Funktioniert das ? Totale Brutentnahme und Umweiseln in einem Durchgang

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    Dann laß die Fangwabe weg, behandel in der ersten Woche mit OS Dampf oder gesprüht und ganz ganz wichtig, kontrollier die ersten vier Wochen auf stille Umweiselung, weil die wollen ggf. keine andere Genetik!


    Viel Erfolg & beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ja, das wäre vermutlich die beste Lösung..denkst du, die werden bleiben, wenn nur die Königin da ist und keine Brut? Bindet die Königin auch ohne Brut genügend oder ist die Gefahr gross, dass die Bienen in andere Völker flüchten? TBE werde ich bei allen gleichzeitig durchführen..

    Ich hatte Deine PDF bezgl. TBE gelesen. In diesem beschreibst Du die Gabe einer Leerwabe, welche nach dem Bestiften und Verdeckeln entnommen wird, die verspätete Fangwabe sozusagen..Habe ich das richtig verstanden soweit?

    Welche Vorgehensweise würdest Du bevorzugen, OS-Bedampfung oder Deine Variante der Fangwabe, und weshalb?

  • Moin,

    Ich habe das im vorigen Jahr das erste mal Ende Juli so gemacht:

    1) alte Königin und fast alle Brut raus. Eine offene Brutwabe bleibt.

    2) Ameisensäure 60% mit Schwammtuch drauf

    3) eine Woche später, wenn die offene Brut verdeckelt ist, diese raus und junge Königin rein - Ordentlich Futter drauf

    4) nach zwei Wochen das tolle Brutnest bewundern - 2. Zarge drauf und noch mal ordentlich Futter.

    5) im Frühjahr wieder begrüßen und das neue Jahr feiern.


    Grüße Ralf

  • 1. ...Gabe einer Leerwabe, welche nach dem Bestiften und Verdeckeln entnommen wird, die verspätete Fangwabe sozusagen..Habe ich das richtig verstanden soweit?

    2. Welche Vorgehensweise würdest Du bevorzugen, OS-Bedampfung oder...Fangwabe, und weshalb?

    zu 1.: Richtig verstanden. Die Gabe nur einer LeerW dient dazu, einen definierten Zustand herzustellen: Brut eines bestimmten Alters (mit darin untergeschlüpften Varroen) in nur einem Rä., das man als FangW nach Verdeckelung entnehmen kann. Die Kö. hat - ganz ohne Käfigung - in den ersten Tagen der TBE nur auf dieser LeerW die Möglichkeit, Eier abzulegen, nirgends sonst.


    zu 2. Den prinzipiellen Unterschied der Fangwabenmethode gegenüber allen TAM-Anwendungen hat Kleingartendrohn im Vorwort zu seinem TBE-Konzept dargelegt. Er lautet in Schlagworten: Schlechtestenauswahl statt Bestenauswahl beim Überleben -> Weitervermehrung der Milben. Auch wenn sich dieser Vorteil entwicklungsgeschichtlich nicht sofort bemerkbar machen wird, einen Effekt in Richtung weniger TAM hat er auf jeden Fall.

    Manchmal mag es praktische Gründe geben (bspw. familiäre Schulferienplanung kollidiert mit TBE-Terminplan), trotzdem TAM einzusetzen. Unter den TAM halte ich die Ox-Sublimation ("Bedampfung") in dieser Situation für die beste und bienenverträglichste. In der Schweiz ist sie ja sogar zugelassen, weil man den Imkern dort offenbar mehr Eigendisziplin beim Arbeitsschutz zutraut als in D.

  • ralf_2 , das klingt auch sehr gut, allerdings würde ich die AS weglassen ;-) ..welche Anzahl Völker hast Du letztes Jahr so behandelt?


    ribes , ich strebe, wenn möglich (zur Sommerbehandlung), eine Behandlung ohne TAM an..Die Winterbehandlung mache ich mit Ox-Sublimation :-)


    Ihr habt mir alle sehr geholfen, herzlichen Dank :)

  • Ich habe voriges Jahr einen Versuch mit drei von 6 Segebergern gemacht. Mehr junge Waben hatte ich voriges Jahr nicht - den Stress mit Mittelwand ausbauen wollte ich den Bienen zunächst ersparen.

    Diese Jahr werde ich ähnlich mit den Völkern in Hinterbehandlungsbeuten verfahren, sollte auch funktionieren.

    Sicher kann man auch eine bewährte vorjährige Königin wieder zusetzen, um eine allzu großes Völkervermehrung zu vermeiden.

    Ich möchte gern Amateur bleiben …

    Evtl. kann man auch auf die Ameisensäure verzichten - es war mein erster Versuch in dieser Richting. Allzu viele Milben waren auf der Windel nicht zu finden.

    Aber ich möchte die Bienen im Winter gern in Ruhe lassen und die kontrolliert sichere Brutfreiheit ermöglicht einen hohen Wirkungsgrad der Behandlung. 100% erreicht man eh nicht - das ist eben Biologie.

    Grüße Ralf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ralf_2 ()

  • so gemacht:

    1) alte Königin und fast alle Brut raus. Eine offene Brutwabe bleibt.

