Darf ein Wanderwart den Briefkopf des Landkreises verwenden?

  • Meine Lebensgefährtin hat vor einer Woche einen neuen dauerhaften Bienenstand (22 Völker) auf dem Waldgrundstück eines guten Freundes eingerichtet.

    Die Bienen kamen aus dem Raps, haben ordnungsgemäße Papiere, und sind dann auf den neuen Standort (wo die bleiben).

    Gestern sind wir ein wenig unflätig (keine Begrüßung, keine Vorstellung!) aus dem offenen Fenster seines Pkw heraus darauf hingewiesen worden, das ein Wanderzeugnis am Stand fehlt.

    Genauso unfl.... (wie in den Wald so zurück) hab ich ihm gesagt, das ich das nicht brauche, sonders der Standort als Dauerstand angemeldet wird.

    Dann kam heraus, er sei Wanderwart, immer noch ohne mir den Namen mitzuteilen.

    Soweit so gut,

    Heute bringt meine Frau ein Papier mit der Androhung eines Busgeldes...also, wenn nicht dann!!! welches an den Beuten hing, mit nach Hause.

    Geschrieben auf einem Blatt versehen mit dem Briefkopf des Kreises, also den Anschein des Amtlichen erweckend, zudem ohne Unterschrift.

    So, nun meine Fragen:

    Ist neuerdings der Wanderwart eines DIB Ortsvereins Bestellter vom Kreis?

    Ist, wenn nicht, die Benutzung des Briefkopfes vom Kreis nicht Missbrauch eines Siegels ?

    db

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • 1. nein

    2.ja

    3. ist sogar strafbar. Es sei denn, irgend ein Depp beim Kreis hat das erlaubt. Was ich nicht glaube. Der Nachtpförtner und die Putzfrau zählen nicht als mögliche "Erlauber". Das sind nämlich keine Deppen.

    Frag doch mal beim Landratsamt nach, wer das gewesen sein könnte. Sollte ja zumindest ein Sachbearbeiter oder ein Aktenzeichen usw drauf stehen.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Hallo Dieter!


    Nimm das Schriftstück und schicke es zum Veterinärtamt deines Landkreises mit der Bitte um Aufklärung über die Gesetzeslage.

    Außerdem bittest Du um eine rechtliche Überprüfung!

    Geht doch kurz und schmerzlos und die selbst ernannten "Sheriffs" und übereifrige Wanderwarte werden eventuell eingebremst!

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Steffan, Michel,

    ich hab sooo einen Hals!

    Zudem stehen die Bienen 1km, eher weniger, vom alten ursprünglichen gemeldeten Standort weg.

    Innerhalb 3km verstellen rundum, laut Bienenseuchenverord brauch ich garnichts, kein Gesundheitszeugnis nix dergleichen!

    Irre ich da?


    Wortlaut:

    Als durch die Kreisverwaltung xxxxx xxxxx gemäß Paragraph5 Abs.1 der Bienenseuchenverordnung beauftragten Wanderwart
    Liegt mir für ihre Aufwanderung keine gültige Gesundheitsbescheinigung vor.


    Unter dem angegebenene Paragraphen finde ich nur was über BSV Tätigkeit. (bin ich selber einer)


    Seit wann muß ich Wanderwarten als nicht DIB Imker irgendwas vorlegen?

    Kann mir bitte jemand, der im Recht sicher im Sattel sitzt, weiterhelfen?

    So eine Anmaßung darf das nicht geben!


    Ich weiß nicht mehr wo ich dran bin.




    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Hi,


    eine Wandergenehmigung wird bei uns für jedes Verstellen der Völker benötigt.


    Auch die Anwanderung eines neuen Dauerstandplatzes gehört dazu.


    Ein Gesundheitszeugnis innerhalb des Kreises ist nicht erforderlich.


    Bei uns muss der Wanderwart die Wanderung genehmigen, ansonsten verweigert auch der Veterinär die Unterschrift.


