(Testweise) Umstellung von Carnica auf Buckfast

  • Ach ich hör besser auf. Hab zu lang kein Buch gelesen, sonst würde ich vielleich mal damit anfangen Dadant zu loben -hab zwar kein Dadant aber steht ja überall wie toll es ist

    Der einzige wirkliche Unterschied zwischen Dadant und Zander ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass ich in der Schwarmzeit nur 5 Waben habe. Bringt bei einer Volldurchsicht einen minimalen Zeitvorsprung zu 10 er Zander Einzargig geführt. Sonst - das selbe in ner anderen Kiste.

  • Schmarn, verbreitet von vielen Theoretikern bzw. Dadantpredigern! 10 Waben unten in den Zanderbrutraum rein und mehr als 7 brauchen sie nicht. den Rest können sie dann gern mit Pollen voll machen.

    Ich imkere schon viele Jahrzehnte mit DNM, hatte zu Buckfastzeiten auch schon Dadant, war aber anscheinend damals noch nicht einsichtig genug um dabei zu bleiben.

    Heuer stelle ich auf DNM 1,5 um.

    Das Zanderrähmchen hat eine etwa 9% größere Fläche als DNM und ein Brutraum ist definitiv für eine gute CA zu klein, für die (nicht nur) in Trachtpausen ohnehin völkerstärkere Buckfast sowieso, außer ich habe irgendwelche "Hungerbienen".

    Franz, jetzt sag mir aber nicht, dass deine Bienen 10 Waben bis auf die letzte Zelle mit Brut belegen. Dann komm ich am Wochenende vorbei und schau mir deine Monster an.

    Hallo Markus,

    ich schwöre dir, dass hier nichts gestellt war.

    Habe damals von der Aumeier Heike Kunstschwarm und Königinnen gekauft und parallel mit Carnica weitergeimkert.

    Dieses Volk habe ich damals vor einem aufziehenden Sturm gesichert. Drei Bruträume und drei volle Honigräume mit sicherlich 70 Kilo Blütenhonig. Mit diesem aufziehenden Sturm kam dann eine min. 14-tägige Schlechtwetterphase wo sie die Hälfte ihrer Vorräte selbst verzehrt haben.

    Ein Brutraum DNM niemals möglich.....

  • ...

    Die Buckfastzucht kann vielfältig auf neue Ansprüche reagieren und durch gezielte Zucht positiv darauf einwirken...


    Die Buckfast ist und bleibt die Biene der Zukunft, die vor 100 Jahren schon einmal die Antwort auf eine große Veränderung in der Imkerei gegeben hat.

    Also mit dem Rest deines Beitrages (Fokus auf Verhalten, Sammelwut etc statt grüne, gelbe oder blaue Ringe) bin ich ja völlig einverstanden, aber jetzt erklär mir mal bitte, warum nur die Bucki-Züchter auf die neuen Herausforderungen reagieren können sollen.

    Klar haben Sie eine grössere genetische Bandbreite zum Einbringen von Genen, aber selbst bei den Nigras gibts immer wieder neue, züchterisch noch rel. unbearbeitete Linien, die eingekreuzt werden. Und bei der grossflächigen Verbreitung der Carni ist auch da genug genetische Variabilität zum Einkreuzen vorhanden. Gut, bei den Nigras ist durch die rel. geringe Volkszahl der Flaschenhals am kleinsten, aber unmöglich wird es dadurch nicht, auf die Herausforderungen der Zukunft züchterisch einzugehen.


    vielfältige Grüsse, Robert

  • Hallo Robert,


    Prof. Förster erklärt es so. Die Buckfastzucht ist eine Reinzucht in einer offene Population, Carnica eine Reinzucht in einer geschlossenen Population.

    Bei jeder Zucht geht es um eine genetische Verengung und auch zu einem gewissen Grad Inzucht.

    Wenn man in einer offenen Population Züchtet, ist es relativ einfach den entstandenen Flaschenhals wieder zu öffnen. In einer geschlossenen Population wird das schon schwerer. Wenn man jetzt noch Anfängt eine sinnlose Selektion aufgrund von äußeren Merkmalen zu betreiben, wieviel gute Genetik geht denn da verloren?

    In der Buckfastzucht ist es problemlos möglich, Saharensis oder Ligustica Herkünfte einzukreuzen, was bei der Carnica eben nicht geht.

    Die Saharensis hat z.B. Kein Problem mit dem Beutenkäfer.

    Allgemein bildet die Buckfast einen Mega Genpool, da sich auch Gene untereinander positiv beeinfluss können.

    Die Nigra steckt voll im Flaschenhals, denn Sie ist die älteste vom Menschen Züchterisch beeinflusste Rasse überhaupt. Ich glaub seit 125 Jahren wird mit der Nigra gezüchtet und auf R

    reinheit Wert gelegt.

    Klar lässt sich irgendwo ein neuer Stamm finden, aber in Europa auf jedenfall nicht.

    Warum diese Kunstrasse für sich beansprucht die einzig natürliche Vorkommende Rasse Europas sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Nicht das mein Beitrag falsch verstanden wird, natürlich vorkommende Untarten sind unglaublich Schützenswert, da sie die Gene für bevorstehende Herausforderungen mitbringen. Es liegt an den Menschen diese Genetischen Eigenschaften Sinnvoll miteinander zu kombinieren bzw. Anzusparen.

    Daher sind Belegstellen egal welcher Zuchtrichtung ebenfalls Schützenswert.

    Wenn die Carnica mal von Ihren optischen Rassestandards weggeht und endlich einsieht das selbst Ruttner die Crainer Biene mit einem Lederbraunen Ring beschrieben hat, wird sich vielleicht die Deutsche Bienenwelt zum positiven verändern.

    Wer Reinzucht betreiben will, soll auf Belegstellen fahren, egal welcher Rasse. Wer auf Standbegattung setzt, soll sich einfach über gesunde und vitale Bienen freuen, ob Grau, Gelb, braun oder sonstwas.

    Wenn das in den Köpfen angekommen ist, ist hoffentlich dieser behinderte Rassenkonflikt endlich vorbei. Jeder hält die Bienen die er mag und freut sich über gesunde bunte Völker mit Honig.