Verschiedene Fragen zu meinen Völkern

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    Das klingt doch von der Theorieseite schon deutlich besser als deine vorherigen sparsamen Angaben.


    Man kann mit etwas Fingerspitzengefühl auch solche kleinen Ableger wie die "5W" noch bis zum Winter auf eine überlebensfähige Volksgröße bringen. Wichtig ist dafür aber eine gute Königin und ein guter Teil Erfahrung!

    Einem Anfänger würde ich sowas nicht ohne weitere Unterstützung in die Hand geben...


    Gruß Jörg

  • Das ist natürlich heftig, wenn ich da wirklich "Müll" angedreht bekommen habe und die Völker nur durch fachkundige Unterstützung eine Überlebenschance haben.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Ich hatte ich eigentlich vertraut. Dass er, wenn er mir etwas verkaufen will, sich selbst anpreist, ist schon klar. Er wurde mir aber auch vom Vorsitzenden des Imkervereins als sehr gewissenhafter Imker empfohlen.

    Ja das ist so. Und die glauben das auch wirklich.
    Wenn ich so in den Vereinen rum schaue, dann sind da viele, die halten zig Jahre Bienen. Aber immer nur so fünf bis zehn Völker. Die ernten 20 kg Frühtracht und 10 kg Sommerhonig und da ist für sie dann das Optimum schon erreicht. Die haben gelernt, mit den Bienen zu arbeiten, aber nur bis zu einem gewissen Status Quo und sind dann da stehen geblieben. Imkern und Varroabehandlung nach Schema F und gut ist. Mal bleiben nur ein/zwei Völker übrig und im nächsten Jahr werden dann viele 1-Waben-Ableger mit Nachschaffungskönigin gebildet und das Spiel beginnt von vorn. Bekommt man mehr Ableger über den Winter als man benötigt oder musste man die Völker wegen Schwarmtriebigkeit extrem schröpfen und deswegen viele Ableger bilden (andere Maßnahmen sind ja oft nicht bekannt), werden die verkauft.


    Was ich sagen will: Das ist nicht unbedingt wissentlicher Beschiss, sondern für diese Leute die Realität in ihrem Erfahrungshorizont.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Wie weit standen denn die Ableger von deinem jetzigen Standord entfernt?

    Über die Straße 12km, Luftlinie auf jeden Fall mehr als 3km, wahrscheinlich auch mehr als 5km.

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Schätze, der Pate der geliefert hat muß nochmal ran.

    So wie ich den Anfang des Threads verstanden habe, hat der Pate die Ableger so geliefert wie sie sind. Da wird es wohl kaum helfen, wenn der noch mal darangeht.



    Da hat aber doch der Pate die Fehler gemacht, oder nicht?


    Allein die Aussage, der neu gebildete Ableger würde bis Ende Juli Honig eintragen und danach solle man abschleudern ist doch schon haaresträubend.


    An dieser Stelle bleibt doch nur anzumerken, dass der Anfänger nicht hätte auf seinen Paten hören dürfen. Aber woher hätte der Anfänger das wissen sollen? Kann doch der Pate auf viele Jahre Erfahrung zurückgreifen.

  • 'Müll' wird das schon nicht sein. Aber es sind schon arg wenig Bienen. Ohne zu wissen ob wenigstens 'ne Königin mit an Bord ist, kann Dir auch keiner Tipps geben. Ich kann das von hier auch nicht für Dich rausfinden. Wenn eine drin ist (offene Brut wäre ein starkes Indiz), dann wäre je Kiste ein gutes Pfund Honigraumbienen von einem Imker außerhalb Deines Flugkreises eine feine Sache.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wirklich wichtig wäre die Frage, ob Stifte oder jüngste Maden vorhanden sind -> Königin?

    Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber: Kann es sein, dass ich die Königin versehentlich zerquetscht habe?

    Derzeit neun Völker in DNM 1,0 Holzbeuten.

  • Kann es sein, dass ich die Königin versehentlich zerquetscht habe?

