Funktioniert das ? Totale Brutentnahme und Umweiseln in einem Durchgang

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    Hallo Ludger,


    da es bei mir morgen, am letzten halbwegs trockenen Tag der Woche, losgehen soll, habe ich folgende Überlegung:


    Ich verzichte auf die Fangwabe, und befülle den neuen Brutraum mit Mittelwänden und einer ausgeschleuderten Honigwabe. In diese leere Honigwabe dürfte die Königin ja ihre Eier zuerst ablegen, so dass sich diese Wabe dann zur Entnahme der restlichen Varroen eignen würde. Über Absperrgitter verbleibt der Honigraum noch zwei Wochen bis zur Abschleuderung auf dem Volk. Direkt danach wird die ausgeschleuderte Honigwabe mit dann verdeckelter Brut entnommen.


    Ist das eine sinnvolle Vorgehensweise ?


    Beste Grüße


    Peter

  • Das kommt dann langsam der TBE mit Fangwaben vom Kleingartendrohn schon nahe. Kann mal bitte jemand das PDF vom Ralph aufstöbern?


    Gruß Jörg

    Gerne: TBE mit weiselrichtigem Brutsammler

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).


  • Hallo Peter,

    die Überlegung ist grundsätzlich richtig. Ich habe bei extremem Milbenbefall schon den Schritt getan, eine solche leere ausgebaute Wabe, neben die Fangwabe zu geben, um sie nach Verdeckelung - quasi als 2te. Fangwabe ebenfalls zu entfernen.

    Aber ich sehe keinen guten Grund, auf die Fangwabe zu verzichten. Die Annahme der jungen Königin ist auch mit Fangwabe ziemlich sicher. Außerdem reduziert die Fangwabe (als Bannwabe) die Gefahr, dass die nackten Bienen ausziehen.

    Wie immer beim Zusetzen neuer Königinnen gilt: Die Königin sollte sicher in Eilage sein und nicht gleichzeitig frisch gezeichnet werden. (Insbesondere bei mit Schellack aufgeklebten Plättchen, habe ich hier schlechte Erfahrungen gemacht, geruchsfreies Sekundenkleber-Gel ist deutlich unproblematischer)

    Bei normalem Milbenbefall ist die Wirkung der Fangwabe ausreichend (rechtzeitig entnehmen - wenn die Bienen auslaufen, ist die Fangwabe kontraproduktiv) und du gewinnst knapp eine Woche, in der die Bienen schon wieder gesunde Brut anlegen können.


    Aber lies mal die Anleitung vom Kleingartendrohn

    Gruß

    Ludger

  • Hallo Ludger,


    na ja, per Definition ist ein Königinnenflugling eine Einheit am alten Standplatz, die die Königin beherbergt, neue MW und der somit alle Flugbienen zufliegen, manchmal mit Brutwabe, manchmal ohne; bei Bildung von FLugling und Fegling werden schlupfreife BW zugegeben.

    Bei der TBE kommen ja dann noch zugestoßenene Stockbienen/Pflegebienen von den BW dazu.

    Die Zusammensetzung aus Flugbienen und Jungbienen hat im Prinzip als Traube neu startend viel KS-Charakter, weniger Fluglingart, so meinte ich das. aber Haarspaltereien sind eh doof :wink:


    Und da hst Du ganz recht: Es wäre schade, die Bautrieb-Power mit Gabe von HR-Waben ungenutzt zu lassen! Tausch Honigwaben/ Brutwaben brauchen wir wohl nicht drüber zu debattieren, das ist auf jeden Fall ein zusätzliches Argument.


    Meinereine hätte bzgl des Sitzes auf honigfeuchten Waben trotzdem Bedenken, bis die sich organisiert haben; insbesondere wenn Vollvölker auch da stehen und draußen nicht mehr so viel geht.


    Räubereigeschädigte Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • [...]