    Zumindest der neue Standort muss Bundesweit dem Veterinäramt angezeigt werden. Weiteres kann


    durch eine lokale Wanderordnung geregelt sein. ( Kreis- oder Landesebene ) Die Wanderordnung ist dann offiziell


    und für jeden verbindlich. Ob DIB oder nicht ist dann egal.


    Ein neuer Standort ist schon gegeben wenn die Hausnummer oder die FLIK sich ändert.


    Die 3 KM Regel ist mir absolut unbekannt. Die Kreisgrenzen sind maßgebend, aber selbst da kann ein Wanderantrag vorgeschrieben sein.


    Trotzdem ist das Verhalten des "Wanderwartes" auf den ersten Blick nicht gerade Kameradschaftlich.


    Du solltest schnellstmöglich den neuen Standplatz beim Veterinäramt melden um grösseren Ärger zu vermeiden.


    In dem Zuge kann man auch mal nachfragen bezüglich einer Wanderordnung und der Nutzung eines Amtlichen Vordruckes durch


    den Wanderwart.


    Gruss Joachim

  • Du solltest schnellstmöglich den neuen Standplatz beim Veterinäramt melden um grösseren Ärger zu vermeiden.

    Genau hier sehe ich ein Versäumnis. Es wäre sicher besser gewesen den neuen Dauerstandort vor der Aufwanderung beim VetAmt anzuzeigen.

    Der Wanderwart wäre sicher auch freundlicher gestimmt gewesen, wenn er im Vorfeld vom neuen Imker in "seinem Bereich" eine Info erhalten hätte. Es geht eben nicht über persöhnliche Kontakte.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • So ein Blödsinn,

    so ein "Wanderwart" hat bei uns ungefähr so viel Befugnis wie der Hüttenwirt vom Pfälzer-Waldverein.

    Der ist vom Ortsverein eingesetzt, und das wars.

    Wenn jemand irgendwo seine Bienen auf Dauer aufstellt, dann kann das dem Herrn Blockwart völlig schnurz sein.

    Aber als "Schwarzimker" bin ich wohl zu aufmüpfig und denen ein Dorn im Auge.

    Eisvogel :

    Im Gesetz steht: "Der neue Stellplatz ist unverzüglich beim zuständigen Veterinär anzuzeigen..."

    Von vorauseilendem Gehorsam ist da keine Rede, und von Wanderwarten schon gar nicht.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Hallo Rolf,

    die BSeuchenverordnung ist eindeutig:

    Zitat

    §5

    (1) Der Besitzer oder die mit der Beaufsichtigung, Wartung und Pflege der Bienenvölker betrauten Personen haben für Bienenvölker, die an einen anderen Ort verbracht werden, unverzüglich nach dem Eintreffen der für den neuen Standort zuständigen Behörde oder einer von ihr beauftragten Stelle eine Bescheinigung des für den Herkunftsort zuständigen beamteten Tierarztes vorzulegen. Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass die Bienen als frei von Amerikanischer Faulbrut befunden worden sind und der Herkunftsort der Bienen nicht

    in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt. Die Bescheinigung darf nicht vor dem 1. September des vorhergehenden Kalenderjahres ausgestellt und nicht älter als neun Monate sein.

    Da steht "unverzüglich nach dem Eintreffen" Wie das bei Puten ist, interessiert uns hier nicht.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Hallo Michael,


    das mag bei euch durchaus so sein, muss aber nicht Bundesweit gelten.


    Wie oben geschrieben muss bei uns ein Wanderantrag gestellt werden und


    dieser sowohl vom Wanderwart als auch vom Veterinär unterschrieben sein.


    Wenn der Wanderwart nicht unterschreibt, verweigert auch der Veterinär seine Zustimmung.


    Nicht nur die Seuchenverordnung ist gültig, es können durchaus noch Lokale Verordnungen erlassen worden sein.


    Und wenn die Lokale Wanderordnung eine Genehmigung des Wanderwartes vorschreibt, ist dieses auch einzuhalten.


