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Wann Behandlung mit Ameisensäure starten

  • Liebe Bienengemeinde :),

    gestern habe ich die Honigräume abgeräumt und abends dann eine Runde Futter verteilt. Eigentlich wollte ich am Wochenende die Ameisensäurebehandlung mit dem Nassenheider Professional starten. Jetzt habe ich bei der Durchsicht diese Woche (beim Einlegen der Bienenfluchten) allerdings gesehen, dass in meinem besten Volk (bisher unterwegs mit grüner Königin) eine stille Umweiselung stattgefunden haben muss. Die grüne Königin läuft noch stiftend über die Waben. Allerdings ist auch eine offene (geschlüpfte) Umweiselungzelle drin. Jetzt weiß ich natürlich leider nicht, wann die Nachschaffungskönigin geschlüpft ist. Was tu ich nun? Wenn ich jetzt die AS-Behandlung starte, kann das nicht gut für die neue Königin sein. Wenn ich allerdings mit der AS-Behandlung warte bis die "Neue" stiftet, müsste ich vermutlich die Behandlung bei allen Völker verschieben? Sonst ist in drei Wochen bei den anderen Völkern auffüttern angesagt, während das "Nachzüglervolk!" noch mit der AS kämpft? Wie mach' ich das am Besten?? Da gibt es doch bestimmt eine "ideale" Vorgehensweise?

  • Hallo Resl,


    Wenn du diese Wochen schon gesehen hast, dass die neue Königin geschlüpft ist, dann wird voraussichtlich nächste Woche die Begattung stattgefunden haben. Ameisensäure ist für eine junge Königin immer schlecht, andererseits ist beim Verdunster die Konzentration längst nicht so hoch wie beim Schwammtuch.


    Wenn ich du wäre würde ich die übrigen Völker in jedem Fall wie geplant behandeln, und beim Umweiselungsvolk noch eine Woche warten, auch wenn das einen zusätzlichen Aufwand bedeutet.


    Wenn du das Auffüttern mit allen Völkern um eine Woche verschiebst bist du Mitte August, was doch ein guter Zeitpunkt ist :)


    Beste Grüße


    Peter

  • Wann Behandlung mit Ameisensäure starten?


    Wenn nicht jetzt wann dann 😀

    außer du wärst ein Spättrachtimker und würdest auf die Heide warten.


    Heute wird ab geschleudert, dann 5 l Zuckerwasser und ab Mitte bis Ende dieser Woche wird auch AS behandelt.....

  • @ Elbdorfbiene Das ist ein Kompromiss :). Ich will ja nicht mein "Lieblingsvolk" riskieren!
    Dann füttere ich diese Woche noch ein bisschen ein, damit sie alle die Wartezeit besser überstehen. Von draußen scheint fast gar nix mehr rein zu kommen. Die Linde ist schon mal total ausgefallen in diesem Jahr. Ich hatte noch nie so viele Angriffe beim Honig runter nehmen wie gestern... sowohl Bienen, als auch Wespen waren außer Rand und Band, obwohl ich mit Bienenfluchten und abends gearbeitet habe...

  • Wann Behandlung mit Ameisensäure starten?


    Wenn nicht jetzt wann dann 😀

    außer du wärst ein Spättrachtimker und würdest auf die Heide warten.


    Heute wird ab geschleudert, dann 5 l Zuckerwasser und ab Mitte bis Ende dieser Woche wird auch AS behandelt.....

    Mir ging es ja nicht um die "normalen" Völker, sonder darum, ob ich das Nachweiselungsvolk mit behandeln soll, oder eben ein Volk zeitversetzt getrennt behandeln...

  • Habe am Wochenende bei Pia Aumeier gelernt: Mit Ameisensäure erst behandeln, wenn mehr als 10 Milben pro Tag auf der Windel liegen (3 Tage einschieben). Das kann durchaus erst im September sein.

  • Hallo Rolfpaul,


    so sehr ich Frau Aumeier schätze:


    1. Der Milbenfall sagt nur eingeschränkt etwas über den tatsächlichen Befall aus


    2. Zu warten, bis nach Milbenfall behandelt wird halte ich für fahrlässig. Die Winterbienen werden hauptsächlich im August erbrütet, dafür sollte die Milbenpopulation möglichst stark dezimiert sein


    3. Wenn man wie angegeben entsprechend lange wartet behandelt man die Winterbienen gleich mit, was unnötig ist



    Beste Grüße


    Peter

  • Im September wird die untere Temperaturgrenze für Behandlung mit AS60% oft gerissen, also was soll der Quatsch, dann erst mit einer Behandlung zu beginnen ?!

    Was für Spättrachtimker ein Kriterium sein mag, sollte für Imker, die mit der Linde , die Honiggewinnung abschließen, nicht als "gelernt" übernommen werden. Warum soll ich weitere Bienenbrut mit einer potenziell steigenden Varroapopulation belasten, wenn ich ab Mitte Juli wirksam (be)handeln kann.

    AS ist ja nur eine mögliche Methode bzw ein Baustein im Jahresverlauf. Wenn ich vorher schon ohne AS handele, erreiche ich die Schwelle im Herbst erst gar nicht.

