Oxalsäureverdampfung im brutfreien Volk im Sommer bei hohen Temperaturen

  • glycerintücher

    Keine Tücher sondern Pappstreifen. Rezeptur hab ich nach Vorbild von AluenCAP aus Argentinien.

    Buchbinderkarton 2mm stark und davon 3cm breite und 35cm lange Streifen schneiden (ich mach A4 über die Breite von 21cm für meine Zanderzargen und häng die dann mit einem Zahnstocher einzeln rein und biege die nicht.

    Dazu wird 1kg Glycerin auf ca. 60Grad erwärmt und dann 600gr Oxalsäure hinzugegeben. Die Temperatur fällt dann auf 35-40 GRad und wird nochmal auf etwa 60 erwärmt. ja nicht zu warm und nix daneben kommen lasssen, sonst bedampfst dich am Ende in der Küche ^^

    Diese Menge sollte für 80 solcher Streifen reichen. Behandlungsdauer wird mit 3-4 Wochen angegeben aber 6 Wochen sind besser.

    Hab in Peru ein Volk gesehen wie es vor und nach der Behandlung aussah, konnte aber keine Varroen auszählen-leider.

    Die Schadschwelle wird jedoch offensichtlich auf ein unschädliches Level gedrückt. Dabei ist zu beachten, dass die Völker dort immer Brut haben.

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    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo,


    Funktioniert auch mit Tüchern.

    Futtertasche 2 Waben breit immer mit ein wenig Futter füllen. Die getränkten Tücher beidseitig so über den Rand hängen, dass die Bienen beim holen des Futters über die Tücher laufen müssen. Müssen aber stabilere Tücher sein, keine "zewa wisch und weg". Habe die Versuche nicht selber gemacht, aber bei einem Imkerfreund begleitet. Leider kann dieser die Auswertung nicht mehr liefern. Mc Fly dürfte ihn kennen. Ist aber alles noch im Versuchsstadium. Erfolgskontrolle ist dringend erforderlich.

    Viele Grüße

    14301

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

  • danke für die Hinweise.

    Ich habe diese shoptowel's ( zellulosewerkstatttücher) verwendet, wie von Oliver empfohlen bzw. Auf den Videos zu sehen.

    Vielleicht ist die hier erhältliche Variante ungeeignet.

    Das mit den streifen nach aluencap habe ich noch nicht probiert, da mein wabenabstand von 32mm mich befürchten lässt, dass die brut eingeschränkt wird.

    Überlege nun mittels Dampferzeuger, zwischenrohr und Wärmetauscher Zuckermaische20%(turbohefe) in varomortaugliche Stärke umzuwandeln.

    Mal sehen.

    MFG tilo

  • Gibt es einen Grund warum man Glycerin nimmt?

    Zitat

    Dazu wird 1kg Glycerin auf ca. 60Grad erwärmt und dann 600gr Oxalsäure hinzugegeben.


    ..und warum frage ich?

    Besteht da nicht die Gefahr der Eintragung auf/ in das Wachs im Bruttraum?

    Oder geht man davon aus, dass die Bienen des Pappstreifen mit dem Glycerin inkl. der OS einfach abtragen/ nagen?


    Zitat

    ich mach A4 über die Breite von 21cm für meine Zanderzargen und häng die dann mit einem Zahnstocher einzeln rein und biege die nicht.

    diesen Satz habe ich leider nicht ganz verstanden.


    Jonas

  • Hmm, kann man dieses Pappstreifen- Tücher-Konzept irgendwie auslagern?
    Es scheint ja was Neues zu sein und unter >Verdampfung findet das dann hinterher wieder keiner...


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • glycerin hält den Streifen Feucht. Auch über 6 Wochen und länger.


    Wie gesagt muss ich hier meine Versuche noch untersuchen lassen. Aber da ist selbst die weltweite Wissenschaft schon daran und laut Hersteller keine Bedenken.


    Abgenagt wurde bei mir bisher nichts. Solange die Pappe feucht aussieht wirkt sie auch noch. Sie quillt natürlich mit der Zeit ein wenig am Rand auf.


    DIN A4 Buchbinderpappe mit ca. 21x29.7cm gibt knapp 10 stück 3cm breite Streifen x 21cm länge.

    Bin da aber in den Anfängen und hab für nächstes Jahr weitere Ideen bei denen die Streifen am Rähmchenholz angebracht werden und somit auch ein Belaufen erfolgt.

    Gerade bei Ablegern wäre es eine Option oder wenn man bei den Wirtschaftsvölkern im Juli den WabenBau erneuert.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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  • Hallo 14301.

    Diesbezüglich War ich mit Simon im Austausch und hatte ihm auch nach meinen Versuchen mit Schwammtüchern/Papier/Zewa von den Arbeiten in Südamerika berichtet.

    Tücher funktionieren auf Oberträgern und sonstigen Flächen solange die Bienen diese belaufen müssen. Daher hatten die meisten mit ihren Versuchen Probleme und erst Simon kam mit der Idee sie dazu zu zwingen indem er das Futter so anbot, dass sie darüber mussten.

    Gerade bei 1 zargigen Völkern waren die Tücher wenig wirksam, bei 2 zargigen zwischen den beiden Zaren angebracht funktionierten sie.

    Die Pappstreifen hatte ich auch nicht für wirksam genug gehalten, aber die Bilder eines Ablegers dem ich bei mir 0 Chancen gegeben hätte und dann das Glück ihn vor Ort nach 6 Wochen Behandlung sehen zu können haben mich dann veranlasst es selbst zu prüfen.

    Mit Simon War ich der Meinung die Behandlung reicht bisher nicht als alleinige Behandlung aus. Aber selbst bei Versagen der z.b. 1. AS Behandlung würde man damit die Schwelle unter der Sxhadschwelle halten und könnte bei der 2. Behandlung noch vieles retten.

    Also weniger Risiko für Imker und Bienen. So eine Art Schutzbrief.

    Laut Simon ist ja auch Dr. Liebig an Versuchen. Hab da aber keine Infos dazu.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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  • also das Belaufen der Streifen wird wohl keine Wirkung haben. Diese müssen zerschrapelt werden, damit im bienenpelz die oxs.

    verteilt wird und hier ist das Problem, weil sich die Bienen damit schwer tun.

  • also das Belaufen der Streifen wird wohl keine Wirkung haben. Diese müssen zerschrapelt werden, damit im bienenpelz die oxs.

    verteilt wird und hier ist das Problem, weil sich die Bienen damit schwer tun.

    Genau darin liegt die falsche Annahme. Es muss nix zerschrappelt werden sondern es reicht das Belaufen, also der Kontakt.

    Simons Osinaltücher wurden bei Einzargern wirksam, wenn er in der Mitte ein wenig Futterteig anbot. Das Glycerin verhindert zudem ein zernagen des Trägermaterials.

    Wenn es zernagen wird ist es schon wieder nicht mehr wirksam da trocken.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
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  • Hallo Markus,


    ich war letzten Sonntag bei einem Vortrag von Dr. Liebig. Die Sache mit der Futtertasche stammt vom ihm. Simon hat ja die Tücher auf die Oberträger gelegt und einen Kleks Apifonda in die Mitte gegeben, als Anreiz für die Bienen, die Tücher zu belaufen. Die Futtertasche ist praktisch eine Fortentwicklung von Dr. Liebig. Die generelle Einschätzung zu der Sache ist unverändert und deckt sich mit Deiner Einschätzung. Man kann die Milben im Herbst mit den Tüchern unter der Schadschwelle halten, muss aber die Sache im Auge behalten und bei Bedarf im Spätherbst mit anderen Mitteln eine Restentmilbung durchziehen. Dr. Liebig meint, dass das Verfahren noch Potenzial für Verbesserungen bietet und arbeitet daran. Der aktuelle Stand ermöglicht eine Eindämmung der Milbenpopulation zwischen Sommer und Winterbehandlung und spart Arbeit.


    Bei allen Anwendungen, die ich bisher kenne entsteht die Wirkung über das Belaufen. Ich kenne keine Anwendung, bei der das Tägermaterial für die Oxalsäure zerschrotet wird. Wenn's dazu aber Informationen gibt, ich bin interessiert und lernfähig. Das Bessere ist der Feind des Guten.


    Viele Grüße

    14301

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

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    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)