Einzargig: MW vs. Anfangsstreifen

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    Moin!

    Ich würde gerne mal eure Meinung zum Thema Einsatz von Mittelwänden vs. Einsatz von Anfangsstreifen hören.

    Dieses Jahr wollte ich es mal mit Anfangsstreifen ausprobieren und hab mir im Winter etliche Rähmchen mit Anfangsstreifen vorbereitet.

    Leider finde ich den Einsatz von Anfangsstreifen nicht so richtig zielführend oder ich hab schlichtweg was falsch gemacht:

    Mit Mittelwänden konnte ich den Bau der Bienen recht gut beeinflussen. Bei Gabe einer MW bei Erweiterung, haben die Bienen mehr Arbeiterinnenbrut angelegt. Beim Tausch von Brutwaben, z.B. bei der Verstärkung eines Sammelbrutablegers oder Mickerlings, ebenso.

    Bei den Völkern, bei denen ich Rähmchen mit Anfangsstreifen eingesetzt habe (hinter zweite Brutnestwabe), haben die Bienen 1/2 bis 2/3 der Wabe mit Drohnenbrut vollgemacht.

    Das ist ja nicht das, was ich will. Die sollen im Brutnest Arbeiterinnebrut anlegen!

    Zusätzlich wurde der Drohnenrahmen mehr oder weniger ignoriert, sprich hier wurde Futter eingetragen oder Arbeiterinnenbrut angelegt.


    Was ist hier passiert? Warum ist das so passiert?

    Ist die Gabe von Anfangsstreifen zum falschen Zeitpunkt erfolgt? Macht man das z.B. nur bei der TBE?

    Oder wie sind eure Erfahrungen dabei?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

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    Ist die Gabe von Anfangsstreifen zum falschen Zeitpunkt erfolgt? Macht man das z.B. nur bei der TBE?

    Oder wie sind eure Erfahrungen dabei?

    Moin, moin,


    Ja.

    Das ist eigentlich ganz einfach! Wenn die Völker eher klein sind, dann wollen sie Arbeiterinnenbau und wenn sie größer und etabliert sind, dann wollen sie halt Drohnen...


    Mein Fazit:

    Mit Anfangsstreifen lassen sich kleine Ableger und Kunstschwärme, incl. TBE-Völker, gut erweitern. Die machen quasi einen Reset. Die Grenze liegt irgendwo bei 6 oder 7 Waben.


    Allerdings verbrauchen gerade kleine Einheiten mit den Anfangsstreifen auch viel Kraft. Daher muss man halt immer abwägen, was besser ist.


    Gruß Jörg

  • Moin Andreas,


    das Erweitern von MW-Völkern mit Anfangsstreifen ist so eine Sache.

    Woher sollen die Bienen wissen, dass du ihnen jetzt keinen Drohnenrahmen sondern einen "Arbeiterinnenrahmen" anbietest?

    Wann hast du denn die Anfangsstreifen eingehängt? Um diese Jahreszeit tendieren sie schon eher dazu, im Naturbau am Brutnestrand große Vorratszellen zu bauen und im Frühjahr eben Drohnenzellen. Das hängt auch vom Alter des Volkes und von der Königin ab.


    Tatsächlich klappt das Erweitern mit Anfangsstreifen am besten in Völkern, die Naturbau "können".

    Z.B. Völker, die als Schwarm oder (Freiluft-, offener) Kunstschwarm auf Anfangsstreifen gestartet sind und ihren gesamten Bau im Naturbau gestaltet haben.

    Am schönsten für unsere Augen bauen sie im Mai / Anfang Juni, aber auch da haben die Bienen oft eine eigene Meinung, wo sie was haben möchten. ImkerIn sollte da wissen, was er/sie denn möchte.


    Die Position deiner Anfangsstreifen ist ja eher am Brutnestrand und um diese Jahreszeit schrumpft es eher, als dass die Anfangsstreifenwabe zukünftig in das BN hineinwächst. Ich denke, die Bienen bauen lieber Vorratszellen, falls du die Rähmchen jetzt eingehängt hast.


