Ungewöhnliche Aggressivität von Bienen 2017

  • Hallo zusammen!


    Ich kam grad da drauf, weil im Kurs grad 3 Jungimker mit ungewöhnlich aggressiven Völkern zu tun hatten. (Ende Mai und im Juni)

    Generell, was das so heisst:

    - Bienen stechen unprovoziert in der näheren Umgebung der Beute (nein, nicht grad vor dem Flugloch)

    - Bienen stellen Menschen ungewöhnlich lange nach


    Dazu kam noch ein kleiner Bericht in der Bienenzeitung, in welchem ein Vereinspräsident ebenfalls berichtete, dass er Ende Mai ungewöhnlich viele Anfragen wegen aggressiver Bienen bekam. Genau sind die Ursachen so nicht bekannt, laut jenem Vereinspräsident war die einzige Gemeinsamkeit sämtlicher Fälle, dass die Stände zur Mittagszeit der Sonne exponiert waren. Er vermutet, da es ab Ende Mai hier rekordverdächtig warm war, dass es mit den Temperaturen zusammenhängt.


    Was haltet ihr davon? Habt ihr damit Erfahrungen gemacht?


    mfg Vivajohn

  • Hat mit den Temperaturen gar nichts zu tun.

    Einfach sogennante "Stecher".

    Für Jungimker ein kleiner "Supergau". Etwas genauer überlegen, wo man seine Bienen kauft.

    Umweiseln - und das Problem löst sich von allein, falls nicht (zufällig) wieder eine "Stecher-Königin" am werkeln ist.

    Erfahrungen : In 27 Jahren (mit durchschnittlich 10 Völkern) ein einziges aggressives Volk gehabt.


    MfG Sepp

  • Tachchen


    Da ich u.a. an Bienen des CH-Züchters mit den besten Beebread-Werten der Nigra werkele und auch die dieses Jahr recht stechlustig waren, kann es durchaus auch andere Ursachen haben als die Genetik. Exponierte Lage kann durchaus sein, aber meine eigenen Völker stehen im Halbschatten und waren auch recht angriffig dieses Jahr (Na gut, meine sind nicht so gut durchgezüchtet, wie die von dem oben erwähnten Kollegen, also nicht so gut vergleichbar). Man sagt ja auch, das der Raps auch gern Völker zu Stechern werden lässt, aber das haut auch nicht hin, meine wurden erst nach der Rapsernte aggro, während bester Waldtracht.

    Weitere Ideen ?


    Grüsse, Robert

  • zum Teil Genetik, gestresste Bienen, gespritzt, kein Futter? Dies Jahr ist kein Jahr nach Lehrbuch- da steht nicht, das man im April füttern musste und erst Mitte Juni Völker in Schwarmstimmung kommen. Da wurden viele Ableger nach Lehrbuchkalender grenzwertig angelegt. Und bei Abschleuderung und Trachtpause standen Völker trocken!

    Sonne ist bei Verwendung von isolierten Zwischendeckeln kein Problem, war für mich immer selbstverständlich. Aber anscheinend lehren einige Paten 3mm Sperrholz oder Plastfütterer als ausreichenden Abschluß unterm Blechdeckel.

    Gruß Fred

  • Hatte ich auch. Völker, die ohne Schleier zu bearbeiten waren, wollten mich plötzlich töten. Zwei Wochen später war alles wieder normal. Erste Juniwoche. Denke, es gibt ein neues Spritzmittel.


    Das war wirklich gruselig. Jetzt stehen zwei der schlimmsten Völker hier als Test auf der Terrasse, wo ich am Tag 20x durchlaufe. Nix. Damals quollen sie schon wie Lava aus dem Flugloch, wenn man sich der Kiste nähern wollte. Lag also mal nicht an den Bienen.


    Am gleichen Stand aufgestellte Begattungseinheiten zeigen sich 12/14 Buckelbrütig.


    Bin mir SICHER, das hat alles NICHTS zu sagen. Noch jemand ein Pfund Rinderhack für 1,99€?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Vivajohn,


    warm und hohe Luftfeuchtigkeit, und meine Bienen sind am arbeiten. Haben keine Zeit für Aggressionen.

    Aber die gleichen Symptome hatte ich auch, Getreidefelder in der Nachbarschaft und die Spritze unterwegs. Ob es daran liegt, kann ich nicht sagen.


