• Super Bilder, Peter!

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Deine Bilder sind immer wieder bewundernswert, Peter ! Herzlichen Dank - man muss den Gegner genau kennen, wenn man ihn erfolgreich bekämpfen will. Und auf den Fotos kann man jedes Härchen erkennen - chapeau !


    Die derz. Befallsrate ist bei meinen Völkern auffällig niedrig, momentan. Dennoch - TBE läuft und die OXS wird noch dazwischengeschoben; sicher ist sicher.


    Das Thema Auslese, Begünstigung einer bestimmten Milbenpopulation ist sicher wichtig für das bisher noch nicht erreichte Gleichgewicht zwischen Wirt und Parasit. Dafür sind die Zeiträume ggf. zu kurz und - wenn ich Manne richtig verstehe - die Eingriffe der Imker durch Milbenbehandlung tun ihr Übriges. Den Mut zur "Nichtbehandlung" habe ich als Kleinimker nicht - dafür bleibt mir bei einem Hobby nicht die Kapazität. Das dürfte bei Einigen so sein; somit greift man eben zum Mittel.


    Man sollte mit der Chemie sparsam umgehen - wild um sich schießen nutzt nur dem Munitionshändler…

    Der Begriff "Chemie" ist negativ besetzt und ich empfinde es als zu kurz gesprungen. Lieber ralf_2, auch Du bestehts komplett aus Chemie: H2O, Ca, Phosphate, Sulfate, Chloride, ja sogar Salzsäure, Spurenelemente und dann noch den ganzen organischen Kram, der Kohlenstoff enthält - oh, oh ?!


    Beste Grüße


    Rainer

  • Das sortiert sich von selbst. Über Winter.

    Das war nicht in Bezug darauf gemeint, was man tuen kann, um zu sortieren...

    Das war scherzhaft gemeint in Bezug darauf, wie man (respektive die Natur) komplett identische Individuen noch sortieren kann.


    Die Varroen hier in Europa stammen ja alle von einer Kleinstmenge von "Importen" ab. Und da sich die Varroa hierzulande fast ausschliesslich durch Inzucht vermehrt, sind die genetisch so uniform, dass man alle Varroen im Lande als genetische Klone bezeichnen muss. Auch so viel zum Thema Inzucht und Inzuchtdepression bei Wirbellosen... Ist halt trotzdem nicht immer alles das Gleiche in der Natur...

  • Wie ich schon mal schrieb: Irgendwie scheint es hier ähnlich bestellt zu sein, wie mit den sogenannten "dümmsten Bauern". Es mag ein Hinweis darauf sein, dass das Ding an sich unabhängig von unserer Erkenntnis ist.

  • Es mag ein Hinweis darauf sein, dass das Ding an sich unabhängig von unserer Erkenntnis ist.

    Wäre "das Ding an sich" von unserer Erkenntnis abhängig, würden wir möglicherweise Einfluss auf "das Ding an sich" nehmen. Wenn Du mit "dem Ding an sich" die Selektion von Varroa destructor meinst, ist der Einfluss durch "Behandeln" und das "Wie behandeln" schon ein Einfluss, der auch negativ für das gewünschte Ergebnis sein kann. Vielleicht könntest Du Dich herablassen, zum "Ding an sich" etwas konkreter zu werden; denn wie Du schon erkannt hast - die Intelligenz des Bauern steht im umgekehrten Verhältnis zu seinen Erträgen.


    Ob wir den evolutionären Lauf überhaupt beeinflussen können, sei dahingestellt. Dazu sind die "Denkzyklen" beim modernen Homo sapiens m.E. viel zu kurz. Die Bienen habe eben 20 Mio. Zyklen der Erde um die Sonne Vorsprung.


    Besten Dank


    Rainer

  • Solange wir nichts Genaueres wissen, bin ich lieber vorsichtig.

    Mit MS habe ich - neben dem erhöhten Arbeitsaufwand (Wiederholung im Wochenabstand nötig) - schlechte Erfahrungen gemacht (vergleichsweise niedrige Wirksamkeit, Schadfolgen bei leicht eintretender Überdosierung etc.). Von AS weiß ich, daß sie - richtig dosiert - Brut und schlüpfende Jungbienen schädigt/umbringt, Brutstop verursacht und u.U. Kö. schädigt/umbringt und außerdem stark abhängig vom Wetter ist.

    Von OX-Sublimation habe ich noch nichts derartiges gehört oder gesehen. Aber trotzdem verzichte ich soweit wie möglich auch darauf, um unnötige - jetzt mir noch unbekannte - Risiken tunlichst auszuschließen. Das verstehe ich unter Vor-Sicht, selbst wenn (oder gerade: weil und solange) man noch nichts Genaueres weiß. Insofern lasse ich mich gern mit dem "dümmsten Bauern" vergleichen, der nicht gleich jeder Werbung um neue TAM hinterherhechelt, sondern seine Kartoffeln einfach mal in Ruhe gedeihen läßt...