    Meinereine hätte bzgl des Sitzes auf honigfeuchten Waben trotzdem Bedenken, bis die sich organisiert haben; insbesondere wenn Vollvölker auch da stehen und draußen nicht mehr so viel geht.


    Räubereigeschädigte Grüße


    Marion

    Hallo Marion,

    im Auge behalten sollte man das. Ich führe solche Eingriffe deswegen auch gerne mit allen Völkern an einem Stand gleichzeitig durch. Andererseits habe ich selbst schon zu meinen Zanderzeiten erfolgreich Völker auf ausgeschleuderte Honigräume gefegt, weil ich Anfang September nach der Heidewanderung das Gefühl hatte, dass das Ausbauen neuer Mittelwände zu viel Zeit und Kraft kosten würde. Trotz absoluter Trachtlücke ist das gut gegangen. Ich hatte allerdings auch keine weiteren Völker an diesem Stand. Dafür sind nach Heide duftende Leerwaben nochmal eine Steigerung gegenüber normalen Honigwaben.

    Nachdem ich erlebt habe, wie solche Völker aber bauen können, bin ich selbst zu diesem extremen Termin nicht sicher, ob ich diese Vorgehensweise empfehlen würde. Durch meinen Wechsel auf Dadant (und schon vorher auch auf Flachzargen im Zander-Honigraum) hat sich das für mich sowieso erledigt.


    Gruß

    Ludger

  • Moin,

    Die Fangwabe muss man einschmelzen - somit ist allen erworbenen Resistenzen der Milben ein Riegel vorgeschoben.

    Es muss einfach einen Schnitt geben, auch wenn es einem selbst anfangs weh tut.

    Wer neugierig ist, kann ja mal nachschauen - das beseitigt oft letzte Skrupel.


    Noch mehr weh tut es, wenn man die Fluglöcher schließen muss.


    Es sollte dann einige Zeit dauern, bis eine neue Population gefährlich wird. Von irgendwo kommen schon wieder neue Plagegeister, …


    Grüße Ralf

  • Hallo zusammen,


    ich wollte nur kurz erzählen, wie es gelaufen ist:


    Zuerst habe ich den Honigraum abgenommen und eingepackt, dann den alten Brutraum verstellt, und einen neuen mit zehn Mittelwänden und einer ausgebauten Wabe aufgestellt. In diesen habe ich die neue Königin zum Ausfressen eingehängt.


    Ich nutze jetzt die ausgebaute Wabe als Fangwabe. Das liegt daran, dass ich noch etwas "Störfeuer" in Form von vor vorhandener offener Brut warnenden Stimmen erhalten habe. Dieses Volk ist mir persönlich sehr wichtig, da ich es zum Anfangen von meiner in diesem Jahr verstorbenen Imkerpatin erhalten habe, und möchte darum jedes Risiko ausschließen.


    Am Sonntag ergab die Beobachtung regen Flugverkehr, sowie den regelmäßigen Eintrag von hellgelbem Pollen, vermutlich Winterlinde. Ich werte das zunächst als gutes Zeichen, das Volk selbst bleibt bis zum Abschleudern völlig ungestört.


    Am 16. schleudere ich alle Völker ab, und werde dann bei diesem die Fangwabe entnehmen. Dann berichte ich gerne, wie es abschließend gelaufen ist.


    Beste Grüße


    Peter

  • Ich hatte auch überlegt, ob ich die ersten zwei Waben (waren ja bei mir zwei ausgeschleuderte Honigwaben und der Rest Mittelwände...) als Fangwaben entnehme, lasse sie aber drin, weil die OX Behandlung bei den entnommenen 30 Brutwaben samt sehr vieler inzwischen geschlüpften Bienen gerade mal eine Milbe auf der Windel brachte.

    Sehr beruhigend.

    Und Planänderung!

    Die alten Königinnen sind jetzt mit je 3 Waben in einen 3`er Ablegerkasten gewandert, und der (TBE) Sammelbrutableger wird nochmal zur Nachzucht von ein paar Königinnen benutzt. Dann kann ich Ende Juli noch ein paar mittelprächtige Königinnen austauschen und letzte Reserven an leeren Kisten alle noch besiedeln, wie z.B. auch die zwei neuen selbst gebauten .