    Die Wanderordnung muss natürlich von der Stadt, der Gemeinde, dem Kreis oder dem Land erlassen worden sein.


    Irgendwelche Wünsche eines Imkervereines oder des DIB haben selbstredend keine Gültigkeit.


    Gruss Joachim

  • Joachim,

    die Bienenseuchenverordnung ist Bundesrecht. Und die gilt bundesweit.

    Wenn ihr so blauäugig seid, alles zu glauben, was irgend jemand so von sich gibt, dann ist das halt so.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • N'Abend


    Da wir alle nix genaues zu den lokalen "besonderen" Regelungen wissen, wäre es am besten, das zu tun, was Luffi weiter oben vorgeschlagen hat:


    Das Vet.amt einschalten, den Bienenstand normal anzeigen und gleichzeitig um Aufklärung bitten, ob und welche Befugnisse der Wanderwart hat.


    Alles andere hier durch uns ist reine Rätselraterei und bringt dem Wasgau Immen gar nix ausser einem schwirrenden Kopf wegen der vielen unterschiedlichen Regelung im Kleinstaatendeutschland.


    GRüsse aus der in der Beziehung genau so schlimmen "Kantönli-Geistigen" Schweiz, Robert

  • Joachim,

    die Bienenseuchenverordnung ist Bundesrecht. Und die gilt bundesweit.

    Wenn ihr so blauäugig seid, alles zu glauben, was irgend jemand so von sich gibt, dann ist das halt so.

    Hi,


    das hat doch niemand bestritten.


    Die Lander und Kommunen können jedoch weitergehende Vorschriften erlassen.


    In §5 wird explizit erwähnt das das Gesundheitszeugnis "der Zuständigen Behörde oder einer von ihr beauftragten Stelle"


    vorzulegen ist. Weiterhin steht in Absatz 3:


    (3) Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Absätzen 1 und 2 zulassen, wenn Belange der

    Seuchenbekämpfung nicht entgegenstehen.


    Somit kann das Veterinäramt durchaus einen Wanderwart benennen und eine Anwanderung von seiner Zustimmung


    abhängig machen.


    Alleine um Belegstellen zu schützen, macht diese Regelung Sinn.


    Ansonsten könnte ich ja auf Baltrum einige Carnica aufstellen und auf Borkum einige Buckfast.


    Gruss Joachim

  • Ja !! Dauerstandplatz Anmelden beim Vet hab ich verschwitzt:(

    Schleudern Ableger machen Zellen verschulen etc in nicht ganz kleinem Maßstab, und fast alleine....

    Mensch, jemand der selber Bienen hat sollte das verstehen. Zudem standen die erst ein paar Tage dort.

    Päpstlicher als.....

    Da wir alle nix genaues zu den lokalen "besonderen" Regelungen wissen, wäre es am besten, das zu tun, was Luffi weiter oben vorgeschlagen hat:

    Das Vet.amt einschalten, den Bienenstand normal anzeigen und gleichzeitig um Aufklärung bitten, ob und welche Befugnisse der Wanderwart hat.

    Alles andere hier durch uns ist reine Rätselraterei und bringt dem Wasgau Immen gar nix ausser einem schwirrenden Kopf wegen der vielen unterschiedlichen Regelung im Kleinstaatendeutschland.

    Und der brummt.... besonders weil ich schon des öfteren schlimmste Repressalien erleiden mußte, offenbar weil ich bekennender Buckieliebhaber bin.

    Ich werde Steffans Rat am Freitag Morgen mal befolgen, ich bekomm noch raus was die sich ma wieder gegen die Wanderimker in den Keschde haben einfallen lassen.

    Wenn da gemauschelt wird werden die Ellenbogen mal wieder weit ausgefahren.

    Da mal reinschauen

    http://landesrecht.rlp.de/jpor…=true#jlr-TierSGDVRP2V1P5

    und hier

    https://sites.google.com/site/…meldung-von-bienenvoelker

    So ,ich werde nicht schlauer

    Dieter

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill