DN 1,5: Brut im Honigraum

  • Nach meiner diesjährigen Honigernte hat sich eine Frage ergeben, die ich hier gerne stellen würde. Zunächst einmal: ich imkere mit DN 1,5, Honigräumen in DN 1,0 und OHNE ASG. Bei der Ernte befand sich nun auf 4 Waben der ersten Honigraum-Zarge noch Brut. Diese habe ich natürlich im Volk belassen. Nur: wie gehe ich jetzt mit den Waben um? Möchte das Volk doch gern auf einer Zarge 1,5 DN in den Winter bringen, da der Raum sonst zu groß wäre, oder? Ich würde jetzt dazu tendieren, abzuwarten bis der weitere Honigeintrag das Brutnest vollständig in den Brutraum gedrückt hat, währenddessen die erste AS-Behandlung durchführen und dann die Waben entnehmen, ausschleudern und zurückfüttern. Haltet ihr das für ein vernünftiges Vorgehen? Oder wird die Wirksamkeit der AS-Behandlung durch den großen Raum zu sehr herabgesetzt? Für eure Tips wäre ich dankbar!

  • Tja, das handelt man sich halt ein, wenn man ohne ASG arbeitet....


    Ich würde jetzt dazu tendieren, abzuwarten bis der weitere Honigeintrag das Brutnest vollständig in den Brutraum gedrückt hat

    Da kannst Du m.E. lange warten, bis das passiert - sie bleiben auf dem angelegten BN, das sich nur verkleinert und nicht wandert und der Wärmehaushalt treibt es halt nach oben im Laufe der nächsten Monate.


    Ich würde jetzt
    - ASG einsetzen und die Brut in den nächsten 3 Wochen auslaufen lassen. Dann den HR abschleudern und wie üblich füttern, Varroa behandeln, weiter füttern.


    Du arbeitest ja mit einem bestimmten Ziel ohne ASG, musst also irgendwie die Brut und die Pflegebienen in die DNM1,5-Kiste bekommen, z.B.

    HR auf separaten Boden mit Deckel, Brut auslaufen lassen und in 3 Wochen über Bienenflucht auf das Volk setzen und hoffen, dass sie sich nach unten durchschlagen. Dabei ggf. WZ brechen, falls solche angelegt werden.


    Keine Erfahrung habe ich mit folgendem Vorschlag, der vielleicht auch funktioniert: BR-Zarge mit FW, LW oder MW auffüllen, auf die BR-Zarge eine Folie, diese an einer Ecke umschlagen, so dass die Bienen Zugang über die Folie bekommen. Über die Folie eine DNM-Leerzarge setzen, darauf den HR. Nach drei Wochen sollte die Brut ausgelaufen sein. Die Königin wird das BN geschlossen halten und eher nicht oben stiften, wenn unten genügend Platz und Futter ist. Der eingelagert Honig wird dann nach unten umgetragen - er bleibt ja den Bienen....


    Ich arbeite mit ASG - gefällt mir deutlich besser.


    Beste Grüße


    Rainer

  • wieviel Brutwaben sind denn im Brutraum bebrütet, nicht bebrütete raus, die DN an den Rand nach hinten. Freiraum drunter ausfüllen, wenn Wildbau verhindert werden soll. Holzkiste oder Karton mit Folie(vom Futterkarton). Spätestens zur Sonnenwende ASG im nächsten Jahr reinlegen, um die Ausflüge der Königin in den HR zu verhindern.

    Die AS-Behandlung ist wirksamer mit nicht zu großem Raum noch weniger, wenn viel offenes Futter auf viele Waben verteilt ist.

    Ich arbeite auch mit ASG, habe dies Jahr bei einem Volk (1BR 11xDN) eine Zarge Dickwaben mit Anfangsstreifen als 1.HR untergesetzt im Raps, darüber 2x DN - die wurde ausgebaut überm Brutnest, aber nur als Transferzone genutzt und nie verdeckelt.


    Gruß Fred

  • Nur: wie gehe ich jetzt mit den Waben um? Möchte das Volk doch gern auf einer Zarge 1,5 DN in den Winter bringen, da der Raum sonst zu groß wäre, oder?