    Klar kann das sein. Kann aber auch schon beim Umsetzen oder auf dem Transport passiert sein (Waben in Fahrtrichtung gehabt?) - Aber dann wären da eigentlich Nachschaffungszellen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

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  • Natürlich. Was willst Du denn sonst auch machen. ;) Bei uns lief es so: Wir hatten im Herbst mehrere Theorieteile, die mir persönlich nicht so viel gebracht haben, weil ich ja theoretisch schon vieles wusste, aber praktische Erfahrung benötigte. Im Frühjahr sind wir dann jeden Samstag zu einem anderen Stand gefahren und haben in zig Kisten gewühlt. Das ist natürlich nicht gerade tierfreundlich, aber ich bin jeden Samstag mit dem Gefühl nach Hause gefahren, wieder unheimlich viel gelernt zu haben. Unser Kursleiter liess sogar absichtlich einen Stand für einige Monate «vergammeln» (abschwärmen usw.), um uns möglichst viele verschiedene nicht optimale Zustände zeigen zu können. In einem Volk schlüpften am entsprechenden Nachmittag dann gleich fünf oder sieben Prinzessinnen, die wir dann zeichnen durften. Ein Volk war drohnenbrütig, andere waren okay. Das war der beste, sprich lehrreichste Nachmittag von allen. Wir hatten aber auch das Glück, einen sehr engagierten (redseligen) Kursleiter zu haben, der aktiv in der Mellifera-Zucht engagiert ist.


    Eigene Ableger haben wir nicht bekommen. Jeder musste sich selbst Völker besorgen, aber die meisten hatten eh schon einige, quasi vom Schwiegervater oder Grossvater geerbt. Das hätte vielleicht auch nicht viel gebracht, keine Ahnung. Ich würde an Deiner Stelle den Imkerpaten oder jemand anders vom Verein fragen, ob Du ihm nicht bei der Pflege seiner Völker helfen oder wenigstens zuschauen darfst. Er soll sich jedes Mal melden, wenn er zum Stand fährt, Du gehst mit und schaust zu oder hilfst mit. Da wirst Du viel profitieren, auch bezüglich Handling, weil die Erfahreneren halt viel ruhiger, bedachter und gescheiter an ihre Völker rangehen als die nervösen Einsteiger. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Wirklich wichtig wäre die Frage, ob Stifte oder jüngste Maden vorhanden sind -> Königin?

    Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen, aber: Kann es sein, dass ich die Königin versehentlich zerquetscht habe?

    Gewöhn dir doch am besten gleich an, wenn du die Kisten offen und Waben in der Hand hast nach Stiften zu suchen. Musst ja nicht jedesmal die Königin sehen um zu wissen, dass sie da ist.

  • Ich hab mir angewöhnt meine Kö's so schnell wie möglich zu zeichnen, zum Anfang mit nem Posca-Stift, später mit nem Plättchen.

    Das erspart dir das suchen der Kö ungemein.

    Wenn ich einen Ableger weiter gebe, und es nicht gerade ein Schwarm ist, versuche ich gezeichnete Kö's weiter zu geben.

    Ein Imkerpate, der mit dir die Beute nicht regelmäßig durchgeht und erklärt, nimmt sich zu wenig Zeit.

    Du solltest dir einen Rhythmus angewöhnen und 1x die Woche, z.B. am Wochenende, deine beiden Beuten durchsehen.

    Am besten notieren, wie die Reihenfolge ist, BW, FW, Schied, wo du die Kö gefunden hast.

    Und immer nach Stiften und jüngster Brut schauen, dann ist zumindest eine Kö noch vor kurzer Zeit in der Beute gewesen.

    Dann musst du auch nicht immer die Kö finden.

    Wie Jörg schon angemerkt hat, die Völker auf die Brutwaben plus 1-2 Futterwaben zusammen stauchen, Schied und dahinter als Puffer meinetwegen die restlichen Futterwaben.

    Flugloch eng halten.

    Und in der kommenden Woche nachsehen, ob sich dein Volk entwickelt hat.

    Hat es sich nicht entwickelt, dann ist gut.

    Wenn nicht, solltest du (oder dein Pate) spätestens mal danach schauen, ob überhaupt ein Kö vorhanden ist.....

    Gut wären tatsächlich ein paar Bienen, wenn dein Pate oder einer aus dem Imkerverein welche erübrigen kann. Einfach vor die Beute kippen, die betteln sich dann ein.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich würde noch eine Wabe mit Stiften zuhängen, um sicher zu gehen.

    Bienenmenge kann täuschen, wenn die Bienen wabenflüchtig sind.

    Mich wundert der vergleichsmässig starke Honigeintrag.