Kinder- und Jugendimkerei - Was soll man den Kindern zeigen?

  • Hallo miteinander,


    ich bin 15 Jahre alt und seit circa 8 Jahren bei einem Verein, der sich für die Umwelt einsetzt tätig.


    Letzter Jahr hatte ich die Idee, Bienen auf unserem Gelände zu halten, um den Kindern zu zeigen, wie friedfertig diese Insekten sind. Nun ist das Projekt ein wenig professioneller und größer geworden und wir wollen auch Kindergärten und Schulen einladen. Leider weiß ich nicht so Recht, was man den Kindern zeigen bzw. beibringen könnte.

    Da ich hier aber unter Gleichgesinnten bin, hoffe ich auf hilfreiche Antworten.


    Mit freundlichen Grüßen

    Michel F.

  • Michel F. Hallo nochmal!

    Wenn ich jemanden anderes von der Imkerei überzeugen möchte, muss ich doch ersteinmal selbst dahinter stehen. Oder?

    Verstehe mich bitte nicht falsch, aber deine Texte lesen sich als ob da jemand ein neues Spielzeug sucht!?

    Wenn ich daneben liege sei mir bitte nicht böse, doch mir geht es IMMER in erstel Linie um die Immen!


    Wie sieht denn Euer professionelles Projekt derzeit aus?

    Kein Böses Wort, keine solche Tat könnten mich so hart treffen wie der ungläubige Blick meiner Hunde!

  • Hallo Michael,

    ich finde es zunächst mal sehr gut, wenn du die Imkerei Kindern beibringen willst.

    Es gibt aber einige Sache, die du unbedingt bedenken musst:

    1.) Du solltest dir von den Eltern der Kinder mit Unterschrift bestätigen lassen, dass die Eltern ihre Erlaubnis zur Besichtigung geben.

    2.) Du solltest unbedingt im Vorfeld sicher sein, dass keins der Kinder allergisch gegen Bienenstiche ist und dir auch das auch von den Eltern ebenfalls bestätigen lassen.

    3.) Du solltest / musst bei deiner Versicherung nachfragen, was im Falle von Bienenstichen und möglichen Folgen versichert ist.

    Mein Imkerpate hat früher auch immer Vorführungen für den Kindergarten gemacht. Nach ein paar Jahren wurde ihm vom Bieneninstitut mitgeteilt, dass er bei Stichen und entsprechenden Folgen persönlich in der Haftung steht.

    So gut wie dein Vorhaben gemeint ist, so gut solltest du dich im Voraus absichern. Persönlich finde ich das natürlich sehr lobenswert.

    Viele Grüße

    Manuel

  • Mein Imkerpate hat früher auch immer Vorführungen für den Kindergarten gemacht. Nach ein paar Jahren wurde ihm vom Bieneninstitut mitgeteilt, dass er bei Stichen und entsprechenden Folgen persönlich in der Haftung steht.

    Wer im Verein ist, hat auch eine Imkerhaftpflicht und die schließt "Vorführungen der eigene Imkerei" ein (Übersicht zur globalen Imkerversicherung 3.1.1)

  • Mein Imkerpate hat früher auch immer Vorführungen für den Kindergarten gemacht. Nach ein paar Jahren wurde ihm vom Bieneninstitut mitgeteilt, dass er bei Stichen und entsprechenden Folgen persönlich in der Haftung steht.

    Wer im Verein ist, hat auch eine Imkerhaftpflicht und die schließt "Vorführungen der eigene Imkerei" ein (Übersicht zur globalen Imkerversicherung 3.1.1)

    OK. Ich wollte das nur zu bedenken geben und die Info von meinem Imkerpaten weiterleiten.

  • Der Imkerpate/Bieneninstitut haben da zumindest unvollständig informiert. Ja, der Tierhalter/Imker ist persönlich in der Haftungspflicht. Aber! Das Risiko wird durch die Versicherung abgefangen welche die Vereinsmitgliedschaft begründet ist. Vermutlich ist der Michel F. aber in keinem Verein, deswegen war der Einwurf wohl begründet. Die Masse der Forumsteilnehmer kann aber ohne Bedenken Gäste mit an den Stand nehmen.

  • Meine persönliche sowie zwei weiter Haftpflichtversicherungen, bei denen ich mich erkundigt habe, schließen die Bienenhaltung (solange nicht gewerblich) mit ein.

    Wegen der Haftpflichtversicherung brauch man den Verein daher wohl eher nicht.

    Man sollte imho aber bei der eigenen Versicherung anfragen, ob die Bienenhaltung über (die mitversicherte?!) Kleintierhaltung abgedeckt ist.

  • Hallo!


    Ich halte Bienen an zwei Schulen und betreibe dort jeweils eine eigene Schulimkerei seit vier Jahren. Wesentlich sind eigentlich nur zwei Dinge zur Haftung:


    1. Ausschließen, dass ein Kind mit einer Bienengiftallergie teilnimmt.

    - Hier reicht ein Elternbrief mit den Hinweis auf ein Teilnahmeverbot.

    2. Schutzkleidung für die Teilnehmer.

    - Schleier für den Kopf, lange Bekleidung.


    _____________________________________________

    Betrifft Niedersachsen: Im Schadenfall hilft es, dass die Lehrkraft einen Nachweis über Kenntnis der Imkerei hat. Da es sich um eine Behörde handelt, hilft es leider nicht einen eigenen Nachweis über seine 175-jährige Imkertätigkeit zu besitzen. Man muss in den sauren Apfel beißen und eine nachweisbare, genehmigte Fortbildung besitzen. Gibt zumindest in NDS einen Erlass für Lehrkräfte dazu. Andere Bundesländer mögen das anders, aber ähnlich handhaben. Behörden/Ämter entscheiden nur auf auf sicherer Grundlage - sonst nämlich gar nicht ;-)


    Bist du in einem Imkerverein, sind die Bienen und Folgen in der Regel abgesichert. Wenn o.g. Dinge eingehalten werden, greift die GUV - da "Schulveranstaltung". Alles andere ist komplizierter Versicherungsklimbim und im Schadenfall einen Fall für einen versierten Anwalt. Pauschal kann man darüber keine Aussagen tätigen. Sehr kompliziert, das.


    Man kann vieles zeigen - interessant ist es aber nur für Schüler der Sekundarstufe I - da Bienen im Kerncurriculum im Jahrgang 7/8 behandelt werden. Sprich: Es gibt einen praxisorientierten Bezug zu dem gelernten Stoff. Und macht dann auch Sinn. Bei kleineren Kindern/Kindergärten stellt sich eine Sinnfrage: Man sieht etwas, kann es aber nicht einordnen weil sehr komplex. Machen kann man es aber trotzdem, sollte aber keine großen Erwartungen stellen.


    Meine bisherigen Schularbeitspläne sehen im Groben so aus:

    - Wahlpflichtkurs (WPK) in Stufe 8 - ein Jahr imkern. Ähnlich einer Imkerausbildung. Da kommen die gelernten Informationen gut zu tragen und lassen sich praktisch Verknüpfen.

    - Im Folgejahr wieder ein (WPK) und gleichzeitig eine AG "Imkern" für freiwillige Teilnehmer. Dann kann ich den Ferien Urlaub machen :-)

    - Gleichzeitiger Aufbau einer Schülerfirma, um die gewonnen Produkte (Honig, Wachs, Bienen) zu verkaufen.

    - Ausweitung der Schülerfirma auf andere WPK (hier: Technik) um Holzbeuten, Rähmchen selber herzustellen, zu reparieren etc ...


    Ich habe damit an zwei Schulen zwei erstklassige Schülerfirmen aufbauen können und schlage eigentlich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Praktische Erfahrung mit Bienen, Kennenlernen von ökologischen Zusammenhängen, wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen und beschreiben (Verkauf von Produkten, Planung), Außenwirkung der Schulen steigern -> Schule öffnen, fächerübergreifendes Lernen: Technik, Biologie, Wirtschaft bzw. Arbeit & Wirtschaft (AW). Macht Direktoren glücklich, wenn sie Ihre eigene Schule in der Zeitung finden ;-).


    Netter Nebeneffekt: Nach einer Anschubfinanzierung durch den Schulverein kann die Schülerfirma ihre Überschüsse ( und das ist nicht wenig!) in andere Schulprojekte investieren. Außerdem haben die Schüler bereits praktische wirtschaftliche Erfahrung gesammelt (Rechnungen schreiben, Kontoführung, Planung) hat sich als sehr lohnenswert bei späteren Bewerbungen im kaufmännischen Bereich herausgestellt.


    Wenn du weitere Fragen hast, kannst du mich gerne per PN anschreiben.


    Grüße

    Naffnaff