeln.


    Ergänzung:

    Deshalb einen Tag laufen lassen und sehen, ob die Menge, die in der Verdunster-Flasche fehlt zur empfohlen Menge für die Beute passt. Falls nicht, Docht wechseln. Dabei Schutzausrüstung nicht vergessen, Docht mit Zange/Pinzette wechseln und möglichst nix einatmen - auch nicht vom entnommenen Docht, den man an der Luft trocknen lassen und dann wieder verwenden kann. Anschließend nochmal Gedanken drüber machen, wie schön es ist, dass man nicht in der Beute sitzen muss.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Amape () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Seit diesem Jahr gibt es eine Zulassung für Oxalsäure zum Sprühen. Das geht dann auch mehrmals. Dazu habe ich aber keine Erfahrung. Sehr gut funktioniert Oxalsäuredampf, hat aber in Deutschland keine Zulassung.


    Milchsäure sprühen hat bei mir nie so gut funktioniert, kann aber auch an meiner Umsetzung gelegen haben.


    AS wirkt vermutlich auch nicht so toll in die Brut wie immer mal wieder behauptet wird, aber bei einer Dauer von deutlich über einer Woche erwischt man die meisten Milben ja auch irgendwann mal außerhalb.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Danke für die Infos.


    So, nach einer schlaflosen Nacht - na gut so schlimm war es auch nicht - bin ich jetzt bei folgendem angelangt. Im Prinzip sollte ich erstmal schauen wie hoch der Varroabefall eigentlich ist. Evtl. kann ich den Bienen ja noch 1 - 2 Wochen ungestörtes brüten gönnen. Deshalb:


    Plan

    In Kürze: Gemülldiagnose, bzw. eigentlich Puderzuckermethode - aber da fehlt mir noch der Schüttelbecher - oder der passende Draht zum selber bauen.


    • Bei klar zu hohem Befall (> 25 Milben): Behandlung mit AS via Nassenheider
    • Bei grenzwertigem Befall, weitere Beobachtung in kurzem Abstand (alle 3 Tage Gemülldiagnose bzw. 1x wöchentlich Puderzucker)
    • Bei niedrigem Befall: Behandlung mit AS zum 31.7.


    Warum AS?

    Das wirkt kurzfristig, senkt also die Milbenzahl schneller. Thymol braucht recht lange und da ist es wohl auch eigentlich schon zu spät für. Milchsäure und Oxalsäure müsste ich mehrmals sprühen, was auch einen längeren Zeitraum bedeutet - und potentielle Behandlungsfehler durch Überdosierung wg. unfähigem Anfänger.


    Warum Puderzucker?

    Ist laut Uni Hohenheim aussagekräftiger als die Gemülldiagnose, zumal ich am Stand auch einiges an Ameisen habe - zumindest in dem einen Ableger - was einen weiteren Unsicherheitsfaktor in der Gemülldiagnose einbringt.


    Warum zum 31.7.

    Auch hier Verweis auf die Uni: https://bienenkunde.uni-hohenh…er_Behandlungskonzept.pdf da ist das als letzter Termin angegeben.

  • Welche Dochtgröße?


    Wie von Amape schon erwähnt scheint die Beutengröße der wichtigere Punkt zu sein. Letzlich geht's um den Gasdruck der Ameisensäure in der Beute - der muss hoch genug sein um die Milben zu schädigen, aber niedrig genug um die Bienen nicht zu verletzen. Größere Beute => Mehr Ameisensäure notwendig um den gleichen Druck zu erreichen. Die Bienen können dem eigentlich nur durch ausfächeln begegnen. Wieviel sie fächeln können hängt natürlich davon ab wieviele Bienen es sind, aber letztlich dürfte die Größe des Fluglochs die entscheidenere Rolle spielen.



    Bei Dadant wäre es also der große Docht. Sicherheitshalber werde ich aber mit dem mittleren Beginnen und nach 2 Tagen kontrollieren wieviel verdunstet ist. Sollte das zu wenig sein, wechsele ich auf den großen Docht.

  • Hallo!


    Letzlich geht's um den Gasdruck der Ameisensäure in der Beute - der muss hoch genug sein um die Milben zu schädigen, aber niedrig genug um die Bienen nicht zu verletzen.

    Naja, nicht Gasdruck... Die AS wird in der Umgebungsluft gelöst. Die Konzentration der AS in der Luft ist also ausschlaggebend. Also: Je grösser die Beute, desto mehr Luftvolumen, desto mehr AS wird benötigt, um eine bestimmte Konzentration zu erreichen. Das ist unabhängig von der Bienenmasse. Also das stimmt dann wieder:

    Größere Beute => Mehr Ameisensäure notwendig um den gleichen Druck zu erreichen.



    Also ja: Die Wahl des Dochtes und der Menge ist rein nur von der Grösse der Beute abhängig. Für Dadant beim Nassenheider als den grössten Docht mit 290 ml AS (60% glaub warens..). Ziel ist aber natürlich die korrekte Verdunstungsmenge, nicht die Dochtgrösse! Deshalb Verdunstungsmenge kontrollieren, sind ja bei Dadant glaub ca. 25ml/Tag.


    Da wir hier von Jungvölkern reden: Wurden diese über Kunstschwärme gebildet, oder über Brutableger (oder ähnliche)? Wurden diese dann im brutfreien Zustand mit Oxalsäure behandelt?