    Allein diese Gründe haben mich von TBE überzeugt, zumal ich so in einem Arbeitsgang das Wabenwerk erneuern kann und mir entsprechende Arbeiten im Frühjahr erspare. Die Argumentation von Kleingartendrohn zum prinzipiellen Unterschied in der Wirkweise (Schlechtestenauslese statt: Bestenauslese) hat mich wegen seiner logischen Stringenz überzeugt. Da wurden unbestreitbare Fakten zugrunde gelegt, nichts von unserer Erkenntnis "Unabhängiges".


    Die gegenwärtige geringe Varroalast meiner Völker führe ich auf folgende Faktoren zurück:

    - ausreichende Entmilbung im Vorjahr (TBE, überprüft und bestätigt durch geringen Varooafall bei Stichproben-Restentmilbung im Dezember)

    - Reduzierung des Brutgeschäftes in der langen Kältephase des April 2017 -> vereinfacht gesagt: Es fehlt glatt ein Monat für die Varroareproduktion im Vergleich zu den Vorjahren. Obwohl auch das einzuschränken ist: Es gab ja den ungewöhnlich frühen und warmen Start im März mit idealen Brutbedingungen.

    - Drohnenbrutentnahme in den Wirtschaftsvölkern

  • Sehe ich genauso wie ribes .


    Auch bei mir zurzeit keine Varroa in Sicht.

    Was mich echt nervös macht (weil ich es mir einfach nicht vorstellen kann): nichtmal aus der Brutscheune meiner TBE, die auch mein Sammler-Sammler ist, fallen welche :eek:. Ist das 2. Jahr TBE bei allen meinen Völkern.

    Habe daher gestern dennoch die Brutscheune mit AS60%-Schwammtuch behandelt, bevor ich die in den nächsten Tagen verkunstschwarme.


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Lieber Jörg/iWei, bitte berichte vom behandlungsbedingten Milben-Totenfall. Auch mir ist das nicht geheuer. In meinem Sammler-Sammler: viele tote, verkrüppelte Bienen, aber kein Varroatotenfall! Allerdings habe ich erstmals eine große Landebahn für An-/Abflüge angebracht und überblicke so die Verkrüppelungen besser als im Gras der Vorjahre.

  • Die Varroen hier in Europa stammen ja alle von einer Kleinstmenge von "Importen" ab. Und da sich die Varroa hierzulande fast ausschliesslich durch Inzucht vermehrt, sind die genetisch so uniform, dass man alle Varroen im Lande als genetische Klone bezeichnen muss. Auch so viel zum Thema Inzucht und Inzuchtdepression bei Wirbellosen... Ist halt trotzdem nicht immer alles das Gleiche in der Natur...

    Ein Link der hier vielleicht nicht so gern gesehen wird, aber dort wird von 18 genetisch unterschiedlichen Varroen gesprochen . Als deutscher Ursprungsort wird ja neben dem Erstbefall über einen Import eines Bieneninstitutes (was für genetische Einfalt spricht) oft auch die transsibirische Route genannt (was die genetische Vielfalt erklärt).

  • Ein Link der hier vielleicht nicht so gern gesehen wird, aber dort wird von 18 genetisch unterschiedlichen Varroen gesprochen . Als deutscher Ursprungsort wird ja neben dem Erstbefall über einen Import eines Bieneninstitutes (was für genetische Einfalt spricht) oft auch die transsibirische Route genannt (was die genetische Vielfalt erklärt).

    Da ist aber die Rede vom "weltweiten Bienenschaden". Logisch ist die Variation, weltweit betrachtet, grösser. Gerade im Amiland konnte man so nachweisen, dass die Varroa gleich mehrfach eingeschleppt wurde. Das betrifft uns hier aber nicht.


    Nachtrag:
    frei von hier, (Seite 55 Mitte):

    Zitat

    Zusammenfassend lässt sich über die Ergebnisse sagen, dass die Individuen ... vom Korea-Typ... innerhalb dieses Biotyps... keine Variabilität... quasi "Klone".

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Vivajohn ()

  • Also ich habe die nun auf neuen Mittelwänden sitzenden Völker mit Oxalsäure besprüht und war auch angenehm überrascht, wie wenig da gefallen sind. Allerdings: Richtig bewerten kann ich das erst wenn ich die Brutsammler behandele! Aber da ist noch zu viel verdeckelt...es bleibt also spannend! Insgesamt aber auch eher Varroa-entspannte Rückmeldungen...was ja passen würde denn dieser aktuelle Beitrag von Herrn Otten wies ja auf den Zusammenhang zwischen Trachtbeginn und Varroa-Jahren hin. Und dieses Jahr hatten wir ja nun einen sehr späten Trachtbeginn... wäre ja schön wenn es dann mit TBE und Winterbehandlung getan wäre!


    M.

  • ribes

    Hier das heutige Ergebnis (Übersicht und 4 Details) nach 24 Std. Schwammtuch AS60% einer Brutscheune nach TBE (#93)):



    Fazit: ja, natürlich sind sie da!

    Wenn es auch für eine Brutscheune nach meiner (eingeschränkten!) Erfahrung nicht gerade irrsinnig viele sind. Aber auch in diesem Jahr sollte sich niemand zur Ruhe setzen.


    Weiter geht's, Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.