Oxalsäureverdampfung im brutfreien Volk im Sommer bei hohen Temperaturen

  • Hallo Zusammen,


    hatte ein paarmal Oxalsäure im brutfreien Volk bei sommerlichen Temperaturen verdampft und das Gefühl, die Wirksamkeit war unzureichend. Hat jemand Erfahrung damit oder gibt es Berichte darüber?


    Danke und Gruss,

    Jan

  • Kaum vorstellbar, dass die Temperatur hier eine Rolle spielt, weil der Sublimationspunkt von Oxalsäure bei 157 °C liegt.

    Ich habe bisher keine Unterschiede bezüglich der Außentemperatur bemerkt.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Außerdem ist die Stocktemperatur fast immer gleichbleibend...

    Mal so als Denkanstoss...

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • was heißt Wirksamkeit? Waren keine varroen gefallen, weil keine vorhanden waren oder sitzen sie sichtbar in Massen auf den Bienen?

    Du müsstest mal co2 oder Alkoholwaschmethode anwenden oder Puderzucker streuen, um den varroafall hervorzurufen.

    Ich habe dieses Jahr auffällig wenig varroen bis jetzt.

    Oder du hast schon die varroaresistente Biene!?

  • Ich kanns jetzt nur von meinen Völken sagen. Es gibt im Moment Völker in denen 0(!!) Varroen sitzen, und es gibt Völker in denen der ganze Bodenschiebe nach der ersten Bedampfung voll war.

    Was bei jetziger Behandlung mit Ox sehr wichtig ist - eine Bedampfung alle 3-4 Tage. Bei stark befallenen Völkern kann man zur Initialbehandlung auch 2 Tage in Folge behandeln.

    Bei Ox Dampf gibt es quasi kein zuviel ;)

  • Wie würdet Ihr das machen, wenn die Bienen extrem dicht sitzen?
    Welche Tageszeit würdet ihr nutzen?

    (... für den Fall, dass es irgendwann doch zugelassen wird...)


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Wie würdet Ihr das machen, wenn die Bienen extrem dicht sitzen?
    Welche Tageszeit würdet ihr nutzen?

    (... für den Fall, dass es irgendwann doch zugelassen wird...)

    Kein Thema, man kann auch im Winter behhandeln, wenn die Bienen in der Wintertraube sitzen. Dichter sitzen sie im Sommer bestimmt nicht.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Meine Sammelbrutableger aus der TBE sind zum Großteil geschlüpft. Die ersten OXS-Behandlungen ergaben einen relativ geringen Milbenfall (< 60 Milben, 3 Tage nach Anwendung). Das deckt sich mit den Probenahmen aus den Völkern - mit und ohne TBE - es ist ein geringer Abfall zu verzeichnen (< 5 in 5 Tagen).


    Aber - warten wir mal ab; im letzten Jahr kam die Welle im September und dann mit Macht....


    Beste Grüße


    Rainer

  • Über die Außentemperatur und den Sitz des Volkes braucht man sich beim Bedampfen keine Gedanken zu machen.


    Tageszeitlich ist es abends sowieso oft praktikabler, da sind alle Flugbienen zu Hause, es gibt keinen Stau am zur Bedampfung verschlossenen Flugloch.


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Wenn du die Milben jetzt Rasierst, dann im August nochmal und im September reicht dann ne Runde Probedampf, dann gibts auch im September kein Milbenproblem :)

  • Guten Morgen Zusammen,


    vielen Dank für Eure Antworten! Ich dachte nicht, dass es chemisch einen Unterschied macht zur Kälte im Winter, allerdings bewegen sich die Bienen im Sommer ganz anders und die Luftfeuchtigkeit mag auch anders sein.

    Ich habe gestern Abend nach Brutentnahme (vor 3 Tagen) bedampft und werde mal sehen, wie es wirkt. Leider sassen teilweise noch Bienenbärte vorm Flugloch und ich weiss nicht, wieviel Ox die abgekriegt haben. Meine Hoffnung ist, dass die Varroalast jetzt bis zu einer Ameisensäurebehandlung im September gering genug ist, um wieder ein starkes Volk aufzubauen. Leider ist in meiner Gegend die Reinvasion immer sehr stark gewesen, so dass es im September oft schon wieder Bienen mit verkrüppelten Flügeln und an die 1000 Varroen im Völk gab.


    Viele Grüsse,

    Jan

  • ...dachte nicht, dass es chemisch einen Unterschied macht zur Kälte im Winter, allerdings bewegen sich die Bienen im Sommer ganz anders

    ...wie es wirkt. Leider sassen teilweise noch Bienenbärte vorm Flugloch und ich weiss nicht, wieviel Ox die abgekriegt haben.

    1. Bienen können ihre Körperunterseite nur im Flug putzen. Auch deshalb kann man die Einwirkzeit von OX auf die Varroen/deren Haftlappen erhöhen, wenn man abends nach Einstellung des Flugbetriebs sublimiert. Ein enger Bienensitz ist bei der Sublimation nicht erforderlich, weil das Wirkprinzip nicht auf Weitergabe der OX von Biene zu Biene oder gar dem gegenseitigen Abschlecken beruht, sondern darauf, daß möglichst viele Varroen OX an ihre Haftlappen bekommen/beOXte Oberflächen belaufen und keine/möglichst wenig Gelegenheit bekommen, sich die OX von ihren Haftlappen (bspw. in Futtersaft) abwaschen bzw. durch Abtauchen in offene Brutzellen vor der Einwirkung von OX schützen zu können. Nur die Varroen, die sich rechtzeitig solche Schutzmöglichkeiten erschließen, können überleben und sich vermehren (Bestenauslese).


    2. Bienenbärte lassen sich um diese Tageszeit i.d.R. mittels Rauch in die Beute treiben. Danach wurde bei den meisten von mir beobachteten Sublimationen das Flugloch mit Schaumstoff verschlossen und unter dem Bodengitter ein ca. 1,5 cm breiter Hohlraum des Bodens (in Einschubnuten der Windel eine Blechtafel eingeschoben) ebenso verschlossen und genutzt, um in die Beute hinein zu sublimieren.

  • p.s.: Kleingartendrohn hatte in #48 des Fadens "Varroatotenfall nach Oxalsäurebehandlung" eine Berechnungsformel hergeleitet, wie man den Wirkungsgrad bzw. die Anzahl der im Volk verbliebenen Varroen aus dem Varroatotenfall von 2 nacheinander durchgeführten Sublimationen errechnen kann - Brutfreiheit vorausgesetzt. Leider finde ich den Faden nicht mehr.


    JCD : Zur Wirkweise von sublimierter OX hat IF Brüning aus Herrliberg/CH seine Beobachtungen dokumentiert und von Dr. Moosbeckhofer wissenschaftlich überprüfen lassen:

    http://www.varroamilbe.ch/

  • Bienenbärte ziehen sich friedlich in die Beute zurück nach ein bisschen Spühnebel mit Wasserzerstäuber

    Dann Flugloch zu und Dampf

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    Hans Kasper