  • Ich hatte auch überlegt, ob ich die ersten zwei Waben (waren ja bei mir zwei ausgeschleuderte Honigwaben und der Rest Mittelwände...) als Fangwaben entnehme, lasse sie aber drin, weil die OX Behandlung bei den entnommenen 30 Brutwaben samt sehr vieler inzwischen geschlüpften Bienen gerade mal eine Milbe auf der Windel brachte.

    Sehr beruhigend.

    Und Planänderung!

    Die alten Königinnen sind jetzt mit je 3 Waben in einen 3`er Ablegerkasten gewandert, und der (TBE) Sammelbrutableger wird nochmal zur Nachzucht von ein paar Königinnen benutzt. Dann kann ich Ende Juli noch ein paar mittelprächtige Königinnen austauschen und letzte Reserven an leeren Kisten alle noch besiedeln, wie z.B. auch die zwei neuen selbst gebauten .

    Meinst Du, dass ein Sammelbrutableger mit all seinen Varroen und angeschlagenen Bienen wirklich die perfekte Kinderstube für eine neue Königin abgibt - ja, da ist ordentlich Bienenmasse, aber was für welche ...


    Gruß, iJörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Moin zusammen,


    die Behandlung der Brutscheunen hängt wirklich vom Befallsgrad ab! Ich hatte schon Jahre, wo ich trotz aller Bemühungen nur wenige Brutscheunen durch den Winter bekommen habe und dann im letzten Jahr haben sogar die Fangwaben-BS gut überlebt.


    Fakt ist: die noch offenen Zellen werden in der ersten Woche der BS garantiert schlecht gepflegt. Daraus kann eigentlich nur Murks schlüpfen. Daher nehme ich gern nach 2 Wochen die Restbrut heraus und schmelze sie ein. Bis dahin sind die BS idR. extrem stark und können gut beweiselt werden.


    Und btw: Gestern habe ich bei den ersten schwächeren Völkern quasi die TBE vorgezogen. Von denen erwarte ich eh keinen Honig mehr. Der Rest wird wohl in 2 Wochen gemacht.


    Gruß Jörg

  • Hallo,

    nach zwei Wochen raus ist eine gute Option. Es kombiniert sich nämlich meist die nicht optimale Pflege plus Massenabstieg der Milben in alles, was noch auf ist.

    Die können dann getrost weg. Wenn die Geduld beim Imker fehlt ein zusätzliches Ding


    Gruß

    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen,


    knapp fünf Wochen nach der Durchführung: Die Kiste ist leer.


    Nochmal in Kurzform:


    Am 28.06. wurde der Brutraum am Stand verstellt, eine Zarge mit Mittelwänden, einer ausgebauten Wabe und begatteter Königin zum Ausfressen an dessen Stelle aufgestellt, der Honigraum wurde aufgesetzt.


    An den folgenden Tagen beobachtete ich Flug wie bei den Nachbarvölkern und den regelmäßigen Eintrag von Pollen.


    Am 15.07. wurde der Honigraum abgenommen, am Abend drei Kilo Zucker mit zwei Liter Wasser gegeben. Der Ausbau blieb da schon nach kurzer Sichtprüfung von oben hinter meinen Erwartungen.


    Jetzt am 31.07. muss ich feststellen: Die Kiste ist vollkommen leer, es wurden gerade mal drei Mittelwände ausgebaut. Es finden sich eine handvoll Zellen mit Drohnenbrut, sowie zwei Nachschaffungszellen.


    Hat jemand eine Idee, was schief gegangen ist, bzw. was ich falsch gemacht habe ?


    Ich will gerne meine Fehler erkennen und daraus erkennen, dieses Desaster erschreckt mich zutiefst :(


    Beste Grüße


    Peter