Funktioniert das ? Totale Brutentnahme und Umweiseln in einem Durchgang

  • Wie jetzt Kunstschwarm,

    es ging um einen weiselrichtigen totalen Brutling und im Altvolk einen Flugling auf neuen Waben mit neuer Königin und den darauf belassenen Honigräumen.

  • WTBE weiselrichtige totale Brutentnahme, kein Sammelbrutableger und auch kein weiselrichtiger Sammelbrutableger, einfach nur die ganze Brut samt Königin von jedem Volk in einer extra Kiste beiseite stellen... ist das jetz was total neues?

  • Hallo Peter.

    Bin selber noch Neuling und habe mich daher bislang noch nicht an diese Methode herangetraut. Was mir noch nicht ganz in den Sinn geht - oder ich habe da was falsch verstanden - wenn die neue Kö mit zurück gekehrten Flugbienen in der Zarge auf dem alten Platz steht und daneben die Brutwaben mit den Ammen vom Altvolk, wird denn das dann noch ein starkes Volk bzw. zwei, um sicher über den Winter zu kommen? Oder müssen beide Völker zwangsläufig wieder vereint werden? Ich hätte Angst, das dann nicht genug Winterbienen da sind, oder?

    Hallo Darena,


    letztes Jahr habe ich am 26.07. mit dem hier besprochenen Volk noch einen Treibling gebildet und beweiselt. Dieses ist allerdings etwas schwach aus dem Winter gekommen und hinkt den anderen Völkern gut drei Wochen in der Entwicklung hinterher, weshalb ich so spät nicht nochmal ein Jungvolk bilden würde. Anfang bis Mitte Juli sollte aber noch gut funktionieren.


    Viele Grüße


    Peter

  • Hallo Kruppi,


    was ist da weiselrichtig bei einem Haufen frisch ausgeschleuderter Honigwaben ohne Brut mit einer gekäfigten fremden Königin? Bis das wieder ein richtiges Volk ist, das dauert 14 Tage. Solange ist die Tür schwach. Am ersten Tag ist die Tür quasi offen. Daneben stehen fünf frustrierte, weil beraubte Völker. Wieviel Phantasie brauchst Du? Uwe hat Recht.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von rase () aus folgendem Grund: Autokorrektur ist ....

  • Hallo Peter,

    der Imkerverein Aurich bietet unter seinen Downloads zur Bienengesundheit eine Checkliste "Totale Brutentnahme inkl. Umweiselung" an. Dort findest du eine ziemlich präzise Arbeitsanweisung.


    viel Erfolg

    Ludger

    Hallo Ludger,


    und vielen Dank für die hilfreichen Checklisten. Bei "Totaler Brutentnahme inkl. Umweiselung" sehe ich, dass doch mit Fangwabe gearbeitet werden kann, allerdings eben nur, wenn gleichzeitig die neue Weisel mit in den neuen Brutraum kommt ?

    Da stehe ich jetzt irgendwie auf der Leitung.


    Die TBE ist DIE GEEGENHEIT die Behandlung sehr effektiv und sehr bienenschonend durchzuführen.

    Das wäre ein Jammer, dort AS reinzugeben. Dann haben die doch gerade die neue Brut im Neubau angelegt und dann bekommt die mittels AS erneut eine Keule bzw. hat sie die ja bereits auch vorher schon durch die Milben

    Hallo Marion,


    dem umgeweiselten Volk, das den ausgeschleuderten Honigraum als Brutraum erhält, will ich die Ameisensäure ja ersparen, darum auch meine Frage zur Fangwabe :)


    Der verstellte, alte Brutraum mit alter Königin, der soll im Wochenabstand drei- bis viermal mit Ameisensäure behandelt werden. Sobald das Wetter dazu gut genug ist.



    Viele Grüße


    Peter

  • Lass die AS weg und mache Fangwaben mit deinem Brutsammler. Diese Fangwaben kannst du dann gerne behandeln. Da sind dann die meisten Milben drin.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Ralf und Uwe,


    ich verstehe euren Einwand absolut, die anderen drei Völker am Stand (zwei habe ich noch im Garten) werden allerdings erst Mitte/Ende Juli abgeschleudert. Durch Linde, reichlich Brombeeren, Schneebeeren etc. herrscht hier auch noch gute Tracht, so dass ich die Räubereigefahr derzeit als nicht so groß einschätze. Wenn die Aktion dann noch am nachmittag durchgeführt und das Flugloch eingeengt wird sollte das Risiko doch recht gering sein, oder ?


    Viele Grüße

    Peter

  • wenn du dich nicht abbringen lassen willst, die geschleuderten Waben in Wasser tauchen oder einsprühen, dann riechen sie nicht mehr ganz so stark.

    Die lokalen Trachtverhältnisse kann man nicht einschätzen und ändern sich von Tag zu Tag.

    Ich musste die Ableger füttern, weil zu wenig reinkommt- Futterteig. Die Schwärme bzw Kunstschwärme bekommen 1:1. Die Linden scheint es an einem Stand in MV nicht zu geben bzw die Temperaturen und Schauer passten nicht.


    Gruß Fred

  • Lass die AS weg und mache Fangwaben mit deinem Brutsammler. Diese Fangwaben kannst du dann gerne behandeln. Da sind dann die meisten Milben drin.

    Hallo Luffi,


    Wenn ich eine neue begattete Königin im Käfig dazuhänge und eine Fangwabe, wollen die dann nicht lieber aus der Fangwabe nachschaffen?


    Viele Grüße


    Margit

    Wenn ich mal groß bin, will ich auch Imker werden...

  • Das ist richtig, so hab ich das auch nicht empfohlen.

    Bei meinen Völkern habe ich die komplette Brut samt Königin in jeweils einer neuen 1-Zargigen Beute erst mal daneben gestellt, also weiselrichtige totale Brutentnahme. Dabei habe ich auch nur wenige Bienen (nur die von der Wabe mit der Königin vollständig, alle anderen abgestoßen und nur einen kleinen Rest darauf gelassen) mit in die neue Beute genommen, also wie bei einer Brutscheune. Die Wirtschaftsvölker haben also fast alle Bienen behalten, sammeln weiter Honig, nur die Brut und die alte Königin ist raus. Ein paar letzte Flugbienen sind sicher am nächsten Tag auch noch zurückgekehrt. Die Brut, die dort jetzt schlüpft kennt kein anderes zu Hause und kann sofort gegen Milben behandelt werden. Damit die Brut mit den wenigen verbliebenen Bienen nicht verkühlt habe ich sie in einem Turm aus Segeberger Styropor Zargen mit Zwischenböden untergebracht. (siehe hier )

    Soweit ist das ganze fast wie TUB (Teilen und behandeln), nur das die Brutraumbienen größtenteils abgestoßen wurden und die Altvölker daneben und nicht auf der alten Beute stehen.


    Den leeren Brutraum habe ich aber nur mit 2 ausgeschleuderten Honigwaben und der neuen Königin dazwischen ausgestattet (abends!) und den Rest mit Mittelwänden aufgefüllt. Diese Königinnen sind sofort in kräftigen Wirtschaftsvölkern mit allen Flugbienen und fast allen Bau- und Pflegebienen, und das bei Volltracht, die legen sofort los, den Brutraum wieder in Normalzustand zu bringen und sammeln weiter Honig. Ein bisschen Ertrag geht durch den Ausbau der Mittelwände aber sicherlich verloren.

    Ob das mit einem ganzen ausgeschleuderten Honigraum auch funktioniert?

    Bei Tracht und starken Völkern geht das wahrscheinlich auch, aber warum sollte man die Gelegenheit nicht nutzen, neue Mittelwände ausbauen zu lassen. Die leeren Honigwaben würde ich lieber sauber schlecken lassen und für das nächste Frühjahr einlagern.

  • Hier wird irgendwie wie bei Loriot aneinander vorbei geredet. Jeder hat was anderes imKopf bzw andere Definitionsinterpretationen der Begrifflichkeiten, versteht den Vorschreiber nicht oder deutet woandershin und textet dann weiter.


    Die Rede war doch von TBE

    Die geht klassisch so, dass nun mal alle Brut raus kommt, und das was am alten Platz entsteht, das ist vergleichbar mit einem Kunstschwarm.

    Ein Flugling ist das nicht.

    Von daher ist die Thematik mit den Honigwaben eine (von mir glatt überlesene) sehr wichtige.


    Und Brutsammler mit Auslaufen lassen machen insofern Sinn, dass man wieder eine Einheit bekommt, die man brutfrei schön effektiv behandeln kann. Das geht auch weiselrichtig, dazu gibt man der Königin dann eben weniger Raum.

    Weiter legen und Blockbehandlung soll dazu führen, dass sie Bienen/Brut produziert? Wie denn, wenn die offene Brut per AS einen drüber kriegt und sich verabschiedet?