    Gruß Fred

  • Die mathematisch Funktion biologisch ungehemmter Vermehrung führt zur Erkenntnis: Zur Verhinderung einer Populationsentwicklung (hier Varroa) ist ein möglichst früher Eingriff besser wirksam als ein später. Hintergrund dafür ist, dass eben keine 100 %ige Abtötung erfolgen kann, sondern immer ein gewisser Teil ungeschoren davon kommt. Wären das 10 % überleben bei 500 Milben z.B. 50; jedoch überleben bei 2000 Milben dann schon 200!


    Hinzu kommt noch der Zeitpunkt: jetzt werden noch keine Bienen erbrütet, die den Winter komplett überleben. Das kommt erst noch. Insofern kann der Bien die üblichen Kollateralschäden bei Jungbienen jetzt noch gut ausgleichen.


    Behandeln !

    Meine Meinung


    Rainer

  • Ich würde empfehlen was die Pia Aumeier sagt, denn ich will im Frühjahr wieder Völker verkaufen.

    Nein Scherz beiseite, da würden mir die Bienen leid tun.

    Ich habe früher, bevor ich meine jetztige Varroabekämpfung machte schon öfters erlebt, dass ein Volk M. August schon nicht mehr das Winterfutter abgenommen hat, weil der Varroadruck zu hoch war.

    Ende dieser, beziehungsweise Anfang nächster Woche geht es bei mir los mit der Ameisensäurebehandlung und da bin ich heuer etwas später dran, da ich aber Ableger und Schwärme schon mit Milchsäure in der brutfreien Zeit behandelt habe, habe ich nicht unbedingt den Zeitdruck, aber bei einem Wirtschaftsvolk, dass obendrein nicht geschwärmt hat ist es jetzt höchste Eisenbahn.

  • Liebe Resl, hast Du erwogen, das umweiselnde Volk ggf. zu teilen, um

    a) einen brutfreien Teil für die Betreuung der Prinzessin noch unbehelligt von AS zu lassen (wenn die Annahme zutrifft, daß sich >90% aller Varroen in der Brut befinden, hättest Du mit der Entnahme der Brutwaben nur noch <10% der jetzigen Varroalast in diesem Volksteil - ganz ohne Behandlung) und

    b) den Teil mit (bienenfreien) Brutwaben, alter Kö. und einigen Honigraumbienen zur Brutpflege an einer neuen Stelle zu platzieren (Flugloch einengen!) und getrennt zu behandeln? Später, wenn die neue Kö. stiftet, könntest Du ja - nach Entnahme der alten Kö. - rückvereinigen.

    Sonderfälle brauchen Sonderlösungen - nicht Schema F.

    I.ü. liegt hier z.Zt. die Varroalast unter dem Schnitt der Vorjahre. Trotzdem hat Beemax (#10) prinzipiell recht.

  • Ich würde empfehlen was die Pia Aumeier sagt, denn ich will im Frühjahr wieder Völker verkaufen.

    Lieber Franz Xaver,


    allgemein schätze ich Deine Beiträge sehr, jedoch muß ich hier widersprechen. Gerade weil ich sehr oft tue, was die Pia Aumeier sagt, kann ich jedes Frühjahr Völker verkaufen. In den letzten 5 Jahren habe ich tatsächlich nur ein Volk nicht über den Winter bringen können.

    Ich bin mir aber durchaus bewußt, daß viele Wege nach Rom führen.


    Beste Grüße


    Dirk

    Prüfet Alles und wählet das Beste!


    Erst kommt das Fressen, dann die Moral!

  • Normalerweise könnte man sich persönlich viele Beiträge sparen, da es jeder Imker ohnehin besser weiß.


    Nach langer Praxis habe ich mir mein persönliches Varroakonzept in Anlehnung an viele Lektüren, bzw. der Ratschläge der Bieneninstitute, denen man zwar auch nicht alles glauben darf, daher muss man es auch selbst ausprobieren, erarbeitet.


    Zwei Dinge regen mich aber meistens auf. Immer wieder behaupten Imker, dass das Drohnenbrutschneiden im Gefüge eines durchgängigen Konzeptes nicht nötig wäre, ich halte das aber für sehr wichtig.


    Siehe auch die Hinweise der bayerischen Landesanstalt in Veitshöchheim.

    https://www.lwg.bayern.de/bien…nkheiten/163389/index.php



    Warum wird wohl dieses Institut auch den Ratschlag, sofort im Juli mit der Varroabehandlung zu beginnen, falls keine Spättracht mehr zu erwarten ist anraten?

    Dies hat sich in vielen Jahren Praxis bei mir durchaus als die wichtigste Methode der erfolgreichen Überwinterung herauskristallisiert.

    Meiner Erfahrung nach ist es im August meist schon zu spät, um die Spitze der Varroapopulation zu nehmen und damit gesunde Winterbienen zu erzeugen.


    Siehe nachfolgend Seite 2 Sommerbehandlung.

    Solange ich imkere und mich keine unvorhergesehenen Ereignisse aus dem Zeitplan werfen werde ich weiterhin so verfahren.


    https://www.lwg.bayern.de/mam/…_2._druckversion__kob.pdf