    2) Ameisensäure 60% mit Schwammtuch drauf

    ;(;(;(;(

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...Mehr junge Waben hatte ich voriges Jahr nicht - den Stress mit Mittelwand ausbauen wollte ich den Bienen zunächst ersparen.

    Bienen haben keinen Streß mit Wabenausbau, im Gegenteil: Es entspricht ihrer Natur. Bevor die vielen Jungbienen in ihrer Lebensphase maximaler Wachsdrüsenfunktion ihre Wachsschüppchen nutzlos entsorgen (müssen), sollen sie lieber bauen - das ist "wesensgemäß". Wenn sie nicht mehr bauen wollen/können, merkt der Imker das sehr bald (bspw. am Gemüll). Dann kann er immer noch MW oder LeerW zugeben, die er dann mglw. von den inzwischen ausgeschleuderten HoW abzweigen kann - sofern er dort dasselbe Rä.maß wie im BrR verwendet.

    Limitierend ist m.E. neben der Anzahl der Baubienen (demografische Volksstruktur) die vorherrschende Außentemperatur v.a. im Herbst.


    Um zum Fadenthema zu lenken: Wenn eifrig gebaut wird und alle "wesensgemäß" beschäftigt sind, sollte auch die Annahme einer neuen Kö. wie beschrieben (#53) am besten gelingen.

  • Bei uns erlischt der natürliche Bautrieb (entgegen gern anders lautender Erfahrungen) regelmäßig zu Johann (also jetzt so ungefähr).

    Man kann natürlich mit der Brechstange (Futter oder plötzlich einsetzende Tracht) die Bienen vom Gegenteil überzeugen, aber das mag ich nicht. Die sollen die Energie für die Überwinterung aufsparen.


    Ich wollte nur erzählen, wie ich das gemacht habe. Es geht sicher auch anders. Ich werde das erst mal weiter so halten. Bitte dafür schon mal vorsorglich um Entschuldigung.


    Grüße Ralf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ralf_2 ()

  • ...erlischt der natürliche Bautrieb zu Johann (also jetzt so ungefähr).

    Man kann natürlich mit der Brechstange (Futter oder plötzlich einsetzende Tracht) die Bienen vom Gegenteil überzeugen, aber das mag ich nicht. Die sollen die Energie für die Überwinterung aufsparen.

    Du hast aber langlebige Bienen - 9 Monate: Alle Wetter!

    Im Ernst: Mglw. sind Ursache + Wirkung verwechselt: Wenn zu Johanni Platz und Gelegenheit zum Bauen fehlen, werden die Wachsschüppchen, die die Jungbienen in bestimmtem Lebensalter unweigerlich produzieren, nach draußen entsorgt statt für Wabenbau eingesetzt. Die demografische Zusammensetzung des Volkes ändert sich zu Johanni nicht schlagartig. Der Anteil der jungen Baubienen geht nur sehr allmählich zurück je nach Rückgang der Eilegeaktivität der Kö. + 21 Tage vom Ei bis zur schlüpfenden Biene + ca. 13 Tage Alters-Regelaufstieg bis zur Baubiene.

  • Warum sollen sie bauen- nach der Linde keine Tracht, Brut betrieb geht zurück- Waben von Drohnenbau und Brut werden als Lager frei.
    Dünne Fütterung bis Ende August sorgt für ausreichend Dynamik im Bien.

    Da wird Zucker zu Wachs und invertiertem Futter und immer wieder Zellen zum Brüten frei.

    Neue geputzte Honigwaben sind das Grundkapital für Frühtracht!


    Kunstschwärme/ Fluglinge brauchen eine bis keine Sprühbehandlung, und bauen ab Mitte Juli in kurzer Zeit eine ganze Zarge MW aus und sind DIE Wirtschaftsvölker im nächsten Jahr mit dem geringsten Aufwand.


    Wenn nur noch eine Wabe mit Brut, kann die auch raus, da müssen nicht alle Bienen AS ausgesetzt werden. AS mit Schwammtuch wirkt bei ausreichender Menge wie Brutstopp- die offene weiße Brut wird ausgeräumt.


  • Warum sollen sie bauen...

    Da wird Zucker zu Wachs...

    1. ...zunächst einmal: weil ihr Stoffwechsel das Baumaterial als Abfall-/Endprodukt zur Folge hat - im Lebensalter von 13 -15 Tagen im Lebensmaximum. In diesem Faden geht es um TBE und in #64 wurde von zu vermeidendem "Streß" für die Bienen durch Gabe von LeerRä. im Zuge von TBE gesprochen.


    2. Wie Zucker zu einem Fett = Wachs von einer Biene umgebaut werden soll, müßte erklärt werden. Ich bezweifle dies stark. Viel eher nehme ich an, daß der fetthaltige Pollen als Stoff(wechsel)grundlage für Bienenwachs dient. Zucker sind dabei "nur" die Energielieferanten für den Herstellungs- und Verarbeitungsprozeß. Bei Strom-(=Zucker-)ausfall steht freilich die beste Syntheseanlage still und ist auch anschließende Wabenproduktion nicht möglich...