Saugling nach Honigernete

  • Ich würde gerne nächstes Wochenende Schleudern und dann aus einem Volk noch einen Ableger mit einer befruchteten Königin machen.

    Hierzu habe ich mir folgenden Plan zurecht gelegt:


    Vorgehen:

    • Die legereife Königin habe ich so bestellt, dass sie Donnerstag ankommt (dann habe ich zwei Tage Puffer, falls die Post Verzögerung hat)
    • Das Schleudern mache ich am Samstag morgen
    • Nach dem Schleudern (mittags) setze ich die Zarge mit den honigfeuchten Waben wieder übers Absperrgitter und hoffe, dass einige (Jung-)Bienen hoch wandern
    • Abends setze ich ..
      • die Brutzargen einige Meter weiter auf einen neuen Boden
      • die Honigzarge auf den alten Boden
      • (2-3 Stunden später) die Königing unter Futterteigverschluss in die Honigzarge
    • Am Sonntag sollten dann noch einige Flugbienen beim Rückweg aus dem Brut-Volk im Flugling landen
    • ca. 5 Tage später mache ich die Milchsäurebehandlung

    An folgenden Stellen bin ich mir dabei unsicher:

    1. Wenn die Königin am Donnerstag kommt: Wie lagere ich sie in der Zwischenzeit? Soll ich die einfach für die zwei Tage mit den Begleitbienen im Zusetzkäfig auf dem Wohnzimmerschrank liegen lassen? Oder wäre es besser die Weisel für die zwei Tage im Zusetzkäfig in einen Ablegerkasten zu setzen und noch eine Wabe mit offenem Honig und 500 Bienen dazu zu tun? Die Bienen aus dem Ablegerkasten würde ich bei dieser Variante dann abends mit in die Honizzarge setzen.
    2. Stören sich die zurückkehrenden Bienen am Sonntag daran, dass es eine andere Königin gibt, der verträgt sich das neue Volk direkt?
    3. In der Variante mit dem Ablegerkasten: Brauche ich dann überhaupt noch Futterteigverschluss beim Umsetzen in die Honigzarge, oder geht das dann auch schon so, da sie jetzt schon eigene Bienen mitbringt?

    Bin sehr auf eure Meinungen gespannt!


    Sebastian

  • Hallo Rainer,


    danke, aber zu meiner Frage, was ich die zwei Tage lang am besten mit der neuen Königin, mache konnte ich bisher nirgends etwas finden.

    Sonst hätte ich keinen neuen Thread dazu aufgemacht.


    Grüße

  • Hallo,


    sobald Du die Königin hast, setzt Du sie zwischen 2 ausgebaute Waben und füllst den restlichen Raum mit MW oder Leerrähmchen.

    Dann Bienenflucht drauf und die HR, die Du am Samstag abschleudern willst. Danach kannst Du ja 1 oder 2 leere HR als neuen Brutraum aufsetzen.


    Die Milchsäurebehandlung ist zwar gut gemeint, aber ich würde die neue Königin nicht aufs Spiel setzen. Nach 5 Tagen alle Waben ziehen und MS draufsprühen, fühlt sich für mich nicht gut an. Normalerweise lässt man ein Volk mit neuer Königin ja erst mal 14 Tage zu. Bin gespannt auf die Erfahrungsberichte anderer dazu.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Ich habe als Einsteiger leider erst einen Honigraum, den ich schleudere. Damit bringt mir die HR-Variante wohl nicht genug Bienen. Daher plane die Variante mit dem Saugling und das Verstellen der Beuten.

  • Bist du sicher ... das du genug Bienen hast?

    Und wenn du das machst (honigfeucht) , bedenke, sowas ist ein gefundenes Fressen für Räubervölker;)

    Die "riechen" sowas

    Bei ausreichender Volksstärke würde ICH "teilen und behandeln".

    Google mal

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Hi wasgau immen :


    Danke für den Tipp mit dem Räubern! Da muss ich echt aufpassen.

    Die Volksstärke ist recht gut, denke schon, dass das passt. Ich würde halt gerne noch um ein Volk vergrößern. Ich habe mir gedacht, dass ich ja im Falle, dass eines der Völker im Herbst zu klein ist ja immer noch später wieder zusammen legen kann. (Die alte Weisel ist eh nicht so sanftmütig wie ich mir das wünschen würde.)


    Mein Varoa-Fall ist super niedrig (Brutableger im Mai und 2xDrohnenschnitt. Daher denke ich, dass das mit der AS-Behandlung im August auch ausreichend wirken müsste

  • Ich habe als Einsteiger leider erst einen Honigraum, den ich schleudere. Damit bringt mir die HR-Variante wohl nicht genug Bienen. Daher plane die Variante mit dem Saugling und das Verstellen der Beuten.

