Warum hängen Weiselzellen senkrecht und warum sind die Zellen vom 10-13 Tag besonders empfindlich ?

  • Warum hängen Weiselzellen senkrecht und warum sind die Zellen vom 10-13 Tag besonders empfindlich ?


    Ich dachte immer, ich wüßte warum, aber bin jetzt völlig verunsichert, weil selbst "Kleingartendrohn" diese Frage hier gestellt hat:

    Weiselzellen-Transplantation

    und keiner so recht eine vernünftige Antwort parat hatte...


    Die Antwort, die ich kenne, weil irgendwo mal gelesen könnte also völlig falsch sein?

    Leider finde ich sie auch mit der Suchfunktion hier nicht, muß woanders gestanden haben, ich meine jedenfalls gelesen zu haben,

    das sich die Larve an der Zelldecke zur Metamorphose an einem dünnen Faden aufhängt, und die Zellen daher so empfindlich wären.

    Stimmt das, ist das halb wahr oder ist es völliger blödsinn ???

  • Hm, ich dachte eigentlich schon, dass ich nur 1 Posting unterhalb von Kleingartendrohns Frage eine vernünftige Antwort gegeben habe. Was ist für dich daran unvernünftig oder nicht ausreichend?

  • Die Antwort finde ich zu allgemein gehalten und nicht wirklich befriedigend, zumal sie auch nicht erklärt, warum Weiselzellen im Gegensatz zu normalen Brutzellen senkrecht gebaut werden. Mir fehlt das aufhängen am dünnen Faden, wenn dem so ist, das würde beides erklären.

  • Eine andere Begründung, die man öfter liest, ist auch, dass die Maden vom letzten Futterrest oben abreißen und so verhungern, wenn sie nicht mehr rauf kommen. Das sollte aber während er Puppenphase kein Problem mehr sein.


    Und jetzt mal so ganz praktisch gesehen: Wo willst du eine große Weiselzelle im Stock waagrecht unterbringen, ohne dass sie die normale Wabenanordnung massiv stört und man sie gut versorgen, gleichmäßig temperieren.... kann. Eine Drohnenzelle passt ja schon nicht überall, aber eine Zelle, die über zwei Waben durchgehen müsste, weil sie so viel größer sein muss. Da war es evolutionsbiologisch wohl günstiger, die senkrecht Variante zu verwenden.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hab ich auch schon überlegt, aber die Weiselzelle könnte auch auf der gleichen Wabe waagerecht gebaut werden, oder sogar über Kopf, das würde einen Futterabriss dann sogar noch mehr verhindern.

    Also hängt sie nun an einem Faden oder nicht?

  • Nach oben gebaut könnte im Baum immer mal Wasser reintropfen. Nach rechts kommt schnell mal die Rinde und Madame vielleicht nicht raus. Links sieht es nicht besser aus. Von unten wächst aber nie was nach, der Platz bleibt immer. Haben die Omas schon so gemacht, wird wohl was dran sein.


    Grüße

    Holger

  • ob, anders: Du räumst deine Ordner immer gleich ein, immer mit ein bisschen Abstand zum nächsten, damit du gut reingreifen kannst. Du kommst so mit dem Putzfeudel auch immer locker zwischen alle Ordner, der Feudel ist seit Generationen im Familienbesitz und funktioniert tadellos. Nun möchtest du deiner Tochter beibringen, wie sie die wertvolle Aktie im Ordnerregal verstecken kann - quer reingeknüddelt oder doch flach an ne Ordnerseite geklebt?


    Grüße

    Holger

  • Wenn die Wabe oben angebaut ist, ist nach unten anhängen stabiler und ohne besonderen Umbau der Struktur zu realisieren. Über mehrere Waben quer einbauen ist sicher ein größeres Risiko, dass dabei was schief geht. Man müsste entweder zwei Waben nebeneinander umbauen, um Platz zu schaffen oder von Anfang an Lücken lassen. Am Ende müsste die Prinzessin dann nach oben schlüpfen oder sich in einer Wabengasse rausquetschen. Nach unten oder am Rand (oder in Lücken) an einer Wabe anhängen ist aus meiner Sicht die Variante mit der höchsten Erfolgsaussicht.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • ja nu, sie kann die halt auch mangels Masse nicht im paradiesischen Dekolletee transportieren. ;)


    Schlüpfen werden die schon, aber warum sollten die Bienen denn solch eine blöde Position für den Bau der Zellen wählen? Es gibt auch den Tipp, Schwarmkontrolle durch Aufknallen der Beuten vorzunehmen, damit frische Maden aus den angezogenen Zellen purzeln. Genau so sicher sind wir uns im Prinzip, dass ein paar Tage vor dem Schlupf die neue Prinzessin eigentlich fertig ist. und ne kurze Umlagerung quasi gar keinen Effekt haben kann.


    Es werden Kinder den Nobelpreis bekommen, deren Mütter in der Schwangerschaft mal nen Sekt getrunken haben. Die Mamas dürfen das nur nicht im falschen Zeitraum getan haben, dann nämlich taugt der Spross nur zum Türsteher der Nobelpreisverleihung. Ich stelle den neuralgischen Zeitraum nicht infrage, da müssen schon ernsthafte Gründe vorliegen. Und wenn dann doch, dann erschütterungsfrei und ohne Positionsveränderung. Und gänzlich ohne Sekt.


    Grüße

    Holger

  • Hallo,


    ich hab vor Jahren mal " Ungarische Drehbeuten" nachgebaut. Die Völker sollten nicht schwärem und die Milben die Orientierung verlieren.

    Drehzyklus: alle 24 Std. um 180 Grad. Die Völker haben trotzdem geschwärmt ( Weiselzellen in der Vertikalen) und die Milben haben sich totgelacht

    ( hätte ich gern gehabt, war aber nicht so) Die Waben waren rund mit 40 cm Durchmesser und 10 in einem Brutraum. Nur haben die Bienen die Waben zur Beute hin bei Volltracht so verbaut, dass der Motor die Drehung nicht mehr geschafft hat. Ich hatte noch an Weiterentwicklung gedacht, aber nach Erkennen der Probleme aufgehört.



    Salve, Peter