Ablegercheck

  • Hallo, ich habe diesmal keine Frage, sondern möchte nur berichten. Vielleicht fällt der einen oder dem anderen etwas dazu ein, das freut mich dann.

    Also, ich habe heute meine Brutableger gecheckt. Im Mai habe ich in wöchentlichem Abstand jeweils zwei gebildet, insgesamt sechs, und diese 20 km entfernt vom Heimatstand aufgestellt. Bei sechs Ablegern lohnt sich dann die Anfahrt, zumal mich der Sprit nichts kostet. Dafür werden meine JungKös von garantiert nur noch sehr weit entfernt verwandten Drohnen begattet -> Blutauffrischung. Und in der Nähe befindet sich dort der Heimatstand eines sehr guten Imkers.

    Die Ableger hatte ich jeweils mit Pollen- und Futterwabe gerüstet + 1,5 Liter 3:2-Zuckerwasser. Dann ließ ich sie in Ruhe. (Von der Milchsäurebehandlung bin ich abgekommen, ich binde die Ableger in die normale AS-Behandlung der Wirtschaftsvölker ein.)

    So, und hier das Ergebnis der heutigen Durchschau: Alle Völker begattet, aber in sehr unterschiedlicher Qualität.

    1. Woche

    Ableger 1: Sehr friedlich. Wunderschönes Brutbild.

    "Ableger 2": Sehr friedlich. Das wusste ich schon: Da hatte ich die versehentlich die alte Kö mitgenommen. Reif für einen Honigraum (nee, ist zu spät, die futtern dann halt nächsten Winter ihren eigenen Honig)

    2. Woche:

    Ableger 3: Sehr friedlich. Wunderschönes Brutbild.

    Ableger 4: Sehr aggressiv. Auch jüngste Stifte, aber insgesamt nur sehr, sehr wenig Brut. Dafür zwei verdeckelte Weiselzellen. Das Volk scheint mit der jungen Kö - begründeterweise - sehr unzufrieden zu sein und schafft nach. So interpretiere ich das jedenfalls und habe die Weiselzellen belassen. Die Kö habe ich leider nicht entdeckt, sonst hätte ich sie gleich abgedrückt.

    3. Woche:

    Ableger 5: Sehr friedlich. Wunderschönes Brutbild.

    Ableger 6: Aggressiv. Kö legt zwar mehr als Kö von Ableger 4, aber sehr löchrig, lustlos. Verdeckelte Brutwaben geöffnet -> keine Milben. Kö ebenfalls nicht entdeckt.


    So, und was mache ich nun? Die Brombeertracht (am Ablegerstand echt massenhaft) ist praktisch vorbei, Folgetracht gibt es keine mehr. Nächste Woche hole ich die Ableger zum Heimatstand. Dort werde ich Nr. 6 auf ein Wirtschaftsvolk vereinigen, bei Nr. 4 warte ich mal ab, was weiter passiert, das finde ich einfach spannend, weil ich so etwas noch nie hatte. Interessant finde ich, dass die Völker mit den schlechten Kös - obwohl begattet - die aggressivsten waren. Zicken halt.


    Grüße Steffen

  • Ja: 4 und 6 auflösen.


    #4: ordentlich Rauch geben, Brutwaben komplett vor anderes Volk abfegen, Wieselzellen brechen und BW in anderen Ableger hängen

    #6: Kö suchen und abdrücken! Dann wie #4


    Gruß, iJörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Bei so interessanten Vorgängen und dem Wunsch zu gucken würde ich die Umweiselung beobachten und abwarten.

    Nr 6 kann man auch beobachten und ein bisschen Support geben zu Hause, sprich, Päppeln und Füttern, die waren später und hatten vielleicht einige Modalitäten auch ungünstiger und sie kommen jetzt noch aus dem Quark und werden auch zufriedener bzw wird die neue eine bravere.

    Letztlich bilden die beiden dann noch weiter Bienenmasse.


    Zusammenwerfen etc kann man ab September/Oktober immer noch, dann mit garantiert mehr Mannschaft. Außerdem geht das dann immer risikoärmer. Muss jetzt noch gar nicht sein.


    Bezüglich der Aufstellung 20 km entfernt zur Vermeidung von Begattung durch eigene Drohnen:

    Das kann man sich aus diesem Grunde sparen, da kümmern sich die Bienen schon selbst. Es werden nicht verwandte Drohnen bevorzugt, das ist nachgewiesen.

    Um in den Flugkreis von bekannterweise gutem Drohnenmaterial zu kommen lohnt sich das schon:daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hm, ich würde die beiden "aggressiven" Ableger nicht weiterführen, auch nicht, wenn ich den Wunsch hätte, eine Umweiselung zu beobachten.

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Man muss halt Prioritäten setzen :lol::p_flower01:


    (ich persönlich auch nicht)


    Aber zum Bienenmasse gewinnen oder Vereinigen kann man das schon. Dann hat manauch die Umweiselung nicht verpasst. Und wer weiß: vielleicht wird der Sprößling eine mit braven Nachkommen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper