"Butterhonig"

  • Hallo Leute!


    Hab vor 4 Tagen Honig geschleudert. Hab jetzt einen Eimer dabei, wo der Honig die Konsistenz von Butter angenommen hat. Der andere ist flüssig.

    Vermute, daß der Eimer nicht richtig verschlossen war?????

    Hat jemand eine Idee dazu und kann ich ihn noch retten? (Den Honig...)


    Vielen Dank im Voraus!


    Marcus

  • Dass am gleichen Tag vom gleichen Standort geschleuderte Honige sich deutlich unterscheiden, habe ich auch gerade festgestellt. Habe wohl unbeabsichtigt entweder älteren Eintrag und jüngeren Eintrag aus unterem bzw. oberen HR von 2 Völkern beim Schleudern jeweils in einen Eimer gefüllt oder die beiden Völker haben unterschiedliche Trachten angeflogen. Du solltest auf jeden Fall den Wassergehalt mittels Refraktometer messen.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Der Wassergehalt ist 18,5.


    Hab jetzt alles mal durchgerührt, und es sind im Eimer vom flüssigeren Honig auch "Klumpen" dabei, die fester sind.....?????

    Obwohl an dem Standort kaum Raps war......

    Letztes Jahr hatte ich Honig mit hohem Rapsanteil, der ließ sich kaum abfüllen (zu feines Spitzsieb) aber er war im Eimer nicht so fest und "klumpig".

    .....?????

  • Wenn Klumpen entstehen, wird das daran liegen, dass der Honig nicht rechtzeitig oder genug gerührt wurde.

    Das Rühren verhindert ja gerade ein ungleichmäßiges Auskristallisieren. Womit rührst Du denn?


    Der hohe Wassergehalt beschleunigt das Auskristallisieren. Wie lange stand der Honig, bevor Du angefangen hast zu Rühren?


    Ein butterige Konsistenz (steifcremig mit feiner Textur) ist im Übrigen das beste, was aus Rapshonig werden kann.

    Klumpig ist etwas anderes.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Völker tragen nicht die gleiche Tracht ein, wenn sie nicht gerade umflutet sind. Bei mehr als 1km Entfernung zum Raps gibt es schon Abweichler, die dann mehr die näheren Kastanien/Robinien beflogen. Eine vegetative Trachtfolge gibt es diese Jahr nicht- jeder Baum blüht, wann es ihm gefällt.

    Der erste Standort in MV konnte noch gut geschleudert werden, auch 17,5-18,5% je nach Eimer. War nach einer Woche schon trüb und einige Eimer schwer rührbar.

    5 Tage später beim 2. Stand flogen mir ein paar Waben weg, alle 20kg musste das erste Grobsieb gereinigt werden, das 2. Nylon- Grob/Spitzsieb ging gar nicht, Melithermspirale erstmals nach 4 Jahren ins Spitzsieb - da hätte ich noch 1 Tag nur sieben müssen, so schlecht gings durch das Spitzsieb. Rest nur grob gesiebt, und markiert.

    Und die Hälfte vom Honig war noch fest in den Waben- in Wasser getaucht wieder zurück zu den Bienen.

    Doppelte Zeit für ein Viertel des Honigmenge gebraucht. Scheibenkleister...

  • Ein butterige Konsistenz (steifcremig mit feiner Textur) ist im Übrigen das beste, was aus Rapshonig werden kann.

    Das beruhigt mich jetzt ... ein Honigprobierer hat meinen Frühtracht/Rapshonig als "schmalzig" bezeichnet. Abfüllen ging noch sehr gut, zwei Tage später ist er jetzt aber schon sehr fest, aber sehr sehr fein in der Textur und glänzt wie Schmalz. Auf was müsste man achten, damit die Konsistenz eher wie "Butter auf dem Frühstücktisch stehengelassen" und nicht "Mist Kühlschrank zu kalt eingestellt" ausfällt?


    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Der hohe Wassergehalt beschleunigt das Auskristallisieren.


    Wolfgang

    ??? eher doch anders herum ???

    Nein, beim Auskristallisieren bilden sich Zuckerkristalle mit Wassereinschlüssen. Deswegen bremst Wassermangel die Kristallisation. Ich konnte das gerade bei drei Hobbocks gut beobachten: Die Wassergehalte waren 17%, 16,5% und 16%. Genau in der Reihenfolge haben sie jeweils angefangen zu kristallisieren.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Marion


    wenn du richtig cremigen Rapshonig haben willst, dann nach dem Abschäumen, jeden Tag früh und abends rühren. Ich habe mit einem Dreikantbuchenstab angefangen, jetzt mache ich das mit einem Rührgerät und einem Edelstahlrührer, klappt beides wunderbar.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hab ich natürlich - die ungerührte Rückstellprobe ist noch flüssig und wird erst gaaanz allmählich trüb. Der gerührte ist jetzt sehr fein, aber auch ziemlich fest - sieht aus wie Schmalz. Abefüllt habe ich, als der ursprünglich bräunliche Honig heller und sehr schnell zähflüssiger wurde und schimmernde Schlieren zog. Vielleicht hätte ich noch länger rühren sollen, aber ich fürchtete, den dann nicht mehr ins Glas zu bekommen.

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Nein, das länger rühren bringt nix. Du hättest ihn in flüssigem Zustand höchstens mit 5-10% cremigem Honig vermischen können. Aber ich vermute, dann ist auch dieser spezielle Schmelz nicht mehr da.

    Ich habe dieses Jahr auch ziemlich festen und sehr trockenen Rapshonig im Glas, der schlecht durch das Feinsieb ging. Habe ich so noch nie gehabt, schleudern ließ er sich wie immer, da war nichts in den Waben kristallisiert- nur das Sieben war echt nervig...

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Morgen Leute,

    ich habe meinen RAPS/FRÜHJAHRSBLÜTE schön gerührt, hatte den Rührer im Hobbock gelassen und war dann 3 Tage verreist. Überraschung- alles Fest, Honig mit Rührer und Kübel alles eine feste Verbindung.

    Ich Blödmann!

    Bei Gelegenheit muss ich das mal Auftauen.

    Große Wanne, einen Hotfrog, 2m Gartenschlauch und warten.

    Grüße

    Knäcke


    PS: Im Forster Rosengarten sind dieses Wochenende Rosengartenfesttage, seit alle herzlich willkommen.