Beim diesjährigen Schwarm noch Honigräume aufsetzen?

  • Hallo zusammen,


    habe mein erstes Volk in Form eines Schwarmes vor drei Wochen bekommen. Alles läuft prima bisher, habe ich auf ursprünglich 5 Mittelwänden einlogiert, sind wir inzwischen auf 8 Rähmchen angewachsen, 6 davon fast reine Brutflächen.


    Nun meine Frage: möchte das Volk gerne auf dem eigenen Honig überwintern. Denkt ihr es ist demnach weise, nun zunächst das Volk weiter auszubauen, bis die Beute (Dadant mod.) komplett gefüllt ist (alle Rähmchen ausgebaut, welche dann nach und nach über den Spätsommer mit Honig gefüllt werden)? Oder nun doch noch (der Wald honigt sehr stark derzeit) einen Honigraum aufzusetzen? -> Reicht mir die Tracht dann noch, um genug Honig für den Winter einzutragen?


    Freue mich über eure Rückmeldung :)

  • Wende dich vertrauensvoll an deine/nen Bienenpatin/ten!

    Jene Person wird dir den lokal-optimalen Hinweis geben.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Nicht auf Waldhonig überwintern, das könnte schief gehen, denn Waldhonig vertragen die nicht und Blütenhonig hast du zuwenig für eine Überwinterung drinnen.

    Außerdem ist der Waldhonig viel zu schade - ergo setz einen Honigraum auf.

  • Die Bienen überwintern besser auf Zuckerlösung als auf eigenem Honig.

    Stimmt natürlich nicht, sondern hängt ganz davon ab was eingetragen wurde ;) Niemals würde ich Zucker pauschal dem Honig vorziehen.


    Es hängt ganz einfach 1) von deiner lokalen Trachtmöglichkeit ab und 2) ob es dann auch honigt. Beispiel: rund um meine Stände gibt es reichlich Springkraut. Dieses eignet sich hervorragend als Spättracht, deren Honig die Bienen super als Winterfutter nehmen können. Das Potential (1) ist also da, allerdings muss es auch honigen (2). 2015 war es zu trocken, ich musste für die Überwinterung Zucker füttern. 2016 hingegen war hingegen super, hätte ich da noch Zucker zugefüttert, wären die Völker heillos überfüllt gewesen und die Königin hätte kein Platz mehr zum stiften gehabt. So musste ich aber tatsächlich genau 0 Kilo Zucker kaufen.

  • Jetzt werden die meisten "honiggeilen" Bienenausbeuter mich zerreissen.

    Und doch traue ich mich sagen, dass zu jeder Wintereinfütterung ein gewisser Prozentteil des eingetragenen

    Honigs gehört. Das Waldhonig nicht für Einfütterung geeignet ist, weiß ja jeder, mich stört aber die Bemerkung

    von Franz-Xaver, dass für die Bienen etwas zu schade ist. Wäre Waldhonig zur Einfütterung geeignet, dann wäre

    er auch nicht zu schade.

    Josef

  • . Das Waldhonig nicht für Einfütterung geeignet ist, weiß ja jeder, mich stört aber die Bemerkung

    von Franz-Xaver, dass für die Bienen etwas zu schade ist. Wäre Waldhonig zur Einfütterung geeignet, dann wäre

    er auch nicht zu schade.

    Josef

    Ja und wie soll ich dir da helfen?

    Es ist doch das normalste der Welt, dass ich als Imker mir den wertvollen Waldhonig abzweige und den Blütenhonig den Bienen in den zwei Bruträumen belasse, bzw. nach meiner heuer beginnenden "Einraumbrutraumbetriebsweise" auch dort nicht antaste.

    Meine Bienen hatten heuer viel Blütenhonig in den Bruträumen, der blieb drinnen und der wird ihnen vom Gewicht der Wintereinfütterung abgezogen. Auch gut, dass der Waldhonig jetzt nicht in den Bruträumen als Winterfutter eingelagert werden kann.

    Mir ist der Waldhonig als Winterfutter zu wertvoll, wenn ich schon imkere, dann will ich auch ein wenig Freude haben und das ist bei mir eben die Ernte des Waldhonigs, ansonsten würde ich Kanarienvögel züchten, denen kann ich auch nichts wegnehmen 😀

  • Nö passt schon...

    Die honiggeilen Bienenausbeuter wissen, dass ein Verhonigen des Brutnests im Sommer für das Bienenvolk tödlich sein wird und es im nächsten Jahr dann auch nix mit der Honigernte würde.

    Wenn verbrämte Gutmenschenimker Honig ist Zuckerwasser kippen hilft das vor allem dem eigenen angeschlagenen Gewissen und führt leicht zu Räuberei und noch schlimmer leicht zu HMF-Problemen.

    Aber das merkt der geneigte Auskenner dann schon...

    Gruß Jörg