    Wenn du die vielen Anfangsstreifen-Rähmchen benutzen möchtest, starte nächstes Frühjahr mit einem Schwarm oder Kunstschwarm und freue dich!

    Das oft empfohlene Kunstschwarmbilden mit den Honigraumbienen beim Abernten funktioniert eher mit Mittelwänden. Für Naturbau ist es dann meist zu spät, ein Volk würde dann ja auch normalerweise nicht mehr schwärmen.

    Was war denn dein Ziel?

    Um z.B. sauberes Wachs ins Volk zu bringen ist die TBE (totale Bauerneuerung) die beste Lösung, s.o..


    Liebe Grüße

    Marieke


    PS.: Jörg war schneller :-)

  • Jörg, die Idee das Wachs-Skandals war bei vielen, dass man dann eben weniger fertige MW gibt, sondern Rähmchen mit Anfangsstreifen. Sowohl für BR als auch für HR gibt es diese Idee, also für die normalen Wirtschaftsvölker. Die Bienen müssen mehr bauen, der Imker spart Wachs.

    Im HR ist m.E. die Gefahr recht groß, dass der Ausbau dann sehr unregelmäig wird.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Hallo Andreas,


    ich hab bereits mit den Anfangsstreifen angefangen zu imkern, und erst so langsam komm ich drauf wie sehr sich das wohl von einer MW-Imkerei unterscheidet. Vieles Geschriebenes gilt da nicht oder anders. Meine Erfahrung ist so wie deine, selbst bei 100% Naturbau. Im Frühjahr und Frühsommer mit AS erweitert werden zum Großteil Drohnzellen gebaut.

    Will man tatsächlich nur mit Naturbau im Brutraum arbeiten, muss man die Zeiten voll ausnutzen wo die Bienen von selber vorwiegend Arbeiterinnenzellen bauen. Schwärme und Kunstschwärme sind eine super Art der Bauerneuerung, Völkervermehrung und Verjüngung. Bestehende Völker kann man gut nach einer Brutpause umsetzen, oder eben wie Jörg auch sagt mit TBE.


    Dieses Jahr habe ich auch mal einen Sammelbrutableger gebildet und deine leidvolle Erfahrung gemacht: Will man nämlich die entnommene Wabe mit einem AS-Rähmchen tauschen... funktioniert einfach nicht bei Vollvölkern.


    Will man keine TBE oder Schwärme, dann bleibt eigentlich nur noch den Bautrieb später im Jahr anzuregen. Erweiterst du die Völker im Juli/ August kannst du den Bau von größtenteils Arbeiterinnenwaben mit der Einfütterung kombinieren.

  • Moin!

    Vielen Dank!

    Dann decken sich ja eure Erfahrungen mit meinen Beobachtungen.

    Dann werde ich in Zukunft für die "Saison" nur noch MW einsetzen (normales erweitern, Tausch von Brutwaben, etc.)

    Beim Neustart vor Völkern (TBE, Kunstschwarm, etc.) kann man alternativ auch gut Anfangsstreifen nutzen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Also ich werde heuer mal bei meinen starken Völkern welche auf 2 BR plus aktuellnoch 2 HR sitzen nächste Woche am Doenstag alles abschleudern.Dann auf eine Zarce verengen die aktuellen Brutwaben umschlichten und gleich eine Zarge nur mit Anfangsstreifen geben. Ich hoffe so im Frühjahr dass die Bienen in die obere Zarge gewandert sind ich nur guten Naturbau habe und werde die Völkerein zargig weiterführen. Wenn ich aktuell nicht alle Brutwabenunterbringe dann mache ich über der Zarge mit Anfangsstreifen das Absperrgitter und lasse noch 14 Tage die Brut auslafen dann kommt die zargerunter und ich behandle gegen Varroa. Werde auch schauen wie sich das Wetter entwickelt ob ich die Völkergleich füttere oder obes Tracht gibt.