    Wie ist es denn, wenn du dein Profil ausfüllst und eine kleine Vorstellung ist auch nicht schlecht, dann wird dir auch geholfen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Josef,


    klar, sehr gerne:

    Mein Sohn (jetzt 12 Jahre) hat sich vor zwei Jahren in das Thema Bienen eingearbeitet und einen Ableger geschenkt bekommen.

    Mit Bienen hatte ich bis dahin nie was zu tun. Ich habe ihn also erst mal einfach machen lassen und nur leicht unterstützt. Das ging natürlich nicht lange gut und wir haben im letzten Winter eines von zwei Völkern verloren (Spätsommerpflege viel zu spät angefangen).

    Darauf hin habe ich angefangen mich auch in die Materie einzuarbeiten und ein paar Bücher und diverse Monatsbetrachtungen gebüffelt. Die Sachen von Liebig/Aumeier gefallen mir aktuell am besten.


    Auf den Honigertrag dieses Jahr haben wir nicht viel Wert gelegt. Um etwas robuster wirtschaften zu können möchten wir auf vier Wirtschaftsvölker hoch gehen und immer früh im Jahr einige Ableger zur Volksverjüngung bilden. Aktuell haben wir ein Wirtschaftsvolk und zwei Jungvölker. Da das Wirtschaftsvolk sehr gut dabei ist, haben entschieden jetzt noch einen Ableger daraus zu machen und wollten dann mit vier Völkern in den Winter gehen. Bzw. wenn wir sehen, dass die stärke bei einem Ableger nicht ausreichen sollte: Vereinigen und mit dreien starken Völkern ein wintern.

  • Hallo smancke.

    Wenn du noch einen Ableger erstellen willst, setze ihn an die Stelle des jetzigen Muttervolkes. Schon eingefloge Jungbienen und Flugbienen verstärken den Ableger. Und keine Angst die abgeflogenen Bienen werden schnell durch neue ersetzt und du stärkst deinen Ableger, der dann

    noch bis Oktober die richtige Ünerwinterungsstärke erreicht. Dabei ist füttern 1:1 Zuckerwasser in täglichen Rationen von 200-300ml ( abends) sehr hilfreich. Die tägliche Fütterung regt die Bienen zum fleißigen bauen an und die Königin zum Eier legen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Die einfachste Form des Ablegers ist der Flugling. Du verstellst das Spendervolk und stellst eine bienenleere Beute mit der Königin unter Futterteig und mit Leerwaben an die Stelle. Die Flugbienen fliegen jetzt in die leere Beute, entdecken die Königin, die sie zunächst versuchen zu attackieren, bei Eintreten der Weiselunruhe dann aber akzeptieren und frei fressen.

    Am verstellten Volk muss das Flugloch eingeengt werden, da die Fluglochbesetzung geschwächt ist. Der Flugling dagegen ist wehrhaft. Außerhalb der Tracht muss der Flugling gefüttert werden, da er keinerlei Vorräte hat.

    Angenehmer Nebeneffekt: Durch das Fehlen schlüpfender Brut verlängert sich das Leben der Bienen im Flugling. Also keine Sorge, dass die Bienen zu alt sind, sie entwickeln sich in ausreichendem Maße zurück zu Stockbienen, die füttern und auch bauen können.

    Wenn du die erste verdeckelte Brut entnimmst, hast du den Flugling auch gegen die Varroa behandelt. Alternativ kannst du den Flugling auch vor Verdecklung mit Oxalsäure bedampfen. Sprühen würde ich nicht, die Königin wäre gefährdet wegen der starken Störung.

    Gruß Ralph

  • Das ist es auch,


    bei der Variante entfällt vor allen Dingen das "Parken" der Versandkönigin.

    Versand tut Königinnen nicht gut.

    Noch längeres gekäfigt sein außerhalb eines Volkes und ohne Legemöglichkeit erst recht nicht.


    Viel Erfolg!

    ...einer befruchteten Königin ...

    By the way eine kleine Korinthenkackerei noch hinterher:


    Königinnen sind begattet oder unbegattet.

    Die Stifte sind dann befruchtet oder unbefruchtet.:wink:

    :u_idea_bulb02:


    Gruß


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ok, eine Frage hätte ich noch:

    Schaffen die Bienen es noch problemlos eine ganze Zarge Mittelwände auszubauen?

    Ich hatte mal gelesen, dass die Bauaktivität nach der Sommersonnenwende stark zurück gehen würde.

    Wenn das kein Problem ist, würde ich die Honigzarge dann zur Wabenerneuerung im Altvolk aufsetzen und diesem in ein paar Wochen dann den unteren Brutraum entfernen. Oder soll ich dem Ableger lieber noch Leerwaben aus dem Honigraum geben?