Geschleudert, was nun? Einfüttern und Behandeln....aber was und wie häufig?

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    Hallo zusammen,


    heute war Schleudertag. Nicht sehr ergiebig, aber für Familie und Freunde ausreichend. Meine Pfälzer Landrasse Immen haben zumindest alles gegeben und sollen nun bestens versorgt in den Winter gehen.

    Es ist aktuell mein 2tes Imkerjahr und der Umstieg von Zander auf Dadant schreitet voran. 4 Völker möchte ich auf Zander überwintern und 6 Völker auf Dadant. Insgesamt sind es lediglich 3 Wirtschaftsvölker, 5 Ableger und 2 Spätzünder vom Vorjahr.

    Also alles super bunt gemischt und ich habe aktuell unzählige Fragen die mich beschäftigen.


    Ursprünglich geplant hatte ich TBE und komplette Umstellung auf Dadant. Ursprünglich wollte ich auch mit max. 6 Völkern in den Winter nun sind es 10 und der Bestand an Dadant-Böden und Brutraumzargen ist aufgebraucht - bedeutet Plan B muss her.


    Behandlung:

    Würde gerne Ameisensäure weglassen und lediglich mit Oxalsäure behandeln (Oxamat). Bei einem der Wirtschaftsvölker zählte gestern bereits ca. 30 Milben in 3 Tagen (natürlicher Fall auf Windel), hier möchte ich schnellst möglich behandeln.

    Die Frage ist, wie und ob ich einen Block-Bedampfung mit dem Einfüttern kombinieren kann? Mein Plan war/ist insgesamt 5 mal, alle 3 Tage zu bedampfen um die Varroa-Population deutlich zu dezimieren. Wie kann ich das mit dem Aufüttern kombinieren? Kann ich einfach parallel mit Futterzarge füttern, oder spricht da was gegen?


    Füttern:

    Möchte keinen heiligen Krieg entfachen, aber spricht etwas gegen Api-Invert als Winterfutter? Wie oben beschrieben, wintere ich eine Mischung aus Ablegern und Wirtschaftsvölkern ein. Für meine Zandervölker habe ich noch genügend ausgebaute, ausgeschleuderte Waben - die Dadant Völkchen sollen noch fleissig bauen. Hier habe ich Mittelwände auf Lager, Naturbau fände ich hier aber auch sehr charmant oder halt ne Kombi.

    Spricht was für "Zucker-Lösung selber anrühren" außer evtl. geringere Kosten?


    Sorry falls konfus und zuviel Text. Gelber Gewürztraminer (trocken, sehr zu empfehlen) ist schuld.


    Danke und Grüße,

    Tobias

  • Wie sieht denn der Futtervorrat in den Völkern aus? Eng geschiedete Dadant-Völker sollten ja trocken sein. Die brauchen erstmal Futter. Ob Api-Invert, Zucker oder sonst was ist egal.

    Die Zander-Völker, wenn zweizargig, sollten zur Not noch Reserven haben. Ich spendiere aber immer eine Portion Futter vor einer Behandlung. Nicht dabei.

    Was eine Blockbehandlung angeht, so habe ich da keine Erfahrung. Ich würde aber vorher so viel füttern, dass ich die Behandlung ohne Zwischenfütterung durchführen kann. Das offene Futter muss ja nicht unnötig angesäuert werden. Meine Meinung.


    Wer soll denn noch bauen, oder erweitert werden?

    Die Zander-Ableger kannst du mit ausgebauten Waben erweitern. Die sollten aber ja eh eigentlich noch nicht behandlungsbedürftig sein. Mittelwände bauen Sie auch noch aus.

    Die Dadant-Völker jetzt im Naturbau zu erweitern, wird viel Drohnen- und Lagerzellen geben. Besser klappt die Umstellung mit einer TBE. Die haben jetzt ihr Arbeiterinnen-Brutnest, warum also Arbeiterinnenbau errichten?

    Was das Futter angeht, so fördert eine 1:1 Zuckermischung den Bautrieb. Bereits invertiertes Futter nicht, oder nicht in dem Maße.

    Sollen deine Völker noch viel bauen oder ausbauen, würde ich erstmal dünn mit Zucker füttern.


    Grüße

  • Mein Plan war/ist insgesamt 5 mal, alle 3 Tage zu bedampfen um die Varroa-Population deutlich zu dezimieren. Wie kann ich das mit dem Aufüttern kombinieren? Kann ich einfach parallel mit Futterzarge füttern, oder spricht da was gegen?

    Dagegen spricht das größere Volumen, das Du bedampfen musst. Beim Bedampfen sollten die Völker so eng wie möglich sitzen, also alle Leer-, Honig- und Futterzargen entfernen. Es ist ja nicht der Sinn der Sache, dass sich die Oxalsäure in der Futterzarge usw. niederschlägt.

    Also die Völker so weit auffüttern, dass sie während der Blockbehandlung versorgt sind. Natürlich könnte man zwischen den Behandlungen füttern, aber je nach Fütterungsverfahren ist das relativ aufwendig (Futterzarge immer wieder rauf und runter usf.).

    Übrigens genügt meiner Erfahrung nach ein Zyklus von drei Bedampfungen im Abstand von 4 bzw. 5 Tagen völlig.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Übrigens genügt meiner Erfahrung nach ein Zyklus von drei Bedampfungen im Abstand von 4 bzw. 5 Tagen völlig.

    Hallo Wolfgang,


    ob das jedes Jahr so passt? Wir hatten das Thema ja schön öfter. Meine (kurze) Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Blockbehandlung optimal bei Brut wirkt, wenn alle 2-3 Tage über einen Zeitraum von 20 Tage bedampft wird.... macht Arbeit klar!


    grüße Stefan

  • ob das jedes Jahr so passt? Wir hatten das Thema ja schön öfter. Meine (kurze) Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Blockbehandlung optimal bei Brut wirkt, wenn alle 2-3 Tage über einen Zeitraum von 20 Tage bedampft wird.... macht Arbeit klar!

    Ich sehe da keinen Unterschied von Jahr zu Jahr. Die Zahl der Milben mag jedes Jahr anders sein. Das spielt aber bei Dosierung und Behandlungszyklus keine Rolle. Ich wüsste nicht, warum man 20 Tage bedampfen soll, wenn doch die verdeckelte Brut nach 12 Tagen geschlüpft ist.

    Ich habe den Eindruck, da wird bedampft ohne Ende und dann (natürlich zu Recht) behauptet, dass es wirkt. Der Overkill-Faktor wird dabei aber nicht berücksichtigt.

    Ich habe festgestellt, dass die Bedampfung nachwirkt. Wer bedampft, bis keine Milben mehr fallen, hat nicht abgewartet.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich wüsste nicht, warum man 20 Tage bedampfen soll, wenn doch die verdeckelte Brut nach 12 Tagen geschlüpft ist.

    Normal:

    1-2 Tage vor Vereckelung gehen die Muttermilben normal in die Brut = die Behandlung wirkt nicht

    Besodnerheit:

    2-3 Tage vor Verdeckelung gehen die Muttermilben in die Brut wenn man verdampft und sie sich so retten können = 2-3 Tage mehr die man hinten braucht.


    12 Tage sitzt Mama Varroa mit Tochter/Töchtern in der verdeckelten Zelle = die Verdampfung wirkt nicht.


    Dazu dann noch die bis zu 3 Tage mehr durch die geflüchteten Varroen und schon bist bei 15 Tage. Dazu dann nochmal die Varroen die es wieder in eine vor der Verdeckelung stehende Zelle geschafft haben und man kommt auf eher 21 Tage die man bedampfen sollte um gut in den Herbst zu starten.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Dazu dann nochmal die Varroen die es wieder in eine vor der Verdeckelung stehende Zelle geschafft haben

    genau, wenn man dort nur alle 5 Tage dampft, tauchen (zu)viele Milben in der Zeit sofort wieder in den vor Verdecklung stehenden Zellen ab. Also wenn die Verdampfung zu früh abgesetzt wird, werden diese Jungen Milben nicht erfasst! Ich dachte auch immer dass die OS Kristalle 5-7 Tage anhalten. Mittlerweile sehe ich das auch anders. Wobei es dort immer darauf ankommt wie effektiv gedampft wird (Oxamat, Varrox oder den Profi

    Sublimatore von Lega). Den Varrox sehe ich mittlerweile eher für kleine Einheiten oder zur Winterbehandlung optimal eingesetzt.



    grüße Stefan

  • 5 Tage sind zuviel. Hatte ich glaub schon letztes Jahr in einem Beitrag geschrieben.

    2 bis max. 3 Tage darf der Abstand sein.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Normal:

    1-2 Tage vor Vereckelung gehen die Muttermilben normal in die Brut = die Behandlung wirkt nicht

    Besodnerheit:

    2-3 Tage vor Verdeckelung gehen die Muttermilben in die Brut wenn man verdampft und sie sich so retten können = 2-3 Tage mehr die man hinten braucht.

    Diese Berechnung scheint mir nicht hinreichend unterlegt. Warum sollten Milben, die ihre Dosis abgekriegt haben, in der verdeckelten Brut überleben? Ich weiß, es gibt dieses Haftlappentheorie. Naheliegender ist aber, dass die OS über die Tracheen bzw. die Haut aufgenommen wird.

    Außerdem ist fraglich, warum die Milben nicht auch in der unverdeckelten Brut eine ausreichende Dosis abbekommen sollten.


    Ich arbeite mit dem Varrox und konnte da beobachten, dass der erhöhte Milbenfall nach der Behandung brutfreier (!) Völker bis zu 14 Tage anhält.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Meine Beobachtung sieht da leider anders aus. Einzig ein besserer Erfolg findet beim Verdampfen mit Alkohol statt. Da flüchtet dann fast nix mehr

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • ...es gibt dieses Haftlappentheorie. Naheliegender ist aber, dass die OS über die Tracheen bzw. die Haut aufgenommen wird.

    Außerdem ist fraglich, warum die Milben nicht auch in der unverdeckelten Brut eine ausreichende Dosis abbekommen sollten.

    Die Einwirkung von OX-Dämpfen über die Haftlappen ist keine Theorie, sondern fotografisch dokumentierte Beobachtung, die vom Bienenistitut Wien (Dr. Moosbeckhofer) 2005 wissenschaftlich überprüft und bestätigt wurde:

    http://www.varroamilbe.ch/bericht3.pdf

    Die Aufnahme über Tracheen bzw. "Haut" (Kutikula aus Chitin?) ist dann schon eher im Rang einer These, auch wenn viele sie in der Bienenliteratur immer wieder voneinander abschreiben. Anders mag es bei anderen Applikationsformen sein (Besprühen evtl, Beträufeln infolge der Zuckerzusatzes (-> Abschlecken) wahrscheinlich).

    In unverdeckelter Brut haben Milben Fluchtmöglichkeiten und können sich im Futtersaft bzw. mit dem Körper der Bienenlarve vor OX-Dämpfen schützen.

    Bilder

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  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Rückmeldungen.

    Kurzes Update: Habe heute die ausgeschleuderten Waben zum Ausbessern aufgesetzt und festgestellt, dass aktuell doch noch eingetragen wird. Ich hatte wie von Chris vermutet, den Zander Völkern noch einiges an Honig gelassen, aber auch der 2te Honigraum des Dadantvolks war kaum ausgebaut und hauptsächlich unverdeckelt, von daher bleib dieser HR auch unangetastet.

    Das wohl doch noch etwas Trachtüberschuss da ist, macht mir die Planung nicht gerade einfacher. Nun überlege ich die Behandlung bis zum Wochenende aufzuschieben, allerdings möchte ich in 15 Tagen für eine Woche in Urlaub, bis dahin wollte ich eigentlich die erste Behandlung abgeschlossen haben und mir sicher sein, dass die Völker ausreichend mit Futter versorgt sind.

    Alles nicht so einfach... :/

    Was macht ihr eigentlich mit "zu wenig" verdeckelten Dadant HR Waben? Aufheben, oder ggf. neben den Schied setzen oder sogar mit ASG untersetzen? Bei Zander könnte ich diese ja einfach belassen...


    Viele Grüße von einem ziemlich stark grübelnden Tobias

  • Also wenn du in 15 Tagen in Urlaub willst und die Blockbehandlung bis dahin gelaufen sein soll, dann wird das ein straffes Programm bei den Dadantvölkern.

    Ich würde den angetragenen Honigraum bienenfrei über Leerzarge und umgeschlagener Folie einen Ableger zum ausschlecken geben, gleichzeitig den Wirtschaftsvolk eine Futtertasche reinhängen mit 2-3 Litern reinhängen und dann am nächsten Tag bedampfen. Du musst dann aber zwischen den Behandlungen füttern.


    Bei der Ausgangslage würde ich aber einfach nach dem Urlaub anfangen. Eine halbe Blockbehandlung ist nichts halbes und nichts ganzes.