    Werde dann nächstes Jahr eich wissen lassen ob und vorallem woe es geklappt hat.

  • Meine bescheidenen Erfahrungen dazu:


    Die Bienen bauen gerne mal ein mehr oder weniger großes Stück Drohnenbau oder Speicherzellen mitten rein, und drumherum und auf Waben weiter außen dann wieder Arbeiterinnenbau. Bauerneuerung auf Anfangsstreifen geht, wenn man beschließt, dass einen das Durcheinander nicht stört. Die Bienen kommen schon damit zurecht, immerhin bauen sie es sich selber so. Bestimmt entspricht der Bau zu Schwarmjahreszeiten eher unserer Idealvorstellung als Neubau im Herbst. Aber es sind eben auch unsere Vorstellungen und nicht die der Bienen.


    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Völker Naturbau als "gelernt" können oder als "verlernt" nicht können sollen. Meine waren bei Übernahme zu 100% und seit vielen Generationen Mittelwandbauer und haben trotzdem sofort ganz artig die Anfangsstreifen ausgebaut. Die Bienen leben doch im Sommer gar nicht so lange. Wie soll so ein Wissen als gelernt weitergegeben werden? Vielleicht muss eher der Imker erst das Handling und eine gewisse Entspanntheit in dieser Hinsicht lernen.


    Ich werde allerdings dieses Jahr bei der TBE je nach Stärke zentral zwei bis drei MW geben und dann weiter nach außen zwei halbhohe MW und schließlich Anfangsstreifen nach Bedarf anbieten. Denn: Naturbau während der Tracht ist ja ganz nett, aber während des Einfütterns - noch dazu 1:1 - füttert man sich echt einen Wolf. Es zieht sich ewig hin und man darf nicht die Nerven verlieren, wenn im Oktober immer noch halb ausgebaute Waben nur teilweise befüllt sind. Ich war die letzten beiden Jahre froh, wenn ich bis Mitte Oktober 15-18 kg Futter in die Völker bekommen habe. (Hat aber trotzdem sehr locker gereicht, vielleicht weil bei mir immer zwei Völker Beute an Beute kuscheln.)


    Viele Grüße

    Kikibee

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • die Erfahrung habe ich auch gemacht- 3 MW- davor 3xRandstreifen, nach hinten auffüllen, nach Baubeginn auf 8-10 Schieden. Das Loch zum Füttern liegt dann im Bereich der MW.

    Leider öfter passiert, das Randstreifen an senkrechten Drähten abrutschen, angegossen besser, angegossen und gedrahtet noch besser, wenn man öfter anderen was zeigen möchte.

    Völker im Nahbereich füttere ich 1:1, in 200km Entfernung mit Apiinvert, ab Mitte September nur noch Apiinvert.

    .Gruß Fred

  • Ich mache den Anfangsstreifen so breit, dass ich ihn gerade noch am obersten waagrechten Draht anlöten kann. Mit Nut oben zum Reinstecken hält das.

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • Ich mache den Anfangsstreifen so breit, dass ich ihn gerade noch am obersten waagrechten Draht anlöten kann. Mit Nut oben zum Reinstecken hält das.

    Hab ich bisher auch so gemacht, habe aber immer wieder halb abgefallene AStr rauspfriemeln müssen. Teilweise auch gleich an sich wunderschöne, aber quer gebaute Waben mit raus. Schade drum!


    Jetzt hab ich mal versucht in die Nut einen Wachsstreifen zu drücken, dann mit dem Heißluftfön drüber, bis es eingeschmolzen ist - mal sehen wie sie das annehmen. Eigentlich sollte ja auch ein entsprechend gewinkelter Oberträger reichen - kann man die irgendwo fertig kaufen? Auf Rähmchen basteln kann ich ganz gut verzichten.


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de