    Da kann man auch eine Flachzarge mit ASG drunter stellen, die Brut darin dann komplett in den Schmelzer geben nach 3 Wochen und oben nach Auslaufen 1 x alles Geschlüpfte behandeln.

    OS-Dampf alle 4-5 Tage wäre eine Alternative, Thymol wäre auch eine.


    Frische Stifte und Brut in eine verseuchte Sammeleinheit zu lassen ist Murks,


    findet


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Die Rede war doch von TBE

    Die geht klassisch so, dass nun mal alle Brut raus kommt, und das was am alten Platz entsteht, das ist vergleichbar mit einem Kunstschwarm.

    Ein Flugling ist das nicht.

    Von daher ist die Thematik mit den Honigwaben eine (von mir glatt überlesene) sehr wichtige.


    Auch wenn die TBE "Total" im Namen trägt, lässt man üblicherweise eine Fangwabe mit offener Brut in der Beute. Damit sind alle Eigenschaften eines Fluglings gegeben. Es befindet sich Brut (als kombinierte Bann- und zur Varroabehandlung als Fang- Wabe) in der Beute. Es kommt eine Königin hinein (alt oder neu ist egal). Die abgefegten, sowie die heimkehrenden Flugbienen bilden am alten Platz (auf neuem Wabenwerk) wieder ein Volk.


    Da ausreichend Flugbienen vorhanden sind, bleibt bei diesem Volksteil die Fluglochwache intakt.

    Damit kann der Honigraum auf dem Volk bleiben. (über Absperrgitter - sonst brütet die Kö dort oben)

    Damit sind auch ausgeschleuderte Honigwaben als neuer Brutraum unter dem Aspekt der Räuberei kein Problem (zumindest solange wenigstens eine Läppertracht herscht/ reduziertes Fluglich bietet sich an). (Der Brutteil hingegen mit seiner minimalen Pflegetruppe ist hier wesentlich anfälliger - insbesondere, wenn er weisellos bleibt - Die TBE mit weiselrichtigem Brutsammler bietet hier einen guten Ausweg. Weisellose Brut hingegen, egal ob Brutsammler, oder als "Brutling" gehört wegen der Räubereigefahr und der Gefahr der Rückinfektion auf einen separaten (Quarantäne)-Stand (und nicht dem Flugling aufgesetzt.)


    Da dieser Flugling aber tatsächlich auch viele Eigenschaften eines Kunstschwarms hat, halte ich es für besser, den Bautrieb den diese Völker entwickeln auch zu nutzen und statt dessen Mittelwände zu geben. Nebenbei hat die Gabe von Mittelwänden den Vorteil, dass die Königin zuerst nur die noch vorhandenen Leerzellen der Fangwabe bestiftet. Der Ausbau der Mittelwände verzögert die Eiablage dort, womit die zeitliche Trennung zur Fangwabe besser wird.


    Abgesehen davon halte ich die Rotiererei Honigraum->Brutraum. Im Honigraum ausbauen lassen und den Brutraum einzuschmelzen, für unglücklich. Trotz Mittelwandgabe habe ich den Eindruck, dass Bruträume von den Bienen anders ausgebaut werden, als Honigräume. Deswegen bin ich der Meinung, dass Bruträume -- Bruträume und Honigräume -- Honigräume bleiben sollen.


    Als Nebeneffekt zwingt diese Rotiererei zu Vollzargen im Honigraum. Aus ergonomischer Sicht eine Katastrophe. Mit TBE ist der Bauerneuerung im Brutraum absolut genüge getan. Und es gibt auch so genug Anlässe die Honigräume einzuschmelzen, kristallisierter Raps ist nur einer davon.


    Liebigs "Teilen und Behandeln" und "Totale Brutentnahme" (z.B. Büchler) haben gewisse Ähnlichkeiten, sollten aber nicht miteinander verwechselt werden.

    Zitat

    Frische Stifte und Brut in eine verseuchte Sammeleinheit zu lassen ist Murks,

    Was meinst du hier? Wenn du meinst, dass ein vermilbter Brutsammler ungeeignet ist, eine Königin nachzuziehen, bin ich bei dir. Die Königinnen, die hier entstehen, werden in absoluter Notlage aufgezogen und taugen meist nichts. Die Fangwabe mit offener Brut (möglichst ohne Stifte) im ansonsten brutlosen (weiter Honig sammelnden) Volksteil hingegen halte ich für eine gute Sache.


    Gruß

    Ludger