    Gruß

    Ulrich


    Ralf, als Fachmann nenne ich so etwas Dreck, Rinderhackfleisch sollte nicht unter 5 Euro das Pfund zu haben sein.

  • die gleichen Symptome hatte ich auch, Getreidefelder in der Nachbarschaft und die Spritze unterwegs. Ob es daran liegt, kann ich nicht sagen.

    Hier auch. Angrenzend ein Weizenschlag. Und nicht erste, sondern zweite Juniwoche.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo Ralf,


    gleiche Zeit wie bei mir, vor 14 Tagen. Und danach alle wieder absolut lieb und in Badehose zu bearbeiten.


    Gruß

    Ulrich

  • Irgendwas neues im Getreide. Ich hab sowas auch noch nie so erlebt. Im Raps sind sie immer was griffiger, und wenn da 50 Völker stehen, zieh ich mir die Jacke eben schon im Auto über, geschenkt. Aber das war echt speziell. Richtig massive Angriffe, auch mit Rauch war da nichts zu machen. Nachdem ich sie umgestellt habe, war nach zwei, drei Tagen Ruhe.


    Frage in die Runde: war bei Euch auch Getreide im Spiel? Wie weit weg und welcher Zeitraum? Damit man das mal eingrenzen kann.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Einfach sogennante "Stecher".

    Hallo Sepp, waren es eben nicht! Die Stecherprobleme lösten sich völlig ohne Umweiseln... Sonst wäre es einem Vereinspräsidenten auch nicht einen Artikel wert gewesen!


    Frage in die Runde: war bei Euch auch Getreide im Spiel? Wie weit weg und welcher Zeitraum? Damit man das mal eingrenzen kann.

    Interessanter Zusammenhang!
    Bei uns hier hats eben sehr wenig Monokulturen. Ich kann bei besagten Leuten mal nachfragen, aber das dauert leider recht lange, bis ich die wieder sehe... :rolleyes:

    Ich schaue aber mal, was es so an Neuzulassungen im Giftkämmerchen gab dieses Jahr, vielleicht landet man ja nen Glückstreffer!


    Generell spannend dass das Phänomen eben doch recht breit wahrgenommen wurde!

  • vielleicht hilfreich zum Eingrenzen -

    im Flugradius meiner Völker : kein Raps, kein Getreide - nur Mischwald, Wiesen (und die Blumengärten im Ort... - )

    Alle Arbeiten an den Völkern sind ohne Schleier, Jacke und Handschuhen möglich - oft auch ohne Rauch :)

    Die wenigen Stiche im Jahr (ca. 10 bis 20 ) verursache ich meistens selbst beim Wabenziehen ( Finger ) oder wenn sich Bienen mal in den Hemdsärmel oder in den Hosenbeinen verirren :rolleyes: - was ja vermeidbar wäre.


    Gruß Sepp

  • Am gleichen Stand aufgestellte Begattungseinheiten zeigen sich 12/14 Buckelbrütig.

    Ähnliches hatte ich Anfang Juni auch beobachten müssen und schon Mal hier geschrieben. 8 von 8 Einheiten weiselten sofort um, trotz eigentlich schöner Brutnestanlage...und nein es waren keine Nachschaffungsköniginnen.


    Nachtrag: Weizen, Gerste, Mais und Raps im Flugkreis. Etwa je 1/3 Feld, Wald, Stadt im Flugkreis.

  • Gestern und heute gleiche Probleme.

    Sonst total liebe Völker quollen in Massen aus den Fluglöchern und machten Jagd auf meine Hosenbeine . Die steckten leider in Shorts. :(

    Hab dann mein geplantes Programm gar nicht erst begonnen.

    Getreide im Flugkreis: ja.

    Ist aber "Bioland"-zertifizierter Weizen und Gerste, gedacht zur Zubereitung von Kindernahrung. So der Bauer. Den kenn ich, und dem glaub ich.

    Allerdings war gestern und heute auch Schietwetter ....

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Michael,

    das Wetter macht nicht sooo verrückte Bienen. Nicht die, die wir haben.

    Ein 4 Zarger Mini Plus, immer lieb. 2 x war ich dran und habe Haue ohne Ende bekommen.

    Eine Woche später wollte ich die Königin liquidieren. Ich habs gelassen. Absolut friedlich.


    Gruß

    Ulrich