    Hallo,


    ich würde jetzt die bebrütete HR Zarge untersetzen (unter den BR setzen) und bei der ersten Frühjahrsdurchsicht den HR wegnehmen und die Waben einschmelzen, die möchtest Du nicht wieder für die Honigernte verwenden. In beide Zargen zu überwintern ist nicht zu groß wenn der Boden offen ist und der Deckel isoliert ist.


    Gruß

    Franz

  • ich würde jetzt die bebrütete HR Zarge untersetzen (unter den BR setzen) und bei der ersten Frühjahrsdurchsicht den HR wegnehmen

    Das klingt elegant, jedoch muss bei der AS-Behandlung die Dosierung erheblich erhöht werden: Du hast dann 2,5 DNM Raum, der bedampft werden müsste. Aus der üblichen Schwammtuch-Dosierung 3 ml AS60%ig pro Wabengasse ergäbe sich dann rechnerisch 5 ml AS60%ig pro Wabengasse - kann funktionieren, kann aber auch zur Überlastung der gerade schlüpfenden Jungbienen führen. Mir wäre das zu heikel. Zudem verzichtet man auf den Honig...


    Wenn die Honigernte nicht zwingend ist, funktioniert es mglw. auch einfach mit Untersetzen: die Brut läuft aus, die Kö stiftet nicht bis nach unten - wg. des Wärmehaushalts (man könnte auch ein ASG zwischen DNM unten und DNM1,5 legen, um das garantiert zu verhindern). Nach ca. 3 Wochen ist die Brut ausgelaufen. Die freien Zellen werden dann mit dem noch eingetragenen Nektar gefüllt und der Honig würde möglw. bis zum Oktober ans BN nach oben getragen...


    Versuch macht kluch!


    Rainer

  • Hallo Hanno,


    komische Aktion! Warum macht man sowas?


    Ich weiß ja nicht wie dein weiter Plan aussieht und wieviel Material du zur Verfügung hast.

    Vielleicht könntest du sie elegant mit Futter nach unten drücken. Einfach den HR wieder mit den restlichen Waben bestücken und kräftig füttern (10kg bzw. 7...8l). Dann lagern sie das Futter im HR ein und die Königin legt wieder im BR.

    Den vollen HR kannst du dann Ende September unter den BR setzen. Wird umgetragen und dann kannst du ihn nach ein paar Tagen wegnehmen.


    Wenn du wirklich ernsthaft ohne ASG imkern möchtest, dann empfehle ich dir unbedingt das tolle, aber etwas altmodische, Buch von Pfefferle "Imkern mit dem Magazin" (und eine andere Beute).


    Gruß Jörg

  • Hallo Hanno,

    Wenn ich richtig lese, hast Du im Honigraum auf Waben Brut, dem zufolge auf den Rest der Waben Honig.

    Entnehme die Honigwaben, Schleuder sie aus, gebe sie an ihren Platz zurück, das bitte Abends kurz vor Bienenflugende, wegen der Gefahr der Räuberei, oder ersetze sie durch Leerwaben.

    Am Tag darauf stellst du die Honigraumzarge, mit der Brut auf den Unterboden, und die 1;5 Brutraumzarge ohne Absperrgitter obendrauf.

    nun kannst Du Behandeln, Einfüttern, wie Du es möchtest, auch die vorhandene Brut kann so ungehindert auslaufen. Den Rest erledigt die Zeit, keine Bange, im Frühjahr sitzt dein Volk Oben unter den Deckel, und die untere Zarge ist leer.


    Gruß Jürgen

  • der Honig ist bei Untersetzen und Anritzen schnell wieder fluglochfern umgelagert, aber die Brut braucht die Zeit.

    Bei den Behandlungen gilt die gewählte Methode wirksam einsetzen, sonst kann man es auch lassen- wenn die Weisel oder viele Bienen tot sind, tröstet es nicht das auch die Milben vielleicht tot sind.

    bei AS hieß es früher, die Brut wird nicht geschädigt(Nassenheider -Becker Vortrag2014), inzwischen weiß man besser. Mit der Schädigung der weißen Brut wird praktisch eine Brutpause erzeugt (Erhöhung der AS Dosis beim Schwammtuch von 2 auf 3ml AS60%(TK) je DNM-Wabe- DrRadtke 2016). Gleichzeitig erhöht sich das Risiko für die Weisel- meine Meinung, deshalb nehme ich keine AS bei neuen Weiseln.

    Schon bei 2 Zargen DN wirkt Schwammtuch trotz angepasster Menge schlechter als nur mit einer- meine 2Z.-Völker haben die praktisch wie in der Linde rausgeblasen und hatten bei der Winterbehandlung noch Hunderte von Milben.


    Ein Zuviel an Volumen ist eine Einladung an Wespen, Motten ect die noch fliegen, wenn sich die Bienen zusammenziehen und das Flugloch nicht mehr ausreichend besetzen.

  • Hallo liebe Forianer,


    erstmal vielen Dank für die hilfreichen Antworten. Ich bin nun so vorgegangen: In der unteren Brutzarge waren tatsächlich noch zwei, drei unbebrütete Schwarten bzw. Pollenbretter drin - die habe ich rausgenommen und die Rähmchen aus dem Honigraum runtergehängt. Problem gelöst. Danke.


    Das Thema Absperrgitter oder nicht ist wohl eine längere Diskussion, die ich hier jetzt nicht eröffnen möchte. Ich führe sowohl Völker auf Ganzzargen wie auch auf 1,5 DN und bin jeweils noch dabei, die für mich und meine Bienen passende Betriebsweise herauszufinden. In dieser Saison wurde mir auch deutlich, dass ich bei den 1,5-DN Beuten nur schwerlich auf das ASG verzichten kann.

  • Mir geht es nun so ähnlich : Ich habe umgestellt auf 1,5 und die letzten BW von 1,0 zum Auslaufen über den 1,5er gestellt, nachdem mir die Damen die geschlüpften Zellen mit Futter gefüllt haben, habe ich nun die restlichen BW unten drunter gestellt.

    Ich hoffe sie tragen das in den BW gelagerte Futter nun fluglochfern um.

    Die 1,5er Mittelwände wurden fast nicht angerührt. Ich füttere täglich eine kleine Menge etwas dünner als 1:1

    Ich habe das ASG noch drin, könnte das ein Fehler sein ?

    Ich bin am Überlegen, ob ich nicht die restlichen BW in einem Brutsammler auslaufen lasse und wie bei einer TBE weitermache.

    Was könnt Ihr mir raten ?

  • warum sollen sie MW ausbauen, solange sie genug Lagerkapazität in auslaufenden Brutwaben und anderem haben? Gebe ihnen ruhig soviel Futter, wie sie in 2 Tagen abnehmen können, sie sollen vor einer AS-Behandlung auch schon verdeckeltes Futter in den Futterkränzen haben.

    Erst kommen die leeren Bereiche in Brutnestnähe, dann Vorratslager zwischen Brutnest und Futterquelle, dann die Baustellen.

    Bienen sind keine Hühner, die müssen nicht täglich ein bißchen gefüttert werden, wenn sie stark genug sind, alles zu besetzen und das Flugloch zu verteidigen.

    Das mit den 1.0-BW in SBA oder Ableger ist eine gute Idee, wenn genug 1,5BW vorhanden sind und dadurch die angestrebte Winterbeute erreicht wird.

    Dann können sich die Bienen einrichten und schneller mit minimalem Volumen behandelt werden.

    Gruß Fred

  • Wäre es dann besser ich stelle für das Volk wieder den Ausgangszustand mit 1,0 BR/BW und darüber ausgeschleuderte 1,0 Waben ohne ASG her ? Da muss ich wieder stören, für eine gute Einwanderung wäre es jedoch bestimmt wichtig.

    Dann normal behandeln und einfüttern ? Und im nächsten Jahr auf 1,5 umstellen?

  • Hallo,


    ich habe mich ja schon öfter mal gegen solche Wabenwechsel mit ASG ausgesprochen. In dem beschriebenen Fall scheint mir einfach die notwendige Bienenmasse nicht vorhanden zu sein. Ein Brutnest neu aufzubauen ist eine riesige Aktion.

    Der Vorteil einer TBE ist einfach, dass die Bienen nicht gleichzeitig auf 2 Baustellen ackern müssen.


    Schwer zu sagen was jetzt die beste Lösung wäre. Das hängt sehr von der Volksstärke und der Trachtsituation in den nächsten 4 Wochen ab.


    Gruß Jörg